Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom Februar, 2014 angezeigt.

Schottland: Wenn schon unabhängig, dann richtig

Die Auseinandersetzungen im Hinblick auf das im September 2014 stattfindende Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands kommen jetzt in die heiße Phase. Nachdem die Regierung in London zuerst die Angelegenheit auf die leichte Schulter nahm, sorgt die steigende Zustimmung der Schotten für ein “Ja” inzwischen für Beunruhigung. Deshalb versuchen Regierungsmitglieder den Schotten Angst zu machen, was sie alles verlieren würden, wenn sie tatsächlich für die Unabhängigkeit stimmen.

Letzte Kapriole in dieser Hinsicht ist eine Rede des britischen Finanzministers Osborne in Edinburgh, der den Schotten den Verbleib in einer Währungsunion mit England verwehren will, wenn sie “falsch” abstimmen sollten. Die schottische Regierung vertritt die Ansicht, dass man weiterhin in einer Währungsunion mit England, Wales und Nordirland verbleiben könne. Dieser Ansicht haben sich alle in Westminster vertretenen Parteien entgegen gestellt. Seltsamerweise will jetzt gerade London einen klaren Strich bei e…

Wer bei der Fußball-WM Amazonas-Dschungel erwartet wird enttäuscht sein

Manaus ist ebenfalls Austragungsort von Spielen bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien. Die Stadt liegt im Herzen Amazoniens und ist Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonas. 4 Spiele der WM werden in Manaus ausgetragen, obwohl Manaus unter fußballerischen Gesichtspunkten in Brasilien keinerlei Rolle spielt. Die Lokalmannschaft spielt irgendwo in der dritten brasilianischen Liga.

In Brasilien hat deshalb erstaunt, dass Manaus als Austragungsort für Spiele der WM ausgesucht wurde. Manaus gewann die Auswahl gegen seinen Amazonas-Konkurrenten Belém do Pará. Die Stadt warb mit einer Marketing-Kampagne unter dem Titel “Grüne Weltmeisterschaft in der Hauptstadt des Amazonas-Waldes”. Da die Stadt im Amazonas-Gebiet liegt, geht der unbedarfte Beobachter davon aus, dass die Stadt tatsächlich mehr oder weniger im Dschungel zu finden sein dürfte. Da werden viele Besucher sehr enttäuscht werden. Die Journalistin Elaíze Farias schreibt in ihrem Bericht “Sem Copa verde / ohne grüne WM”: …

Bürger von Alcázar de San Juan wollen kein privatisiertes Wasser

Alcázar de San Juan ist eine kleine spanische Stadt in der autonomen Region von Castilla-La Mancha, und liegt im Nordosten der Provinz Ciudad Real. Die Stadt zählt etwa 32.000 Einwohner. Die Stadtverwaltung, die von der konservativen Partido Popular (PP) regiert wird und ihr Bürgermeister hatten gestern beschlossen die Wasserversorgung des Ortes an das Privatunternehmen Aqualia, einer Tocher des Konzerns “Fomento Construcciones y Contratas (FCC)”, abzugeben.

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt hatten inzwischen auch schon gehört, dass ein solches Geschäft in der Regel gut für die Konzerne, aber schlecht für die Konsumenten des Wassers ausgeht. Seit längerem protestiert eine Bürgerbewegung gegen die Überlassung der Wasserversorgung an das Privatunternehmen. Gestern, am Tag des Beschlusses des Stadtrates, waren es 4.000 Personen die dagegen protestierten. “Das Wasser ist Eigentum des Volkes” riefen die Demonstranten  und verlangten ein Referendum über die Abgabe der Wasserversorgung.

Der Müll soll jetzt in São Paulo mit neuester Technik beseitigt werden

Die Megalopolis São Paulo zittert vor jedem etwas stärkeren Regen, da jedes mal danach Teile des Stadtgebiets unter Wasser stehen. Ein Grund dafür ist der überall in der Stadt herumliegende Müll, der im nu die Abflüsse zur Kanalisation verstopft.

Für eine Großstadt wie Sao Paulo könnte man annehmen, dass Sie über ein effizientes Müllentsorgungssystem verfügt. Dem scheint nicht so zu sein, denn die Stadt will demnächst erstmals Müll-Container aufstellen und gleichzeitig die Müllabfuhr "mechanisieren". Sprich Müllfahrzeuge anzuschaffen, die die Müll-Container automatisch entleeren können. Die für die Müllabfuhr in São Paulo zuständigen Unternehmen Loga und Ecourbs haben mit der Stadt entsprechende Verträge abgeschlossen, in der Sie die totale Mechanisierung bis 2022 versprechen. Zuvor müssen aber an diesem Ort, an dem die Müllabfuhr bisher keine Priorität hatte, erst die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Fahrzeuge und Container überhaupt Zugang zueinan…

Der rumänische Präsident hält sich eine Partei

Der rumänische Präsident Traian Basescu war einmal Mitglied der Demokratisch-Liberalen Partei (Partidului Democrat-Liberal PDL). Diese Partei hat ihn enttäuscht. Nach deren Parteikongress vom 23. Mai 2013 erklärte der Präsident per Facebook, dass er der PNL den Rücken kehren werde, da sich der neu gewählte Parteiführer Vasile Blaga mit betrügerischen Mitteln an die Macht geputscht habe. Die Favoritin des Präsidentin war dagegen Elena Udrea, die nicht zum Zuge gekommen war.

