Direkt zum Hauptbereich

Maria Dolores, die Vertuschungskünstlerin in Nöten

Maria Dolores de Gospedal ist Generalsekretärin der spanischen Regierungspartei Partido Popular (PP). Sie ist 48 Jahre alt und bekleidet daneben auch das Amt der Präsidentin der autonomen Region Castilla-La Mancha. Sie ist die erste Frau, die zur Generalsekretärin der PP gewählt wurde. Sie hat Rechtswissenschaft studiert und war auch als Staatsanwältin tätig.

Als Präsidentin von Castilla-La Mancha hat Sie sich den Ruf einer eisernen Austeritätspolitikerin erworben. Ihre Sparmaßnahmen gingen größtenteils zu Lasten der Geringverdiener, für sich selbst verhielt sie sich eher generös. So kam Sie ins Gerede, weil sie zeitweise durch Ämterkumulation zu einem Monatsgehalt von 200.000 Euro kam. Unbeliebt bei denen, die unter ihrer Politik zu leiden haben, gewann sie in den Augen der Reichen und Mächtigen an Bedeutung, bei denen Sie inzwischen als eine Frau mit dem Potenzial zu Führungsaufgaben in Spanien gilt.

Als Generalsekretärin der PP ist Sie naturgemäß dafür zuständig, die Tatsachen so zu verdrehen und in ihr Gegenteil zu verkehren, dass das geschönte Bild von Regierung und Partei keinen Schäden erleidet. So sind ihre umstrittenen Sprüche zahlreich und zeugen eher für wenig Verständnis für die Anliegen des normalen Volkes. Vorrang hat allein die Partei, die sie mit Zähnen und Klauen vor jeder Anschuldigung bewahren will. Und von denen gibt es zur Zeit eine ganze Menge. Der Filz mit der Bauindustrie in der Regierungszeit der PP bis zum Jahr 2004 schwappt inzwischen so hoch, dass die Brühe der Machenschaften kaum unter dem Deckel zu halten ist.

Inzwischen ist es nicht mehr zu leugnen, dass der bis 2010 im Amt befindliche Schatzmeister der Partei, Luis Barcenas, im hohen Masse korrupt war und sein Umfeld in der PP gut an seinen schwarzen Kassen, gefüttert mit Bestechungsgeldern der Bauindustrie, mit verdienen liess. Bis vor kurzem verteidigte Frau Gospedal den ehemaligen Schatzmeister mit großem Getöse und drohte allen mit Verleumdungsklagen, die schlecht über ihn redeten. Inzwischen sitzt Herr Barcenas in Untersuchungshaft, man hat ihm bereits nachgewiesen, dass er Millionen Euro in die Schweiz geschafft hat und jetzt packt er in seiner Not aus. Plötzlich ist Dolores de Gospedal zutiefst enttäuscht von ihm. Plötzlich hat sie keine Ahnung mehr, was der Schatzmeister getrieben hat, obwohl sie als Generalsekretärin ab 2008 seine Vorgesetzte war und danach 8 Monate die Schatzmeistertätigkeit vertretungsweise übernommen hatte. Barcenas soll völlige Freiheit in der Ausübung seiner Schatzmeistertätigkeit gehabt haben. Keiner hat ihm rein geredet, keiner der Parteigewaltigen hat irgendetwas von schwarzen Kassen gewusst. Blöd nur, dass Barcenas immer wieder mit Briefumschlägen voller Bargeld als Extrazahlung für die geringverdienenden Parteigrößen bis zu Ministerpräsident Rajoy ankam. Kein Wunder, dass nach dem ersten publik werden des Skandals man Barcenas noch klammheimlich ein Büro, Sekretärin und einen Dienstwagen bei der Partei zu gestand sowie eine hohe Abfindung. Der Mann weiß einfach zu viel.

Die Leugnungs- und Verdrehungskünste von Maria Dolores sind also im Moment im höchsten Masse gefragt. Aber auch die Geduld des sonst noch recht obrigkeitshörigen spanischen Volkes ist inzwischen an seinen Grenzen angelangt. Ablenkungsmanöver sind dringend erforderlich wie das Schüren der Spannungen um Gibraltar. Vielleicht kann man sich so retten und hoffen, dass positive Meldungen zur Wirtschaftslage den Zorn des Volkes einschläfert. Dsa kann aber auch ein riskantes Spiel werden, bei dem vor allem die Karriere von Maria Dolores de Gospedal Schiffbruch erleiden könnte.


