Donnerstag, 31. Oktober 2013

Europäischer Mautkrieg: Elsässer jammern, dass Bretonen wieder mal nur an sich denken

LKW-Fahrer, denen die deutsche Maut zu teuer ist und die ohnehin von Deutschland kommend Richtung Europas Südwesten fahren wollen, nehmen gerne das kostenlose Teilstück der A35 im Elsass von der Südpfalz bis Mulhouse in Anspruch und sorgen damit am Brennpunkt Straßburg für eine erhebliche Fahrzeugverdichtung mit Dauerstaus und all den unangenehmen Folgen für das Umland. Seit Einführung der LKW-Maut in Deutschland drängt deshalb das Elsass auf die Einführung einer Abgabe auf den Schwerverkehr außerhalb der gebührenpflichtigen französischen Autobahnen. Mit der Eurovignette stellte die EU-Kommission den Ländern auch ein entsprechendes Instrument zur Verfügung.

Frankreich hat vor allem auf Drängen des Elsass bereits durch die Regierung Sarkozy ein entsprechendes Gesetz erlassen, mit dem eine Öko-Steuer (écotaxe) auf die Nutzung der Straßen durch Lastwagen erhoben wird. Am 1. Oktober 2013 sollte die LKW-Maut in Kraft gesetzt werden. Deswegen gingen in den letzten Wochen vor allem die Betroffenen in der Bretagne auf die Straßen. Ihr zum Teil aggressiver Protest hat Früchte gezeigt. Die Regierung hat die Einführung der Öko-Steuer vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben. In der Bretagne jubelt man, dass man damit die Regierung in die Knie gezwungen hat, aber im Elsass sind die Amtsträger sauer.

Die Zeitung Libération berichtet, dass die Steuer, die den bretonischen Zorn ausgelöst hat, vom Elsass vorgeschlagen wurde, um den zusätzlichen Schwerlastverkehr durch deutsche LKW-Maut-Flüchtlinge zu verhindern. Die Abgeordnete der französischen Grünen im Europaparlament, Sandrine Bélier erklärt: “Einer Vereinigung mit eigenen Interessen in einer Region gelingt es, die Regierung innerhalb 10 Tagen zum Rückzug bezüglich einer Maßnahme zu zwingen, die wir im Elsass bereits seit 8 Jahren fordern”. Philippe Richert, Präsident des elsässischen Regionalrats empört sich: “Wir haben bis zum Schluss gewartet und sieh da, jetzt stehen wir mit nichts da. Man kann nicht ein ganzes Land blockieren, weil eine Region den Spielverderber macht. Wenn wir hier protestieren, werden wir nicht gehört. Wir verlangen, dass das Elsass nicht mehr der Verkehrskorridor für die Lastwagen aus Deutschland ist, wir verdienen es, dass unsere spezielle Situation berücksichtigt wird.”

Aus all dem kann man schließen, dass wir auf einen europäischen Mautkrieg zusteuern. Ministerpräsident Seehofer in Bayern besteht ja bereits auf fast impertinente Weise, dass er eine Maut nur für Ausländer einführen will. Wer kann es den Elsässern verdenken, dass sie den deutschen Verkehr nicht haben wollen. Was aber, wenn andere Länder sich jetzt in Stellung bringen und z.B. die Holländer oder Belgier auch die Ausländer zahlen lassen wollen? Wir kennen dann nur noch Ausländer und keine Europäer mehr auf der Straße. Warum denkt man hier nur in nationalen Kategorien und warum lässt man nicht ganz einfach die Nutzer für jeden gefahrenen Kilometer bezahlen. Ein Nutzer, bei dem es egal ist, ob er Inländer oder Ausländer ist? Aber dann müsste man sich ja mit den eigenen Interessengruppen im Land anlegen und die ganze schön ausgedachte populistische Politik wäre für die Katz.

Also wohlauf Europa, stürze dich in den ganzen chaotischen Maut- und Vignettenwahn! Im Mittelalter gab es doch schließlich auch an jeder Brücke einen Zoll, warum nicht zurück zu den Instrumenten feudaler Fürsten.

Informationsquelle
L'Alsace, grande perdante de la suppression de l'écotaxe – Libération

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Fernando de Noronha soll CO2-freies Paradies werden

Die kleine Atlantikinsel Fernando de Noronha, nordwestlich des brasilianischen Bundesstaates Pernambuco liegend, soll Anfang November im Rahmen einer Konferenz mit der Bezeichnung “Pernambuco im Klima” zur kohlenstofffreien (carbono zero), klimaneutralen Zone erklärt werden. Es wäre damit die erste Region in Brasilien, die diesen Titel tragen würde. Fernando de Noronha wird sich damit verpflichten weniger Treibhausgase zu emittieren oder die vorhandenen Treibhausgase durch Ausgleichsmaßnahmen direkt oder indirekt zu neutralisieren. Der Umweltminister von Pernambuco erklärt das wie folgt: “Dank seiner dünnen Besiedelung erlaubt uns Fernando de Noronha Erfahrungen mit der Nachhaltigkeit auf dem Gebiet der Müllsammlung, des Ausstoßes von Gasen, der Wasserbehandlung und der Energieversorgung der Insel zu machen. Erfahrungen die uns zukünftig auch auf dem Kontinent helfen können, Wege für ein nachhaltiges Wirtschaften zu finden.”

Die Insel ist 17 qkm groß. Trotz der geringen Größe kämpft sie mit einer steigenden Verschmutzung. Pro Tag sind 300 Tonnen Müll zu entsorgen, 330.000 Liter Diesel werden im Monat verbraucht. Etwas mehr als 60.000 Touristen besuchen die Insel pro Jahr. Der CO2-Ausstoß der Insel beläuft sich auch 32,2 Millionen Tonnen pro Jahr. Einer der größten Verschmutzer ist der Flugverkehr. 3 Fluggesellschaften fliegen die Insel an. 53% der CO2-Emission der Insel gehen zu ihren Lasten. Die Fluggesellschaft Gol testet zur Zeit Kerosin aus Zuckerrohr, aber der Eifer bei der Suche nach alternativen Lösungen ist nicht sehr ausgeprägt. Ein weiteres Problem ist die Stromversorgung. Es gibt ein thermisches Kraftwerk, das Biodiesel verfeuert, um Strom zu gewinnen. In naher Zukunft will man 40% der Energie aus sauberen und erneuerbaren Quellen produzieren. Eine davon soll die Solarenergie sein. Der Umweltminister ist in seiner Prognose diesbezüglich vorsichtig: “Ich sage nicht, dass das unmöglich ist, aber wir müssen noch viele Studien machen. In isolierten Systemen müssen wir z.B., wenn es regnet, wenn kein Wind geht usw. Batterien haben, um die Energie zu speichern und die wiederum sind umweltverschmutzend. Das ist eine Frage, die man lösen muss”.

Ist die Insel auch noch so klein, so sind auf ihr doch 900 Autos zugelassen. Davon ist ein einziges ein elektrisches Fahrzeug. Die restlichen Fahrzeuge sind überwiegend Buggys mit veralteter Technik und einem exorbitanten Benzinverbrauch. Mit einem Liter Treibstoff kommen sie durchschnittlich 4 km weit. Die Einheimischen schwören auf ihre robusten Buggys, dem Elektroauto trauen sie nicht. Bei der Müllentsorgung stehen auch schwere Aufgaben bevor: 160 Tonnen Hausmüll pro Monat und etwa 90 Tonnen Bauschutt wollen entsorgt werden. Die Mülltrennung ist auf der Insel noch nicht erfunden. Nur 30% werden wieder aufgearbeitet und 5% kompostiert. Die Müllverursachung wird den Insulanern leicht gemacht, die Müllabfuhr kommt jeden Tag. Aber das reicht nicht, denn viele Bewohner gehen sehr fahrlässig mit dem Müll um, der vom Wind dann über die Insel verbreitet wird. Der Friedhof, so beklagen sich die Bewohner, ist oft total vermüllt. Auch in den Wäldern der Insel ist häufig Müll zu finden. Soweit er tatsächlich gesammelt wird, wird er vorsortiert und dann mit Schiffen aufs Festland gebracht

Um die bisherigen Schäden auszugleichen, setzt man auf die Wiederaufforstung der Insel. Die Insel wurde nämlich in der Vergangenheit kräftig entwaldet. Man versucht jetzt wieder aufzuforsten, auch große Bäume sollen wieder wachsen können. Um den derzeitigen CO2-Ausstoß der Insel mit Bäumen und Pflanzen wenigstens teilweise auszugleichen, müsste die ganze Insel bewaldet werden und dafür würden Jahrzehnte gebraucht.

Es gibt also einiges zu tun, um die Insel dem proklamierten Ziel der CO2-Neutralität näher zu bringen. Man will sich deshalb nicht nur auf die Experten verlassen, sondern auch die Bevölkerung mit einbeziehen. Die Konferenz “Pernambuco im Klima” soll im Rahmen der UNO-Konferenz Rio+20 zum Weltklima auch die Diskussion in Brasilien über nachhaltiges und klimafreundliches Wirtschaften weiterführen.

