Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom Januar, 2014 angezeigt.

Wie trocknet man in Spanien die Wäsche klimafreundlich?

Das ist inzwischen auch ein Problem in Spanien. Früher konnte man zwischen den eng stehenden Häuserblocks von einer Seite zur Seite seine Wäscheseile spannen und dann hingen da über der Straße die ganze Armee der Kleidungsstücke spanischer Familien. Heute ist das auch in Spanien nur noch selten möglich, die Wohnblocks sind zu hoch und stehen zu weit auseinander. Demzufolge ist es inzwischen auch verboten auf diese Art die Wäsche aufzuhängen.

Die Zeitung El Pais nimmt sich unter dem Titel “Saubere Kleidung, trocken und auf grüne Art” des Themas an und prüft die Möglichkeiten einer klimafreundlichen Trocknung der Wäsche. Sie stellt fest, dass die Methode der alten Zeiten, wo Sonne und Wind die Arbeit an spanischer Wäsche erledigt haben, sicher die beste Lösung war mit 0 CO2-Verbrauch. Spanien ist nun eher ein von der Sonne gesegnetes Land, aber neben dem immer mehr verbarrikadierten Zugang zur Sonne gibt auch es Zeiten, in denen es kalt und nass ist.  Was nun? Es bleiben nur noch Lösun…

Der Prinz und das Schrott-Flugzeug

Felipe von Borbón, der Thronnachfolger auf dem spanischen Thron, muss immer mehr Funktionen seines gesundheitlich ruinierten König-Vaters übernehmen. In dieser Funktion reist er als spanischer Vertreter durch die Welt und keiner hätte es gemerkt, wenn nicht plötzlich die Schreckensmeldung in den spanischen Medien erschienen wären, dass das prinzliche Flugzeug schon mehrfach mit Schaden am Boden bleiben und sogar Flüge deswegen unterbrochen werden mussten. Zuletzt bei einem Flug, den der Prinz nach Honduras unternahm und bei der wegen eines Schadens das Flugzeug in Santo Domingo landen musste.

Das Flugzeug ist ein Airbus A310 und er gehört natürlich nicht dem Prinzen, sondern der spanischen Luftwaffe. Bei der Havarie in Santo Domingo musste dem Prinzen ein anderes Flugzeug hinterher geschickt werden, damit er weiterfliegen konnte. Nachdem erst einmal ein paar untertänige Berichte in den Medien über das grausame Schicksal des Prinzen und den verlotterten Wartungsdienst für Regierungsfl…

Wahnsinn: Die Schweiz wird masseneingewandert!

Kampf gegen den europäischen Wirtschaftsraum! Kampf gegen das Schengen-Abkommen! Kampf gegen Minarette! Kampf gegen kriminelle Ausländer! Die SVP Schweiz, nach eigenem Dafürhalten die stärkste politische Kraft der Schweiz, treibt immer wieder dieselbe Sau durchs Dorf. Jetzt soll Anfang Februar gegen die “Masseneinwanderung” von Ausländern, gemeint sind auch und vor allem EU-Ausländer, per Volksabstimmung verhindert werden.

Wie macht man nun den Schweizern ausreichend Angst, damit sie auch für die Volksinitiative der Festungsschweizer stimmen? Übertreibung und Diffamierung, das funktioniert doch am besten und dann das alte Prinzip der Reaktionäre: Einen Sündenbock suchen, der sich nicht wehren kann.

Also düstere Stimmung in der Schweiz: “Die Einwanderungszahlen “explodieren”. Wer zu später Stunde an einem städtischen Bahnhof ankommt, fragt sich ab und zu, ob er sich noch in der Schweiz befindet. Auch fühlen sich immer mehr Menschen nicht mehr sicher im Land. Zunehmende Arbeitslosigke…

Barcelona hat keine Lust auf Samaranch

Juan Antonio Samaranch wurde 1966 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und Sportminister unter Diktator Francisco Franco. Am 16. Juli 1980 wurde er siebenter Präsident des IOC. Im Jahr 2001 folgte ihm in dieser Position nach 21 Jahren der Belgier Jacques Rogge nach. 2010 ist er gestorben. Samaranch stammte aus Barcelona.

Samaranch war trotz seiner Prominenz in Katalonien und vor allem in Barcelona nicht besonders beliebt. Das holt ihn jetzt 4 Jahre nach seinem Tod ein. Die konservative Partido Popular (PP; Volkspartei) hatte im Stadtrat von Barcelona den Antrag gestellt, eine Straße nach Samaranch zu benennen. Die Stadtverwaltung hatte sich auch schon für eine mögliche Umbenennung der Avenida del Estadi, der Straße, die zum Olympiastadion führt, ausgesprochen.

