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Es werden Posts vom September, 2016 angezeigt.

Brexit im Nebelloch und sich balgende nichtsnutzige Minister

Die britische Premierministerin Theresa May, entgegen landläufiger Meinung ihrer Landsleute ähnlich den EU-Bossen nicht demokratisch gewählt, sondern nur von ihrer Partei im Gefolge des Brexit-Referendums ins Amt gehoben, verkündete kurz nach der Amtsübernahme "Brexit means Brexit" (Brexit bedeutet Brexit). Seither orakelt das Inselvolk, was sie wohl damit gemeint haben möge.

Eigentlich erstaunlich, dass man zwar aus der EU austreten will, aber die Regierung scheinbar keine Ahnung hat, wie man das anstellen soll. "Trigger Art. 50" rufen die strammen Anhänger des Brexit und meinen damit die Austrittserklärung nach Art. 50 des EU-Vertrages. Die britische Premierministerin hat sich bis heute darum herumgedrückt, dem erwartungsvoll dasitzenden Publikum zu sagen, wann sie nun zur Tat schreiten will. Statt dessen reden ihre Fach-Minister für den Austritt einen Haufen Unsinn, der von ihr dementiert wird oder bei dem sie darauf hinweist, das es sich nicht um…

Brasilianische Zustände: Der Putsch, 2.Teil

Nachdem nun Dilma Rousseff in einem getürkten Impeachment-Verfahren ihres Amtes als brasilianische Staatspräsidentin enthoben ist, gehen die Drahtzieher des Verfahrens zum nächsten Teil über. Es geht darum zu verhindern, dass der beliebte ehemalige Staatspräsident Lula da Silva bei den nächsten Wahlen erneut für das Amt des Staatspräsidenten wählen kann.

Mit großem Getöse und wenig Beweisen hat die Staatsanwaltschaft der Republik ein Strafverfahren gegen Lula da Silva eröffnet. In einer Power-Point-Präsentation warf Staatsanwalt Deltan Dallagnol dem Ex-Präsidenten vor, er sei der Anführer eines Korruptionsnetzwerks beim Unternehmen Petrobras. Die in der Präsentation aufgeführten Vorwürfe waren derart fadenscheinig, dass die sozialen Medien brasilienweit sich über den stümperhaften Versuch, einen missliebigen Politiker politisch mundtot zu machen, lustig machten. Seither hat der Staatsanwalt den Übernamen “Staatsanwalt Powerpoint”. Der ziemlich entlarvende Satz des Sta…

Verkehrschaos in Bukarest und keiner will aufs Auto verzichten

In den letzten Tagen nach Beginn des neuen Schuljahres verstärkt noch durch Regenfälle hat Bukarests Verkehr die Nerven der Fahrer vor eine schwere Belastungsprobe gestellt. Zu Spitzenzeiten braucht man auf den großen Boulevards eine halbe Stunde, um ein paar hundert Meter weiter zu kommen. Autobusse und Trolleybusse sind ebenfalls im Verkehr blockiert, da es für sie keine eigene Fahrspuren gibt. Die Autofahrer blockieren auch noch die Straßenbahnschienen, weil sie meinen so schneller voran zu kommen. Die Verkehrspolizei erklärt, dass die Zahl der Autos in Bukarest in den letzten 3 Jahren erheblich angestiegen ist und die Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel zu wenig benutzen. Dazu kommt noch der Durchgangsverkehr, da die Stadt bisher keinen funktionierenden Autobahnring hat.

Dies schreibt die Webseite “Hotnews.ro” zur derzeitigen Verkehrssituation in der Stadt. Ein steiler Anstieg des Individualverkehrs, ein unzureichender öffentlicher Nahverkehr und ein defizitäres…

Allex, die Flüchtlinge und das Volk

"Frankreich steht vor einer bisher nicht gekannten Flüchtlingskrise, der schlimmsten seit dem 2. Weltkrieg und den davon ausgehenden Wirkungen. Im vergangen Jahr haben seither mehr als eine Million Flüchtlinge das Gebiet der Europäischen Union erreicht. Im Laufe desselben Zeitraum haben ungefähr 3.700 Flüchtlinge beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, den Tod gefunden. Um auf diese Krise zu antworten, hat die Regierung entschieden auf seinem Territorium Zentren zur Unterbringung der Menschen, die aus ihrem Heimatland geflohen sind, zu errichten.”

