Freitag, 27. Mai 2016

Der glückselige Daniel möchte, dass nur Mann und Frau eine Familie bilden können

Der Patriarch der Orthodoxen Kirche (BOR) Rumäniens, Daniel,  trägt den traditionellen Titel “Der-Sehr-Glückliche oder der Glückselige” (Preafericitul). Den Glückseligen treibt mit seiner Glaubensgemeinschaft seit einiger Zeit die Sorge um, wie man das Rad der sozialen Veränderung in der rumänischen Gesellschaft wieder zurückdrehen könnte. Es geht vor allem um die Familie, die nach seinen Aussage vor vielfachen Herausforderungen steht und deren Zustand bemitleidenswert sei.

Besonders wurmt die Vertreter der BOR, dass das alte Familienbild immer mehr ins Wanken gerät. “Wir müssen die Anstrengungen der Kirche zu Verteidigung der natürlichen, traditionellen, universalen Familie verstärken und gegen neue Familienmodelle, die unterstellen, dass die feste Verbindung Mann-Frau nur ein Modell unter anderem sei, Widerstand leisten”, erklärte Patriarch Daniel Anfang des Jahres und setzte hinzu: “Die traditionelle Familie befindet sich in einem kritischen Zustand, ihr Modell wird als veraltet und überholt angesehen, weil wir in einer Gesellschaft leben, die von einer individualistischen und säkularen Mentalität geprägt ist, die nicht die Heiligung des Lebens durch Gebete, Geburt von Kindern und ihre Erziehung im christlichen Glauben sucht.”

Es geht natürlich in erster Linie, um die Homo-Ehe, die für die bärtigen Männer der BOR ein Schreckensbild ist. Deshalb hat sie jetzt eine Volksbegehren in Gang gesetzt, mit dem die Verfassung Rumäniens dahingehend geändert werden soll, dass “die christliche Familie wie sie in der Heiligen Schrift festgelegt ist, die Basis einer Familie ist”. Danach soll der Artikel 48 der rumänischen Verfassung, nach dem die Familie sich auf Grund einer freiwillig geschlossenen Ehe unter Gatten gründet, dahingehend geändert werden, dass “die Ehe aus einer freien und mit Zustimmung geschlossener Vereinigung von einem Mann und einer Frau besteht”.

Natürlich wollen die orthodoxen Würdenträger ihre Absicht nicht gegen die Homosexuellen gerichtet sehen, sondern es soll nur ein positives Zeichen zum Schutz der traditionellen Familie bedeuten. Die “Wischiwaschi-Formulierung” der rumänischen Verfassung könnte es sonst möglich machen, dass eine korruptes und atheistisches Parlament ein Gesetz beschließt, dass 2 Frauen oder 2 Männer heiraten könnten, dass sie dann “Eheleute” wären. Woraus man schließen kann, dass es aber doch gegen die Homosexuellen geht. Es ist die übliche Argumentation: Man äußert sich rassistisch, will aber kein Rassist sein, man äußert sich homophob, hat aber nichts gegen Homosexuelle, man beschimpft die demokratischen Vertreter, hat aber nichts gegen die Demokratie undsoweiter. Um es kurz zu machen: Die orthodoxe Kirche Rumäniens ist reaktionär, homophob und xenophob, daran führt kein noch so unschuldiges Beteuern vorbei.

Die Webseite “Vremuri Tulburi” (Stürmische Zeiten), die sich für die Werte der Orthodoxen einsetzt, schildert an Hand des Beispiels von Norwegen, was geschehen kann, wenn man sich gegen diese Untergrabung des christlichen Abendlandes nicht wehrt:
Wir können am Beispiel von Norwegen und anderen westlichen Staaten, die zu einem infernalischen Instrument gegen die Familie und Menschenrechte geworden sind, sehen, wohin eine Politik gegen die Familie führt.
Norwegen ist heute ein neo-kommunisitscher, teuflisch atheistischer Staat, weil niemand die Initiative übernimmt, um die von einer neo-marxistischen autoritären Regierung beschlossene Lawine der Gesetze gegen die Familie und das Christentum aufzuhalten. Norwegen ist ein stalinistischer Staat würdig des Romans “1984” von Orwell. Ich möchte nicht, dass sich Rumänien in ein Land verwandelt, in dem der Staat die Familie und den christlichen Geist in Namen einer neo-bolschewistischen Libertinage tötet. Die Europäische Union verwandelt sich in einen atheistischen Moloch, der die Freiheit des Menschen und der Kirche zerstört, eine Tatsache, die die Voraussetzungen für die Islamisierung des Kontinents in der Zukunft legt.