Bereits im vergangenen Jahr war Umbenennung die Gegenstand von politischen Auseinandersetzungen innerhalb des Bundes der Nachbarschaftsvereine von Barcelona (FAVB) und weiteren politischen Gruppierungen, die …

Willige und dumme Europäer - schlaue Amerikaner

US-Präsident George W. Bush hatte zu seiner Zeit vor dem Irak-Krieg willfährige Helfer in dem britischen Ministerpräsidenten Tony Blair und im damaligen spanischen Ministerpräsidenten José Maria Aznar. Insbesondere Aznar fühlte sich durch die amerikanische Aufmerksamkeit geschmeichelt und war demzufolge leicht verwendbar. Das Bild der 3 von den Azoren sprach ja Bände. Im Prinzip haben die USA ein Interesse an Bestehen der Europäischen Union, aber sie sollte halt nur so funktionieren, wie es in ihre  Pläne passt. Wenn nicht, dann sucht man sich wieder willfährige Helfer unter den Führer neuropäischer Kleinstaaten, die bereit sind im amerikanischen Sinne den Störenfried zu spielen.

Eine interessante These hat jetzt die Allgemeine Zeitung Deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ) bezüglich des rumänischen Staatspräsidenten Traian Băsescu aufgestellt. Basescu gibt sich seit einiger Zeit als besonders feuriger Vertreter einer Vereinigung Rumäniens mit Moldawien, dem ehemaligen rumänischen Bessa…

Nehmen EU-Ausländer den Rumänen ihr Agrarland weg?

Rumänien hat bis zu seinem Beitritt eisern an der Regel aus kommunistischen Zeiten festgehalten, dass Ausländer im Land keinen Grund und Boden erwerben durften. Diese Einstellung war aber spätestens mit dem EU-Beitritt nicht mehr haltbar. Beschränkungen dieser Art widersprechen dem freien Handelsverkehr in der Union. Rumänien bekam aber Übergangsfristen zugestanden, so wie auch einige EU-Länder Übergangsfristen bezüglich der Niederlassungsfreiheit der Rumänen in ihren Ländern durchsetzen konnten.

Beide Beschränkungen sind ab 1. Januar diesen Jahres weggefallen. Während das Geschrei der Populisten wegen Invasion rumänischer Horden auf den britischen Inseln und auch in Deutschland anhebt, fangen die Rumänen jetzt über den Ausverkauf ihres Landes an zu jammern. Ganz besonders besorgniserregend finden sie, dass nun ihre Nachbarn, die Ungarn, anfangen Rumänien zu erledigen, indem sie es aufkaufen. So geht das Gerücht um, dass es ein ungarisches Projekt gibt, Siebenbürgen Stück für Stück a…

Eine Mautstelle steht für die Rechtlosigkeit der Amazonas-Indigenen

Unter dem Titel "Transamazonica km 145 ist Anlass für ein Progrom" habe ich über den Konflikt der Indios Tenharim in der Nähe der Stadt Humaitá im brasilianischen Amazonien berichtet. Der Konflikt ist noch weit davon entfernt gelöst zu werden. Die Indios stehen jetzt unter Bewachung (oder Schutz) durch die Armee und Bundespolizei in ihren Dörfern, die weiterhin von der lokalen nichtindigenen Bevölkerung bedroht werden. Die drei 3 Weißen, deren Verschwinden den Konflikt ausgelöst hat, bleiben weiterhin verschwunden. Die brasilianische Bundespolizei verhört derzeit die Indios der Tenharim und dies unter Missachtung ihrer gesetzlichen Rechte. So konnte der Anwalt der Indios an den Verhören bisher nicht teilnehmen.

Die Tenharim haben erklärt, dass sie die umstrittene Mautstelle auf der Transamazonica weiterhin aufrecht erhalten werden. Damit haben sie erneut die Volkswut in Humaità und Apuì angefacht. Warum gibt es überhaupt diese Mautstelle? Der Blog "Combate Racismo Ambie…

Das "Fresh-Start-Projekt" soll Europa retten

Mit dem Untertitel "Manifest für Veränderung - Eine neue Vision für eine reformierte EU" wollen konservative britische Abgeordnete des "Fresh-Start-Projekts" eine Reform der Europäischen Union erreichen. "Das Projekt Fresh Start wurde 2011 von einer großen Gruppe Abgeordneter der hinteren Reihen der Konservativen Partei im Unterhaus auf den Weg gebracht und verfolgt das Ziel, eine Beziehung auszuhandeln, mit der die Mehrheit der Briten und Bürger aus anderen Mitgliedstaaten der EU zufrieden sein können", beschreibt sich das Projekt selbst.

