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TVE, das Musterbeispiel eines heruntergewirtschafteten öffentlichen Fernsehsenders

Televisión Española (TVE), so nennt sich das öffentlichrechtliche Fernsehen Spaniens. Es wird seit 2010 aus Steuergeldern finanziert und ist inzwischen ein Spielball der Politik, vor allem der derzeitigen Regierungspartei Partido Popular (PP). An den entscheidenden Position sitzen nur noch Günstlinge dieser Partei. Berichtet wird nur noch, was der Regierung gefällt. Die Glaubwürdigkeit des einstigen Hauptsenders in Spanien ist auf dem Nullpunkt angelangt. Viele Mitarbeiter/-innen sind frustriert, weil sie die Nachrichtemanipulation als eine Schande und Verstoß gegen ihre Berufsehre auffassen, aber nichts dagegen tun können.

So wundert es nicht, dass das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien vom angeblich unabhängigen Staatsfernsehen nur im Sinne der Regierung in Madrid dargestellt und Nachrichten unterschlagen oder entstellt wurden. Eine journalistische Mitarbeiterin schrieb darauf in einer Twitter-Nachricht: "Eine Schande ist das, was ich als Journalisten von TVE über die einseitige Berichterstattung in den nationalen Nachrichten über das Referendum empfinde. Das ist Manipulation".
Viele der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gingen über die schamlose Desinformation auf die Barrikaden. Sie verlangten die Absetzung des Verantwortlichen für die Nachrichtenabteilung. Viele Beschäftigte verglichen die Nachrichtenerstattung über das Referendum mit der zum Terrorattentat vom 11. März 2004, wo TVE ebenfalls im Auftrag der Regierung die Nachrichten schamlos manipuliert hatte.

Der Rat für Informationssendungen (Consejo de Informativos) von TVE, der aus Journalisten des Senders zusammen gesetzt wird, gab bekannt, dass er der Meinung ist, dass die Direktion des Senders seiner Verprflichtung "in einer objektiven, wahrhaften und verschiedene Meinungen einbeziehenden Form zu berichten" nicht nachgekommen sei. "TVE ist seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen und überließ es anderen Fernsehkanälen, die Bürger und Bürgerinnen zu informieren." TVE habe es nicht für notwendige gehalten, die Ereignisse vor Ort zu verfolgen und darüber umfassend zu berichten". Seit dem 11. September, dem Tag des (katalanischen) Feiertags "Diada" habe TVE begonnen die Tatsachen zu vertuschen, zu minimieren oder nur eingeschränkt weiterzugeben über Tatsachen, die wichtig gewesen seien, um das was tatsächlich in Katalonien geschah, zu verstehen.


Ein weiterer Punkt, in dem TVE zu einem reinen Propagandasender der Regierung degeneriert ist, ist der Gürtel-Bestechungsskandal, in den sehr viele Größen der Partido Popular verwickelt sind, in dem sie aber mit allen Mitteln und Dank der Hilfe von Medien und Justiz erfolgreich eine Aufklärung verhindert. Auch hier empört sich der "Consejo de Informativos" über den Missbrauch von TVE durch die Regierung. Die von der Regierung eingesetzte Leitung von TVE missbrauche die Fernsehnachrichten, um die Argumentation der Partido Popular bei der Aussage des Ministerpräsidenten Rajoy vor Gericht über den Gürtel-Skandal zu verbreiten. Die Mitarbeiter verlangen, dass es dringend erforderlich wäre, "erneut zu einem unabhängigen Journalismus zurückzukehren, der in seiner Gesamtheit im Dienst der Bürger und nicht von Partikularinteressen steht, deshalb verlangen wir  die sofortige Entlassung von Carmen Sastre als Direktorin für Nachrichtensendungen".


Das spanische Abgeordnetenhaus hatte mehrheitlich einen Beschluss unterstützt, der TVE seine Unabhängigkeit zurückgeben sollte. Der Beschluss wurde aber bisher nicht umgesetzt. Im Gegenteil hat sich die Situation noch mehr verschlechtert: "Die Fälle von schlechten Praktiken und Nachrichtenmanipulation haben sich erhöht, ebenso heimliche und betriebsfremde Interventionen in der Redaktion durch die Leitung".


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