Informationsquelle
Pernambuco no Clima: estado recebe especialistas internacionais para conferência sobre clima
Fernando de Noronha precisa (re) começar do 0 – Diario de Pernambuco

Sonntag, 27. Oktober 2013

Die brasilianischen Exterminatoren suchen Opfer, die kein Gesicht haben

Am 24. Oktober fielen im Stadtteil Realengo von Rio de Janeiro sieben Personen einem Massaker zum Opfer. Die Mörder, vermutlich in schwarz gekleidete Milizionäre, verübten die Tat mit Pistolen und Maschinengewehren aus und konnten nicht identifiziert werden. Die Presse schreibt, das Massaker hätte alle Anzeichen einer Exekution gehabt. Die Opfer, 5 Männer und 2 Frauen, sollen Drogenabhängige gewesen sein.

Drogenabhängige und arme Menschen sind in Brasilien immer noch Freiwild. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mörder gefunden werden, ist erfahrungsgemäß äußerst gering. Der Blogger Leonardo Sakamoto hat sich das zum Thema gemacht. Er schreibt: "Man hat das jetzt zur Kenntnis genommen, aber in ein paar Tagen oder Wochen wird man das schon wieder vergessen haben und keiner wird mehr über den Fall sprechen, weil er unter den vielen anderen Toten, die in unseren Großstädten und im Hinterland ohne Sinn getötet werden, begraben werden wird."

Er fährt fort: "Es gibt eine Reihe von Menschen, die ermordet wurden, weil sie für ihre Rechte kämpften und die in der Anonymität blieben. Wie lebte und starb ein Arbeiter, der müde gegen das Sklavenverhältnis, das ihm auferlegt worden war, vom Landgut floh, erschossen und in einem Massengrab verscharrt wurde. Dasselbe gilt allgemein für den Weg, den soziale Führer oder normale Menschen gehen, die zur falschen Stunde am falschen Ort waren, aber die dort bleiben, weil es niemanden gibt, der sie suchte oder denen es nicht gelang, die Aufmerksamkeit der Medien dieses Landes oder der Behörden auf sich zu ziehen. Über sie gibt es keine Akten, sie existieren für den Staat nicht. Sie wurden wie Gespenster geboren und starben auch als solche".

Und das geschieht alles in einem Land, vom dem Sakamoto schreibt: "In den letzten zwei Jahrzehnten hat Brasilien Rekorde bei der Schaffung von Arbeitsplätzen geschaffen, reduzierte die Armut, stabilisierte seine Wirtschaft und konsolidierte seine Demokratie. Wurde Teil der aufstrebenden Schwellenländer, gewann internationalen Respekt und schritt voran auf dem Weg, um zur fünftgrößten Wirtschaftsmacht der Welt aufzusteigen - Entwicklungen, die zum größeren oder kleineren Teil den Regierungen, die in diesem Zeitraum das Land führten, zugerechnet werden muss. Vor einem solchen Szenarion frage ich mich, warum Brasilien weiterhin solch idiotische Methoden findet, um seine Kinder umzubringen. In den letzten 10 Jahren erlebte unser Land, wie hunderte von indigenen Landarbeitern, ehemalige Sklaven und Uferanrainer und diejenigen, die ihnen helfen wollten, in Landkonflikten ermordet wurden, es erlebte Massaker an Obdachlosen und Menschen, die auf der Straße lebten, den Tod von Homosexuellen. Und dies ohne die Genozide an jungen und armen Schwarzen an der Peripherie der großen Städte wie São Paulo mitzuzählen."

Und wer steckt hinter diesen ungesühnten Morden? Sakamoto schreibt: "Viele Polizisten sind in diese Verbrechen verwickelt. Sie verstehen es sich ebenso wie die Nazis in Nürnberg darauf zurück ziehen, dass sie nur "Befehlen gefolgt" sind. Auf Befehle haben sie sich in vielen Massakern zurückgezogen mit der Begründung, dass das ein kleiner, schmutziger Dienst für uns, für die "wohlhabenden Männer und Frauen war", die in ihren geheimsten Träumen wünschten und noch wünschen: Eine soziale Säuberung dieses Landes von den "gefährlichen Klassen" und den Hindernissen für den Fortschritt. Wir wollen ehrlich sein. Es geht nicht darum, dass es unserer Gesellschaft nicht nur nicht gelingt, die Verbrechen aufzudecken und die Schuldigen für alles, was sie getan haben, zu bestrafen. Nein, die Gesellschaft stellt nicht einmal diese Forderung. Die soziale Säuberung wird deshalb so weitergehen, dass man die Unerwünschten in einem Massengrab versteckt. Ausgelöscht von der Hand des Staates oder von privaten Agenten. Vielleicht um den "guten Bürger" nicht zu verschrecken. Der "gute Bürger", der nicht will, dass diese Menschen sich in seiner Umgebung aufhalten, der "gute Bürger", der aber auch einen Horror bezüglich Szenen der Gewalt hat und kein Blut sehen will."


Siehe auch
Rio de Janeiro im Griff der Milizen
Brasilianische Polizei kann die Finger nicht von Selbstjustiz lassen

Informationsquelle
Uma chacina mata sete no Rio. Mas quem se importa de verdade?, por Leonardo Sakamoto

Samstag, 26. Oktober 2013

Blonde Engel, die im Elend leben, das darf nicht sein.

Nichts ist verräterischer wie die Meldungen der letzten Tage über ein blondes Mädchen, das in Griechenland in einer Roma-Familie lebt und damit die gesammelte Aufmerksamkeit Europas auf sich zieht. Im Anschluss daran wird gleich auch noch ein blondes Kind bei fahrenden Leuten in Irland entdeckt. Blond und arm, das scheint einfach nicht zusammen zu passen. Ein guter Grund den so lange unterdrückten Rassismus zum Leben zu erwecken und unserem Ärger über die Roma, die Kinderräuber freien Lauf zu lassen.  Inzwischen hat sich alles als Lug und Trug herausgestellt, die blonden Kinder sind tatsächlich Roma-Kinder. Jetzt stürzt man sich zum Ausgleich auf die Betrugsmasche von einigen Roma-Familien oder besser –Clans, die sich zur Erhöhung des Kindergeldes Kinder ausleihen. Oder wenn das auch nicht zutrifft, dann schicken sie sie halt betteln.

Braune Roma-Kinder mit dunklen Augen haben da keine Chance, sie können ruhig im Elend leben, denn ihnen sieht man die Zugehörigkeit ja an. Der Rumäne Ciprian Şiulea hat auf dem Blog-Forum “Vox Populi” sich des Themas angenommen. Rumänen gesteht man ja generell eine höhere Kompetenz in Sachen Roma zu. Er schreibt unter anderem: “Die Presse hat das Ereignis mit dicken Schlagzeilen als schockierend, unglaublich, erschütternd beschrieben. In eine nicht-heuchlerische Sprache übersetzt, ist die Botschaft klar: Erschütternd ist, dass ein Kind er weißen, zivilisierten Rasse in einem solchen Elend lebt mitten unter Menschen zweiter Klasse. So sieht bedingungsloser Rassismus aus. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Eltern aus Bulgarien stammen und ebenfalls Roma sind und noch weitere blonde Kinder haben. Die Dummheit wendet sich fast in Lächerlichkeit als auch in Irland blonde Kinder im Ghetto entdeckt werden. Polizei und Behörden machen sich dabei lächerlich, weil sie einfach nicht glauben können, dass auch blonde Kinder im Elend leben können. Geht es hier um ethnische Diskriminierung und Rassismus? Die Polizei in Griechenland wird bestimmt keine weißen Paare mit dunkelhäutigen Kindern festhalten, weil sie einfach davon ausgeht, dass die Kinder adoptiert sind. Bei den Roma nimmt man automatisch an, dass hellhäutige Kinder gestohlen oder gekauft sind. Ich denke, dass wir überlegen sollten, warum Kinder überhaupt in Armut und im Elend leben, warum sie krank sind und nicht zur Schule gehen, aber darüber nachzudenken ist ja leider nicht so attraktiv. Und so fängt alles an.”

Die Medien waren sich in der Tat nicht zu blöd vom Roma-Kind in Griechenland vom “Blonden Engel” (Blond Angel) zu sprechen. Kein Wunder, dass in Irland die Lynch-Justiz erfunden wurde. Wie so etwas abläuft schildert die Neue Zürcher Zeitung: “Die irische Polizei hatte am Montag einen Anruf von einem Journalisten erhalten, der für den privaten Sender TV3 arbeitet. Er leitete einen anonymen Hinweis aus der Bevölkerung weiter, wonach eine Roma-Familie im Dubliner Vorort Tallaght eine auffällig blonde Tochter habe. Die Polizei schritt sofort ein. Sie misstraute dem vorgewiesenen Geburtsschein. Eine Bestätigung der Geburt in den Registern des erwähnten Dubliner Spitals schlug fehl, weil – wie sich seither herausgestellt hat – das Kind unter dem Namen der Mutter aufgeführt war.” Aber man sollte nicht nur mit den Fingern auf die Griechen und Iren verweisen. Wie schnell eine Fremdenhysterie mit unterschwelligem Rassismus angezettelt werden kann, sehen wir ja derzeit in Deutschland, wenn es darum geht Asylsuchenden eine Unterkunft zu organisieren.

Informationsquelle
Epidemia de “îngeri blonzi”. De ce pentru unii copii mizeria e normală, pentru alţii o oroare – Voxpublica

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Hinkley Point: Britische Energiepolitik im Blindflug

Die britische Regierung will neue Atomkraftwerke bauen. Begründet wird dies mit den steigenden Energiekosten und dem absurden Argument, dass es sich beim neuen Atomkraftwerk Hinkley-Point, das ein Konsortium aus EDF und 2 chinesischen Konzernen bauen soll, um ein Projekt handle, das ohne Subventionen auskomme. Ministerpräsident Cameron verspricht: “Indem wir in die Nuklearenergie investieren erreichen wir, dass die Elektrizitätsrechnung billiger sein wird wie das, was wir investiert haben.
 