Zufrieden sollen vor allem die britischen Bürger und Bürgerinnen sein. Denn es geht nicht um eine Reform der EU, sondern die Schaffung einer EU, die den Briten das bietet, was ihnen nützt und ihre Interessen ansonsten nicht stört. Vorwärts gehen soll es beim Handel: "Wir müssen die Vorteile des Binnenmarkts erhalten und ausdehnen", heißt es und natürlich soll die EU "mehr Freihandelsabkommen aushandeln, …

Bürgerzorn entlädt sich in der kastilischen Provinz

Die Stadt Burgos im spanischen Kastilien machte bisher keine Schlagzeilen weder in der Welt noch in Spanien. Die konservative Stadt mit 180.000 Einwohnern dämmerte so vor sich hin, es passierte nicht viel, vor allem nichts besonders bemerkenswertes. Kein Wunder, dass man in Spanien jetzt verwundert die Augen reibt, weil es seit Freitag an mehreren Tagen zu einer richtigen Gewaltexplosion im Vorort Gamonal von Burgos kam. Bus-Wartehäuschen, Müll-Container und zwei Bankfilialen wurden zerstört bzw. angegriffen. Die Polizei musste einschreiten, es kam zu Straßenschlachten, 23 Personen wurden festgenommen, es gab 12 leicht Verletzte. Gestern Abend zog eine Menge von etwa 500 Personen vom Jugendlichen bis zum 70-Jährigen zur Polizei und verlangte die Freilassung der Festgenommenen.

Gamonal ist das Arbeiterviertel von Burgos. Zur Franco-Zeit entstand hier ein großes Industrie- und Gewerbegebiet. In den großen und eng stehenden Wohnblocks wohnen ungefähr 70.000 Menschen. Es ist der am dicht…

In Drancy sitzt den Menschen die Angst im Nacken

Am 23. Dezember entgleiste auf dem Rangierbahnhof von Drancy, ein Ort etwa 10 km nordöstlich von Paris, ein mit Nuklearabfällen bestückter Güterwagen. Der Verschiebebahnhof liegt in einem dicht besiedelten Gebiet. Durch den Bahnhof werden jährlich mehr als 10.000 Waggons mit gefährlichen chemischen und nuklearen Stoffen geführt. Der verunglückte Wagen war mit 6 Tonnen Nuklearmaterial beladen, das zur Wiederaufarbeitungsanlage nach La Hague transportiert werden sollte.


Dass Waggons mit Gefahrengüter in Drancy verunglücken scheint an der Tagesordnung. Das Bürgermeisteramt berichtet, dass es durchschnittlich einen Zwischenfall alle 3 Monate gibt. Im Jahr 2011 standen nach einer Untersuchung der Regionaldirektion für Umwelt und Energie (DRIEE) für 3 Stunden auf dem Bahnhof 11.500 Waggons mit chemischen Stoffen wie hoch entzündlichem Kohlenwasserstoff, Chlor, Ammoniak oder andere Explosiv- und Giftstoffe sowie Nuklearmaterial, davon waren 2.080 Waggons als "äußerst gefählich" de…

Ein staatlich geduldeter Vorhof zur Hölle

Im Jahre 2010 habe ich unter dem Titel "Stadt gegen Land, eine blutige Bilanz in Brasilien" von den himmelschreienden Zuständen in den Gefängnissen des brasilianischen Bundesstaates Maranhão berichtet. Die Gouverneurin des Bundesstaates, Roseana Sarney, hatte damals versprochen, dass die Zustände durch Bau neuer Gefängnisse geändert werden.

Leider hat sich gar nichts geändert. Die Zustände vor allem im Gefängnis Pedrinhas sind noch genauso wie vor 3 Jahren. Zu Anfang dieses Jahres kommt alles wieder hoch: Das Gefängnis ist für 1.770 Gefangene gebaut, aber zur Zeit ist es vollgestopft mit 2.196 Menschen. Im vergangenen Jahr gab es 60 Todesfälle im Gefängnisse, 3 Gefangene wurden von ihren Mitgefangenen enthauptet. Der brasilianische Nationalrat für Justiz (CNJ) stellt in einem Bericht gravierende Verletzungen der Menschenrechte fest wie Überbelegung der Zellen, die Tätigkeit von kriminellen Banden deren Wüten durch extreme Gewalt und sexueller Missbrauch von Lebensgefährtinn…

Rumäniens Kleinbauern dürfen nicht mehr von Hand melken

Auf rumänischen Märkten war es bisher noch üblich, dass Kleinbauern ihre Frischmilch offen verkauften. Damit ist es ab 1. Januar Schluss, denn Rumänien muss nun auch die EU-Richtlinien zur Milchhygiene übernehmen. Das heißt der Kleinbauer muss sich jetzt eine elektrische Milchmaschine und ein Gerät zur Kühlung der Milch kaufen, wenn er weiterhin auf dem Markt präsent bleiben will. Der Bauer Ioan Toma ist empört: "Wir werden demnächst vor Hunger sterben. Wir haben keine 1.500 Euro für den Kauf der neuen Geräte. Wir leben von einem Tag auf den anderen. Unsere Milch ist frisch und gut. Niemand ist bisher davon krank geworden und ich bin schon seit 20 Jahren auf dem Markt. Hinzu kommt, dass wir jeden Monat 200 Lei für einen Milchanalyse-Bescheinigung zahlen."