Wenn man das liest kommt einem Anders Breivik, das NSU-Trio und die Pegida-Bewegung in den Sinn. Das Gebräu ist hoch giftig und dient nur dazu andere Menschen, die nicht gleicher Ansicht sind, zu terrorisieren. Und das im Namen einer christlichen Kirche. Angeblich haben 3 Millionen Menschen das Volksbegehren unterschrieben, das jetzt von der “Koalition für die Familie” im rumänischen Senat abgegeben wurde.

Informationsquelle
Anunţ tranşant al BOR. De ce vrea Patriarhul ca în Constituţie să scrie că familia este formată din bărbat şi femeie
BOR strange semnaturi pentru modificarea Constitutiei: Familia este uniunea barbat-femeie
In sfarsit BOR a dat tonul pentru schimbarea Constituţiei: „căsătoria e o uniune liber consimţită dintre un bărbat şi o femeie”

Dienstag, 24. Mai 2016

Zittern um’s Leben, eine vorolympische Erfahrung in Rio

Bis zum Beginn der Olympiade in Rio de Janeiro sind es noch etwa 2 Monate. Einige Sportler trainieren bereits vor Ort auf das große Ereignis, unter anderem auch Mitglieder der spanischen Seglermannschaft. Fernando Echávarri, Goldmedaillengewinner von Peking hatte dabei ein Erlebnis, das ihm und anderen Sportlern Angst macht vor dem, was sie an den Olympischen Spielen erwartet.

“In Rio wird zuerst geschossen und dann gefragt. Es ist nicht das erste Mal, dass wir in Rio überfallen werden, aber es ist das erste Mal, dass mir eine Pistole auf die  Brust gesetzt wurde”, berichtete Echávarri der spanischen Presse. Was war passiert? “Die Angreifer waren Jugendliche und sie standen unter Drogeneinfluss und waren sehr nervös. Es ist eine Schande, das Jugendliche, die eigentlich in einer Schule sein müssten, mit einer Pistole rumrennen”, schilderte Echávarri den Vorfall.

Die Zeitung “El Periodico” berichtet, dass es dabei zu keinen Personenschäden kam, aber ein Teil der Ausrüstung der Segler geraubt wurde. Diese Erfahrung zeige, wie schwierig es für die Athleten sei, ihr Training vor den Spielen durchzuführen. “Sich im olympischen Dorf mit Sportgeräten von tausenden von Euro zu bewegen ist eine Einladung für Vorfälle dieser Art”, berichtet die Zeitung.

Geradezu entsetzt berichtet die Zeitung, dass in Brasilien zur Zeit angesichts der politischen Lage nichts mehr normal sei. Es habe einen spektakulären Anstieg der Gewalt in Rio gegeben, eine Rückfall in vergangen geglaubte Zeiten. Nach einer neuesten statistischen Erhebung hat sich die Zahl der Tötungsdelikte in Rio in diesem Jahr um 15,4% erhöht, in Zahlen ausgedrückt “unglaubliche” 1.715 Fälle oder 11 Morde pro Tag. Die Zahl der Überfälle soll um 23,7% gestiegen sein. “38.641 Überfälle bis April, ohne zu berücksichtigen, dass in Rio de Janeiro ein großer Teil der Überfälle angesichts der geringen Effektivität der Militärpolizei gar nicht angezeigt würden. In den meisten der Fälle kann man nach stundenlangem Warten eine Anzeige abgeben. Von den angezeigten Fällen werden nach Daten des Justizministeriums aber höchstens 5% aufgeklärt”, berichtet El Periodico weiter.

Zum Schluss wird noch einmal Echavárri zitiert: “In Rio darfst du nicht angeben, man darf nur wenig Geld mitnehmen, denn wenn sie dich überfallen, dann gilt dein Leben hier sehr wenig”.

Der Sicherheitsbeauftragte des Olympischen Organisationskomitees, Oberst Roberval Frerreira França, bestätigte vor kurzem, dass das größte Risiko für die Spiele die städtische Kriminalität sein. Deswegen werden auch 80.000 öffentliche Sicherheitskräfte und 9.000 private Sicherheitsmenschen die Spiele schützen oder den Menschen die Lust an fröhlichen Spielen verderben.