Viele fragen sich, ob Herr Cameron ein Hellseher ist. Woher weiß er, wie hoch die Energiepreise in 10 bis 20  Jahren sein werden oder gar in 45 Jahren. Die britische Regierung ist stolz darauf, dass für den Bau des AKW keine Subventionen gezahlt werden. Dass die Regierung aber EDF & Co einen Abnahmepreis für den Strom garantiert, kann man eigentlich nur mit Bauernschläue der Bevölkerung nicht als Subvention verkaufen. Ab jedes Jahr der Produktion wird zudem ein Inflationsausgleich auf den bereits garantierten Abnahmepreis, der ums doppelte höher ist wie der derzeitige, erhobene Strompreis. Zudem garantiert der britische Staat für 65% der Baukosten (insgesamt 10 Milliarden £, ca 12 Mrd €). Er übernimmt die Haftung für den Atommüll und die einmal fälligen Rückbaukosten. Die Betreiber haften nur für Schäden bei einer Havarie bis zur Höhe von 1,2 Mrd £. Im Vergleich dazu: Fukushima hat den Japanern bisher konservativ geschätzt 300 Mrd £ gekostet. Auf dem freien Markt rechnet man von 0,14 bis 2,36 € pro gelieferter Kwh. Wenn diese Abmachung also nicht eine versteckte Subvention ist, dann muss man Cameron heißen.
 
Alles deutet daraufhin, dass die Erneuerbaren Energien bis zum Betrieb von Hinkley Point um einiges preiswerter wie der Atomstrom sein werden. Die zu erwartende Steigerung der Produktion über Wind-, Wasser- und Sonnenenergie wird voraussichtlich beim Produktionsstart von Hinkley Point einen Großteil des Bedarfs decken. Es wird zu einer Überversorgung kommen. Die Grundlast, für die ein Atomkraftwerk höchstens gebraucht werden kann, wird durch die Erneuerbaren abgedeckt. Atomkraftwerke können nicht flexibel rauf und runter gefahren werden. Kurzum: Sie werden nicht mehr benötigt und sind später nur noch ein Klotz am Bein der Konsumenten und der zukünftigen Generationen, die sich mit ihrem verstrahlten Erbe rumschlagen müssen.
 
Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ; Autor: Peter Rásonyi) hat in einem sehr interessanten Artikel unter dem Titel “Hastige Renaissance der Kernenergie” die Widersprüche der britischen Energie-Politik dargestellt. Die Überschriften der einzelnen Abschnitte weisen auf die Probleme hin: “Vertrauen in die Sicherheit / Kurzfristige Denken / Bauen heute, bezahlen später / Ungewisse Zukunft / Hohe Kosten in der Kritik. Rasonyi weist daraufhin, “dass ein neues Atomkraftwerk in Grossbritannien so problemlos durchzusetzen ist in einer Zeit, in der etwa Deutschland oder auch die Schweiz in die entgegengesetzte Richtung marschieren und in der nur ganz wenige westliche Staaten – Frankreich, Finnland, und auch diese nur mit Mühe – neue AKW bauen, ist bemerkenswert. So wie die Ängste in manchen Staaten mitunter irrational anmuten, so ist auch die verbreitete Sorglosigkeit in Grossbritannien nicht frei von Widersprüchen.”
 
Großbritannien verfügt gar nicht mehr über die entsprechende Technologie für den Bau von Atomkraftwerken. Deshalb vertraut das Land eine derart riskante Technik unter anderem auch chinesischen Firmen an. Laut NZZ “wird die Tatsache, dass heute in Grossbritannien keine Spur vom industriellen Know-how zum Bau von Atomkraftwerken mehr vorhanden ist und das Land für die Neubauten auf Firmen aus Frankreich, Japan und China angewiesen ist, oft diskret übersehen”.
 
Unfälle wie in Fukushima kann es nicht geben? The Ecologist schreibt dazu: “Der Kanal von Bristol eignet sich gut um Flutwellen zu verstärken, die mit einer Geschwindigkeit von 15 km/h eine Höhe von 2 bis 3 Meter erreichen können. Ein Tsunami aus dem Atlantik würde den Effekt noch verstärken. Das ist genau das, was im Jahre 1607 geschah, als ein riesige Welle den Kanal hinauf schoss, dutzende Dörfer und Weideland überflutete und Ursache für den Tod von tausenden von Menschen entlang einer 570 km langen Küstenlinie war. Niemand kennt den Grund für den Tsunami 1607. Man vermutet eine tektonische Bewegung in der Irischen See oder dem Atlantik. Es könnte sein, dass die nächsten paar 1000 Jahre kein Tsunami den Kanal von Bristol heimsuchen wird. Es könnte aber auch sein, dass das nächste Woche passiert. Ein zukünftiger Tsunami könnte kleiner oder auch viel größer sein. Er könnte den ganzen Atomkraftwerk-Komplex von Hinkley auslöschen mit katastrophalen Folgen. Ist also Hinkley Point ein sicherer Platz, um ein Atomkraftwerk zu bauen? Wohl kaum”.
 
Vorerst suhlt sich die Regierung und der Ministerpräsident in Selbstlob über die Investition von 16 Milliarden £ und bezeichnet dies als “brillante Neuigkeiten”. Und er lässt die Katze aus dem Sack und sagt: “Da wir in einem harten globalen Wettbewerb stehen, unterstreicht dies das vorhandene Vertrauen in Großbritannien und macht klar, dass wir sehr offen für Geschäfte sind.” Steht ihm das Wasser so zum Hals, dass er jedes Geschäft annehmen muss?

Vom nuklearen Müll braucht man gar nicht zu sprechen. Dabei hat Großbritannien genauso wenig wie andere Länder bisher des Rätsels Lösung gefunden. Vorläufig wird der Müll in der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield gestapelt bis ein Endlager gefunden ist. Ein Endlager, das verzweifelt gesucht wird, denn bis 2030 rechnet man mit 3.000 Kubikmeter hochradioaktivem Müll. 3 Versuche ein Endlager festzulegen sind bereits am Widerstand der Bevölkerung gescheitert. Wer das Risiko nicht haben will, darf auch keinen nuklearen Müll mehr produzieren. Soweit ist die britische Regierung aber noch nicht.
 
Informationsquelle
With nuclear power: truth is the first casualty – The Ecologist
Hastige Renaissance der Kernenergie - NZZ
Value for money or subsidising the French? What the nuclear power deal means for your – and your grandchildren's - energy bills

Montag, 21. Oktober 2013

Rumänen wollen kein Gold und kein Schiefergas

Die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ) berichtete am Wochenende: “Die zu Wochenbeginn ausgebrochenen Proteste der Bewohner der Gemeinde Pungeşti im Landeskreis Vaslui gegen die Aufstellung von Bohrsonden des US-Konzerns Chevron haben den Protestlern am Mittwoch einen ersten Etappensieg beschert: Der US-Konzern zog am Abend seine mit Anlagenteilen beladenen Laster vorerst ab, nachdem etwa 200 Dörfler die Zufahrtsstraße zum Prospektionsareal stundenlang blockiert hatten. Chevron hatte von den rumänischen Behörden zu Monatsbeginn die letzten Genehmigungen für seine geplanten Schiefergas-Explorationen erhalten.”

Auch der Goldabbau im Apuseni-Gebirge, in Rosia Montana, stößt auf immer mehr Widerstand der Bürger und Bürgerinnen. Zur Zeit liegt eine Gesetzesvorlage der Regierung zum umstrittenen Goldprojekt im Sonderausschuss des Parlaments. Dieser Sonderausschuss hat nicht erwartungsgemäß die Gesetzesvorlage abgenickt, sondern „komplett überarbeitet“. “Da der Sonderausschuss damit einen Befund zum Goldprojekt Roşia Montană bewusst vermied, obliegt die Entscheidung über Projektstart oder -aus nun wieder der Regierung, die es vorgezogen hatte, diese Kastanien von der Legislative aus dem Feuer holen zu lassen”, schreibt die ADZ.

Alles wäre schon längst abgesegnet, wenn die Bevölkerung sich in letzter Zeit nicht erheblich emanzipiert hätte und mitreden will über Projekte, die die Zukunft einiger Regionen erheblich belasten und mit vielen Risiken verbunden sind. Und das obwohl die Regierung versucht, die Protestierenden als Terroristen oder Extremisten abzustempeln. In Câmpeni, im Apuseni-Gebirge, haben sich vor kurzem Protestierende aus allen Teilen Rumäniens zusammengetan und bei ihrem Treffen die Erklärung von Campeni verfasst. In dieser Erklärung stellt die Bürgerbewegung der Bewohner des Motzenlandes 12 Forderungen. Unter anderem wird verlangt, dass das Parlament alle Gesetzesvorhaben ablehnt, die besondere Maßnahmen zur Enteignung rumänischer Bürger vorsieht, ebenso wie abweichende Regelungen der bestehenden Gesetzeslage zum Schutz der Umwelt, des kulturelle Erbes, des Wasser und öffentlicher Güter zugunsten des Bergbaus; das gesetzliche Verbot zur Anwendung von Cyanid beim Bergbau; der Einbezug von Rosia Montana auf der Vorschlagsliste für das Weltkulturerbe. Daneben verlangen sie noch den Rücktritt der Minister, die das Sondergesetz für Rosia Montana in das Parlament eingebracht haben.

