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Brasilianer erfahren, dass ihnen Gammelfleisch serviert wird

Gestern hat die brasilianische Bundespolizei unter dem  Decknamen “Operation schwaches Fleisch” (Operação Carne Fraca) eine Razzia in mehreren Bundesstaaten gestartet. Ziele waren die Fleischfabriken von JBS (Friboi), BRF (Sadia/Perdigão) und Seara. JBS gehört zu den weltweit größten Lebensmittelkonzernen, BRF wird zu den 50 wertvollsten Unternehmen Brasiliens gezählt und Seara war einer der offiziellen Sponsoren der Fußball-WM 2014.

Nach Mitteilung der Bundespolizei haben lokale Aufsichtsbehörden des Ministeriums für Fischerei und Landwirtschaft die Unternehmen bevorteilt zu Lasten des öffentlichen Interesses. Die beschuldigten Beamten und Politiker hätten ihre Ämter genutzt, um gegen Bestechung falsch deklarierte Lebensmittel mittels der Herausgabe von Unbedenklichkeitszertifikaten zu ermöglichen, ohne dass die Qualität der Produkte tatsächlich überprüft wurde. Mit diesen gefälschten Zertifikaten verkauften laut Bundespolizei die genannten Unternehmen Fleisch, dessen Gültigkeitdatum abgelaufen war, sowohl im In- und als auch ins Ausland, . Einer weiteren Anzeige zu Folge wurde vergammeltes Fleisch mit Ascorbinsäure behandelt, neu verpackt und so weiter verkauft. Im Bundesstaat Paraná sollen das Gammelfleisch vorwiegend an öffentliche Schulen geliefert worden sein.

Die Kontrolleure nutzten Phantasie-Unternehmen, wie Fast-Food-Ketten und Strohmänner um ihre eigene Vermögenszunahme, die sie durch dieses betrügerische Handeln erlangt hatten, zu vertuschen.

Sogar Landwirtschaftsminister Osmar Serraglio soll in die Affäre verwickelt sein. Sein Telefon wurde abgehört und ein Gespräch aufgenommen, in dem er mit dem vermutlichen Anführer der kriminellen Bande sprach und ihn als den “großen Chef” bezeichnet. Die kriminelle Bande soll auch an politische Parteien insbesondere an die PP und die PMDB (Partei des derzeitigen Präsidenten Temer) gezahlt haben.

Informationsquelle
PF mira frigoríficos JBS, BRF e Seara em operação contra venda ilegal de carne

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