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Es werden Posts vom September, 2015 angezeigt.

Die katalonische Situation schreit nach Ausgleich

Die autonomen Region Katalonien hat eine neue Regierung gewählt. Gewonnen hat eine Koalition von Parteien, die die Unabhängigkeit des Landes von Spanien fordern. Allerdings waren es nur 48% der Wähler, die für die Parteien, die für die Unabhängigkeit eintreten, gestimmt haben. Ganz fatal ging allerdings die Wahl für die derzeitige spanische Regierungspartei Partido Popular (PP) aus, die nur noch 8,5% der Stimmen erhielt und damit nur noch fünfstärkste Kraft im katalonischen Parlament ist.

Was nun? Wie geht’s weiter, nachdem die Abstimmung nicht zum überwältigende Plebiszit geworden ist, aber die Unabhängigkeitsbefürworter die Mehrheit haben?

Ignacio Escolar von der Internet-Zeitung “diario.es” gibt dazu folgenden Kommentar ab:
48% der Stimmen für die Unabhängigkeitsbewegung ist weiterhin viel, auch wenn es sich nicht um die Mehrheit handelt. Sie wird noch stärker werden, wenn das (spanische) Parlament bei den nächsten Wahlen sich nicht der Herausforderung stellt, diesen Staat zu refo…

Der späte Sieg der Securitate oder wie wird man diese Bande los

Die Ceausescu-Diktatur hatte über die Geheimpolizei Securitate das rumänische Volk so gut im Griff, dass fast jeder mitarbeiten musste, ob er wollte oder nicht. Widerstand wurde mit existenzieller Vernichtung bestraft. So arrangierte sich halt jeder auf seine Art mit diesem Krebsgeschwür des Misstrauens. Jedes Vertrauen in den Mitmenschen wurde damit zerstört. Es wurde ein Heer nur auf das Bespitzeln und Bedrohen spezialisierter Agenten geschaffen, für die Moral und Gewissensbisse unbekannte Wörter waren und sind. Die meisten haben die Revolution von 1989/90 unbeschadet überstanden und treiben weiterhin ihr Unwesen, vermutlich bis der biologische Zeitablauf ihnen das Handwerk legt.

Gezielt nutzen diese Herrschaften die Informationen, die sie während ihrer Schnüffelpraxis angesammelt hatten, zur Erpressung von bekannten Politikern oder Persönlichkeiten, die den Hauptteil ihrer Berufsphase noch unter der Diktatur verbracht haben. Natürlich benützen sie diese Machtmittel nicht, um eine…

Warum soll Gott die Queen schützen und warum soll man vor der Queen auf die Knie gehen?

In der britischen Nationalhymne wird Gott aufgefordert, die Königin (Queen) bzw. den König zu schützen. Die erste Strophe lautet:
“Gott schütze unsere anmutige Königin!
Lang lebe unsere edle Königin!
Gott schütze die Königin!
Lass sie siegreich sein,
glücklich und ruhmreich,
lang regiere sie über uns.
Gott schütze die Königin!”
Die britische Nationalhymne wurde laut Angaben der Webseite “The British Monarchy” nach der Schlacht von Prestonpans in Schottland, wo Prinz Charles Edward Stuart die Armee des Königs George II besiegte,  in einer patriotischen Welle vom Dirigenten des Orchesters im Royal Theater komponiert und hatte damals einen überragenden Erfolg beim Publikum.

Die Nationalhymne ist somit aus Anlass einer blutigen Schlacht gegen die Schotten entstanden, womit man wohl eher von einem Trauertag für das “Vereinigte Königreich” sprechen könnte, statt dessen aber mit englischen Hurra-Patriotismus vorlieb nehmen muss. Seit fast 3 Jahrhunderten wird somit der eigentlich unparteiis…

Mein Name ist Mariano Rajoy, ich wasche meine Hände in Unschuld

Spanien geht schweren Zeiten entgegen. Während die Wirtschaftspresse in Deutschland jubelt, dass die Austeritätspolitik in Spanien angeschlagen und es wirtschaftlich bergauf geht, kommt das Desaster tatsächlich von einer anderen Seite. Es geht um die Einheit des Landes. Diese ist bedroht von den Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens, aber auch anderen Regionen wie das Baskenland. Noch 2011 hielten sich diejenigen Katalanen, die ein unabhängiges Katalonien wollen und diejenigen die in einem spanischen Bundesstaat leben wollten, mit jeweils 30% etwa die Waage. Heute sieht das Verhältnis völlig anders aus. 45% sprechen sich für einen unabhängigen Staat aus, nur noch 20% plädieren für einen Bundesstaat und etwa 23% halten die bisherige Konstruktion der autonomen Region für erhaltenswert.

Mariano Rajoy ist seit 2011 spanischer Ministerpräsident und Führer der konservativen Partei Partido Popular (PP). “Ich habe keine Schuld, dass es mehr Unabhängigkeitsanhänger gibt”, erklärt er in einem…

Wurde in Tordesillas zum letzten Mal ein Stier zu Tode gehetzt?