Während die Rosia Montana-Bewegung immer mehr Gewicht gewinnt und von den rumänischen Medien und der Regierung inzwischen auch ernst genommen wird, haben die Protestierer gegen das Schiefergas in Pungeşti noch einen schweren Stand. Es ist bisher nur ein Dorf, das gegen das Schiefergas aufgestanden ist. Bei den Protesten kam ein Demonstrant ums Leben. Die Medien und die Regierung machen gegen diese Leute Stimmung. Vorab wird den Protestierenden vorgeworfen, dass ihr Anführer ein Bischof der orthodoxen Kirche ist. Im ansonsten bigotten und abergläubischen Rumänien plötzlich ein Makel. Der weitere Vorwurf wiegt schwerer: Sogar Staatspräsident Basescu wirft den Protestierern vor, dass sie das Geschäft des russischen Gazprom-Konzerns erledigen. Rumänien ist nämlich vom russischen Gas abhängig und damit unterstellt man den Russen, dass sie ein elementares Interesse daran haben zu verhindern, dass Rumänien sich über das Schiefergas vom russischen Gas unabhängig macht. Das Misstrauen gegenüber den Russen macht viele blind für die Gefahren der Schiefergasförderung. Deshalb ist nach Meinung von Kommentatoren die Lage in Rumänien verschieden zu anderswo. So schreibt Gabriel Bejan in der Romania Libera: “Mit anderen Worten, Franzosen oder Kanadier können es sich erlauben, sich die Hände nicht mit unkonventionellen Technologien schmutzig zu machen, aber dasselbe kann man für Rumänien, das den Russen für das teuerste Gas Europas zahlen muss, nicht sagen.”

So werden die Dörfler in Pungeşti mit einem kalten Wind aus Bukarest konfrontiert. Sie fürchten aber nach den bisherigen Berichten aus aller Welt zur Schiefergasförderung, dass man ihnen das Risiko zumutet, dass ihre natürlichen Ressourcen gefährdet werden. Sie möchten lieber sauberes Wasser trinken, das Vieh bedenkenlos weiden und ihre Früchte ernten zu können statt Energielieferant für Industrie und Großstädte zu werden.

Informationsquelle
Cine poate opri "revoluţia" de la Pungeşti – Romania Libera
Proclamaţia de la Câmpeni împotriva Roşia Montană

Samstag, 19. Oktober 2013

Spaniens Straßen verrotten und guter Rat ist teuer

Zusammen mit dem EU-Beitritt erfolgte mit EU-Mitteln ein großzügiger Ausbau der spanischen Verkehrsinfrastruktur. Vor allem das Straßennetz wurde manchmal mit zweifelhaftem Ergebnis ausgebaut. Zweifelhaft insofern, dass zum Beispiel Autobahnen möglichst schnell, aber ohne Berücksichtigung der elementarsten Sicherheitsvorkehrungen gebaut wurden. Auf vielen dieser Autobahnen musste ein hoher Blutzoll gezahlt und danach teuer umgebaut werden. Auch die Bauqualität entsprach oft nicht hohen Ansprüchen. Aber diese Autobahnen blieben mautfrei, angeblich eine Auflage der EU bei der Vergabe der Mittel. So verfügte Spanien bald über ein im Vergleich zuvor modernes Straßennetz. Straßen wollen aber unterhalten werden und das wird jetzt immer mehr zum Problem.

Inzwischen nehmen die Schäden zu, aber für den Unterhalt der Straßen ist kein Geld vorhanden. Es sollen 162.000 Straßenkilometer sind, die darauf warten, gepflegt zu werden. Für 25.000 km der am meisten genutzten Straßen stehen im Haushaltsvoranschlag 2014 gerade einmal 818 Millionen Euro zur Verfügung. Nach Meinung von Kennern 15% der Mittel, die tatsächlich benötigt werden. Die spanische Gesellschaft für die Straße (AEC) schätzt die tatsächlichen Kosten auf 5,5 Milliarden Euro. Und dabei sind die Spanier absolut abhängig von den Straßen: 90% des Personenverkehrs und 85% des Güterverkehrs des Landes werden auf den Straßen abgewickelt.

Nun haben die Verantwortlichen der spanischen Konzessionäre der Maut-Autobahnen (Aseta) einen selbstnützigen Vorschlag gemacht. Die Autobahnen, für die bisher keine Maut gezahlt werden musste, sollen jetzt auch mautpflichtig werden und zwar, indem eine Eurovignette eingeführt wird.  Der Auftrag zum Einzug der Maut und die Verwendung der Einnahmen soll natürlich Aseta übertragen werden. Dafür ist Aseta bereit, 1,4 Milliarden Euro im Jahr in die Erhaltung dieser Straßen zu investieren. Die Konzessionäre rechnen der Regierung, um ihr das schmackhafter zu machen, vor, dass der Staat 760 Millionen Euro dabei verdienen werde und durch die Investition in die Erhaltung der Straßen 24.025 neue Arbeitsplätze geschaffen würden. Je nachdem wie hoch die Gebühr für die Vignette angesetzt wird, rechnet Aseta mit Einnahmen zwischen 1,7 und 10 Milliarden Euro.

Das Manöver der Autobahnkonzessionäre ist natürlich etwas durchsichtig, Ihnen geht es finanziell nicht so gut und sie suchen nach neuen Einnahmequellen. Die oben angeführte AEC, eine gemeinnützige Gesellschaft für den Bau und Unterhalt von Straßen, ist gar nicht begeistert von dem Vorschlag der Aseta. Sie befürchtet, dass wenn alle Autobahnen mautpflichtig würden, der Verkehr auf die kostenfreien Nationalstraßen ausweichen würde mit sehr gefährlichen Folgen für die Umwelt und die Verkehrssicherheit. Dies habe das Beispiel Portugal gezeigt, wo es nach Ausweitung der Mautpflicht zu diesem Phänomen kam. Der ACE verlangt, dass die Pflicht zum Unterhalt des Straßennetzes per Gesetz garantiert werden soll. Um das Geld herein zu bekommen, solle man einfach auf den zügigen Ausbau des Bahn-Hochgeschwindigkeitsnetzes verzichten. 83 km im Jahr weniger würden 1,5 Milliarden Euro für die Straßen frei machen. Nur wenn man der Straßeninfrastruktur keine Priorität einräume, könne man über die Einführung einer Maut reden.

Für diesen Fall hätte der AEC einen Vorschlag: Er schlägt einen Mobilitätsbonus vor d.h. eine Gebühr für alle Fahrzeuge, wobei eine mittlere Straßennutzung weiterhin kostenfrei sein solle. Zum Beispiel sollten die ersten 15.000 km frei sein, bei Lastwagen die ersten 75.000 km.  Wenn die die Straßen nachts befahren würden, sollten sie kostenlos sein. Nur im Falle einer extensiven Nutzung der Straßen sei dann auch eine Maut gerechtfertigt. Dem ignoranten Leser wird natürlich sofort die Frage in den Kopf schießen, wie soll das denn funktionieren? Darüber lässt sich der AEC leider nicht aus.

Sei wie es sei, die Zeitung El Pais schreibt: “Wie auch immer entschieden wird, alle bestehen darauf, dass dringend gehandelt werden muss. Weil kein Geld da ist und die Straßen immer mehr verrotten”.

Informationsquelle
¿Quién paga las carreteras? – El Pais
Aseta pide peajes en las autovías y propone un plan inversor de 1.335 millones – El Pais

Donnerstag, 17. Oktober 2013

British Gas zieht den Briten die Daumenschrauben an

Die Briten sind nicht zu beneiden. British Gas, der Marktführer bei Strom- und Gasversorgung in Großbritannien, kündigt jetzt eine beachtliche Erhöhung seiner Preise an. Die Elektrizität soll um 10,4% und Gas um 8,2% steigen. In einigen Regionen sollen es sogar 11,2% mehr werden. Bereits im November vergangenen Jahres erhöhte British Gas seine Preise um 6%.

Die britischen Konsumenten sind empört über den respektlosen Griff in ihren Geldbeutel. Für sie ist das Ganze eine gnadenlose Abzocke. Der für Haushaltsenergie zuständige Vorstandsvorsitzender Ian Peters gibt sich aber gelassen und gibt den Protestierern den Rat: “Der beste Weg um die Rechnung niedrig zu halten, ist weniger zu verbrauchen” und die Erklärung dazu: “Die Höhe des Betrages, den man bezahlt hängt nicht vom Preis ab, sondern wie viel Gas und Elektrizität man nutzt”. Reichlich zynisch für Familien, die nach Kürzungen im Sozialbereich ohnehin nur noch ein geringes Budget für das Überleben haben.

British Gas erklärt die Preissteigerungen folgendermaßen: Die Preise für Haushaltsenergie steigen aus 3 Gründen: Höhere Kosten beim Einkauf der Energie auf dem Globalen Markt, höhere Durchleitungsgebühren für die Gas- und Elektrizitätsnetzwerke und die erhöhten Kosten von Regierungsprogrammen. Auf 85%-Anteil der Preissteigerungen habe man keinen Einfluss, sie seien von außen bedingt. Und dann zählt das Energie-Unternehmen seine Wohltaten auf: 2012 habe man 234 Millionen £ als Hilfe für ältere Menschen, Behinderte und bedürftige Haushalte ausgegeben. Es hätte einen Rabatt für bedürftige Haushalte im Rahmen des Programms “Warmes Haus / Warm home” gegeben. In kommenden Winter würden wieder über 500.000 ältere und bedürftige Menschen von einem zusätzlichen Rabat profitieren.

