Sonntag, 29. Dezember 2013

Transamazonica km 145 ist Anlass für ein Progrom

Am vergangenen Freitag besetzten 300 Personen Dörfer des Indio-Reservats Tenharim, das in den Gemeinden Manicoré und Humaitá gelegen ist. Die Region liegt etwa 675 km von der Amazonas-Hauptstadt Manaus entfernt. Die Besetzer wollten damit gegen das Verschwinden von 3 Bewohnern der Stadt Humaitá zu Beginn dieses Monats protestieren. Sie verdächtigen die Indios, diese Personen ermordet zu haben. Die Besetzer zogen eine Spur der Verwüstung nach sich, sie zündeten Häuser und Fahrzeuge im Indio-Dorf von Mafuí an.

Unter anderem zerstörten sie auch eine Mautstelle, die die Indios errichtet hatten. Die Transamazonica führt nämlich durch ihr Reservat und daher leiten sie auch das Recht ab, einen Straßenzoll zu erheben. Die Besetzer gingen gezielt gegen die Indios vor. Vor ihrem Angriff auf das Dorf unterbrachen sie die Stromversorgung. Der Techniker der Elektrizitätsgesellschaft erklärte, dass auf die Versorgungseinrichtung geschossen wurde. Zwei Tage vor der Besetzung des Indio-Dorfes kam es in Humaitá zu einem Progrom, bei dem etwa 2.000 Personen den Sitz der Indio-Behörde FUNAI, die Gesundheitsstation des Indio, 13 Fahrzeuge und ein großes Schiff am Ufer des Rio Madeira anzündete. Etwa 140 Indios flüchteten danach in die Kaserne der Armee in Humaitá, weil sie um ihr Leben fürchteten.

Es sind vor allem wieder die Holzfäller und –händler, die für ihre brutale Gewalt in der Amazonasregion bekannt sind. Nach Meinung eines ihrer Vertreters, mussten sie gegen die Erhebung eines Straßenzolls einschreiten. “Wenn wir das nicht stoppen, dann geht es uns wie unseren drei verschwundenen Freunden”, verkündet er. In Humaitá wird deren Verschwinden mit dem Tod des Kaziken Ivan Tenharim in Verbindung gebracht, der nach Meinung der Indios einem Mordkomplott zum Opfer gefallen ist. In Humaitá verdächtigt man die Indios nun, die drei Personen aus Rache für den Tod ihres Kaziken umgebracht zu haben.

Ist die Verdächtigung eine billige Entschuldigung, um die Indios auch in ihren letzten Reservaten gefügig zu machen? Die Richterin Tania Pacheco vom Bundesregionalgericht der 1. Region hat heute eine einstweilige Verfügung erlassen, in den sie die Bundesbehörden auffordert innerhalb von 24 Stunden “notwendige Maßnahmen zu treffen, um das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die Güter des Tenharim-Volkes im Wege eines Einsatzes der öffentlichen Sicherheitskräfte (Armee, Bundespolizei und Nationalgarde) sicherzustellen. Nach Meinung der Richterin gibt es keine Zweifel, dass “die Indio-Bevölkerung der Tenharim jeder Art von Gewalt und Respektlosigkeit bezüglich ihrer grundlegenden Rechte ausgesetzt wird und zwar im folgenden: Durch Zerstörung und Vandalismus der Einrichtungen, die für ihre Bedürfnisse errichtet wurden, durch Verwüstung ihrer Dörfer und Beeinträchtigung ihres Bewegungsfreiheit. Des weiteren sei erforderlich, dass geeignete Maßnahmen gegen die Verleumdung des indigenen Volkes der Tanharim, die zur Zeit in Humaitá ihrem eigenen Schicksal überlassen werden ergriffen werden. Es soll ihnen wie in der nationalen und internationalen Gesetzgebung vorgesehen ihr Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit, der Schutz ihrer Ländereien und ihrer Güter garantiert werden”.

Inzwischen hat eine Sondereinheit der Armee und Bundespolizei 60 Besetzer aus dem Reservat vertrieben. Gleichzeitig wurde die Suche nach den 3 Verschwundenen intensiviert. Die Situation bleibt jedoch weiterhin angespannt, eine Gruppe der Besetzer kampiert zur Zeit auf der Transamazonica.

Informationsquelle
Área indígena Tenharim é atacada no Amazonas – Estadao
União tem 24 horas para garantir vida, integridade física e bens do povo Tenharim, através de seus órgãos de segurança pública – Combate Racismo Ambiental

Freitag, 27. Dezember 2013

Ab 1. Januar geht in Großbritannien die Welt unter

In einer E-Petition, die von 153.798 Briten gezeichnet wurde, wird unter dem Titel “Stoppt die Masseneinwanderung von Bulgaren und Rumänen 2014, wenn die EU-Restriktionen über Einwanderung abgemildert werden” eine Neuverhandlung der Einwanderungsgesetze innerhalb der EU verlangt mit dem Ziel, dass Rumänen und Bulgaren weitere 5 Jahre die vollen Rechte von EU-Angehörigen versagt werden. Als Grund nennt die Inititative: “Sind die Restriktionen einmal gefallen haben alle neu Ankommenden das Recht auf Sozialhilfe, Mietzuschüsse, Kindergeld, Arbeitslosengeld usw. Man schätzt, das zur Zeit 1,5 Millionen Menschen aus den beiden Ländern auf Arbeitssuche sind”.

Die britischen Medien, insbesondere die Skandalblätter, haben das Thema in den letzten Monaten derart aufgebauscht, dass man eher an schwarzen britischen Humor, der sich wieder mal an irgendwelche “Hunnen” auslässt, denkt, wenn man die angsteinflößenden Schlagzeilen liest. Der konservative Abgeordnete Philip Hollobone drohte vor kurzem: “Wir importieren eine Welle an Kriminalität aus Rumänien und Bulgarien”. Für Hollobone besteht Rumänien nur aus einem Volk von Bettlern und Taschendieben, die die Londoner Metro unsicher machen. Ansonsten hat er von Rumänien nichts begriffen oder er will nicht mehr begreifen, weil das sonst sein Weltbild stören könnte.

