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Es werden Posts vom Juni, 2015 angezeigt.

Neuer Rekord bei der Gefängnispopulation in Brasilien und keine Besserung in Sicht

Das brasilianische Informationssystem zum Gefängniswesen, Infopen, sammelt Daten zur Gefängnisbelegung in Brasilien. Danach sitzen in den Gefängnissen 711.000 Personen. Mit dieser Zahl hat Brasilien inzwischen Russland überflügelt und ist an dritter Stelle der weltweiten Gefängnisbelegung gerückt. Von 2005 bis 2012 ist die Gefängnisbevölkerung um 74% gestiegen. Zur gleichen Zeit ist Brasil auch Weltmeister bei den Tötungsdelikten. Ungefähr 60.000 Personen sterben jährlich durch die Hand von Gewalttätern.

Und so sieht es in den Gefängnissen des Landes aus: Überfüllung, Zellen mit miserablen Hygienebedingungen, Gefängnisse, die von kriminellen Banden beherrscht werden. Die Kommission für Menschenrechte und beteiligte Gesetzgebung des brasilianischen Senats (CDH) debattiert dieser Tage über den Zustand der Gefängnisse im Land. Und da sieht es nicht gut aus. Seit langer Zeit sind die Gefängnisse wahre Produktionsstätten für Kriminelle. Eine erfolgreiche Politik zur Resozialisierung der …

Atomkraftwerke und Fracking ohne Volksbeteiligung und Windräder gegen die jedes Dorf ein Veto einlegen kann

Die konservative Regierung in London will jetzt auch ihre Energiepolitik auf neue Füße stellen. Nachdem man sich bereits vor einiger Zeit entschieden hat, ein hochsubventioniertes Atomkraftwerk in Hinkley Point zu errichten, müssen jetzt die Erneuerbaren Energien dafür bluten. Denn schließlich hat man den Verbrauchern im kürzlichen Wahlkampf versprochen, die Rechnungen für Energie niedrig zu halten. Gleichzeitig hat man dem Volk aber auch versprochen, dass der Anteil der Erneuerbaren erhöht wird, denn schließlich will Großbritannien ein “low-carbon” – Land werden.

Jetzt hat die Regierung aber ihre Pläne diesbezüglich veröffentlicht, die daraus hinauslaufen die Entwicklung der Erneuerbaren Energien auszubremsen. Statt 2017 wie geplant, sollen bereits 2016 neue Windkraftanlagen auf dem Land keine Förderung über die Stromsteuer mehr bekommen. Zudem sollen jeder einzelnen Gemeinde, in deren Gemarkung Windräder errichtet werden, ein Vetorecht gegen den Bau eingeräumt werden. Diese Möglic…

Strandviertel Barceloneta macht Barcelona keine Ehre

Barcelona hat ein Problem mit seinem Strand- und Hafenviertel Barceloneta. Wilde Vermietungen privater Wohnungen, ausschweifende Feste, Musik in voller Lautstärke bis in den frühen Morgen und Straßen, die nach Urin und Erbrochenem stinken sind nicht das einzige Problem dieses Viertels. Die Bewohner des Viertels sind stinksauer und sehen noch Schlimmeres auf Barceloneta zukommen.

Der neue Problemkreis sind ambulante Verkäufer von Cocktails. Sie werden “Mojiteros” genannt, aber die von ihnen verkauften Cocktails haben kaum Ähnlichkeit mit dem Cocktail desselben Namens. Fast alle sind pakistanischer Herkunft. Ihr Auftreten hat vor 2 Jahren begonnen und scheint in diesem Sommer auf einen neuen Höhepunkt zuzusteuern. Dahinter steckt nach Ansicht der Zeitung “La Vanguardia” eine Mafia, die ein Heer von Verzweifelten zu Elendslöhnen ausbeutet.

Ihre Arbeitsweise: Einige stellen die Cocktails in Wohnungen her und andere bieten sie den Badenden an, während dritte sich an strategisch günstige…

Brasiliens Ärzte leben auf einem anderen Planeten

Frauen, Jugendliche, Weiße, die denselben Lebensstandard wie ihre Eltern haben, nie gearbeitet haben und immer auf Privatschulen ausgebildet wurden. Das ist das Profil der Mehrheit der kürzlich ausgebildeten Ärzte im Bundesstaat São Paulo nach einer Erhebung des Regionalrats für Medizin von São Paulo (Cremsesp). Die Daten können auch vergleichbar auf Gesamtbrasilien überragen werden.