Das beruhigt die Kunden nicht. Auf Twitter gibt es ein richtiges Schimpfgewitter wie: “eine gierige Preiserhöhung für den Winter, lasst uns nicht vergessen, dass British Gas nicht britisch ist, es wurde von den Tories an die Franzosen verkauft” oder “die Preiserhöhung gibt es vielleicht, weil die Profite fallen; aber sieh an, die sind doch gestiegen”. Und so geht es weiter. Der durchschnittliche Haushalt wird im kommenden Jahr mit Kosten von £1.465 (ca. 1.750 Euro) rechnen müssen. Es gibt 6 große Energieversorger in Großbritannien, die aber alle ebenfalls Preissteigerungen beschlossen oder angekündigt haben. Nicht nur der Normalverbraucher, sondern auch die Wirtschaft stöhnt über die Preiserhöhungen. Der Vorsitzender des Bundes kleiner Unternehmen (FSB): “Die heutige Preiserhöhung durch British Gas in dreifacher Höhe der Inflationsrate ist eine Schande. Es wird viele Haushalte hart treffen, in einer Zeit in der sie sich das nicht leisten können. Mehr als 40% der kleinen Unternehmen werden von Britisch Gas versorgt und die Erhöhung der Energiepreise verteuern für uns die Produktionskosten noch mehr”.

Der britischen Regierung fällt dazu nicht viel ein. Ministerpräsident Cameron empfiehlt, den Stromversorger zu wechseln, denn offiziell ist der britische Energiemarkt liberalisiert. Die Labour-Partei in der Opposition tritt für ein Einfrieren der Energiepreise ein. Es wird ungemütlich kalt werden in vielen Haushalten diesen Winter. Vielleicht gibt das aber in der Tat ganz im Sinne des British Gas-Sprechers Peters einen Anschub zu einer effizienteren Nutzung der Energie. Der Gebäudepark Großbritanniens ist miserabel gedämmt und auf Energieverschwendung ausgelegt. 2004 sollen noch 30,23% des landesweiten Energieverbrauchs auf Heizung, Heißwasser, Beleuchtung Kochen und Haushaltsgeräte entfallen sein. 1970 hatten nur 31% der Haushalte eine Zentralheizung. 2003 waren es bereits 92% der Haushalte mit der Folge, dass die durchschnittliche Temperatur in den Wohnräumen von 12,1° auf 18,2° C stieg. Damit wurde eine in Gang gesetzte, aber lang noch nicht ausreichende Wärmedämmung der Häuser durch den Mehrverbrauch wieder ausgeglichen.

Informationsquelle
David Cameron urges people to switch from British Gas after energy giant announces inflation-busting price hike for 7.8 million customers – The Independent
Energy efficiency in British housing – Wikipedia

Dienstag, 15. Oktober 2013

Rio und São Paulo, was kümmert uns der Rest Brasiliens

Ein Großteil der brasilianischen Bevölkerung lebt in den Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro. Im Dunstkreis dieser Großstädte bekommt man den Eindruck, dass es ein Brasilien außerhalb ihrer Regionen nicht gibt. Bundesstaaten wie Ceará oder Bahia im Nordosten sind für die Bewohner São Paulo’s und Rio’s gefühlt soweit entfernt und unbekannt wie für uns Kirgisien oder Kasachstan.

Einen kräftigen Beitrag, dass sich daran nichts ändert, erbringen die brasilianischen Medien, die überwiegend in São Paulo und Rio angesiedelt sind und aus der Bauchnabelschau dieser Regionen berichten. Der Regierung in Brasilia war und ist diese einseitige Berichterstattung bekannt. Deshalb wurde bei der Ausarbeitung der Verfassung von 1988 auch festgelegt, dass bei der Produktion der Programme von Radio und Fernsehen das Prinzip der Regionalisierung des kulturellen, künstlerischen und journalistischen Schaffens entsprechend den in einem Gesetz festzulegenden Prozentanteilen berücksichtigt werden sollte.

Das Abgeordnetenhaus und der brasilianische Senat nahmen den Auftrag nicht so ernst. 12 Jahre schmorte ein Gesetzentwurf im Senat, der keine Lust zeigte diesen weiter zu bearbeiten. Der Gesetzentwurf hätte zur Folge gehabt, dass 40% der Fernsehproduktion, die zur Zeit vollständig in der Achse São Paulo – Rio erfolgt, regionalisiert hätte werden müssen. Dies hätte bedeutet, dass Produktionsaufträge im Bereich Unterhaltung, Dokumentationen und TV-Serien an unabhängige Produzenten landesweit hätten vergeben werden müssen. Damit sollte eine neue Generation von Medienschaffenden über das ganze Land verteilt eine Chance haben an den Produktionen beteiligt zu werden. Daraus erhoffte man sich – abgesehen davon, dass man andere Regionen besser kennenlernen würde – mehr Mut zu Experimenten, die dem niveaulosen brasilianischen Fernsehen neues Leben einhauchen sollten.

So sollten nach dem Gesetzentwurf zwischen 17 Uhr und Mitternacht im Radio und Fernsehen regional produzierte Sendungen gezeigt werden. Mindestens 10 und maximal 22 Stunden in der Woche sollten sich die Programme mit regionalen Themen befassen. Dieser Anteil sollte innerhalb der nächsten Jahre auf maximal 32 Stunden gesteigert werden. Im Senat wurde jetzt der Gesetzentwurf bis zu Unkenntlichkeit verwässert. Vorgeschriebene Verlautbarungen der Bundes- und Landesregierungen in den Medien sowie Fußballspiele und religiöse Veranstaltung werden als “lokale Produktion” angesehen. Es gibt keine vorgeschriebene Sendezeit, so dass man solche Produktionen auch am frühen Morgen bringen kann. Was Wunder, dass eine grundlegende Änderung gescheitert ist: 25% der abstimmenden Senatoren sind Inhaber von TV-Konzessionen, deren Profitinteressen durch eine regionale Verlagerung der Produktion beschädigt würden.

Es bleibt also bei dem Zustand, den die Internet-Zeitung BrasilAtual so beschreibt: “Es ist nicht begreiflich, dass ein Land mit den Dimensionen und der kulturellen Vielfalt Brasiliens zum Beispiel jeden Tag im Fernsehen über die Staus auf den Straßen von São Paulo berichtet. Was interessiert das den Fernsehzuschauer in Acre oder Rio Grande do Sul? Gleichzeitig fallen lokale Ereignisse völlig unter den Tisch. Die von den Parlamentariern gefundene Lösung für diese Schieflage hat sich deshalb nur auf billigen Opportunismus reduziert.”

Siehe auch:
"Globo" überall

Informationsquelle
A TV brasileira não reflete, esconde o Brasil

Sonntag, 13. Oktober 2013

Innenminister Friedrich drängt Rumänen mit Hintergedanken zum Geldausgeben

Spiegel-Online berichtete gestern: “Friedrich verlangte, die EU-Partner Rumänien und Bulgarien müssten zur Kasse gebeten werden, um die Lebensbedingungen der in den Ländern lebenden Sinti und Roma zu verbessern. Die EU-Kommission müsse "dafür sorgen, dass die in den verschiedenen europäischen Fonds zur Verfügung stehenden Mittel von Bulgarien und Rumänien auch abgerufen werden". Das sei auch auf der Ratssitzung der EU-Innenminister am vergangenen Dienstag diskutiert worden.”

Rumänien zeigt sich überrascht über das Drängeln von Herrn Friedrich. Das Außenministerium erklärt in einer Pressemitteilung: “Im Rahmen des EU-Treffens vom 7. bis 8. Oktober 2013 in Luxemburg stand das Thema der Roma nicht auf der Tagesordnung. Während der Gespräche gab es keinerlei kritische Einschätzung an die Adresse Rumäniens bezüglich unserer Staatsangehörigen mit Roma-Angehörigkeit….. Im Umfeld des EU-Treffens vom 7. bis 8. März 2013 hat bereits Minister Radu Stroe seinem deutschen Ministerkollegen mitgeteilt, dass die Angelegenheiten der Roma die Kompetenzen eines Innenministers überschreitet und dass diese Angelegenheiten in die Zuständigkeit der Minister für den Sozialbereich der jeweiligen Länder gehört!”

Die Rumänen ahnen schon, dass unseren Innenminister nicht die Sorge um die Roma umtreibt. Es geht einfach darum, ein weiteres Mal die Aufnahme von Rumänien und Bulgarien in den Schengen-Vertrag zu verhindern. Inzwischen sind nämlich die technischen Voraussetzungen für einen Schengen-Beitritt erfüllt, aber der CSU-Innenminister will sich weiter als Hardliner profilieren. Dafür ist ihm jedes Argument recht, auch die scheinheilige Förderung der Roma in Rumänien, für die er sich ansonsten nicht im geringsten interessiert. Diese sollen der Grund dafür sein, dass man den Rumänen und Bulgaren erneut die Tür vor der Schengen-Nase zuschlagen kann. Vermutlich werden sie ein weiteres halbes Jahr hingehalten und den Launen von Herrn Friedrich und den Scharfmachern in der Regierungspartei weiterhin ausgeliefert sein.