Wie kommt das bei den Rumänen an? Die haben langsam, aber sicher die Nase voll von der ungeheuren Arroganz, die ihnen von den britischen Inseln ins Land bläst. Inzwischen weiß auch der Bauer auf dem Land, dass er bei den Briten unerwünscht ist. Die Zeitung Adevarul schreibt in einem Bericht über das Thema “Das hässliche Gesicht Großbritanniens, rumänische Einwanderer und der Mythos vom polnischen Klempner”. Die Zeitung erinnert daran, dass die Fremdenphobie in Britannien schon früher gut entwickelt war und erinnert daran, dass bereits vor 10 Jahren der damalige Premierminister Blair die polnische Gefahr heraufbeschworen hat und schreibt: “In den Jahren ab 2000 entstand der Mythos des “polnischen Klempners”, der für billige Arbeit aus dritter Hand stand. 2005 als die Polen keine Restriktionen mehr hatten bezüglich einer Arbeitsaufnahme in der EU, haben die Franzosen, Schweizer und Briten eine Kampagne ähnlichen Ausmaßes losgetreten.”

Britische Journalisten bereisten Rumänien und sahen Dörfer, in denen es noch kein fließendes Wasser, keine Elektrizität und keine Arbeitsplätze oder Möglichkeiten zum Schulbesuch gab. Daraus schnitten sie sich ihre Horrorberichte zu recht. Adevarul befragte noch einmal die Bevölkerung an diesen Orten und erfuhr, dass die Situation von den Briten völlig einseitig geschildert wurde. Viele der Interviewten erklärten, dass keine Absicht hätten nach Großbritannien auszuwandern.

Ein Europaparlamentarier der British National Party, Nick Griffin, gab einer bulgarischen Nachrichtenagentur ein Interview, in dem er sich, gefragt nach den Hetzberichten der britischen Presse bezüglich Rumänen und Bulgaren wand und drehte und schließlich mit dieser Erkenntnis herausrückte: “Die Skandalpresse konzentriert sich in der Tat auf die Rumänen und Bulgaren. Ich glaube, dass der Grund dafür im wesentlichen ist, dass sie weiße Europäer sind. Das größte Problem in Vereinigten Königreich sind aber muslimische Einwanderer vom indischen Subkontinent und Pakistan. Es ist aber politisch inkorrekt, sie zu kritisieren. Es ist leichter europäische Einwanderer zu kritisieren”.

Der wahre Grund für diese Hetze ist also Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit. Und dafür ist jedes Ereignis recht, auch die Aufhebung der Arbeitsaufnahme-Restriktionen für Rumänen und Bulgaren. Es wird mit Ängsten gespielt, um Aufklärung zu verhindern. Mit Erfolg: Eine orientierungslose britische Regierung lässt sich in dieser Angelegenheit von der schäumenden Meute vor sich her treiben und meint damit in den nächsten Wahlen bestehen zu können.

Informationsquelle
e-petition Stop mass immigration from Bulgarian and Romanians in 2014, when EU restrictions on immigration are relaxed
Păzea, mai sunt şase zile: vin românii! Faţa urâtă a Marii Britanii, imigranţii români şi mitul instalatorului polonez – Adevarul
Interview of 2013: Nick Griffin: UK Press Targets Bulgarians, Romanians Because They Are White Europeans, Not Muslims

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Wie die Franzosen mit lästigen Weihnachtsgeschenken umgehen

Ein Institut für Meinungsumfragen hat nachgeforscht, was die Französinnen und Franzosen denn so mit ihren Weihnachtsgeschenken machen und dabei festgestellt, dass für viele das Beschenkt werden eher Routine ist und dass sie von den Geschenken nicht gerade sinnvolles erwarten. 57% der Franzosen wollen dieses Jahr ihre Geschenke deshalb gleich wieder los werden. Sie beabsichtigen es oft original verpackt wieder zu verkaufen. Letztes Jahr waren es nur 30%, die auf diese Art und Weise mit ihren Geschenken umgingen.

Das Meinungsforschungsinstitut hat herausgefunden, dass die Meisten am schnellsten die Geschenke von entfernten Verwandten (56%), Kollegen (43%), Freunden (29%) und Schwiegereltern (27%) los werden wollen. Am wenigsten Skrupel haben dabei die Jungen. 63% der 18-24-jährigen und 73% der 25-34-jährigen planen mit ihren erhaltenen Geschenken Geschäfte zu machen. Dabei hilft ihnen die Kenntnis der Verkaufsmöglichkeiten über das Internet.

Gewissensbisse? Ein wenig, 42% der befragten Franzosen halten den Verkauf von Weihnachtsgeschenken für legitim. Als Rechtfertigungsgrund nennen sie die gegenwärtige Wirtschaftskrise. Nur 18% sind schockiert über das Verhalten solcher Landsleute. Aber zugeben, wie man mit dem Geschenkten umgeht, das ist auch nicht so einfach. 83% erklären, dass sie dem Schenker verschweigen, was sie mit seinem Geschenk treiben und immerhin 73% würden sich schämen, wenn der Schenker erfahren würde, was sie getan haben.

Unbeliebt sind CD/DVD, Videospiele, Dekorationsgegenstände, High-Tech-Waren und Bücher. “Das was vor Weihnachten am meisten gekauft wurde, wird danach auch am meisten wieder verkauft”, erklärt ein Sprecher des Meinungsforschungsinstitut. Und besonders oft wurden in der Vorweihnachtszeit in Frankreich der letzte Roman von Stephen King und das Video-Spiel “Fifa” gekauft. “Das sind zum Teil unpersönliche Geschenke, die die Leute oft auch doppelt bekommen”, meint der Meinungsforscher. Auch sehr unbeliebt sind aber Kleider und hier mit Abstand Krawatten, aber auch Smartphones und Tablet-Computer.

Verkauft wird mit Vorliebe im Internet bei eBay oder Amazon. Die Händler sind wegen der Konkurrenz nicht frustriert, sie erwarten gegen Ende des Monats und damit des Jahres eine neue Einkaufswelle, denn viele Franzosen erhalten Ende Januar ihr Weihnachtsgeld und dann kaufen sie sich, was sie sich immer gewünscht haben!

Informationsquelle
Six Français sur dix prêts à revendre leur cadeau de Noël – Le Figaro

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Brasilien versetzt dem VW-Bus den Todesstoß

Früher war der VW-Bus mal ein Kult-Fahrzeug, das Abenteuerlustige mit seiner robusten Konstitution Weltreisen erlaubte. In Deutschland wurde seine Produktion vor 30 Jahren eingestellt und vor 20 Jahren stellten auch die Volkswagenwerke in Mexiko die Produktion ein. Nicht so aber in Brasilien, wo er bis heute noch produziert wird. Der Nationale brasilianische Verkehrsrat “Contran” hat nun etwas dagegen, dass die Produktion ungestört weiter läuft. Er hat gestern das Gesuch von Volkswagen, den VW-Bus noch 2 Jahre weiter produzieren zu dürfen, abgelehnt.