Nach der Untersuchung sind 51,7%, die einen Abschluss als Arzt / Ärztin machen, Frauen, von denen knapp 34 % zwischen 25 und 29 Jahre alt sind. 73,6% der Studenten sind weißer Hautfarbe. Diejenigen, die sich als Schwarze bezeichnen haben einen Anteil von 2,3%. Die Studenten /Studentinnen geben an,  keine Einkünfte zu haben und dass sie von ihren in der Regel wohlhabenden Familien unterhalten werden.

Was bedeutet das nun für das brasilianische Gesundheitssystem? Für Professor Mario Scheffer von der Universität von São Paulo entspricht dies dem Profil einer Elitisierung des höheren Bildungswesen insgesamt…

Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel bringt rumänische Autofahrer auf neue Ideen

Ab 1. Juni zahlen die Rumänen auf Lebensmittel und nichtalkoholische Getränke nur noch 9% Mehrwertsteuer. Zuvor betrug der Steuersatz allgemein 24%. Diese für die Bevölkerung erfreuliche Neuerung hat aber auch schlaue Autofahrer auf neue Ideen gebracht. Da inzwischen pflanzliches Öl billiger ist als Motoröl wechseln die Autofahrer auf dieses eigentlich zur Ernährung gedachten Produkt. Sogar Transportunternehmer steigen auf im Supermarkt gekauftes Öl um. Der Fernsehsender ProTV warnt aber die Autofahrer: “Nicht alle Motoren vertragen pflanzliches Öl und die Ölfilter müssen des Öfteren gewechselt werden.


Die ersten Erfahrungen der Autofahrer: So der Fall von Valentin P., der sich im Supermarkt gleich groß mit Öl eindeckte. Allerdings hat er gleich die Erfahrung machen müssen, dass sein Auto nicht mehr richtig lief und er musste dann einen Veränderung am Motor vornehmen lassen. Das Problem ist die unzureichende Viskosität des Öls, was Cristian S. gleich davon absehen ließ, zur Billigver…

Wollte die Prinzessin freiwillig keine Herzogin mehr sein?

Prinzessin Cristina, Tochter des spanischen Ex-Königs Juan Carlos, durfte sich bisher mit dem Titel Herzogin von Palma schmücken. Tief verstrickt in den Korruptionsskandal Noos wurde sie immer mehr zur Belastung für den neuen König, ihren Bruder Felipe VI. Heute kam nun als späte Folge der Probleme mit dem schwarzen Schaf der Familie die Meldung, dass der König seiner Schwester den Adelstitel “Herzogin von Palma” (Duquesa de Palma) entzogen habe. Der Entzug werde heute im offiziellen Gesetzblatt Spaniens veröffentlicht werden.

Cristina’s Rechtsanwalt, Miquel Roca, trat daraufhin auf den Plan und erklärte heute, dass der Entzug des Titels auf Antrag von Cristina erfolgte. Etwas seltsam, denn einen Antrag akzeptiert man bzw. man verzichtet auf den Titel und dieser Verzicht wird angenommen. Allerdings sprach das Königliche Haus klar von einem Entzug oder Widerruf des Adelstitels. Was nun? Man kann wohl nur vermuten, was sich innerhalb der spanischen Königsfamilie abspielt. Vermutlich hat…

Klammer brasilianischer Staat: Warum nicht auf Atomkraftwerke verzichten?

Es ist seltsam: Der Iran kämpft mit aller Macht darum, eigene Atomkraftwerke bauen zu dürfen, während man in Ländern wie Deutschland weitsichtig auf die weitere wirtschaftliche Nutzung der Atomenergie verzichtet. Ob dem Iran wirklich bewusst ist, was das bedeutet und welche Probleme es noch mit sich bringen wird? Oder geht es tatsächlich darum, sich in die Lage zu versetzen Atomwaffen entwickeln zu können? Eine weitere Schwellenmacht, Brasilien, kann seine Finger ebenfalls nicht von der "friedlichen" Nutzung der Atomenergie lassen. Noch unter dem Präsidenten Lula wurde der Weiterbau des AKW Angra III bewilligt. Kaum einer sieht einen großen Sinn dahinter oder ist es auch nur die Bombe, die da lockt?