Nicht zuletzt der Umgang mit den Armutsflüchtlingen aus Nordafrika zeigt, dass der nationale Egoismus oberste Priorität hat. Um von diesem Egoismus abzulenken wird die Verantwortung in die Länder, deren Bewohner mit Armut, Hunger und Kriegen zu kämpfen haben, verlagert. Man “wolle” nach friedrischer Redensart diesen Ländern gerne helfen, hofft aber dass diese Hilfszusage nie eingefordert wird. Deutschland hat bisher nie die versprochenen 0,7% des BIP an Entwicklungshilfe geleistet, da sind solche Sprüche nicht an die Hilfebedürftigen, sondern an die Stammtische gerichtet. Es bleibt abzuwarten, ob sich tatsächlich bei der Entwicklungshilfe etwas ändern wird. Am Geld sollte es nach CDU/CSU-Propaganda im letzten Bundestagswahlkampf ja nicht liegen: Die Steuereinnahmen “sprudeln”, Steuererhöhungen sind nicht erforderlich.

Was schreibt Friedrich auf seiner Webseite unter der Rubrik “Gestatten, mein Name ist Hans-Peter Friedrich”?: “Frühzeitig gilt es, das Bild einer sozialen und mitmenschlichen Gesellschaft zu fördern, in der es ein Maximum an gesellschaftlicher und ökonomischer Freiheit zu erhalten gilt.” Wohlan, Herr Friedrich, es ist Zeit den mitmenschlichen Anteil zu verwirklichen!

Siehe auch
Argumente gegen Schengenbeitritt Rumäniens sind an den Haaren herbeigezogen
Informationsquelle
Ministerul de Interne, surprins de declaratiile ministrului german de interne: Decizia privind aderarea Romaniei la Schengen nu trebuie conexata cu problema romilor

Samstag, 12. Oktober 2013

Eine Kirche, die keine Barmherzigkeit kennt

Spanien wird geschichtsbewusst. War der Bürgerkrieg der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts dem Erklärungsmonopol der siegreichen Militärs und Faschisten unterworfen, wächst jetzt der Widerstand gegen diese Form der Geschichtsklitterung. Während in Südamerika, Südafrika und auch in den ehemaligen Ländern des Ostblocks Wahrheitskommissionen und Organisationen zur Aufarbeitung der Vergangenheit eingesetzt wurden, wurde in Spanien die dunkle Geschichte des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur unter Verschluss gehalten. Dies war der Preis dafür, dass die Militärs, die sich mit den entsprechenden Gesetzen die Strafverfolgung vom Leibe hielten, beim Übergang von der Diktatur in die Demokratie mitspielten.
 
Dass es in Spanien besonders lange dauert mit der Aufarbeitung der Geschichte, ist auch der katholischen Kirche zu verdanken. Schließlich war der Diktator ein superfrommer Betbruder, der meinte Gott auf seiner Seite zu wissen. Die Kirche sammelte ihre Privilegien gestützt auf die Gewehre der Militärs. Eine Aufarbeitung der spanischen Geschichte des vergangenen Jahrhunderts muss aus ihrer Sicht auf jeden Fall verhindert werden. Im Gegenteil: Die Kirche hat gar nichts begriffen, denn morgen sollen in Tarragona 522 “Märtyrer des Glaubens”, Priester und Nonnen, die im Bürgerkrieg per Hand der Republikaner umgekommen sein sollen, selig gesprochen werden. Organisatorin ist die spanische Bischofskonferenz, die bereits angekündigt hat, dass sie bei der Veranstaltung weder Fahnen noch Plakate dulden wird, denn es handle sich nur um einen religiösen Akt.
 
Die Plattform für eine Wahrheitskommission über die Verbrechen der Franco-Diktatur (Plataforma por una Comisión de la Verdad) hat deswegen an den Papst appelliert, er möge sich “für die Unterstützung, die die katholische Kirche dem Militärputsch und der Diktatur” gewährt habe, entschuldigen. Er solle sich dafür einsetzen, dass Wahrheit, Gerechtigkeit und Entschädigung für die Opfer gesucht werde. Die Opfer der Diktatur würden die Seligsprechung unter dem Deckmantel einer religiösen Veranstaltung als ein Versuch der Kirchenhierarchie ansehen, in einem politischen Akt die franquistischen Taten zu rechtfertigen, indem einige Opfer mit Seligsprechung in Massen geehrt werden, während diejenigen, die der Diktatur zum Opfer gefallen waren, eingeschlossen Mitglieder der Kirche, der Vergessenheit anheim gegeben werden. Die Plattform führt im Brief an den Papst aus: “Sie müssten wissen, dass die katholische Kirche den Militärputsch gegen die spanische Republik 1936 unterstützte, dass sie den Bürgerkrieg als einen Kreuzzug ansah und die Putschgeneräle damit förderte, die faschistische Diktatur und die blutige Unterdrückung legitimierte”.
 
Die spanische Kirche ist in viele Skandale verwickelt, die aus der Franco-Diktatur herrühren. Bisher hat sie es nicht für nötig gehalten sich für irgendetwas zu entschuldigen. Der Kardinal-Erzbischof von Barcelona, Lluis Martinez Sistach, versucht die Seligsprechung in seiner Sonntagsbotschaft damit zu erklären, dass diese “Märtyrer Beispiele des Glaubens, der Liebe und des Verzeihens sind”. Er fährt weiter: “Die Bischöfe wünschen dass diese Veranstaltung in Tarragona, im Jahr des Glaubens, eine Gelegenheit der Gnade sei, des Segens und des Friedens für die Kirche und die Gesellschaft”. Diese Kirchenoberen haben keine Einsicht, mit mystischem Gebrabbel glauben sie ihre dunkle Vergangenheit unter dem Deckel halten zu können.
 
Mehr Mut zeigt da die Theologin und Benediktinerin Teresa Forcades: Sie verlangt von der katholischen Kirche, dass sie sich für ihre Unterstützung der Franco-Diktatur entschuldigt und dass sie auf die Privilegien, die sie auf Grund der Zusammenarbeit mit dem Diktator erhalten hat, verzichtet. Sie ist auch der Ansicht, dass es eine Beleidigung sei, dass die Kirche den Opfern des Diktators keine öffentliche Ehrung zukommen lasse. Für sie ist klar: “Ich sehe es nicht kritisch, wenn man jemanden selig spricht, der ermordet wurde, weil er seinen Glauben verteidigt hat, aber die Seligsprechung morgen hat wie jede andere Handlung eine politische Dimension und ich vermute, dass diese Dimension von den kirchlichen Fürsprechern nicht gewünscht wird. Die Ermordung der Priester und Ordensangehörigen erfolgte in einem politischen Konflikt, ein Konflikt, der mit der Franco-Diktatur endete. Gegenüber dieser Diktatur verhielt sich die Kirche nicht neutral, sondern unterstützte das Franco-Regime”.
 
Der Papst scheint inzwischen eher auf der Linie von Teresa Forcades zu liegen, wie wird er reagieren?
 
Siehe auch:
Der lange Arm der katholischen Kirche und die spanische Bildungspolitik
Der Vatikan, die spanische Regierung und die spanischen Bischöfe
Botschaft an die spanische Jugend: Glaubt an Christus und alles wird gut!
 
Informationsquelle
Reclaman al Papa que suspenda la beatificación de 522 mártires de la Guerra Civil
Cardenal Sistach: "Los mártires son modelos de fe, amor y perdón"
La Iglesia sin perdón

Donnerstag, 10. Oktober 2013

CDU Mißfelder trampelt auf den Nerven der Rumänen herum

Philipp Mißfelder, Chef der Jungen Union war aus Anlass eines Treffens der Jugend der Europäischen Volkspartei vor kurzem zu einem Kurzbesuch in Bukarest. Die rumänischen Medien haben ihn der Öffentlichkeit als einen Merkel-Zögling vorgestellt. In Erklärungen hat er staatsmännisch auf die Bedeutung der politische Stabilität in Rumänien hingewiesen. Mißfelder, der auch in Deutschland oft durch arrogante Besserwisserei auffällt, konnte es nicht lassen den Rumänen anzudeuten, dass sie eigentlich noch nicht in die EU gehörten, er aber jetzt ihren Verbleib befürworte. Man sollte die Rumänen aber weiter einer Überwachung unterwerfen, die es leider jetzt nicht mehr gebe.

Rumänen können vieles ertragen und machen sich auch gerne selber schlecht. Einen gewissen Stolz haben sie aber doch und die weisen Ratschläge eines CDU-Grünschnabels können auch sie nicht ohne Widerspruch hinnehmen. Zumal der Jungpolitiker sich auch noch versteigt, ihnen die dringende Empfehlung zu geben, den Grenzvertrag mit der Republik Moldau zu unterzeichnen. Dies einige Tage nachdem der rumänische Staatspräsident Basescu erklärte, diesen Vertrag nicht zu unterschreiben. Dazu Mißfelder: “Unsere Beziehungen zu Russland sind sehr gut, sowohl im wirtschaftlichen wie auch in anderen Bereichen. Obwohl Russland bezüglich des Transnistrienkonflikts empflindlich ist, hat unsere Kanzlerin sowohl mit Präsident Putin wie auch mit dem Ministerpräsidenten Russlands gesprochen”.

Mißfelders Erklärungen kamen bei den Rumänen so an: Stört unsere guten Wirtschaftsbeziehungen mit den Russen nicht, nur weil ihr meint, dass ihr mit der Republik Moldau besondere Beziehungen habt und eine Wiedervereinigung mit dem durch den Ribbentrop-Molotow-Pakt an die Russen vergebenen Bessarabien (heute Republik Moldau) anstrebt. So ist es, die Rumänen haben den Gedanken an eine Wiedervereinigung mit der größtenteils rumänischsprachigen Republik Moldau noch nicht aufgegeben. Zankapfel ist die russisch geprägte Teilregion Transnistrien, das völkerrechtlich als Teil Moldawiens betrachtet wird. Transnistrien ist aber seit 1990 von der Zentralregierung in Chișinău praktisch völlig unabhängig und torpediert zusammen mit den Russen Annäherungsversuche zwischen Rumänien und der Moldau-Republik.