In Brasilien wird der VW-Bus alter Bauart “Kombi” genannt. Contran hat einen Weiterbau untersagt, weil das Fahrzeug seit langem nicht mehr den Erfordernissen der Verkehrssicherheit entspricht. So ist er weder mit Airbag noch mit ABS-Bremsen ausgestattet. Die Auflage zur besseren Sicherheitsausstattung haben nach Meinung der Behörden dem Unternehmen genug Zeit gelassen, um die Produktion auf den neuesten Sicherheitsstand zu bringen. VW Brasilien hat diese Frist untätig verstreichen lassen und hoffte zusammen mit protestierenden Gewerkschaften und der Drohung des Arbeitsplatzabbaus, Contran zum Einlenken zu zwingen.

Der brasilianische Minister für Städtebau, Aguinaldo Ribeiro, sagt dazu: “Die brasilianischen Fahrzeuge sind so teuer, dass man als Gegenleistung mehr Sicherheit der Fahrzeuge verlangen kann. Das Leben der Menschen hat keinen Preis”. Volkswagen Brasil scheint eher der Meinung zu sein, dass seine Gewinne wichtiger sind. Nach außen sind es aber die Arbeitsplätze, die in Gefahr sind. Für die Kombi-Produktionslinie sollen 1.000 Beschäftigte tätig sein. Ribero lässt sich aber von diesem Argument nicht beeindrucken, er ist der Ansicht, dass man diese Beschäftigten gut an andern Produktionslinien unterbringen könne.

Kein Wunder, dass die Autoindustrie Brasiliens keinerlei Anzeichen zeigt, an der Spitze des technologischen Fortschritts voranzugehen. Der brasilianische Automarkt wird durch hohe Einfuhrzölle vor der internationalen Konkurrenz geschützt. Die EU hat bei der Welthandelsorganisation WTO gegen die Praxis der Brasilianer, hohe Importzölle zu verlangen, geklagt. Aber nicht nur die Europäer, sondern auch die Japaner und Chinesen stört, dass Brasilien 2011 einen Importzoll von 30% auf eingeführte Fahrzeuge erlassen hat. Für die Kläger handelt es sich dabei um wettbewerbsverzerrende Maßnahmen zum Schutz der einheimischen Autoindustrie. “Diese Maßnahmen behindern den Handel und führen zu höheren Preisen für die brasilianischen Konsumenten, schränken das Angebot ein und verhindern den Zugang zu innovativeren Produkten”, erklärte ein Vertreter der Kläger.

Volkswagen kann es eigentlich besser, aber wenn die Automobilindustrie nicht zum Fortschritt gezwungen wird, tut sie auch nichts. Siehe Katalysator, Partikelfilter oder Flottenverbrauch. So verschwindet nun der Dinosaurier der Kleintransporter per Weisung vom Staat unrühmlich auf dem Schrottplatz oder in den Garagen von Veteranen-Liebhabern.

Informationsquelle
Órgão de segurança de trânsito decreta o fim da Kombi – Estadao

Dienstag, 17. Dezember 2013

Rumänisches oder vietnamesisches Schwein als Weihnachtsbraten?

Diese Frage bewegt die Zeitung Adevarul. Rumänen sind große Fleischesser und beim Konsum spielt das Schweinefleisch eine große Rolle. Die Fleisch- und Wursttheken der Lebensmittelmärkte quellen über. Bis zur Jahrtausendwende war die Haus- oder besser gesagt Straßenschlachtung sehr beliebt in Rumänien. Im Herbst hingen an den laublosen Bäumen zwischen Bukarest und der Donaustadt Giurgiu Schweinehälften. Geschlachtet wurden die armen Tiere auf offener Straße und zur besseren Bearbeitung in die Bäume gehängt. Nur an Ostern wurden sie von Lämmern abgelöst. Dem hat die EU mit ihren Hygiene-Richtlinien einen Riegel vorgeschoben.

Wir nahen uns Weihnachten und da spielt der Weihnachtsbraten eine wichtige Rolle. Dem rumänischen Schwein macht jetzt das Schwein einer vietnamesischen Rasse Konkurrenz. Der Einkauf der Ferkel ist billig, aber bei Schlachtreife bekommt man für die vietnamesische Version das vierfache oder mehr eines rumänischen Schweines. Zudem gelten die Vietnamesen-Schweine als ökologisch, weil sie nur Gemüse fressen. Wer aus Patriotismus trotzdem ein rumänisches Schwein essen möchte, der sollte das “Marele Alb” (das große Weiße) nehmen, denn es wird der Tradition entsprechend von den Bauern nur mit Mais, Weizenschrot und Grünfutter gefüttert.

Aber gegen die Vorzüge des vietnamesischen Schweins hat es auch das Große Weiße aus Rumänien schwer. Adevarul berichtet von einem Schweinezüchter, der diese Schweineart in den höchsten Tönen lobt: Es wird nicht schwerer wie 80 kg, enthält kein Cholesterol und kann auch von solchen Menschen gegessen werden, denen der Doktor das Schweinefleisch verboten hat. Da atmet die Welt der am Genuss von zu viel Schweinefleisch erkrankten Menschen in Rumänien auf. Hier verspricht jemand Genuss ohne Reue.

Es gibt auch noch viele kleine Schweinezüchter in Rumänien. Das Ehepaar Ioana und Ionel hat Adevarul zu Wort kommen lassen. Die beiden ziehen jedes Jahr 2 Schweine auf. Eines wird ihrem Haushalt geopfert und das zweite wird verkauft. Die beiden sind überzeugt, dass ihre Schweine gesund sind und sie schwören darauf, dass diese nur mit Mais, Weizenschrot und Grünfutter gefüttert wurden. Frau Ioana erzählt. “Ich habe sie alleine groß gezogen, denn unser Opa ist krank. Ich habe das ganze Jahr schwer gearbeitet, um sie groß zu bekommen und nun muss ich eins weggeben. Eines schlachten und das andere verkaufen wir. Der Preis ist nicht gerade gut, aber so ist es halt”, meint sie. Ihre Ehemann ist da anderer Meinung: “Wir bekommen jedes Jahr etwas mehr dafür, Wir sind zufrieden. Eines schlachten wir und das andere wird verkauft. Wir geben es mit 10 Lei (2,25 €) pro Kilo ab. Es ist nicht schwer Kunden zu finden, Jetzt ist ja die Saison dafür. Die Leute müssen wissen, dass die Schweine, die hierzulande hochgezogen werden, besser sind. Ich zum Beispiel gebe ihnen Mais, Grünzeug, Hülfsenfrüchte und Schrot.”