Die Abtrünnigen gründeten daraufhin im Juli 2013 eine Stiftung mit dem Namen “Stiftung Volksbewegung”, die im Mai 2013 in eine Partei mit dem Namen Partei Volksbewegung (Partidul Mișcarea Populară, PMP) umgewandelt wurde. Der neue Parteichef heißt Eugen Tomac. Anfang dieses Monats bekam nun die Präsidenten-Partei Zulauf. Die ehemaligen Ministerinnen und Minister Elena Udrea, Theodor Paleologlu und mehrere Abgeordnete liefen zur Volksbewegung über. Vermutlich haben die meisten die Finger in den Wind gehalten und fes…

An der Festung Europa zerschellen die Leben der Habenichtse

Während man in Europa mit Befremden das Schweizer Votum zur Zuwanderungsbegrenzung zur Kenntnis nimmt und manche schadenfroh auf einen Schub für rechtspopulistische Parteien in Europa hoffen, geht der Sturm der Habenichtse und hungernden Afrikaner auf die Festung Europa weiter. Im spanischen Vorposten Ceuta, auf afrikanischem Boden, wurden Flüchtlinge, die schwimmend das Paradies erreichen wollten, mit Gewalt von ihrem Vorhaben abgehalten. Eine Gewalt, die 15 von ihnen das Leben kostete. Die spanische Guardia Civil war bei der Bekämpfung der unbewaffneten Afrikaner nicht zimperlich. Wie sich jetzt nach einigem Leugnen der spanischen Regierung herausstellt wurde auf die Schwimmenden vom Land und vom Wasser aus mit Gummikugeln geschossen. Noch immer hält man daran fest, dass die tatsächliche Ursache für ihren Tot eine Flutwelle war. Eine lächerliche Ausrede, denn wenn auf bewegtem Meer auf Schwimmende geschossen wird, kann man sich ausrechnen, was passiert.

Ceuta und Melilla, die beid…

Saverne / Zàwere / Zabern will mit gutem Beispiel voran gehen

Statt nur “Rue des Potiers” auch Hafnergasse oder Hàfnergass? Das elsässische Städtchen Saverne will jetzt endlich ernst machen mit der Förderung der regionalen Sprache, in diesem Fall dem Elsässischen. Der Gemeinderat von Saverne hat in einer Sitzung beschlossen die Europäische Charta für Regionalsprachen zu übernehmen. Die französische Regierung in Paris dreht und windet sich schon seit Jahren, diese Charta zu ratifizieren, weil sie darin eine große Gefahr für den französischen Zentralismus vermutet.

Der Bürgermeister von Saverne, Stéphane Leyenberger, versichert, dass es sich hierbei nicht um einen symbolischen Akt handle und auch nicht um einen Gag. Er erklärt: “Lange Zeit hat der Staat in dieser Sache nichts getan. Deshalb haben wir uns gesagt, dass wir ein Beispiel auf lokaler Ebene geben müssen”.

Was heißt das nun für das Leben der Zaberner: In Zukunft sollen diese mit den Gemeindebediensteten in Elsässisch verkehren dürfen. Bis Ende des Jahres sollen auch Formulare auf Deutsc…

Gilt auch für Klimawandel-Leugner: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Großbritannien wird seit Ende vergangenen Jahres von einem Sturm nach dem andern heimgesucht. In Somerset, im südwestlichen England, stehen seit Wochen große Flächen unter Wasser. Das Krisenmanagement der Regierung ist dem nicht mehr gewachsen. Die Bevölkerung in den betroffenen Regionen platzt der Kragen. Inzwischen werden Hilfskräfte des Umweltamtes angegriffen, obwohl die ja eigentlich zur Hilfe gekommen waren.

Simon Wren Lewis, Professor für Volkswirtschaft in Oxford, schreibt dazu im “Social Europe Journal” unter dem Titel “Sind die Überschwemmungen David Cameron’sKatrina?” über drei Gründe für das Desaster:

1. Als sie (die Konservativen) an die Macht kamen, haben sie  die Mittel für den Schutz gegen Überschwemmungen zurückgefahren, obwohl es einen klaren Bedarf für eine Ausgabenerhöhung gab. Der Guardian berichtete im Juni 2012, dass 300 Flutsicherungssysteme quer durch England nicht gebaut wurden, weil die Haushaltsmittel gekürzt wurden.
2. Der Grund warum es einen Bedarf für …

Politischer Schneesturm in der rumänischen Provinz

“Rumänien Im räuberischen Griff der Gesellschaften mit beschränkter Haftung (SRL) – das Land wo die Schneeräumung mehr kostet wie am Nordpol. Eine Schätzung der Kosten in Höhe von fast 100 Millionen Euro macht unser Land zum Gauner-Weltmeister. Alaska, mit 22.500 km Autostraßen gibt dafür nur 80 Millionen Euro aus”. So empört sich die Internet Seite “Sud-Est Forum” aus dem rumänischen Südosten über die Folgen eines Wintereinbruchs.

Rumänien erlebte in der letzten Januarhälfte nach einem milden Winter vor allem südlich und östlich der Karpaten einen plötzlichen Wettereinbruch mit heftigem Schneefall, Eis und Schneesturm. Viele Dörfer waren eingeschlossen, Straßen über mehrere Tage blockiert. Dabei sind Winter mit Schnee und Eis in Rumänien nichts ungewöhnliches. Es gibt selbstverständlich auch Straßen- und Winterdienste. Das Problem ist, dass diese Dienste und damit auch die Schneeräumung von staatlichen Stellen an private Firmen nach angeblicher Ausschreibung vergeben werden. Sicher…