Auch die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes diesbezüglich sind sehr deutlich. Hier die einleitende Beschreibung der Sicherheitssituation:
Die Gefahr, Opfer eines Raubüberfalls oder eines anderen Gewaltverbrechens zu werden, ist in Brasilien erheblich höher als in Westeuropa. Besonders Großstädte wie Belém, Porto Alegre, Recife, Salvador, Fortaleza, São Luiz, Maceio, Rio de Janeiro und São Paulo weisen hohe Kriminalitätsraten auf. Grundsätzlich ist Vorsicht angebracht, auch in als sicher geltenden Landes- oder Stadtteilen. Besonders stark von Kriminalität und Gewalt betroffen sind Armensiedlungen (Favelas). Von Favela-Besuchen wird daher dringend abgeraten. Diese Gebiete werden teilweise von Kriminellen und Drogenbanden kontrolliert. Bewaffneten Auseinandersetzungen, auch mit der Polizei, fallen häufig auch Unbeteiligte zum Opfer.

Es lohnt sich den – langen – Rest der Reisehinweise auch noch zu lesen, wenn man hoffentlich ungeschoren als Zuschauer oder Sportler die Olympiade überstehen will. Es gibt natürlich einen heißen Tipp, um das Risiko erheblich zu minimieren: Schließen Sie sich in ihr hochgesichertes Luxushotel ein, gehen sie in kein Kneipenviertel, bewegen sie sich nur in geschlossenen Limousinen mit vertrauenswürdigen Fahrern und wenn alles daneben geht, dann geben sie alles her, was sie an sich tragen. Das Leben ist wichtiger! Aber macht das dann noch Spaß?

Informationsquelle
Criminalidade urbana é o maior risco para os Jogos, diz gerente do Comitê Rio
La sombra de las pistolas asusta al Río olímpico

Montag, 23. Mai 2016

Der französische Staat ignoriert die Hundeverrücktheit seines Volkes

Die Franzosen sind hundeverrückt. Darin haben sie viele Gemeinsamkeiten mit uns Deutschen. Manche Paare verzichten bewusst auf Kinder und legen sich lieber einen Hund zu. Hier die Meinung eines französischen Paares: “Der Vorteil (von Hunden) ist, dass sie immer glücklich sind, Dich zu sehen. Wenn sie Dummheiten machen und man sie anschreit, dann sind sie nicht wütend. Sie schlagen nicht die Türe zu und machen keine Szene”. Nach Ansicht eines Erziehungswissenschaftler ist der Hund seit einigen Jahren vom nützlichen Objekt zum Subjekt geworden.

Leider nimmt der französische Staat auf diese Hundeliebe keine Rücksicht. Die Anwesenheit von so vielen Hunden im Staatsgebiet wird ignoriert. In den Städten gibt es keine Auslaufmöglichkeiten für die Hunde. In den meisten Parks ist ihr Zutritt nicht erlaubt, auch nicht an der Leine. Sie haben meist nur den Asphalt, um ihr Geschäft zu erledigen. Kein Wunder, dass deshalb die Hundepopulation stagniert, die Zahl der französischen “Köter” liegt bei 7,2 Millionen Exemplaren. Nach einer alle zwei Jahre durchgeführten Hundezählung ist ihre Zahl zuletzt sogar gesunken. Die Franzosen verlegen sich dafür mehr auf Katzen. Davon soll es 12,6 Millionen geben. An der Spitze stehen allerdings die Goldfische. Sie sind mit 34,2 Millionen Exemplaren in französischen Haushalten vertreten.

Die Zeitschrift “Marianne” hat folgende Erkenntnisse, warum es diesen Rückgang bei der französischen Hundepopulation gibt:
Für einen Teil der Halter sind die Einschränkungen zu belastend. Für ihre Begleiter, die vom öffentlichen Raum ausgeschlossen werden und für sie selbst, die beim kleinsten Ausrutscher auf dem Bürgersteig beschimpft werden. Zu dreckig, zu lärmig, zu unvorhersehbar mit den Kindern … hat der Hund an Popularität das verloren, was er an Zuwendung innerhalb der Haushalte gewonnen hat. Die Verbundenheit mit dem Menschen habe eine erstaunliche Intensität erreicht, meint der Wissenschaftler Philippe Hofmann.