Der rumänische Kleinbauer ist also ein Opfer der Anpassung der EU-Lebensmittelvorschriften an die nationale Gesetzgebung. Die rumänischen Marktbesucher fürchten dagegen, dass sie jetzt von preiswerter Frischmilch Abschied …

Europawahl: Demokratie, die keine ist

Am 25. Mai wird das Europaparlament neu gewählt. Die Zahl der Europa-Feinde und –Skeptiker ist im Wachsen. Ich frage mich, ob das damit zusammenhängt, dass die Leute sich gerne wieder in die vermeintliche Stallwärme der nationalistischen Egoismen zurückziehen möchten oder daran liegt, dass die Europäische Union so wie sie sich derzeit darstellt, hauptsächlich das Europa der Bürokraten und der Wirtschaftslobby ist. Leider gibt es nur für eine noch kleine Gruppe eine gemeinsame Basis zur Diskussion über das Europa der Zukunft und die Frage wie der Kontinent seine Zukunftsausgaben lösen will. Ganz im Gegensatz zum nationalistischen und populistischen Geplärr sind dies aber Diskussionen, die versuchen über den Tellerrand hinaus zu schauen und es lohnt sich, sich einmal umzusehen in unserem Europa.

Bloggerin Maria Merello aus Madrid, Spanien, schreibt den Blog “lacocinadelasideas” (Die Ideenküche). Sie schrieb am 4. Januar einen Artikel in ihrem Blog unter dem Titel “Die Bedeutung von Eu…

Botschaft aus einem rumänischen Provinzkrankenhaus

“Ich heiße Oprea Dan, bin Chirurg am Notfallkrankenhauses des Kreises Prahova in Ploiesti. Das Krankenhaus ist unter den Einheimischen als das “Krankenhaus des Todes” oder “Krankenhaus des Desasters” u.ä. bekannt. Ein Kollege sagte mir, dass ich besser nicht erzählen sollte, wo ich arbeite. Und trotzdem liebe ich dieses mein gedemütigtes Krankenhaus, das von allen verlassen ist! Hier habe ich meine medizinische Laufbahn angefangen!
Einem Kreis wie unserem kann es nicht gelingen ein wirtschaftlich konkurrenzfähiges Krankenhaus zu haben. Es gibt kein Geld. Die Anlage zur Sterilisierung mit Ethylen-Oxid ist seit einem Jahr kaputt und wird nicht repariert, obwohl ein neuer Gaskompressor nicht mehr wie 2.000 Euro kosten würde. Wir benutzen chirurgische Instrumente für den einmaligen Gebrauch zehnmal oder noch mehr, Verbandmaterial mit sterilisierter Watte haben wir nur gelegentlich. 
Man spricht von Hochleistungsgeräten, aber die Wahrheit vom Standpunkt der Technik aus ist, dass diese A…

Erwartungen an 2014

Das alte Jahr 2013 geht zu Ende und weltweit denkt man daran, wie es 2014 weiter gehen soll.

Die brasilianische Webseite “A nova Democracia” (Die neue Demokratie) hat folgende Erwartungen: “Auf dass 2014 komme! Die Tage im Juni und Juli der kämpfenden Jugend haben einen Berg von altem Zeug runtergeholt, haben tausende Menschen aufgemuntert sich zu äußern und schafften die Bedingungen dafür, dass das Volk im ganzen Land sich gegen das Verdorbene des alten Staates kämpfen kann. Auf dass noch stärkere Stürme 2014 kommen, im Jahr der Fußball-WM und des Wahlzirkus. “Es wird keine WM geben”: dass ist das Versprechen der kämpfenden Jugend für das neue Jahr”.

Die vor kurzem gewählte neue Präsidentin der autonomen Region Andalusien, Susana Diáz, will 2014 gegen Arbeitslosigkeit und für die Wiedererlangung der verlorenen Rechte und Freiheiten der Bürger kämpfen”. Wörtlich erklärte sie: “Die Beschäftigung muss für das kommende Jahr Priorität haben, denn ein Arbeitsplatz ist am besten dazu geei…