Aber wird da nicht wieder entgegen den Vorschriften der hygieneversessenen EU privat geschlachtet? Manches deutet daraufhin. Ein Tierarzt weist daraufhin, dass auf jeden Fall eine Überprüfung der Schweine auf Trichinen vorgeschrieben sei. Die Trichinenschau koste auch nur 10-12 Lei. Das wäre nicht teuer und es sei wichtig, dass man das Fleisch eines gesunden Schweines esse. Die rumänischen Märkte füllen sich in den letzten Tagen mit Angeboten an schlachtreifen Schweinen, sogar im Internet kam man sie inzwischen kaufen. Die Rumänen sind überzeugt, dass die Schweine die ideale Grundlage sind, um die traditionellen Schweinefleischgerichte an Weihnachten auf den Tisch stellen zu können.

Informationsquelle
Porcul românesc vs. porcul vietnamez: plusuri şi minusuri – Adevarul

Freitag, 13. Dezember 2013

Madrid verabschiedet sich von Eurovegas

Madrid wollte auf jeden Preis den US-Milliardär Adelson zur Einrichtung eines Spiel- und Zockerviertels mit Namen Eurovegas bewegen. Ausgesucht wurde bereits ein Gelände von 750 Hektar in Madrid-Alcorcón. Milliardär Adelson und seine Investorengruppe “Las Vegas Sands” spielten Katz und Maus mit Madrid und Barcelona mit dem Ziel, wer nimmt mir jedes unternehmerische Risiko ab und sorgt für große Kasse. Barcelona winkte irgendwann einmal ob der vielen Erpressungen ab. Nur Madrid meinte, dass man bei dem Projekt Vorteile haben werde. Aus diesem Traum ist die konservative Stadtregierung inzwischen brutal erwacht.

Heute verkündete “Las Vegas Sands”: “Nach monatelangen Verhandlungen mit mehreren Ebenen der spanischen Regierung sehen wir keine Grund unter den von uns für notwendig erachteten Kriterien die Verhandlungen fortzusetzen. Wir werden deshalb aggressiv nach anderen Möglichkeiten in Asien zu suchen”. Über die Gründe lässt sich die Investorengruppe nicht aus, aber aus spanischen Regierungskreisen war zu erfahren, dass die Verhandlungen letztlich daran gescheitert waren, dass die Regierung eine Entschädigung zahlen sollte, falls durch eine spätere Gesetzesänderung die Gewinnerwartungen von Eurovegas geschmälert würden. Aus diesen Kreisen war auch zu erfahren, dass die verlangten Bedingungen kurzfristig gestellt wurden und ohne Beispiel bei bisherigen Investitionen der Investorengruppe war. Das war dann sogar den feurigsten Eurovegas-Befürwortern eine Nummer zu groß. Die Absage kam auch von der spanischen Regierung, die wohl letztendlich hätte die Kosten tragen müssen und nicht von den lokalen Akteuren der Region und der Stadt.

Die Regierung der autonomen Region hatte vor einiger Zeit noch großmundig verkündet, dass es eine “bodenlose Dummheit” wäre, das Projekt nicht umzusetzen. Die Dummheit fängt eher ganz unten an, wie sich jetzt herausstellt. Milliardär Adelson hatte angeblich nicht genügend Geld, um die Investition zu finanzieren. Also sucht man sich dumme Volksvertreter, die man mit einer dicken Wurst ködern und am Schluss als Trottel dastehen lassen konnte. Es ist gut für den spanischen Steuerzahler, dass das Spiel daneben ging.

Milliardär Sheldon Adelson, angeblich der 11.-reichste Mann der USA, hat einen neuen Feind, der seinen immensen Gewinnerwartungen Probleme macht: Das Online-Glücksspiel. Das scheint seinem Imperium in Las Vegas heftig zu zusetzen. Zur Zeit setzt er den us-amerikanischen Kongress unter Druck. Ein Heer von Advokaten und Lobbyisten soll erreichen, dass in den USA Online-Glücksspiele verboten werden. Laut Sheldon ist er bereit, für das Erreichen dieses Ziels “jede Summe” auszugeben.

Na ja, Politik ist halt in den Augen solcher Menschen käuflich. Zum Glück hat das in Madrid nicht funktioniert.

Siehe auch
Madrid soll das Zentrum der europäischen Spielsucht werden
Euro Vegas lässt Barcelona nach einer fetten Wurst schnappen

Informationsquelle
Eurovegas pincha en España – Público
Sheldon Adelson Says He Is 'Willing To Spend Whatever It Takes' To Stop Online Gambling

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Wo die neoliberalen Retter der Welt kläglich versagen

Schatzkanzler George Osborne gab vor kurzem seine Herbst-Erklärung im britischen Parlament zum aktuellen Stand der britischen Wirtschaft und die von der Regierung geplanten Maßnahmen zur Sicherung des Haushalts ab. Ein Hauptziel ist und bleibt, den Briten den Wohlfahrtsstaat völlig zu vergällen. Dies ist eine Politik, die bereits Margret Thatcher mit eiserner Faust begonnen hatte und die unter Tony Blair in etwas abgewandelter Form weiter geführt wurde. Die Zuflüsterer in Hintergrund sind die neoliberalen Wirtschaftsexperten, die von der USA unter Reagan ausgehend glaubten, die Weltwirtschaft mit ihren Rezepten von der freien Entwicklung der Märkte für alle zum Paradies werden zu lassen.

Dass auch diese wirtschaftwissenschaftliche Richtung krachend versagt hat, das beweist der Zustand des doch so hochgelobten Musterschülers Vereinigtes Königreich. Es geht einigen gut, aber sehr vielen sehr schlecht, das ist die Folge dieser Politik und Großbritannien ist weit davon entfernt eine wirtschaftliche Großmacht zu sein. Der Journalist Aditya Chakrabortty hat in der Zeitung “The Guardian” den Stand der Dinge auf der Grundlage der Schatzkanzler-Äußerungen unter dem Titel “Geben wir es doch zu: Britannien ist jetzt ein Entwicklungsland” zusammengefasst.

Die Rede des Schatzkanzlers bewertete er als ein zweimal im Jahr stattfindende Ritual, das so unklar und langweilig ausfiel, dass die meisten schon wieder vergessen hätten, was er gesagt habe. Die britischen Realitäten im Erziehungswesen sei, dass man in der kürzlich veröffentlichten Pisa-Studie in den Naturwissenschaften gleichauf mit Vietnam liege und noch hinter den Bewohnern von Macao bei Mathematik. In der Übersicht des Weltwirtschaftsforums (WEF) zur Wettbewerbsfähigkeit von 148 Ländern liege man hinter Chile und das öffentliche Verkehrssystem werde noch schlechter wie das von Barbados eingestuft. Britanniens Wirtschaft sei weit davon entfernt unangefochten auf der Überholspur dahin zu düsen, stattdessen werde man mit stotterndem Motor von den asiatischen Tigern wie Südkorea und Taiwan überholt.