Informationsquelle
Cospedal se desmarca de las cuentas del PP y del trato dado a Bárcenas -El Pais

Beliebte Beiträge

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Elsässer stimmten lustlos über die Wiedervereinigung ab

Das Elsass existiert administrativ-rechtlich im französischen Staat nicht als Einheit. Elsass ist eine historische Bezeichnung für die Region zwischen Vogesen und Oberrhein. Administrativ ist die Region in zwei Departements aufgeteilt: Bas-Rhin (Niederrhein) und Haut-Rhin (Oberrhein). Die Elsässer fühlen sich aber zumindest folkloristisch einer Region Elsass zugehörig.

Dieser Zustand hätte sich jetzt ändern sollen. Die Elsässer stimmten am Sonntag darüber ab, ob die beiden Departements administrativ zu einer Region zusammengelegt werden sollen. Daraus sollte dann ein einheitlicher Regionalrat für das Elsass entstehen. Eigentlich eine wenig weltbewegende Angelegenheit, wenn nicht damit in die vor sich hin tümpelnde elsässische Identitätsfindung neuen Schwung gekommen wäre. Wie schon lange nicht mehr wird die Stellung des Elsass in Frankreichs diskutiert. Bisher überwog das Bedürfnis einer bedingungslosen Anpassung an die französische Sprache und Kultur, obwohl das Elsass historisch ge…

Junge Ungarn flüchten aus Orbans migrantenfreiem Paradies

Victor Orban hat vor kurzem die Parlamentswahl in Ungarn gewonnen und dank eines nach seinen Vorstellungen zugeschnittenen Wahlrechts gleich auch noch mit verfassungsändernder Mehrheit. Das Orban-Regime zementiert sich in Ungarn ein. Scheinbar kann man mit einer Politik, die den Normalbürger unverfroren entmündigt, immer noch Wahlen gewinnen. Damit dürfte sich die Mehrheit der mit Angstpropaganda vor Flüchtlingen und Islam und unterschwellig mit antisemitischer Propaganda bombardierten ungarischen Wähler in ihr Schneckenhaus zurückgezogen haben, in der Hoffnung, dass dieses vom großsprecherischen Ministerpräsidenten auch tatsächlich gegen die Unbilden der Welt geschützt werden kann.

Der unterlegenen Minderheit, insbesondere der Jugend, nimmt das stickige Klima im Land die Luft zum atmen. Deshalb ist es sehr verständlich, wenn inzwischen viele das Weite suchen. Dank der Freizügigkeit in der Europäischen Union ist das zumindest in Europa heutzutage möglich. Die Web-Zeitung Huffington P…

Offizielle Faschistenverehrung in Spanien bleibt eine regierungsamtliche Selbstverständlichkeit

Aus Wikipedia (spanisch) ist zu erfahren:
Das Herzogtum von Franco (Ducado de Franco) ist ein spanischer Adelstitel für höchste Repräsentanten des spanischen Adels, der am 26. November 1975 durch König Juan Carlos I eingerichtet und an Maria del Carmen Franco Polo verliehen wurde, die damals noch den Titel "angeheiratete Marquise von Villaverde" als Aufmerksamkeit für die besonderen Umstände und Verdienste, die damit verbunden sind" trug.

Seit dem 29. Dezember 2017 ist nach dem Tod der Titelträgerin dieser Titel vakant.

Die Titelträgerin, Maria del Carmen Franco Polo, war die Tochter des 1975 verstorbenen Diktators Francisco Franco. Nach ihrem Tod Tod gibt es nun in Spanien eine Diskussion, ob der Titel weiter vererbt werden kann. Die Enkelin des Diktators, Carmen Martínez Bordiú, hat einen solchen Antrag gestellt. In der Diskussion geht es nicht nur um die formale Möglichkeit, den Titel weiter tragen zu dürfen, sondern auch darum wie Spanien mit dem faschistischen Er…