In den großen Stadtzentren, wo es viel Anonymität gibt, bilden die Hunde nach Ansicht des Hochschullehrers Christophe Blanchard eine soziale Stütze. Er erlaube es den Menschen der Unsichtbarkeit zu entkommen. 38% der Franzosen sind nach einer Umfrage überzeugt, dass die Einsamkeit in der Gesellschaft ein großes Problem ist und 76% meinen, dass sich dieses Problem noch verschärfen wird. 2001 meinten 76% der Franzosen, dass Hunde “eins der strukturell stärksten Bande in unserer Gesellschaft” seien.

Dieses Phänomen sorgt dafür, dass die Vermenschlichung des Hundes in Frankreich stark voranschreitet. Die Vierbeiner werden immer mehr vergöttert, teure Accessoires werden für sie gekauft und eigene Kurse für ihre kulturelle Weiterbildung (z.B. Tanzkurse für Hunde) gebucht.

Informationsquelle
Pourquoi les Français sont-ils fous de leurs chiens ?

Freitag, 20. Mai 2016

Der fragwürdige Europakommissar Miguel Arias Cañete

Arias Cañete ist ein spanischer Politiker, der der konservativen Partei PP angehört. Er war von 2000 bis 2004 spanischer Landwirtschaftsminister und von 2011 bis 2014 erneut Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Umweltschutz. Nach der Europawahl 2014, die er für die PP als Spitzenkandidat bestritt, wurde er von der Madrider Regierung als EU-Kommissar für Klimaschutz und Energie durchgedrückt. Aus Wikipedia ist zu entnehmen: “Arias Cañetes Nominierung durch Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im September 2014 sorgte für große Unruhe in Brüssel. Einige Europaabgeordnete und Lobbyismuskritiker werfen Arias Cañete umfangreiche Verflechtungen mit der Energieindustrie und somit einen Interessenkonflikt vor.” Man hat also den Bock zum Gärtner gemacht, auch in anderen Ländern der Europäischen Union gab es gegen diese Ernennung Proteste, die Deutsche Umweltstiftung bezeichnete den Spanier als „Lobbyisten der Erdölindustrie“.

Die Panama-Papers haben auch bei Herrn Arias Cañete Licht in obskure Geschäfte gebracht. So wurde vor ein paar Tagen bekannt, dass seine Ehefrau Micaela Domecq, Angehörige einer alten und reichen Aristokratenfamilie, zusammen mit Familienangehörigen Inhaberin einer in Panama registrierten Gesellschaft “Rinconada Investments Group” war. Die Gesellschaft diente der Steuerhinterziehung. Sie wurde 2010 aufgelöst und die Steuerhinterziehung war dank einer Amnestie für Steuerdelikte ohne Folgen für Domecq. Der Ministerrat stimmte damals der Amnestie für Frau Domecq mit der Stimme ihres Ehemannes zu.

Aber das reicht nicht. Auch dieser Tage beschuldigte ihn ein ehemaliger Mitarbeiter im Ministerium für Landwirtschaft, der zuletzt Unterstaatssekretär war, im in einem Prozess der Beteiligung an Korruption und Abschlüssen mehrerer betrügerischer Verträge durch den Direktor des öffentlichen Unternehmens Acuamed, Mateo del Puerto, mit verschiedenen Bauunternehmen. Arias Cañete weigerte sich, trotzdem ihm die Beschuldigungen bekannt waren, diesen Mann zu entlassen. Nach Ansicht seines ehemaligen Staatssekretärs für Umwelt hat Arias Cañete  in Kenntnis der Umstände Mateo del Puerto gedeckt und damit direkt Verantwortung für dessen Handeln übernommen. Zu Beginn des Jahres waren 12 Führungskräfte des Unternehmens festgenommen worden.

Die Schilderungen zu den Interessenkonflikten auf der Webseite von “Lobbypedia” zu Arias Cañete zeigen, dass dieser Politiker keine Skrupel kennt. Er gehört zu einer Generation spanischer Politiker, die zu Zeiten der Franco-Diktatur Karriere gemacht haben und es gewohnt waren, für persönliche Verfehlungen kein Unrechtsbewusstsein zu entwickeln und auch dafür nicht zur Verantwortung gezogen zu werden. Bereits zu seinen Zeiten als Bürgermeister von Jerez de la Frontera erklärte er zu gegenüber ihm  geäußerten Vorwürfen: “Ich brauche mich für nichts zu entschuldigen” (No tengo que pedir perdón por nada).