Bei der Geschlechtergleichheit liege man nach der WEF-Übersicht hinter Nicaragua und Lesotho. Investitionen durch die Wirschaft? Die Zeitschrift “The Economist” denke, dass Britannien darum kämpfe nicht von Mali überholt zu werden. Osborne habe zwar vor kurzem mehrere Millionen in die Grundlagenforschung an den Universitäten gesteckt, aber diese Anstoß-Finanzierung wirke nur in Ländern mit einer Fertigungsindustrie wie in Deutschland, aber nicht in Britannien mit seiner entkernten Industrie und nicht mehr funktionierenden Versorgungskette. Die Zuschüsse hätten sich deshalb als Geldeinwurf in ein Fass ohne Boden erwiesen.

Die britischen Ressourcen würden von einer kleinen internationalen Elite abgeschöpft, die oft keinen Anlass sehe, dem britischen Steuerbeamten etwas zu hinterlassen. Man habe zwar iPads und Breitbandversorgung, aber auch völlig überlaufene Lebensmitteltafeln. Bei der sozialen Mobilität habe Britannien das schlechteste Resultat aller entwickelten Länder. Der Wohlstand sei konzentriert in den Händen weniger und die öffentlichen Ordnungskräfte würden nur noch als Miliz für die Reichen eingesetzt. Friedlicher Protest werde von diesen unterdrückt, deshalb finde man die Polizei inzwischen auch auf dem Campus der doch so wirtschaftsfreundlichen Universitäten.

Und er endet mit der Schlussfolgerung: Wenn wir unsere Richtung nicht ändern, werden wir im besten Fall in einer Ecke der Weltwirtschaft mit der Spezialität einer Schweine-Samen-Datenbank sitzen. Das Vereinigte Königreich des Spoink.

Informationsquelle
Let's admit it: Britain is now a developing country – The Guardian

Sonntag, 8. Dezember 2013

Rio de Janeiro: Kriminalität an touristischen Brennpunkten wächst

Da hat Rio schon auf mehr Ruhe und Frieden auf Grund der Aktionen der Polizei gehofft, aber schon flammt die Kriminalität von Neuem auf. Und das im Anblick der Fußball-WM im kommenden Jahr. Angestiegen sind die Delikte Raub und Diebstahl und die besonders betroffenen Gebiet sind die Viertel Lapa, Santa Teresa und Tijuca. Die Bandenüberfälle an den Stränden Rio’s nehmen zu, vor allem bei Einbruch der Nacht. Am gefährlichsten ist es zur Zeit im National Park von Tijuca, von wo die Wege zum Corcovado führen und wo die meisten Überfälle in letzter Zeit gezählt wurden.

Gegenüber 2012 haben z.B. im Stadtteil Santa Teresa die Überfälle um 39% zugenommen. Am Feiertag “Zumbi dos Palmares” (20. November) störten Banden die Strandbesucher erheblich. Es gab viel Unruhe und viele Verhaftungen. Eine Woche darauf kam es wegen der Überfälle am Strand von Copacabana zu panikartigen Szenen von Anwohnern und Touristen. Am 1. Dezember wurde bei einem Überfall ein 19-Jähriger erschossen und am folgenden Tag ein Obdachloser erstochen.

Am 3. Dezember begann die Stadtverwaltung mit der “Operation Sommer” (Operação Verão) an den Stränden. Deren Ziel ist die Unterdrückung des illegalen Handels, des Parkens an verbotenen Stellen, das Verbot sportlicher Betätigung, die die Badenden stören und die Mitnahme von Tieren an den Strand. Während sich also die Verwaltung um die Strände kümmern, sind im Stadtteil Lapa und im Zentrum die fehlende Sicherheit buchstäblich greifbar. Die Varietés und Restaurants im Lapa sind beliebte Touristenattraktionen. Durch die steigende Kriminalität meiden immer mehr Touristen den Ort und die Besitzer der Lokale beklagen sich über Einnahmeausfälle.

Die Praça Tiradentes (Tiradentes Platz), die zum öffentlichen Kulturerbe gehört und vor kurzem vollständig renoviert wurde, ist inzwischen gezeichnet von einer alarmierenden Zunahme von “Crack”-Konsumenten, Überfällen und neu entstandenen Bordellen. Die Polizei lässt sich dort so gut wie nicht blicken, obwohl an diesem Ort sich auch die bekanntesten Theater von Rio, das “Carlos Gomes” und “João Caetano” befinden. Ein Sicherheitsexperte erzählt, dass er in den letzten Monaten eine erhebliche Verschlechterung der Sicherheitssituation an der Praça Tiradentes feststellen konnte und das obwohl es in dem Viertel ein Bataillon der Militärpolizei, das Hauptquartier der Militärpolizei und eine Polizeidienststelle gebe. Aber es gebe kaum Patrouillen und die Schar der Drogenkonsumenten am Platz habe beängstigend zugenommen. Und bezüglich der Prostitution berichtet er: “Vor kurzem als ich über den Platz ging, drückte mir eine Frau einen Zettel in die Hand, auf dem stand “halbe Stunde für R$ 15” Er befragte die Prostituierte und erfuhr, dass der Ort von Drogenabhängigen übernommen worden war und sie berichtete: “Ich konnte noch nie eine solche Zunahme von Drogenabhängigen hier auf dem Platz beobachten. Das bringt nichts, wenn der Ort schön ist, aber ohne Sicherheit. Klar, dass das unsere Arbeit erheblich beeinträchtigt. Meine Klientel sind zum Beispiel ältere Männer und die wollen nichts riskieren bei der Gewalt, die hier vor kurzem geherrscht hat.”

Nachdem mehrere Favelas von der Polizei befriedet wurden, sind nach Ansicht von Sicherheitsexperten die Banditen zu einer neuen Taktik übergegangen. Die Art der Delikte, deren Zunahme zu beobachten ist, lassen auf Banditen aus der “zweiten Reihe” schließen, die nachts heimlich von den Favelas herabsteigen. Ein Wissenschaftler der Bundesuniversität von Rio fertigte eine umfassende Studie, die die Gründe für die wachsende Kriminalität an den touristischen Brennpunkten, benennt. Nach Meinung des Wissenschaftlers haben die Banditen die mit teuren Kameras, Schmuck und anderen Wertsachen ausgestatteten Touristen als günstige Opfer entdeckt. Der Staat habe zwar die kriminellen Zentren an der Peripherie befriedet, habe aber damit für eine Verstreuung der Kriminellen über die ganze Stadt gesorgt. Aus der Studie geht auch hervor, dass der Konsum von Crack in Rio beängstigende Ausmaße angenommen hat. Und das nicht zuletzt wegen der Auflösung der alten Drogenbanden, die früher mit anderen Drogen handelten.