Auf diese Weise informiert der Präfekt des Départements Drôme die Bevölkerung in seinem Gebiet. Unter anderem soll in der knapp 2.500 Einwohner zählenden Gemeinde Allex ein Unterbringungszentrum für Flüchtlinge geschaffen werden. Nach Angaben des Präfekten sollen 50 Flüchtlinge aufgenommen. Männer, Frauen, Ehepaare, die aus den Zentren für die Registrierung von Flüchtlingen (hotspots) aus Calais und der Region Paris ko…

Ein rumänischer Don Quijote mischt Spanien auf

Lagarder Danciu beschreibt sich auf Twitter als Schwuler, Rumäne, Zigeuner, Atheist, Vagabund, Hausbesetzer, als einen, der ohne Ziel unterwegs ist. Von seiner Herkunft her ist der 36-Jährige ein rumänisches Waisenkind. Er schildert seine Herkunft so: “Ich bin in Slatina geboren, in der Nähe des Wohnhauses von Ceausescu. Meine Familie ließ mich bereits im Krankenhaus im Stich, so dass ich ein Kind mehr war in den gigantischen Waisenhäusern, die das Regime unterhielt”. Dank einer verständigen Lehrerin, die ihn förderte, schaffte er es dem Elend der Waisenhäuser mit einem gestärkten Selbstbewusstsein zu entkommen.

Er flüchtete vor 13 Jahren angesichts des Homosexuellen-Hasses in Rumänien auf die iberische Halbinsel und kam über Portugal nach Spanien, wo er sich in Andalusien niederließ. 2007 kam er nach Sevilla und arbeitete als Sozialarbeiter und als Dolmetscher für die Polizei. 2015 entschied er sich, auf der Straße zu leben und politisch für die vielen Obdachlosen in Se…

Warum das Atomkraftwerk Hinkley Point wider besseres Wissen gebaut wird

Die britische Regierung hat sich entschieden. Sie will, dass das umstrittene Atomkraftwerk Hinkley Point C von EDF und chinesischen Firmen gebaut wird. Fertigstellung im Jahr 2025. Kaum einer glaubt an diesen Termin, denn bei den bisherigen EPR-Reaktoren in Finnland und Frankreich gibt es desaströse Verzögerungen bei der Fertigstellung. Für die Grünen in Großbritannien und vor allem in Schottland ist klar: Hier wir Geld verbrannt für ein Atomkraftwerk, das niemand braucht. Hinzu kommt, dass die bisher geheimgehaltenen Kosten für Aufräumarbeiten in der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield auf 72 Milliarden £ beziffert werden. Viele Zahlen halten diesen Betrag für unrealistisch und rechnen eher mit Kosten von 218 Milliarden £.

Das Nationale Überprüfungsbüro (National Audit Office (NAO)) bezeichnete Hinkley Point als das “teuerste Bauprojekt der Erde” und das am höchsten subventionierte dazu. Die Subventionen würden sich vermutlich letztendlich auf das 5-fache des derzei…

Olympiade nur gut fürs IOC und ein paar Reiche

Der nordamerikanische Geographie-Wissenschaftler Christopher Gaffney ist Autor verschiedener Studien über die Auswirkungen großer Sportveranstaltungen im sozialen Umfeld und Umweltbereich der Städte, die diese Veranstaltungen durchgeführt haben. Gaffney lebte von 2009 bis 2015 in Rio de Janeiro und unterrichtete an der Bundesuniversität Fluminense im Fach Architektur und Stadtentwicklung. Heute ist er an der Universität Zürich tätig, er fühlt sich aber weiterhin Rio sehr verbunden. Er hat der Webseite BrasilAtual ein Interview gegeben, dessen Inhalt ich nachstehend gekürzt wiedergebe.


Zusammengefasst kritisiert er die Olympiade als eine "Privatisierung des öffentlichen Raumes für ein Spektakel, das 3 Wochen dauert". Dies bedeute ein negatives Erbe. Die Stadt Rio habe dafür gesorgt, dass öffentliches Geld an lokale Eliten und internationale Unternehmen transferiert worden seien und 40 Milliarden R$ in Strukturen, die nur wenigen Menschen nutzten, ausgegeben wurde.