Heute um 11:25 Uhr wurde heute beim Stierkampfspektakel “Toro de la Vega” in Tordesillas der Stier “Rompesuelas” (Sohlenbrecher) zu Tode gehetzt und erstochen. Inzwischen geht auch vielen Spaniern das jedem Tierschutz hohnsprechende Spektakel auf den Geist und das Thema ist auch in der Politik angekommen. Die Tierschützerpartei PACMA  hat unter dem Slogan “Brich eine Lanze gegen den Toro de la Vega” eine Kampagne gestartet, der sich viele, auch prominente Spanier angeschlossen haben. PACMA erklärt auf seiner Webseite, was eigentlich der “Toro de la Vega” ist: “Im vollen 21. Jahrhundert wird in Tordesillas ein Turnier zu Fuß und auf dem Pferd gefeiert, in dem der Stier verfolgt und mit Lanzen misshandelt wird bis zu seinem schmerzhaften und langsamen Tod”.

In Tordesillas kam es heute morgen zu Auseinandersetzungen zwischen Stierkampfbefürwortern und –Gegnern. 15 Personen wurden dabei leicht verletzt. Die Sozialisten forderten den Justizminister im Parlament auf, ein Gesetz zu erlassen…

Eine rumänische Handreichung zur Flüchtlingskrise

Rumänien liegt abseits des großen Flüchtlingsstroms, der sich über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn nach Westeuropa ergießt. Noch, denn die Europäische Union möchte Rumänien bei der Verteilung der Flüchtlinge auch nicht ungeschoren davon kommen lassen. Während in den ehemaligen Ostblockländern Ungarn, Tschechei, Slowakei und Polen ein eher hasserfüllte Atmosphäre gegenüber Flüchtlingen herrscht und staatlich gefördert wird, ist es in Rumänien bisher relativ ruhig geblieben. Rumänien hat eher das Problem, dass es trotz langem Drängen immer noch nicht in den Schengenraum aufgenommen wurde, während die tschechische Politik in zwergenhafter Weitsicht schon einmal die Kündigung von Schengen ins Spiel bringt. Rumänien hat sich auf jeden Fall schon einmal grundsätzlich bereit erklärt, Flüchtlinge aufzunehmen. Höchste Zeit für die EU und hier besonders die deutschen Hardliner Rumänien auch bei der Aufnahme in den Schengenraum entgegen zu kommen.

Trotzdem, auch in Rumänien herrscht na…

Aus der Sicht eines Juden: Deutschland als Beispiel für Israel

“Die Umwandlung einer Nation von mörderischen Aggressoren im vergangenen Jahrhundert in freundliche Retter von Flüchtlingen in diesem Jahrhundert, gibt uns Hoffnung, dass ein Wechsel möglich ist. “ Dies schreibt Rabbi Eliyahu Fink in der israelischen Zeitung “Haaretz” zum israelischen Neujahrsfeiertag Rosch ha-Schana, der am 14. September stattfinden wird. Er fordert auf, diesen Tag als einen Tag der Besinnung zu begehen und dabei die derzeitigen Geschehnisse zu bedenken: “Während wir an diesem Tag in die Synagoge gehen, verlassen tausende Menschen ihre Heimat in verzweifelter Suche nach einem besseren Leben. Über 4 Millionen Flüchtlinge sind aus Syrien geflohen – unschuldige Opfer des Krieges auf der Wanderung rund um den Globus und in der Hoffnung irgendwo besser leben und neu anfangen zu können.”

Rabbi Fink fährt fort: Niemand will Flüchtlinge. Wohlhabende Nationen im Nahen Osten, Europa und Amerika tun erschreckend wenig, um die die Flüchtlinge aufzunehmen und die Krise verschärf…

Brasilien ist bereit, Flüchtlinge mit offenen Armen zu empfangen

Dies erklärte Staatspräsidentin Dilma Rousseff gestern aus Anlass des brasilianischen Nationalfeiertags, des Tages der Unabhängigkeit. Sie bezog sich auf das Bild des ertrunkenen Kindes Aylan Kurdi, ein Bild, das “alle betroffen gemacht habe und eine Herausforderung für die Welt bedeute". Weiter erklärte sie: “Selbst in diesen schwierigen Krisenzeiten, die wir derzeit erleben, halten wir unsere Arme für Flüchtlinge ausgestreckt. Ich wiederhole hiermit die Bereitschaft der Regierung, all diejenigen aufzunehmen, die aus ihren Heimatländern vertrieben.wurden, damit sie kommen können, um hier zu leben, zu arbeiten und um zum Gedeihen und zum Frieden in Brasilien beizutragen”.

