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Einen auf Blonde machen und mit Stöckelschuhen arbeiten, der neue spanische Feminismus

Cristina Cifuentes Cuencas (geboren 1964) ist eine spanische Politikerin, die der Regierungspartei PP angehört. Seit 2015 ist sie Präsidentin der autonomen Region Madrid und seit 2017 auch Präsidentin der PP-Sektion von Madrid.
Im August 2013 hatte sie einen schweren Motorradunfall, bei dem sie zwischen Leben und Tod schwebte.

Cifuentes gilt als eine Nachwuchshoffnung der von Korruptionsaffären geschüttelten Partido Popular. Deshalb genießt sie einige Aufmerksamkeit in den spanischen Medien. Vor kurzem gab  sie der Modebeilage der spanischen Zeitung "El Pais" ein Interview, das für einige Aufregung sorgte. Neben leichtem Gespräch über Mode und ihren schweren Motorradunfall mit Nah-Tod-Erfahrung ging es auch um die Gleichberechtigung der Frauen in Spanien. Dabei äußerte sie sich eher scherzhaft zu dieser Frage, stieß aber damit doch auf Empörung. Wörtlich ging es um folgendes:

El Pais: Zur Zeit sind sie jeden Tag in Versammlungen, in denen viel Macht ausgeübt wird. Ohne Stöckelschuhe gibt es keine Versammlung?

Cifuentes: Haha! Dieser Satz ist ein Scherz, der unter uns Mädchen in der Mannschaft umläuft. Es ist gut, wenn man ab und zu frivol wird. Wir sagen, dass "es ohne Stöckelschuhe kein Versammlung gibt" und auch, dass man "die Blonde spielen soll". Wenn du mit Männern zusammen kommst und die "Blonde spielst" , aber dabei immer scharf aufpasst, dann erreichst du wesentlich mehr.

El Pais: Was bedeutet genau "die Blonde spielen"?

Cifuentes:  Auf die Doofe machen, so tun wie wenn du nichts verstehst.

El Pais: Vielen Feministinnen erscheint das schrecklich.

Cifuentes: Gut, ich glaube auch, dass sich der Feminismus ändert. Früher gab es mehr Stereotypen. Das ist wie wenn man sagt, dass wenn du Feministin bist darfst du dir nicht die Augen anmalen, noch hübsch anziehen, keine Stöckelschuhe benutzen. Ich habe Freundinnen, die Feministinnen sind und perferkt angezogen ausgehen.

El Pais: Und sind sie eine von denen?

Cifuentes: Der traditionelle Feminismus hatte eine sehr wichtige Aufgabe gehabt, vor allem in der Zeit als Gesetz geschaffen werden mussten, um die Gleichberechtigung zu erreichen. Aber jetzt ist diese Phase überwunden, die gesetzliche Gleichheit gibt es jetzt. Das Problem des traditionnellen  Feminismus ist, dass er sich bei einigen Gelegenheiten sich mit der Verteidigung der Frauen identifiziert hat, aber auf Kosten der Tatsache gegen die Männer zu handeln. Ich glaube, dass diese unsere Verbündeten, nicht unsere Feinde sein sollten. Es ist richtig, dass die Gleichheit in den Gesetzen verankert ist, aber nicht immer in der Wirklichkeit funktioniert, in unserem Alltag. Es gibt noch viele Mikro-Machismen und wir müssen fortfahren die Gleichheit zu fordern, aber es gibt viele Frauen, unter die auch ich mich zähle, die das Glück hatten, nicht diskriminiert zu werden, aber es gibt noch viele andere, die dieses Glück nicht hatten.

Ihre lockere Unterhaltung kam in den spanischen sozialen Netzwerken nicht gut an. Und selbstverständlich konnte sich auch die Opposition mit dieser Argumentation nicht abfinden. Die Partei "Podemos" meint: "Cristina Cifuentes hat heute alle Feministinnen ein Lektion erteilt ... Dass man sie nicht als Beispiel mehmen soll...... niemals".


Siehe auch
Fahrerflucht und politischer Zickenkrieg in Madrid

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