Informationsquelle
Criminalidade cresce em pontos turísticos do Rio – Jornal do Brasil

Freitag, 6. Dezember 2013

Dacia Renault verschnupft über rumänische Autobahnpläne

Die rumänische Regierung hat vor kurzem ihre Planung zum Ausbau des rumänischen Autobahnnetzes vorgelegt. Danach sollen bis zum Jahr 2020 über 1.200 Autobahnkilometer neu gebaut werden. Die Zeitung “Romania Libera” schreibt dazu, dass es in Rumänien seit der Revolution 5 bis 10 solcher Ausbaupläne gab, aber kein einziger Plan erfüllt worden sei. Trotzdem wächst das rumänische Autobahnnetz, wenn auch sehr langsam. Zur Zeit stehen aus dem EU-Kohäsionsfonds dafür 3 Milliarden Euro zur Verfügung.

Ministerpräsident Ponta will mit diesem Geld erst einmal die Autobahn Bacău-Roman mit Abzweigungen nach Iaşi und Târgu Neamţ erstellen lassen. Wo das liegt? Östlich des Karpatenbogens, in der rumänischen Moldau-Region Richtung Grenze Moldawien. Als nächstes soll die Strecke Piteşti-Râmnicu Vâlcea ausgebaut werden. Von Piteşti bis Bukarest gibt es dann das lange Zeit einzig existierende Autobahnteilstück nach Bukarest. Weitere Ausbaupläne beziehen sich auf CraiovaCalafat an der rumänisch-bulgarischen Grenze und Bukarest – Alexandria (Richtung Donau). An Mittel- und Westeuropa sollte Rumänien über die Autobahn vom ungarisch-rumänischen Grenzort Nadlac über Arad, Sibiu / Hermannstadt nach Bukarest angeschlossen werden.

Vor allem die Autobahn von Nadlac nach Hermannstadt und weiter nach Bukarest ist von besonderer Bedeutung. Und ausgerechnet hier hat sich die Regierung eine neue Trassenführung überlegt. Die bisherige Streckenführung der entsprechenden stark befahrenen Nationalstraße querte die Karpaten von Hermannstadt nach Süden durch das Olt-Tal  und erreichte in Râmnicu Vâlcea die Walachei und führte dann nach Piteşti und Bukarest. Eine Abzweigung in Râmnicu Vâlcea verband auch die Stadt Craiova mit Straße durch das Olt-Tal. Die Regierung will jetzt, dass diese Autobahn von Hermannstadt Richtung Braşov / Kronstadt weitergeführt wird und von dort über den Pass bei Predeal durch das Prahova-Tal nach Ploieşti und weiter nach Bukarest führt.

Führt schon die neue Priorität für das Autobahnstück Bukarest nach Alexandria, wo das Verkehrsaufkommen keine Notwendigkeit für eine Autobahn erforderlich macht, zu einigem Kopfschütteln bei den Rumänen, so erregt die neue Streckenführung der Siebenbürgen-Autobahn nach Bukarest zu geharnischten Protesten eines wichtigen Industriezweiges, der Autoindustrie. Die Traditionsfirma “Dacia”, zum Renault-Konzern gehörend, hat nämlich ihren Sitz in Piteşti. Sie wünscht sich nichts dringender wie eine Autobahnverbindung durch das Olt-Tal nach Westeuropa, die die überlastete Nationalstraße ablösen sollte. Den Ausbau dieser Strecke hat die Regierung um 10 Jahre zugunsten der anderen Projekte verschoben, sie will stattdessen diesen Teil nur als “Weekend”-Autobahn ausbauen, was auch immer das bedeuten soll. Dacia stellt klar, dass das ganze Blödsinn ist. Ein Sprecher erklärte: “Es ist verrückt, dass man einen Wettbewerb zwischen den beiden Trassen aufbaut. Die Regierung ignoriert die Tatsache, dass die Strecke nach Kronstadt nicht die Zustimmung der EU hat und ignoriert die Tatsache, dass die Strecke Piteşti – Hermannstadt Teil eines internationalen Korridors ist. Die kürzlich im Parlament gemachte Verschiebung der Planung bezüglich des Ausbaus der Autobahn Piteşti – Râmnicu Vâlcea und von da nach Hermannstadt bis 2022 hat uns die Sprache verschlagen”. Dacia rechnet mit Mehrkosten von 10 Millionen Euro jährlich bezüglich der Exporttransportkosten, wenn die Autobahn über Bukarest – Kronstadt führen würde. Die durchschnittliche Geschwindigkeit der LKW’s durch das Olt-Tal beträgt zur Zeit 37 km/h. Von dieser Straße hängt auch Ford ab, die in Craiova ihre rumänische Produktionsstätte haben.

Informationsquelle
Şase motive pentru care autostrăzile lui Ponta vor rămâne pe hârtie –Romania Libera

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Unbefleckte Empfängnis wird zur ewigen Bürgermeisterin ernannt

La Linea de Concepción ist die Grenzstadt Spaniens zu Gibraltar. Seit 1870 trägt die Stadt den Beinamen “de la Concepción”, was soviel wie “La Linea von der Empfängnis” bedeutet. Maria, die Mutter Gottes, gibt es vor allem in Spanien in vielfältiger Ausfertigung, Zeugnis davon legen Mädchennamen ab, deren erster Bestandteil “Maria” ist, deren zweiter Teil sich aber im Laufe der Zeit verselbständigt hat. Davon zeugen “Socorro (Mariahilf), Concepción (Maria Empfängnis), Dolores (Maria von den Schmerzen) oder Mercedes (Maria von der Gnade)” und einige andere. So erklärte auch die Stadt La Linea “Maria de la Concepción” zu seiner Patronin und fügte den zweiten Teil seinem eigenen Namen hinzu.