Ob die Brasilianer genau so großzügig sind wie ihre Staatspräsidentin? ADUS, das Institut für die Integration von Flüchtlingen, beschreibt die 4 gängigen Vorurteile in Brasilien gegen Flüchtlinge:
1. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat von der Justiz gesucht werden.
2. Flüchtlinge sind Kriminell…

Bukarester Oberbürgermeister verrät nach 7 Jahren Amtstätigkeit, dass er korrupt bis in die Knochen ist

Sorin Oprescu, seit 2008 Oberbürgermeister von Bukarest, wurde gestern Abend wegen Korruption verhaftet. Der amtierende Bürgermeister wurde in Handschellen abgeführt, weil er in flagranti bei der Annahme von Bestechungsgeld in Höhe von 25.000 Euro erwischt wurde. Die nationale Anti-Korruptionsagentur DNA gab in einer Presseerklärung die Gründe für die Verhaftung bekannt: “Im Zeitraum von 2013-2015 errichtete eine gut organisierte Gruppe, der auch der Beschuldigte Oprescu Sorin Mircea angehörte, in der Stadtverwaltung von Bukarest ein System, durch das Wirtschaftsunternehmen, die einen Vertrag von Seiten der unter der Aufsicht des Oberbürgermeisters stehenden öffentlichen Institution haben wollten, eine Teil des Gewinns, den sie durch die Auftragvergabe einnahmen,  als Bestechungsgeld zu zahlen hatten. So kalkulierte das ausführende Unternehmen einen Gewinn von 30% bis 33% brutto, aber diese Differenz musste an die Beamten im Bereich des Oberbürgermeisters der Stadt als Bestechungsgeld…

"“Pflanzen schützen” und Kinder vergiften

Beschönigend wird oft für Pestizideinsatz von “Pflanzenschutz” gesprochen. In Brasilien wird in der Landwirtschaft ausgiebig mit Pestiziden gearbeitet. Mit verheerenden Folgen vor allem für die Landbevölkerung. Die Universität São Paulo (USP) hat in einer Studie nach Überprüfung der Daten des Gesundheitsministeriums festgestellt, dass im Zeitraum 2007 und 2014 allein 2.150 Vergiftungen bei Kindern im Alter von 0 bis 14 Jahren gemeldet wurden. Da die Studie von einer hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter Vergiftungen ausgeht, schätzt man, dass die tatsächliche Anzahl der Vergiftung von Kindern um ein fünfzigfaches höher liegt.

Professorin Larissa Mies Bombardi, die das Ergebnis der Studie den Stadträten von São Paulo vorstellte, erklärte zusammenfassend: “Es gibt 5.600 Vergiftungen jährlich, 15,5 pro Tag, eine jede 90 Minuten. In diesem Zeitraum gab es 25.000 Selbsttötungsversuche mit Pestiziden. Diese Daten sind alarmierend. Die Dunkelziffer kann bis zu 50 mal höher liegen”.

Der Präsi…

Es braucht ein ertrunkenes Kind, um den britischen Premierminister zu verunsichern

“Gehen wir einmal davon aus, wir tun nichts. Dann wird dies passieren. Die Krise wird sich verschlimmern. Der Sturm der Menschlichkeit wird zur Flut. Tausende werden ertrinken. Dann Zehntausende. Dann Hundertrausende. Das Chaos von Calais und Budapest und Kos wird sich ausweiten. Und während das passiert, wollen wir hier stehen, in einer glorreichen Isolation und zusehend wie sich das Chaos entwickelt. Wie wird die Geschichte uns dann beurteilen? Wie wird das Gericht der Geschichte dann David Cameron beurteilen?”
Wer sich das fragt ist Dan Hodges in der Zeitung “The Telegraph”. Ministerpräsident Cameron mit seiner Tory-Regierungstruppe haben in letzter Zeit alles getan, um ihr Finanzzentrum London zu fördern und alles, um ja keine Verantwortung für die Leidgeprüften dieser Welt zu übernehmen. Tatenlos und mit kühlen Sprüchen wurde zugesehen, wie sich die Flüchtlingskrise im Mittelmeer und im Südosten Europas verschärfte. Mit Frankreich wurde die französische Hafenstadt Calais aufgerü…

Flüchtling in Spanien bleiben oder doch lieber nach Deutschland weiterziehen?

Während in der großen Politik sich vor kurzem Ministerpräsident Rajoy und Bundeskanzlerin Merkel trafen und Rajoy Deutschland Spaniens Erfahrung in der Verwaltung von Flüchtlingsströmen und die Kenntnisse in der Verhinderung der Einreise von Flüchtlingen durch gelungene Kooperation mit den Transitländern anbot, sitzt zum Beispiel in Madrid ein syrischer Flüchtling und schildert in der Zeitung El Pais seine Flucht und seine Pläne:

Einer der Jugendlichen, die auf den Sofas einer Madrider Pension sitzt, ist Hakim, 24 Jahre alt. Er stand 2 Jahre vor dem Abschluss eines Zahnarzt-Studiums in Damaskus als er den Einberufungsbefehl erhielt. Da er nicht in die blutrünstige Armee des Diktators Asad eintreten wollte, desertierte er. Der nächste Schritt war seine Flucht. Alles Geld, das er hatte investierte er in eine Reise nach Marokko. Von Castillejos, einer marokkanischen Stadt in der Nähe von Tanger, schwamm er bis Ceuta. Seine Frau bezahlte 2.000 Euros, damit er versteckt in einem Auto nach