Deutschland hat zwar auch Erfahrungen mit der Trennung und Wiedervereinigung, aber lästige Randstaaten mit ihren gleichberechtigten Problemen sollte doch möglichst nicht die eigenen Kreise stören, vor allem wenn es um Geld geht. So titelt der Journalist Lulea Dorin in der Zeitung Adevarul: “Schande: Deutschland und Russland zwingen Rumänien den Ribbentrop-Molotow-Pakt anzuerkennen”. Und er fährt fort: “Der Zögling von Angela Merkel ist mit folgender Botschaft nach Bukarest gekommen: Rumänen, tut uns wegen unserer Handelsbeziehungen mit Russland den Gefallen und unterschreibt den Grenzvertrag mit der Moldau-Republik. So sieht die europäische Solidarität aus und das ist der Dank gegenüber dem rumänischen Volk, das den Wachtposten für die Abwehr der Horden aus dem Osten macht und der Dank, dass man der europäischen Familie die natürlichen Ressourcen Rumäniens überlassen hat.” Für ihn hat der CDU-Jugendführer Mißfelder auf perfideste Weise die Anerkennung de Vertrages, der 1939 zwischen den Russen und den Deutschen geschlossen wurde und der die Teilung Rumäniens veranlasste, verlangt. Und dies obwohl  der Vertrag weltweit für null und nichtig erklärt worden sei. Herr Mißfelder hat wohl Geschichte studiert, aber nach Dorin nichts von der Geschichte begriffen: “Die deutschen Jugendlichen haben die Zeugnisse der Vergangenheit vergessen und wiederholen das, was sie zuvor kritisiert haben. Ich glaube, dass eine solche Botschaft nicht eine offizielle Botschaft sein kann, sondern nur die aus der Sicht eines Jugendlichen, der die historische Lektion nicht begriffen hat.”

Herr Mißfelder ist kein Jugendlicher mehr, er gibt sich nur noch als solchen. Er ist zwar Historiker und müsste vieles besser wissen. Aber den Streit zwischen Akademiker mit Faktenwissen und die des Politikers mit Karriereaussichten hat er zugunsten des Letzteren entschieden.

Informationsquelle
Ruşine: Germania şi Rusia somează România să recunoască Pactul Ribbentrop-Molotov – Adevarul

Dienstag, 8. Oktober 2013

Ein X für die spanische Piratenpartei

Die Gegenstück zur deutschen Piratenpartei heißt in Spanien “Red Ciudadana Partido X”. Heute ist der Tag, an dem sie ein Gesicht bekommt. Ihre Vertreter stammen aus der Protestbewegung 15-M und haben sich bisher, ohne als Personen an die Öffentlichkeit zu treten, vor allem in Internet und in den sozialen Netzwerken bewegt und von dort aus Protestaktionen organisiert. Heute stellen sich ihre führenden Köpfe der Öffentlichkeit bei der Präsentation ihrer Partei vor. Sie bezeichnen sich als “Normalbürger” sind um die 30 Jahre alt und kommen aus verschiedenen Berufen. Die Partei X definiert sich in ihrer Mehrheit als Menschen von der Basis, die die derzeitige politische Situation nicht mehr ertragen können. “Wir haben ein Partei gegründet, weil wir keine andere Wahl mehr hatten, denn so muss man vorgehen, um an den nächsten Wahlen teilhaben zu können”, erklärt Irene, eine der Gründungsmitglieder.

Die führende Köpfe kommen alle aus Barcelona. Eine davon ist Simona Levy, Kulturmanagerin und Mitbegründerin der Internet-Plattform X.net. Sie hat führend bei den bisherigen Protestbewegungen mitgemacht und führt die Ursprünge der neuen Partei auf den Internet-Blog Aritmética 20N zurück. Hier wurden die ersten Überlegungen angestellt wie man das spanische Zweiparteien-System aufbrechen könnte. Ein anders führendes Mitglied ist Sergio Salgado, bekannt unter seiner Twitter-Kennung Ciudadano_Zer0. Dazu kommen verschiedene Wissenschaftler aus dem universitären Bereich.

Gute Ideen haben bedeutet nicht, dass man damit auch Wahlen gewinnen kann. Das haben auch die Parteigründer erkannt und deshalb lassen sie sich von Politprofis beraten. Tarso Genro ist Brasilianer, ehemaliger Minister unter dem brasilianischen Präsidenten Lula, ehemaliger Bürgermeister von Porto Alegre und derzeitiger Gouverneur des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul. Er wird die X-Partei bei ihrer Entstehung beraten. Ein anderer Berater ist der frankoitalienische Informatiker Hervé Falciani, der durch seine Enthüllungen der Steuerhinterziehungespraktiken der HSBC-Filiale in der Schweiz bekannt wurde. Er soll vor allem Ratschläge zur Bekämpfung der Korruption geben.

Es ist eine Partei ohne erkennbare Führer, das finden viele der neuen Anhänger attraktiv.  Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt im Internet bei den sozialen Netzwerken. “Es geht nicht darum, einfach Mitglied zu werden, sondern darum mit zu arbeiten, um die Dinge zu ändern”, erklärt ein Mitkämpfer. “Ich widme 90% meiner Freizeit und 100% meiner geistigen Energie dem Bürger-Netzwerk. Es ist ein brutaler Lernprozess”, erklärt ein anderes Mitglied. Sergio, einer der Verantwortlichen der neuen Partei fügt hinzu: “Wir verbringen viel Zeit miteinander. Weder essen wir noch schlafen wir viel.” Sergio ist überzeugt, dass das Internet das beste Werkzeug ist, um die Demokratie zu verteidigen. Eine Demokratie, an der “die da unten” bisher nicht teilnehmen konnten.

Eine neue und junge Generation versucht damit in Spanien die verkrusteten Strukturen aufzubrechen, man kann ihnen nur Erfolg wünschen.

Informationsquelle
Los enigmáticos hombres y mujeres 'X' dan la cara – Público

Montag, 7. Oktober 2013

Der Brexit wird England ins Verderben führen

Der Brexit (British exit from the European Union / Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union) ist auf der Insel das große Thema in der Politik. Die Stimmen dafür oder dagegen halten sich zur Zeit in etwa die Waage, aber die Stimmen der EU-Gegner sind lauter und marktschreierischer. Es ist nicht sehr karrierefördernd für die EU zu sprechen. David Marquand, ehemaliger Labour-Abgeordneter und emeritierter Politik-Wissenschaftler tut es. Er hat eine interessante Beschreibung des britischen Europa-Dilemmas unter dem Gesichtspunkt, dass es ein englisches Dilemma ist, geschrieben.

In seinen Ausführungen geht er unter anderem darauf ein, dass die Europhilen den Kopf ansprechen und die Europhoben das Herz. Er führt aus: “Sie (die Europhoben) appellieren an den glorreichen Mythos der insularen Selbstbeschränkung, die die jahrhundertealte Verwicklung in die kulturelle, religiöse, ideologische, politische und militärische Geschichte des europäischen Festlandes einfach so auf die Seite wischt. Dies ist ein eigenartiger Mythos, um es gelinde auszudrücken. Wenn man die Sensationspresse liest oder die europhoben Reden im Unterhaus hört, dann denkt man, dass der Holländer Wilhelm von Oranien nie König von England war; dass König Georg I nicht deutscher Herkunft war; dass Waterloo nicht genauso ein deutscher wie britischer Sieg war; dass der echte Engländer George Orwell nicht im spanischen Bürgerkrieg an der Seite der spanischen Anarchisten und Trotzkisten gegen die spanischen Faschisten gekämpft hat und dass nicht tausende britischer Männer und Frauen in Weltkriegen getötet wurden, die durch ethnische Konflikte in Ost- und Zentraleuropa ausgelöst wurden.”

Marquand fährt fort damit, dass er sagt, dass in der Schlacht zwischen Kopf und Herz die Fakten nur wenig zählen. Die englische Selbstbezogenheit habe tiefe Wurzeln, die von den Größen der Literatur wie Shakespeare und John Milton genährt worden seien. Dort könne man sehr viel über den englischen Chauvinismus erfahren. Er fährt dann fort: “Es gibt einen Widerspruch in der Sache, die die Anhänger des Brexit völlig ignorieren. Die Herzen, zu denen sie sprechen, sind englisch, nicht britisch.” Nördlich der Grenze und im Westen hätten die Poeten des Englischtums keine Resonanz. Erfährt weiter: “Es ist wert zu erwähnen, dass eine signifikante Mehrheit der Schotten nichts von einem Austritt Großbritanniens aus der EU halten, während die Waliser in dieser Sache geteilt sind. Aber die Umfragen sind weniger wert wie die stärkeren Kräfte der Erinnerung und Mythen, die das Selbstverständnis einer Nation und ihre existentiellen Entscheidungen ausmachen. Die englische Geschichte könnte nicht verschiedener sein. Für England, wie damals für Russland, war der Verlust des Reiches traumatisch und noch weit entfernt davon den Schlag verkraftet zu haben wurde dieses Trauma beim Eintritt in die EU mit eingeschliffen. Der Kontrast zu Frankreich und Deutschland, den zwei Kernstaaten der EU, ist besonders lehrreich. Für diese Staaten war Europa eine Hoffnung, der Ausweg aus drei Jahrhunderten blutgetränkter Rivalität. Für England bedeutete Integration der Übergang von Demoralisierung zur Verzweiflung – Abstieg vom Großmächtestatus, eine kleinliche Zukunft anstelle einer großen Vergangenheit. Die Kämpfer für den Brexit präsentieren diesen deshalb als eine Rückkehr zur Größe. Aber ehrlich gesagt, der Brexit wird die Kleinlichkeit nur noch bestätigen.”