Inzwischen leben wir im 21. Jahrhundert, aber La Linea hat bewiesen, dass man durchaus in der Lage ist, das Rad noch einmal zurück zu drehen. Der Stadtrat, regiert von den Sozialisten der Partei PSOE, hat beschlossen die “Immaculada Concepción” nicht nur als Stadtpatronin zu verehren, sondern sie zur “ewigen Bürgermeisterin” der Stadt zu erklären und ihr als Insignien der Stadt den “Dirigentenstab” in die Hand zu drücken und eine “Erinnerungsmedaille” um den Hals zu hängen. Damit hatte die derzeitige leibhaftige Bürgermeisterin eine Gipsfigur bei der Verwaltung ihrer Stadt zur Seite. Diese Bürgermeisterin erklärte, dass die Ernennung der Jungfrau einer Forderung der Bürger entspreche. Für der Ernennung musste die städtische Satzung für Auszeichnungen und Ehrungen geändert werden, da diese die Verleihung eines Amtes der Bürgermeisterin auf Lebenszeit nicht vorsah. An der “historischen” Sitzung des Stadtrates, in der die Ernennung erfolgte, nahm der Bischof von Cádiz und lokale Vertreter der katholischen Kirche teil.

Die Initiatoren der Ernennung war der Vorsitzende der Pfarrgemeinde Immaculada Concepción und der Priester Juan Enrique Sánchez. Letzterer hatte den Mut, die Ernennung mit der spanischen Verfassung zu begründen und zu behaupten: “Das bedeutet keinerlei Einmischung der Religion in die Politik und umgekehrt, da es ja nur ein Ehrentitel ist, der die unbestreitbare Verbindung von La Linea de la Concepción mit seiner Patronin anerkennt.” Anschließend sah er sich zu einem Solidaritätsaufruf an die Bürger veranlasst: “Ich ich möchte in Demut hier beim Akt der Ernennung unserer Patronin und zu ihren Füßen darum bitten, dass dies eine Herausforderung für uns sei, damit wir solidarischer in Zeiten werden, die unsere menschlicher Antwort herausfordern, und mehr Mitgefühl zeigen und uns christlicher verhalten”. Die eine Maria, die mit der “unbefleckten Empfängnis”, eine Behauptung, die auch ein Großteil der Katholiken nicht versteht, für Solidarität heranzuziehen, ist doch eine sehr gewagte Finte.

Nicht verwunderlich ist, dass auch die konservative Partei PP und die Andalusierpartei PA für die Ernennung stimmten. Nur die Vereinigte Linke (Izquierda Unida) hatte den Mut den Mummenschanz als eine “Beleidigung der Intelligenz und der Religionsneutralität des Staates” zu bezeichnen. Ihre Vertreterin im Stadtrat erklärte: “Das ist ein Mangel an Respekt. Nicht nur gegenüber den Personen, die keiner Konfession angehören, sondern auch gegenüber den Bürgern anderen Glaubens. Was mich am meisten schockiert ist, dass die PSOE das voran gebracht hat. Vor 2 Wochen haben sie noch erklärt, dass die Partei wieder linker wird”.

Ja, warum machen da die spanischen Sozialisten von der PSOE sogar federführend mit? Vor kurzem hatte die Partei, die die größte Oppositionspartei in Spanien ist, auf ihrem Parteitag beschlossen, dass man gegenüber der katholischen Kirche vorsichtiger vorgehen werde. Während der Regierungszeit hatte sich die spanische Kirchenleitung zu Drohungen jeder Art gegen die Sozialisten verstiegen. Und in Andalusien ticken die Uhren anders, der Götzenkult um die “Marias” jeder Provenienz ist weit verbreitet. Dabei werden auch die Marias gegeneinander ausgespielt. Den Theologen stehen da die Haare zu Berge, aber der Folklore ist es dienlich und die Kirche will da auch nicht so genau werden, denn über den Kult hat man ja auch die Bevölkerung mit Manipulationen jeder Art zur Hand. Sie muss sich nur auf die “Virgen” berufen, je nach Bedarf holt man eine der vielen aus der Kiste.

Ein Blogger der Zeitung “El Pais” beschreibt die Verzweiflung, die einen modern denkenden Spanier angesichts solcher Aktionen befällt: “Das ständige Gefühl des “déja vu”, das wir, die wir uns bereits in einem respektablen Alter befinden, haben, ist der Tatsache geschuldet, dass das vergangene Jahrhundert angehalten wurde und dass die Zeit sogar noch mehr zurückgedreht wird. Eine kuriose aber deprimierende Erfahrung, von der wir gedacht haben, dass wir sie nicht mehr erleben werden. Unsere Enkel haben bereits im Garten gebuddelt und spielen jetzt zwischen Halluzinationen und Ergötzlichkeiten, von denen wir gedacht haben, dass sie längst begraben wurden. ¡Porca miseria!”

Informationsquelle
El Ayuntamiento socialista de La Línea nombra a una virgen alcaldesa perpetua – andaluces.es

Dienstag, 3. Dezember 2013

Die EU quält sich mit lästigen Katalanen und Schotten

Der Sprecher der katalanischen Regierung, Francesc Homs, hat dieser Tage erklärt, dass spätestens zwischen dem 27. und 31. Dezember ein Beschluss über das Datum, die Art der Frage und das Vorgehen zum Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens feststehen werde. Für die Schotten steht das Datum ihrer Abstimmung fest: Es ist der 17. September 2014.

Die EU ist für die nach Unabhängigkeit strebenden Regionen ein wichtiger Ankerpunkt. Sie wollen auf jeden Fall in der EU bleiben, aber dann eben als selbständige Mitglieder. Die EU-Oberen sind nicht davon begeistert und versuchen diese EU-Euphorie zu dämpfen. Der Vizepräsident der EU-Kommission Joaquín Almunia hat im September den Katalanen in aller Deutlichkeit zu verstehen gegeben, dass die Katalanen, wenn sie sich für eine Unabhängigkeit von Spanien entscheiden, auch die EU verlassen müssten. „Wenn ein Teil einer Region eines Mitgliedslandes sich abtrennt, dann ist der abgetrennte Teil nicht Teil der Europäischen Union", sagte Almunia auf einer Konferenz in Barcelona. Nun ist Almunia nicht neutral. Als ehemaliger Minister der spanischen Zentralregierung ist sein Beharren auf der Einheit Spaniens verständlich. Seine Meinung hat nun Kommissionspräsident Barroso gegenüber einem katalanischen Abgeordneten des Europaparlaments bestätigt. Das beeindruckt die Katalanen aber nicht, Sprecher Homs beruft sich darauf, dass es keine offizielle Stellungnahme der Kommission gebe, weil es auch keine formale Anfrage der spanischen Regierung dazu gebe.