Leider muss Europa scheinbar auch solche offensichtlich korrupten Politiker ertragen. Gestützt wird Herr Arias Cañete von der interimsmäßig regierenden PP-Regierung in Spanien und über sie vermutlich von der Mehrheitsfraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament. Für die Bemühungen der EU im Kampf gegen die Korruption ist das alles andere als ein gutes Zeichen. Bleibt nur zu hoffen, dass in den demnächst stattfindenden spanischen Parlamentswahlen die PP-Regierung abgelöst und damit von spanischer Seite die Karriere des Herrn Arias Cañete beendet wird.

Informationsquelle
Las aguas turbulentas del comisario Cañete
Micaela Domecq, la esposa de Arias Cañete que aparece en Los papeles de Panamá. Noticias de Noticias
Lobbypedia: Miguel Arias Cañete

Donnerstag, 19. Mai 2016

Was von Brasiliens Putschistenregierung zu erwarten ist

Sie haben es geschafft. Die gewählte brasilianische Staatspräsidentin Dilma Rousseff ist von einer Meute rechtsgewirkter Politiker mit fadenscheiniger und tätiger Mithilfe der Justiz per sogennantem "Impeachment" abgesetzt worden. Die Putschisten sind weiß, reich und Männer. Für die meisten von ihnen gilt, dass die Staatspräsidentin im Vergleich zu ihnen eine absolut weiße Weste hat. Die neuen Regierungsmitglieder des Interims-Präsidenten Temer haben eine ganze Menge Dreck am Stecken und man vermutet, dass diese Regierung in Kürze alle Verfahren im großen Korruptionsskandal "Lava Jato" abwürgen wird. Damit haben dann die Korrupten ihr Ziel erreicht und gleichzeitig dürfen sie noch die brasilianische Politik bestimmen.

Die Webseite "Brasil do Fato" hat eine klare Meinung über die Absichten der Putschisten:

Jetzt sind die Absichten der Interessen, die hinter dieser Farce stecken klarer. Das Ziel des ganzen Theaters war nie die Bekämpfung der Korruption, da Michel Temer, Eduardo Cunha, Aécio Neves und andere sieben Minister, die in Kürze ernannt werden, Gegenstand von Korruptionsprozessen sind.

Was sie vorhaben ist die Rücknahme von Arbeitnehmerrrechten, mehr prekäre Arbeitsverhältnisse, Kürzung der Sozialprogramme, mehr Repression, Verkauf des öffentlichen Vermögens, weniger Kultur, weniger Diversität, mehr Vertuschung, Machismus und Rassismus. Eine kurze Bewertung der neuen Minister dieser illegitimien Intrerimsregierung zeigt den Weg der Vorhaben, die gemacht werden sollen, um "Brasilien aus der Krise zu helfen". Aber die Krise, die gelöst werden soll ist eine Krise des politischen Systems, der Oligopols der Kommunikationsmedien, der sozialen Ungleichheit und der Vorurteile. Diese Krisen können nur mit tiefgehenden und abschließenden Strukturreformen gelöst werden.

Trotz aller Bemühungen einen Konsens und Legitimität für den Putsch zu erreichen, hat ein großer Teil des brasilianischen Volkes verstanden, was auf dem Spiel steht. Der Putsch-Elite ist es gelungen die Stimmen von 54 Millionen Menschen auszulöschen und eine gewählte Präsidentin abzusetzen, aber sie hat keine Unsterstützung durch das Volk erhalten. Trotzdem sie diesen ganzen Massenkommunikationsapparat und Geld zur Verfügung hat. Das ist eine gute Nachricht.


Dieser Putsch stärkt für die Arbeiternehmer im ganzen Land die Erkenntnis, dass die Machthaber nicht bereit sind Konzessionen zu machen, so klein sie auch immer sein mögen. Wie uns bereits der Weise Florestan Ferandes gelehrt hat, "gegen die Intoleranz der Reichen, die Unnachgiebigkeit der Armen". Wir müssen unnachgiebig bleiben: Die Regierung Temer ist illegitim und repräsentiert uns nicht. Der Globo ist der Feind des brasilianischen Volkes. Die Unterdrückung und Attacken gegen Volksbewegungen, Organisationen der Linken, Schwarzen, LGBT's, Frauen und Armen werden icht toleriert. Es wird eine Reaktion gegen alle Versuche der Rücknahme von Rechten geben.