Die Olympi…

Bald eine Milliarde Euro Umsatz bei Glücksspielen in Rumänien

Die “Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien” berichtet unter dem Titel “Rumänien nicht extra spielsüchtig”:
Eine Studie, die GFZ für die Vereinigung Romslot und die Veranstalter von Wetten durchgeführt hat, ergibt, dass in Rumänien 1,33 Millionen Bürger wöchentlich spielen, davon sind rund 100.000 von Glücksspielen abhängig. Die Veranstalter sind der Ansicht, dass unser Land damit an der untersten Grenze des europäischen Durchschnitts liege. Man leugne aber nicht, dass es das Problem der Spielsucht gebe. Der Markt der Glücksspiele werde bald einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro erreichen, nachdem die Seiten mit Sportwetten und Online-Casinos legalisiert wurden.

Wenn man natürlich den Bock zum Gärtner macht - Romslot ist die Vereinigung der rumänischen Glücksspielautomaten-Industrie – muss natürlich ein Schönreden der Gefahren das Resultat sein. Trotzdem wird die Studie von rumänischen Medien für voll genommen.
Casinos sind im rumänischen Alltag und hier insbeso…

Ach Frankreich, zeige doch, dass Du ein europäisches Land bist

Wikipedia beschreibt das Unternehmen Airbus wie folgt: “Airbus S.A.S. mit Sitz in Toulouse ist eine Tochtergesellschaft der Airbus Group sowie der größte europäische Flugzeughersteller. Montagewerke stehen in Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien, China und den USA. Zusammen mit Boeing bildet Airbus das Duopol für Großraumflugzeuge.”

Also müsste doch eigentlich Airbus ein europäisches Vorzeigeunternehmen sein und dafür stehen, dass die Europäer in der Lage sind, gemeinsame Projekte zu schultern. Die französische Regierung, die unter Druck ihrer Populisten vom Front National steht, für die es nur um Frankreich geht und die laut ihrer Frontfrau Le Pen aus der EU raus wollen, scheint vor diesem neu entfachten Patriotismus-Sturm in die Knie zu gehen. Airbus hat nämlich 40 Airbus.Maschinen an 3 vietnamesische Fluggesellschaften verkauft. Diesen Erfolg feiert die französische Regierung mit einer Twittermeldung mit dem Hashtag #FiersdelaFrance (stolz auf Frankreich).…

Spanien: Ist der Ruf erst ruiniert lebt’s sich ganz ungeniert

Spanien hat seit Monaten eine Regierung auf Abruf. Die Partido Popular mit ihrem Ministerpräsidenten Mariano Rajoy hält sich nur noch geschäftsführend im Amt. Zweimalige Wahlen seit Dezember letzten Jahres haben Resultate erbracht, die zu keiner tragfähigen Koalition führten. Rajoy versuchte vor kurzem nochmals eine Koalitionsregierung mit der Partei “Ciudadanos” zu bilden, scheiterte aber krachend bei der Abstimmung zur Amtseinsetzung im Parlament.

Ignacio Escolar schreibt in “eldiario.es” dazu: “170 Stimmen für ihr und 180 gegen ihn, das bedeutet eine absolute Mehrheit gegen Rajoy. Trotz einer Mehrheit der rechten Parteien im Parlament hat er erneut ein eindeutiges Nein kassiert. Dafür ist er der Hauptverantwortliche, auch wenn er noch so gerne die Opposition dafür kritisiert. Heute hat er Geschichte geschrieben: Er ist der erste Präsident der Demokratie, der bei seiner Amtseinführung gescheitert ist. Und er ist auch der Erste, der angesichts eines solchen Rückschlag…

Die brasilianische Methode ein Wahlergebnis auf den Kopf zu stellen

Das Impeachment-Verfahren gegen die gewählte brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff ist nun abgeschlossen, Rousseff ist des Amtes enthoben. Ein Clique von Politikern, die von den alten Eliten gefördert werden und von denen fast alle wegen Korruption der Prozess gemacht werden könnte, ist es gelungen auf diese Weise an die Macht zu  kommen und ihre Haut zu retten. Die Beschuldigungen gegen Rousseff sind derart fadenscheinig, dass sie künstlich mit Hilfe von machtbesessenen Richtern und von den von einer reichen Gruppe beherrschten Monopolmedien aufgebauscht werden mussten. Das Volk hatte diese Präsidentin gewählt und damit auch ihre Partei, die Arbeiterpartei PT. Dass nun genau deren Gegner ohne Wahlen an die Macht kommen ist wohl nurauf Grund eines Putsche nach brasilianischer Art möglich.

Der Soziologe und Spezialist für Internationale Beziehungen, Marcelo Zero, hält auf der Webseite "Brasil do Fato" mit seiner Meinung zu den Vorgängen unter dem Titel "Kanail…