Marquand erklärt dann, dass der Brexit nur wegen der überwiegenden englischen Stimmen gegen die nicht so zahlreichen Stimmen der Schotten und Waliser durchgesetzt werden könne. Dies werde der Grund dafür sein, dass das Vereinigte Königreich auseinanderbrechen würde. Wales und Schottland würden in der EU bleiben und England wäre auf sich allein angewiesen. Es wäre leicht abzusehen, dass die Isolation England dazu zwingen würde, mit den Realitäten klar zu kommen. Dies würde ein schmerzhafter Prozess, aber doch besser als die endlose Selbsttäuschung sein. Und er schließt mit der Aufforderung: “Das beste wäre eine gut begründete und leidenschaftliche Auseinandersetzung der Sozialdemokraten und Sozialliberalen mit den Europhoben. Das haben wir bisher nicht gesehen, aber es ist immer noch Zeit dazu”.

Informationsquelle
First Brexit, then break-up – New Statesman

Sonntag, 6. Oktober 2013

Frankreich erfindet den Zahnarzt–Aldi

Die Großzügigkeit der französischen Krankenkassen bei Erstattung von Zahnarztkosten hält sich in Grenzen. In der Regel können Versicherte mit etwa 70% erstatteter Kosten rechnen, d.h. 30% muss selbst getragen werden. Die Zahnärzte sind jedoch oft mit den Tarif-Honoraren nicht zufrieden. Sie verlangen Aufschläge, die ebenfalls an den Versicherten hängen bleiben. Gerade dieser Aufschlag scheint in letzter Zeit bei den Zahnärzten in Frankreich sehr beliebt geworden zu sein. In einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit steigt und auch viele Franzosen mit dem wirtschaftlichen Überleben kämpfen, verursacht der Gang zum Zahnarzt wegen Zahnschmerzen den Betroffenen zusätzlich noch Bauchschmerzen wegen der finanziellen Belastung.

Frankreich hat zwar den Lebensmittel-Discounter nicht erfunden, darin sind die Deutschen wohl Weltmeister, aber in anderen Bereichen haben die Franzosen durchaus den Ehrgeiz zur durchgreifenden Rationalisierung, um die Preise zu senken. Besonders offensichtlich ist das im Hotel-Bereich, wo es in Frankreich inzwischen ja teilweise schon das personallose Hotel gibt. Den Schlüssel spukt ein Automat aus. Nicht einmal zum Frühstück erscheint ein menschlicher Dienstleister, Automaten brummen und irgendeine Zauberhand hat Baguette, Butter und Marmelade zum Frühstück hingestellt. Dabei schießen die französischen Rationalisierer und Gewinnmaximierer aber oft über das Ziel hinaus, gewisse “Plastik-Hotels” sind zwar billig, aber man verlässt sie gerne fluchtartig nach einmaliger Benutzung.

Da könnte man doch auch etwas bei der Zahnarztversorgung machen, meinen die Rationalisierer und rechnen vor: Eine Füllung durch ein Implantat zu ersetzten kostet 1.160 Euro, das kann man preiswerter machen. Die Billig-Zahnklinik (centre dentaire low-cost) Dentifree, neu eingerichtet in der Stadt Lille, sagt, das machen wir 40% billiger. Damit würden es Versicherten ermöglicht vom Zahnarzt behandelt zu werden, ohne drauf zu zahlen. Der Geschäftsführer des neuen Zahnzentrums erklärt, dass man mit den modernsten Geräten arbeiten, die eine schnelle und genaue Diagnose ermöglichten. Dieser Zeitgewinn entlaste den Zahnarzt von unnötigen, nicht so wichtigen Arbeiten. Er könne sofort zur Tat schreiben. Und so wird das in der Klinik ablaufen: Weiße Wände, Parkett, ein/e Zahnarzthelfer/in, aber keine Sekretärin. Die Anmeldung erfolgt per Telefon. Das erste Gespräche findet in einem nur mit dem nötigsten ausgestatteten Büro statt, dann geht es sofort ab zum Röntgen. 2 bis 3 angestellte Zahnärzte behandeln die Patienten auf 160 qm Fläche mit Behandlungsräumen und chirurgischer Abteilung. Alles laufe nach den entsprechenden Vorschriften der Gesundheitsgesetzgebung ab, auf absolute Hygiene werde Wert gelegt.

Eine Patientin erzählt stellvertretend ihre Erfahrungen: “Ich war verzweifelt, nachdem ich von meinen Zahnarzt einen Kostenvoranschlag erhalten hatte. Ich wollte diese Billig-Klinik testen, aber ich traute ihnen nicht recht, weil ich ich nicht betrogen werden wollte. Ich habe mich deshalb darüber informiert. Die haben tatsächlich professionelle Zahnärzte und machen einen seriösen Eindruck”. Der Kostenvoranschlag der Billig-Klinik für diese Patientin liegt um 2.000 € unter dem ihres bisherigen Zahnarztes.

Die bisher sich in einer beruhigenden Position wähnenden Zahnärzte sind nach natürlich alles andere als erfreut über die neue Konkurrenz und tun alles um diese madig zu machen; “Diese Billig-Kliniken haben nur finanzielle Interessen. Das sind Händler, wir sind Ärzte. Falls sie nur Zahnrprothesen machen, haben wir nichts dagegen”, erklärt der Präsident der Zahnärztekammer des Département Nord.

Man sagt so schön, dass “Konkurrenz das Geschäft belebt”. Vielleicht ist der Vorstoss in Frankreich durchaus eine gute Idee, um den Monopolisten in den Zahnarztpraxen frische Luft um die Nase zu blasen.

Informationsquelle
Dans le Nord, Dentifree inaugure un centre dentaire low-cost – Le Monde

Dienstag, 1. Oktober 2013

Bukarest ist sich selbst ein Verkehrsproblem

Eine Untersuchung des rumänischen Amtes für Wettbewerb (Consiliul Concurenţei) ergab, dass Bukarest mit 473 Autos pro 1.000 Einwohner im Mittelfeld der EU-Hauptstädte liegt. Das Institut vergleicht Bukarest mit Sofia, wo es 564 Autos auf 1.000 Einwohner geben soll. Sofia soll damit an 4. Stelle der europäischen Hauptstädte liegen. Sofia punktet aber im Vergleich zu Bukarest nicht nur beim Individualverkehr. Auch beim öffentlichen Nahverkehr ist die  Stadt gut ausgestattet. Das Busnetz in Sofia erstreckt sich auf 2.380 Kilometer, auf ihm werden täglich 1,5 Millionen Menschen transportiert. Im Vergleich dazu bietet Bukarest nur 1.380 km und ein Aufkommen von täglich 854.000 Passagieren. Sofia verfügt über eine Straßenbahn mit 308 Trassenkilometer, während Bukarest nur über 134 km verfügt. Zudem gibt es in Sofia noch eine O-Bus-Linie mit 193 km, während es in Bukarest nur 71 km sind. Dabei ist Bukarest die einwohnergrößere Stadt, sie hat 1,8 Millionen, während es in Sofia nur 1,25 km sind.

Es gibt in Bukarest zwar viele Autos, aber nur wenig Infrastruktur. Es gibt keinen Autobahnring und auch keine Austattung der Straßen, um den Verkehr flüssig zu halten. Eine spezielle Spur für die öffentlichen Verkehrsmittel gibt es nicht, der Fahrzeugpark der Straßenbahn ist total überaltert. Deshalb rattern sie auch nur im Kriechgang über die Straßen. Die größte Fahrzeugdichte in Rumänien gibt es in Bukarest, wo 20% des Fahrzeugbestandes sich durch den Verkehr müht. Die Autos sind durchschnittlich 12,73 Jahre alt. Der größte Autohändler ist Renault mit 33% Marktanteil, gefolgt von Porsche Romania (VW-Vertretung) mit 25%.

Die Wirtschaftskrise hat den Absatz in der rumänischen Autowirtschaft erheblich beeinträchtigt. Wurden 2007 noch jährlich 300.000 neue Fahrzeuge verkauft, waren es im Jahr darauf nur noch 80.000. Von den 337.000 in Rumänien produzierten Fahrzeugen wurden nur 8,7% in Rumänien verkauft, aber 28% nach Frankreich und 27% nach Deutschland. Der Präsident der Automobilwirtschaft hält das für eine Katastrophe, er ist der Meinung, dass kein anderes Land in der Welt mit einer Fahrzeugproduktion so wenig auf dem lokalen Markt verkauft.

Der öffentliche Nahverkehr in Bukarest verfügt übe 800 Autobusse, 285 Straßenbahn-Einheiten und 176 O-Busse. Bei den O-Bussen gibt es noch zusätzlich 350 Fahrzeuge die kaputt sind und auf eine Reparatur warten. Die Stadt hat kein Geld für ihre Reparatur.

Informationsquelle
De ce la Sofia se circulă mai bine decât la Bucureşti – Romania Libera