Nur die Einheit zwischen denen, die mit dieser Farce von Putsch unzufrieden sind, wird die Lösung für den Aufbau alternativen Lösungen sein, um Brasilien aus seinen historischen Krisen zu führen.

Siehe auch
Wer will die brasilianische Präsidentin stürzen und was soll damit erreicht werden? 
Eduardo Cunha, eine brasilianische Politiker-Karriere 
Warum das Putsch-Militär lieber Aécio Neves als brasilianischen Präsidenten sähe


Informationsquelle
Conheça o perfil de onze ministros do governo Temer
Governo Temer é ilegítimo e representa elite

Donnerstag, 5. Mai 2016

Der Westen versteht nicht, woher der Rechtsextremismus im Osten Europas kommt

Der rumänische Blogger Costi Rogozanu hat einen Artikel in der Zeitung “The Guardian” zum Anlass genommen, seine Meinung über die im Westen vorherrschende Meinungen über rechtsextreme Bewegungen in Osteuropa zu analysieren. Er schreibt:

Ein Journalist, den ich sehr schätze, hat einen schlechten Artikel geschrieben. Einen schlechten Artikel, weil er ein falsches Bild vom Osten abgibt, weil er in der konstanten Tradition des Unkenntnis des Westens gegenüber der Peripherie der EU steht. Ich spreche über Paul Mason und seinen Artikel über die extreme Rechte vom Zentrum Europas Richtung Europas Osten.
Seine kleine Zusammenfassung ist korrekt, die Slowakei, Ungarn, Österreich, Polen und andere erleben mehr und mehr verschiedene Formen des Rechtsextremismus, der sich immer mehr zuspitzt. Sein Aufschwung ist hier noch gefährlicher, weil viele unter diesen Ländern zerbrechliche Demokratien haben. Aber das Auftauchen eines halb heimlichen oder exotischen Faschismus ist von einer Gattung des Extremismus mit weißem Kragen und von dieser eine der gefährlicheren in diesem Teil Europas.
Das Argument, das einen sorgfältigen Artikel aus dem linken Bereich in einen schlechten verwandelt, ist die Tatsache, dass die Argumentation, dass die Extremisten im Osten Brüder im Geiste mit Putin sind. Brüder im Geiste in der Hinsicht sind, dass Putin sich mit vielen Vorstandsvorsitzenden zynischer Firmen auf dieser Welt verbündet.

Mason hatte die Meinung vertreten, dass die rechtsextremen Führer im Osten eine ähnliche Haltung wie Putin’s Russland an den Tag legen. “Die europäische extreme Rechte teilt nicht nur Putin’s Ziele – den Zusammenbruch der NATO und der EU – sondern sieht seinen autoritären, sozialkonservativen Nationalismus als Modell dafür wie ihre eigenen Länder geführt werden sollten”, schreibt Mason.

Rogozanu ist nun der Ansicht, dass die linke im Bewegung nur wenig von dem zur Kenntnis nimmt, was im Ostern vor sich geht. Die Fokussierung auf Putin und seine autoritäre Bewegung, die dem Osten ein Beispiel sei, verdecke die wahren Ursachen für das Anwachsen des Rechtsextremismus in Osteuropa. Der sei vielmehr dadurch entstanden, dass die Befürworter des freien Marktes und der neoliberalen Theorie in der EU im Hinblick auf den Osten nur die wirtschaftliche Dimension in den Vordergrund gestellt haben. Auf diesem Wege habe sie die großen Konzerne und eine ausbeuterische lokale Elite gefördert und die soziale Seite der Entwicklung völlig außer Acht gelassen. Es gebe eine Politik der Verachtung gegenüber dem Prekariat in Osteuropa. Hart arbeitende osteuropäische Arbeiter und Arbeiterinnen, die im Westen für die schwersten und unbeliebtesten Arbeiten ausgebeutet wurden und werden, seien in diesen Ländern bei den sozialen Rechten nur als Bürger 2. Klasse behandelt worden. Gleichzeitig wurden im Osten mit Erfolg die Vertretung der Beschäftigten systematisch zerstört und damit ihr Widerstand gegen den Sozialabbau unmöglich gemacht. Eine proeuropäische Elite wurde einseitig gefördert, die sich jetzt von der lokalen Bevölkerung bedroht sieht.