Chico Whitaker, Architekt und Mitglied der brasilianischen Kommission Gerechtigkeit und Frieden, die sich auch an der Koalition "ein Brasilien frei von Atomkraftwerken" beteiligt, schrieb dieser Tage einen offenen Brief an den brasilianischen Finanzminister Joaquim Levy

Diesmal wird kein Hubschrauber kommen: Rumäniens Premierminister Ponta vor dem Aus

Premierminister Victor Ponta kann sich seines Postens nicht mehr sicher sein. Die Antikorruptionsbehörde DNA hat am Freitag ein Verfahren gegen ihn eingeleitet wegen Urkundenfälschung, Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Seither überschlagen sich die Ereignisse. Ponta ist heute zum rumänischen Präsidenten Klaus Iohannis geeilt, der dann folgende Stellungnahme abgegeben hat:

“Heute hat die Nationale Anti-Korruptionsbehörde ein Kommuniqué veröffentlicht und mitgeteilt, dass der  Premierminister Victor Ponta wegen Straftaten beschuldigt wird. Meiner Ansicht nach ist dies eine unmögliche Situation für Rumänien, dass der Premierminister wegen Straftaten verfolgt wird. Andererseits ist es im jetzigen Moment für Rumänien das Schlechteste, was passieren kann, dass es zu einer politischen Krise kommt. Angesichts dieser Lage verlange ich den Rücktritt von Premierminister Ponta. Diese Überlegung und die Rücktrittsforderung habe ich dem Premierminister in einem Gespräch, das wir vor…

Spaniens Tierquäler haben immer noch staatliche Unterstützung

Der Stierkampf hat in Spanien im Frühling und in den Sommermonaten Hochsaison. Tierschützer der Gruppe "Igualdad animal" (Gleichberechtigung für Tiere) haben mehrere Jahre die Stierkämpfe auf Reisen durch Spaniens Provinzen beobachtet und notiert, was sich dort abspielt. Was sie gesehen haben ist entwürdigend: Auf diesen Volksfesten werden Stiere, Jungstiere, junge Kühe und Kälber gequält und hingemetzelt.

Die Tiere werden geschlagen, gesteinigt, verprügelt, man jagt sie mit motorisierten Fahrzeugen bis sie geschwächt umfallen. In Spanien gibt es jährlich etwa 16.000 Volksfeste, bei dem die Misshandlung von Tieren die Hauptattraktion ist. Bei diesen Festen müssen jährlich etwa 10.000 Rinder auf grausame Weise ihr Leben lassen. Obwohl in Spanien inzwischen die Kritik an diesen Veranstaltungen wächst, wird weiterhin eine Gesetzgebung aufrecht erhalten, die die Tierquälerei unterstützt und zum Teil sogar subventioniert.

"Die Misshandlung der Tiere wäre komplett verboten, …

Britische Tories hantieren mit Dynamit am europäischen Fundament

"David Cameron hält die "nukleare Option" bezüglich der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) weiterhin offen", berichtet The Guardian. Der englische Sprachgebrauch kann entlarvend brutal sein, denn die "nukleare Option" meint wohl eine Aktion, die einem Atomschlag entspricht. Der britische Premierminister ist wohl auf seiner kürzlichen Um-Verständnis-Werbe-Tour bei verschiedenen EU-Ländern für seine Brexit-Drohungen gegenüber der EU auf nicht viel Entgegenkommen gestoßen, so dass er wohl noch einen drauf setzen muss.

Laut Guardian ist der Premierminister bereit, mit einer Konvention zu brechen, die von britischen Juristen nach der düsteren Erfahrung des II. Weltkrieges ausgearbeitet worden war. Cameron und seiner Truppe passt nicht, dass die britische Regierung sich Gerichtsurteilen, die der Europäische Menschengerichtshof (EGMR), der oberste Hüter der EMRK, fällt, beugen muss. Wie üblich wird wieder mit Erpressungsversuchen gearbeitet und es wer…

Päderasten in Granada unter dem Schutz ihres aufklärungsunwilligen Erzbischofs

Im vergangenen Jahr schrieb ein junger Lehrer, Anwärter für den Orden des Opus Dei, an Papst Franziskus einen Brief, in dem er ihm schilderte, dass er von seinem 13. bis 18. Lebensjahr von mehreren Priestern sexuell missbraucht wurde. Der Papst las seinen Brief und rief danach bei ihm an, um ihn um Verzeihung zu bitten. Gestärkt durch das Vertrauen des Vatikan fühlte sich der junge Mann ermutigt, den Fall beim andalusischen Oberstaatsanwalt anzuzeigen. 10 Priester und 2 weltliche Angestellte in Granada sollen in den Missbrauch von Jugendlichen verwickelt gewesen sein. Die Gruppe wird als “Clan de los Romanones” nach dem Anführer der Gruppe Pater Romá benannt.

Die Justiz eröffnete dann ein nichtöffentliches Strafverfahren. Im Herbst eilte der verantwortliche Erzbischof von Granada, Francisco Javier Martinez, in den Vatikan, um dort Erklärungen zum Fall abzugeben, auch habe er privat mit dem Opfer des Missbrauchs gesprochen. Aber er dauerte dann bis in den Mai diesen Jahr…