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Oscar für Schwarze statt für blauäugige Blondine erregt die brasilianischen Rassisten

“Den letzten und wichtigsten Preis des Abends, die Trophäe für den besten Film, gewann Moonlight von Barry Jenkins – nachdem zuvor das von vielen favorisierte La La Land fälschlicherweise als Gewinner verkündet worden war”, schreibt Die Zeit. Und weiter: “Insgesamt gewann die Geschichte eines heranwachsenden homosexuellen Afroamerikaners bei der Preisverleihung in Los Angeles zwei weitere Oscars: für das beste Drehbuch und für den besten Nebendarsteller, den Mahershala Ali entgegen nahm. Der 43-Jährige spielt einen Drogenhändler und Ersatzvater für den jungen Chiron, der sich mit einer alkoholkranken Mutter und der Drogenszene in Miami auseinandersetzen muss. Ali zeigte sich sichtlich gerührt von der Ehrung – seine Auszeichnung ist erst der fünfte Oscar für einen schwarzen Nebendarsteller. “

Brasilien ist ein Land mit einem sehr hohen Anteil an farbiger Bevölkerung, in Brasilien “negros”, also Schwarze genannt. Dass Brasilien trotz des hohen Anteils an nichtweißer Bevölkerung immer noch ein sehr rassistisches Land ist, hat diese Preisvergabe gezeigt. Der Blogger “eduquim” geht unter dem Titel “Rassisten reagieren auf den Oscar für “einen Schwarzen, Homo und Drogenhändler”” mit diesem Kommentar ein:

Einer der Blogger auf der Zeitschrift “Veja” gab auf Twitter einen Komemntar zum Gewinner des Oscar 2017 – “Moonlight” – ab, den viele aus offensichtlichen Gründen für rassistisch halten.
Der unglückliche Kommentar dieses Individuums ist mit einer Sache verbunden, die viele nicht kennen…
Es gab ein Durcheinander bei der Übergabe der Oscars dieses Jahr. Einer der Kandidaten für den besten Film war der über einen “Homo, Schwarzen und Drogenhändler”, der durch die Zufälle des Lebens auf die falsche Seite geraten war; der Konkurrent war eine überzuckerte Romanze dargestellt durch eine schöne Blonde mit blauen Augen.
Am Montag, berichtete die Zeitung “Folha de São Paulo” unter dem Titel “Schwarzer Oscar” darüber. Es war lächerlich. Wenn ein Film von Weißen den Oscar des beste Films gewinnt, gibt es dann einen Grund von einem “Weißen Oscar” zu sprechen?
Diese Art der Differenzierung ist eine Form des Vorurteils und der Herabsetzung einer Ethnie.
Nach sieben Minuten (Verwirrung) gewannen sie jedoch den Oscar des besten Filmes. Diese bizarre Episode, die dem Sieg von “Moonlight” über “La la Land” vorausging, hat eigentlich nichts mit dem Wettbewerb zu tun, aber nie zuvor in der Geschichte der Akademie des nordamerikanischen Kinos ist so etwas passiert.
Die Schauspielerin Jessica Chastain schrieb unmittelbar danach auf Twitter: “Warum sind die Veranstalter nicht auf die Bühne gekommen, nachdem der falsche Gewinner verkündet worden war? Ich bin sehr traurig für die Mannschaft von Moonlight. Ich wünschte mir, sie hätten eine komplettes Erlebnis der Preisverleihung gehabt, ohne dieses Durcheinander”.
Die Diskussion über die Preiswürdigkeit von “Moonlight” verbreitete sich recht schnell unter den Eliten von São Paulo. Die Kreise aus den höheren Stockwerken waren wütend, weil Schwarze gewannen und  man es nicht verkraftetet, dass Schwarze besser waren als die ideale Blonde.
Der Blogger der Veja gab dieser Diskussion aus den Salon der steinreichen Paulistaner, die wegen des Sieges der Geschichte von einem “Schwarzen, Homo und Drogenhändler” über die Romanze mit der tollen Emma Stone verärgert waren, eine Stimme.
Die Art und Weise wie damit umgegangen wird, sich auf Schwarze und Homosexuelle zu beziehen, ist ein Symptom des Aufstiegs des Faschismus in Brasilen.
Diese Schande wird fortbestehen bis es jemandem gelingt diesen Leuten klar zu machen, dass die Herabwürdigung des Erfolges von schwarzen Gewinnern nicht zu einem Land passt, in dem die Schwarzen und die Nachkommen von Schwarzen die Mehrheit sind.

Informationsquelle
Racistas reagem a Oscar para “negro, gay e maconheiro”

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