Zwar habe die EU zur Hebung des Lebensstandards in den letzten zwei Jahrzehnten beigetragen. Dazu schreibt Rogozanu: “Fast überall gab es Wachstum, alle sind gewachsen auf der Basis der Schwächung der Beschäftigten als soziale Partner, basierend auf idiotischen europäischen Verträgen, die nur die Eliten gefördert und die Staatsbürger zerstört haben. Der Lebensstandard ist prozentual erheblich gewachsen, die EU war und ist für viele unter den östlichen Staatsangehörigen ein Schritt weiter, aber alle Rechnungen für die zeitweise Hebung des Lebensstandards sind mit enormen Risiken und ohne soziale Begleitung gemacht worden – der Absturz wird umso gewaltiger sein.”

Zum Schluss fasst Rogozanu seine Analyse so zusammen:
Der Hass auf den internen europäischen oder rumänischen Flüchtling, den internen östliche Terrorismus (vom Typ der Unternehmen, die den Tod auf dem Weg über die Krankenhäuser verkaufen), militärische Partnerschaft statt sozialer Partnerschaft und ein Mittelstand, der vom freien Markt zu Staub verarbeitet wurde und bei dem der ganze Hass auf die Armen umgeleitet wurde. Von daher kommen die Voraussetzungen eines Extremismus der Rechten, der sehr gut organisiert ist und mit neuer Kraft kommt und das Klima einer Vorkriegssituation schafft. Einer ihrer Vorteile: Sie verlieren die Zeit nicht mit sinnlosen Diskussion über die Frage, wie die EU unter Putins Einfluss gerät, weil sie sehen, dass auch Putin aus der Schule der Heuchelei der freien Märkte in Kungelei mit den Vorstandsvorsitzender der Konzerne an die Macht gekommen ist.


Informationsquelle
Când vestul nu înţelege ce e ăla extremism de dreapta în Est
The far right is weaselling into the mainstream, dressed up in suits

Dienstag, 3. Mai 2016

Die polnischen Hetzer, die Christen und Katholiken sein wollen

Es ist immer wieder erstaunlich wie Menschen, die sich gerne auf christliche Werte berufen, mit einer Selbstverständlichkeit Fanatismus und Hass befürworten. Sie sind in der Regel Nationalisten und haben die kleinkarierte Ansicht, dass ihr universaler Gott nur für ihr Völkchen zuständig ist. Ihr Gott scheint dumm genug zu sein, um sich für ihren kleinkarierten Egoismus einspannen zu lassen. Generell sind Völker dieser Erde der Meinung, dass Gott, an den sie vorgeben fest zu glauben, scheinbar mit einer deutschen, französischen, polnischen oder saudiarabischen Flagge in der Gegend rumrennt und für jedes Volk den Hooligan gegen das andere Volk spielt.

Im christlich-katholischen Bereich treiben Vertreter der katholischen Kirche in Polen es zur Zeit besonders toll . Einer von ihnen, der Priester Jacek Miedlar, ist ein besonders geübter Hetzer, der versucht seine Kirche auf sein nationalistisches Gedankengut zu reduzieren. Thomas Dudek berichtet in einem Beitrag auf der Webseite “Telepolis” über seinen Auftritt vor 10 Tagen in Bialystok:

"Null Toleranz für die jüdische Feigheit", rief Jacek Miedlar in der Kathedrale von Bialystok, in der dieser eine Messe für die ONR-Anhänger abhielt. Während einer Predigt, die mit der christlichen Nächstenliebe nicht viel gemein hatte. In Anlehnung an das Alte Testament verglich der Geistliche das heutige Polen mit der Unterdrückung der Juden durch die Ägypter, die laut ihm nur deshalb möglich war, weil es im jüdischen Volk Verräter gab. "Wir müssen die Verräter hetzen", sagte Miedlar und scheute sich nicht, den "nationalradikalen Katholizismus als eine Chemotherapie für Polen" zu bezeichnen. Eine Therapie, die nach Meinung des Priesters auch die Kirche braucht. "Nichts schadete der Kirche so sehr wie die ewige Nachgiebigkeit", so Miedlar.