Kein Wunder, dass der Madrider Regierung die Entscheidung der britischen Regierung, den Schotten ein Referendum über die Unabhängigkeit zu erlauben, auf den Magen schlägt. Ministerpräsident Rajoy drohte den Schotten vor kurzem, dass sie als neuer unabhängiger Staat vorerst nicht zur EU gehörten und erst einen Beitrittsantrag stellen müssten. Um Schottland in die EU aufzunehmen, müssten alle 28 Mitgliedstaaten zustimmen. Spanien, vertreten durch die zentralistische Madrider Regierung, hätte also ein Folterinstrument für die Schotten in der Hand nach dem Motto “ohne mich geht nichts”. Die BBC schreibt, was Rajoy eigentlich damit bezweckte: “Die Kommentare des Ministerpräsidenten werden als eine Warnung an Katalonien verstanden, dessen Regierung eine Abstimmung über die Unabhängigkeit abhalten will”.

Es steckt aber noch viel mehr dahinter: Die Gefahr, dass die ganze Europäische Union eine völlig neue Zusammensetzung bekommt, dass die derzeitigen Nationalstaaten so wie es das ehemalige Jugoslawien gezeigt hat, auseinander fallen. Aber die Hoffnung besteht, dass es ein friedlicher Prozess sein wird, denn letztendlich bleibt man zusammen, als Angehörige der EU. Diese könnte dadurch auch bürgernäher und die Keimzelle für ein tatsächliches Vereintes Europa werden. Vielleicht alles eine Illusion, aber der Drang zu einer friedlichen Neuordnung der europäischen Nationalstaaten ist nicht mehr von der Hand zu weisen.

Siehe auch
Auch der Lehendakari setzt auf ein Europa von unten

Informationsquelle
Homs: "Resérvense del 27 al 31 de diciembre para el acuerdo sobre la pregunta" – El Periódico
Scottish independence: Mariano Rajoy says Scotland would be 'outside EU' – BBC

Sonntag, 1. Dezember 2013

Vergessliche Rumänen düpieren Prinz Charles

Prinz Charles, Thronfolger des Vereinigten Königreichs, hat eine gewisse Zuneigung zu Rumänien, insbesondere zu Siebenbürgen. “Die Presse” berichtet: “Einmal im Jahr erhält Sara Dootz aus dem rumänischen Viscri einen Anruf aus Großbritannien. Dann ist Charles am Apparat und gratuliert ihr zum Geburtstag. Die Bäuerin und der britische Thronfolger sind am gleichen Tag geboren, am 14. November. Der Prinz of Wales ist allerdings deutlich jünger als die Bäuerin aus Transsilvanien. „Charles und ich unterhalten uns auf Deutsch“, sagt die 75-Jährige, die den berühmten Freund als „sehr bescheidenen“ Mann schildert, der den einfachen Leuten in Rumänien mit Respekt und ohne Adelsallüren gegenübertrete. Zuletzt trafen die beiden einander im Mai des Vorjahres, als Charles in Viscri (Deutsch-Weißkirch) die erste Pflanzenkläranlage Rumäniens einweihte. Prinz Charles ist Schirmherr des Mihai-Eminescu-Trusts (MET). Die Stiftung kümmert sich in Siebenbürgen, wie Transsilvanien im Deutschen heißt, um den Erhalt historisch bedeutsamer Ortschaften. Viscri ist so ein Dorf.”

Prinz Charles hat also sein Herz an Rumänien verloren. Sein Enthusiasmus geht soweit, dass er den Rumänen das Filmprojekt “Wild Carpathia”, das die landschaftlichen Schönheiten Rumäniens in 3 Teilserien der Welt vorstellen sollte, mitfinanzierte. Die erste Serie finanzierte Prinz Charles und die beiden weiteren Folgen sollte die rumänische Regierung aus EU-Mitteln bezahlen und sie dann für die Tourismus-Werbung benutzen. Maria Grapini, geboren 1954, stammt aus Timisoara / Temesvar und ist derzeitige rumänische Staatsministerin für Tourismus. Sie gehört der konservativen Partei an und ist Unternehmerin. In den letzten Jahren wurde sie regelmäßig unter die 50 erfolgreichsten Frauen Rumäniens gewählt.

Als Unternehmerin müssen ihr die Haare zu Berge gestanden haben als sie nun hörte, dass Prinz Charles zwar seine freiwillige Bringschuld bezüglich der Filmserie erbracht habe, danach aber die 2 Teilserien, die Rumänien hätte organisieren und bezahlen müssen, wohl Opfer vergesslicher Beamter geworden ist. Frau Grapini berichtet: “Als der Film in Rumänien und London gezeigt wurde, war er ein großer Erfolg. Kenner sprachen von einer exzellenten Vorstellung. Dies war eine Möglichkeit, Rumänien mit Hilfe von Prinz Charles aus einer Image-Sackgasse zu holen. Der erste Teil wurde von Prinz Charles im Einvernehmen mit Rumänien erstellt und wir sollten dann den 2. und 3. Teil der Serie erstellen. Ich war völlig überrascht als ich im März auf der Tourismusmesse in Berlin vom Produzenten der Serie erfuhr, dass er seit 2 Jahren auf das Startzeichen für Teil 2 und 3, die von Rumänien finanziert werden sollte, warte. Das sah so aus wie eine rumänische Gaunerei, dass man sich den ersten Teil gratis erstellen lässt und dann nichts mehr tut. Das war sehr beschämend für mich. Ich habe mich darauf mit einem Sekretär des Prinzen Charles getroffen, habe unseren Botschafter angesprochen und gesagt, dass wir Rumänien aus dieser Sackgasse herausholen müssen. Ich habe, da die Zeit bis zum Start der Fortsetzungsserie sehr kurz war, in Bukarest angerufen, habe das Projekt freigegeben, denn die Kosten mussten wir nicht aus unserem Haushalt bezahlen, das bezahlte ja die Europäische Union. Wir konnten doch nicht zu unserer Schande uns nicht an die geschlossene Abmachung halten. Daraufhin konnten wir die beiden Folgen in kurzer Zeit erstellen. Prinz Charles hat mir dann über den britischen Botschafter danken lassen.”

Welcher Beamter hat da geschlafen oder hat auf die Weisung von oben gewartet oder wollte einfach noch einen kleinen Zuschuss für seine Bemühungen haben? Solche Fragen drängen sich auf. Sei wie es sei, die Filme sind jetzt fertig und sollen in 21 Ländern gezeigt und von den rumänischen Botschaftern vorgesellt werden. Im dritten Teil wird Prinz Charles interviewt, der in diesem Interview seinen Willen äußert, Rumänien weiterhin beim Erhalt seiner historisch bedeutsamen Ortschaften zu helfen.

Informationsquelle
Ministrul Turismului a explicat cum s-a făcut România de ruşine cu documentarele “Wild Carpathia” – Adevarul