Und die Webseite “katholisch.de” schreibt:

Nach rechtsextremen Äußerungen in einem Gottesdienst hat eine katholische Ordensgemeinschaft in Polen ein Redeverbot gegen einen Priester verhängt. Der Visitator der polnischen Provinz der Lazaristen, Kryspin Banko, betonte am Dienstagabend zugleich, der Orden unterstütze keine "Arten extremer nationalistischer Bewegungen". Der Ordensmann Jacek Miedlar hatte am Samstag in der Kathedrale im nordostpolnischen Bialystok eine Messe für die rechtsextreme Organisation "Nationalradikales Lager" (ONR) gelesen.
Dabei soll Miedlar laut örtlichen Medienberichten zu einem "kompromisslosen nationalkatholischen Radikalismus" aufgerufen haben, weil Polen von einem "bösartigen Tumor" befallen sei.


Miedlar war bereits Ende vergangenen Jahres international aufgefallen als er einen Auftritt vor einer großen Menge demonstrierender polnischer “Patrioten” hatte und davon sprach, dass die “riesige Armee der Patrioten, der Nationalisten und derjenigen, die Gott, Ehre und Vaterland im Herzen tragen, bereit sei ihr Leben dafür hinzugeben”. Und natürlich ist auch hier der Lieblingsfeind der Islam und so brüllt er in die Menge “Kirchenlieder statt Koran” und die Menge brüllt genauso beseelt zurück. Erinnert doch irgendwie an mittelalterliche Kampagne gegen Juden und die mit ihnen verbundenen Pogrome.

Scheinheilig beteuert Miedlar, dass er nicht zum Hass aufrufen wolle, er wolle den Dialog, aber niemand wolle mit ihm sprechen, stattdessen würde er als Faschist, Rassist und Fremdenhasser beschimpft. Er will mit dem Schwert der Liebe kämpfen! Tritt dabei bei polnischen Rechtsextremen auf, die vom Fremdenhass leben.  Das lässt in der Tat am Geisteszustand dieses Menschen zweifeln.

Die Webseite “katholisch.de” fragt sich zu Recht angesichts einer rechtspopulistischen Regierung in Polen, die diesen Nationalismus und den Fremdenhass mit ihrer Flüchtlingspolitik noch fördert, wo eigentlich die Stimme der katholischen Kirche Polens bleibt. Dazu schreibt sie:

Die Polnische Bischofskonferenz hält sich bislang heraus. Warum hört man von ihr nichts zu den Aktivitäten der neuen Regierung? "Es ist nicht notwendig, etwas dazu zu äußern," sagte Jarosław Mrówczyński, der stellvertretende Sekretär der Polnischen Bischofskonferenz gegenüber katholisch.de. Man sei ruhig und halte eine Distanz. "Wir sagen noch nichts, weil wir warten, wie sich die ganze Situation entwickelt".
Dieser offiziellen Linie folgen jedoch nicht alle Kirchenvertreter. Vor wenigen Tagen veröffentlichte der Bischof des zentralpolnischen Włocławek, Wiesław Mering, einen Brief an EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Darin protestiert er scharf gegen die Kritik Schulz' am Kurs der neuen Regierung. Auch der umstrittene Sender Radio Maryja des Redemptoristenpaters Tadeusz Rydzyk versteckt seine Sympathien für die PiS nicht. Anfang Dezember hatte sich  Parteichef Jarosław Kaczynski bei Radio Maryja für die Unterstützung vor der Wahl bedankt. Senderchef Rydzyk habe maßgeblich zum Erfolg der PiS beigetragen: "Ohne die Familie von Radio Maryja hätte es diesen Sieg nicht gegeben", so Kaczynski.


Von da ist also nicht viel zu erwarten. Erst Polen, dann der Rest der Welt. Das gottesfürchtige Geplapper soll nur vertuschen, dass es um nichts als Egoismus geht. Teilen können, wie es das große Vorbild Christus vorgemacht hat, gehört nicht in diese Konzept.

Informationsquelle
The priest who is the new face of Polish nationalism
Polen: Priester des Hasses
Redeverbot für nationalistischen Priester in Polen
Die Polen, ihre Kirche und die Politik