Sonntag, 30. Januar 2011

Denkmalsturz in Barcelona erfreut Republikaner

Heute morgen war es soweit. Mitten in Barcelona an der Kreuzung der dominierenden Straßen Diagonal und Passeig de Gràcia, vor Tür der Hauptfiliale der Deutschen Bank und unter den Augen des deutschen Generalkonsulats fiel die Statue der Siegesgöttin aus Franco's Zeiten von ihrem Sockel. Präziser: Sie fiel nicht, sondern wurde von einem Kran vom Sockel gehoben. Für die 200 dabei anwesenden und applaudierenden Republikaner kam dies aber einem Fall gleich. Für sie war es der Beweis, dass der Franco-Faschismus nun auch visuell aus ihrer Stadt verschwunden ist.

Die entfernte Statue, die neben einem großen Obelisken steht, stellt eine mit einer Tunika bekleideten Frau dar, die in ihrer rechten Hand ein Lorbeerblatt hochhebt und in der linken die Figur einer kleinen geflügelten Siegesgöttin hält. Es ist das Werk des Bildhauer Frederic Marès. Bis April 1936 stand an dieser Kreuzung auf dem erhöhten Teil des Obelisken, der schon immer die Kreuzung beherrschte, eine Figur, die die spanische Republik darstellte und an der Basis des Obelisken war eine Medaille zu Ehren von Francesc Pi i Margall, dem 1. Präsidenten der Republik, angebracht. Unter der Franco-Diktatur wurden die Figur und Medaille entfernt und an deren Stelle die Siegesfigur hingestellt mit einer Widmung, die die Diktatur hochleben liess. Die Widmung wurde bereits 1979 entfernt. Das Denkmal wird jetzt in das Museum für zeitgenössische Geschichte in Barcelona verbracht.

Obwohl es Sonntag und früher Morgen war, wohnten der "Enthebung" mehrere Personen, insbesondere älterer Jahrgänge bei. Sie begleiteten die Arbeiten mit Beifall und Rufen "es war an der Zeit". Einige hatten Tränen in den Augen und eine Gruppe von Frauen erklärte, dass ihnen bei der endgültigen Entfernung der Statue, des letzten großen franquistischen Symbols in der Stadt, ein Schauder den Rücken herunterlief. Die Aktion erfolgte unter großer Beteiligung der Medien. In einer Erklärung an die Medien bedauerte der Oberbürgermeister von Barcelona, Jordi Hereu, dass die Statue erst jetzt entfernt worden sei und er rechtfertigte dies damit, "dass die notwendigen Schritte ihre Zeit" gebraucht hätten.

Siehe auch:
"Maldita Diagonal!" oder wie macht man Barcelona lebenswerter

Informationsquelle: La Vanguardia
Unas 200 barceloneses celebran emocionados la retirada de la estatua franquista de la Victoria

Donnerstag, 27. Januar 2011

Kaum Krebskranke in Rumänien oder nur Statistik-Lüge?

Gemäß den letzten Gesundheitsstatistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt Rumänien in der Statistik der Krebserkrankungen auf dem 47. von 50 Plätzen. An der Spitze mit den meisten Krebserkrankungen liegen die Länder der westlichen Hemisphäre und Australien. Rumänien sieht hier wie ein Gesundheitsparadies aus. Laut der Statistik gibt es in Rumänien 205 Fälle auf 100.000 Einwohner

Da staunt selbst das rumänische Gesundheitspersonal. Sie glauben dieser Statistik nicht und das hat einfache Gründe. In Rumänien gibt es kein nationales Register für Krebserkrankungen, die Berichte darüber sind ungenau oder die Fälle nur geschätzt. Diese Meinung vertritt Dana Stănculeanu vom onkologischen Institut in Bukarest. Nach ihrer Meinung haben die nord- und westeuropäischen Staaten schlecht abgeschnitten, weil sie über genaue Berichte, ein Vorsorgesystem und ein sehr gutes Screening verfügen. Die Krebsfälle würden in der Regel rechtzeitig noch im Stadium ihrer Entstehung entdeckt. "Diese Statistik ist eine Schande, weil sie nicht ehrlich ist. Da wir kein nationales Krankenregister haben, werden die Kranken einfach unter den Teppich gekehrt. Die nord- und westeuropäischen Staaten sind in dieser Beziehung Spitzenklasse, weil sie ein sehr gutes Berichtssystem und Methoden der Früherkennung haben", fügte sie hinzu.

Der Präsident der Vereinigung Krebskranker (Asociaţia Bolnavilor de Cancer), Cezar Irimia, ist derselben Ansicht: "In Rumänien fehlt ganz klar ein Präventionsprogramm und im Bereich Screening und bezüglich der Finanzierung des nationalen Krebsbekämpfungsprogrammes stehen wir an letzter Stelle in Europa. Bei uns wird der Krebs in der Regel erst im fortgeschrittenen Zustand entdeckt mit Folgen für die Kosten der Behandlung und einem starken Sinken der Lebenserwartung".

Ganz schlimm sieht es wohl beim Lungenkrebs aus. Die Zuwachsraten sind sehr hoch und es gibt kaum Möglichkeiten diesen rechtzeitig zu entdecken. "Die Zahl der an Lungenkrebs erkrankten wächst ständig. Der Prozentsatz der Frauen, die an ihm leiden wird ständig größer. Auch Jugendliche sind auf Grund des stark ansteigenden Tabakkonsums seit 1995 davon betroffen. Es ist eine versteckte Krebserkrankung, es gibt keine klaren Erstsymptome, weswegen er nur selten sofort erkannt wird. Meistens erst, wenn nicht mehr operiert werden kann. Der erste Schritt zur Vorbeugung wäre der Verzicht auf das Rauchen", warnt Professor Florin Mihălţan vom pneumologischen Institut in Bukarest.

Vielleicht hilft dabei die kräftige Preiserhöhung durch Erhöhung der Steuern auf Zigaretten seit Beginn dieses Jahr. Die rumänische Zigarettenindustrie jammert: "Wir kommentieren die Steuererhöhungen nicht, aber man muss zur Kenntnis nehmen, dass inzwischen 80% des Preises einer Packung Zigaretten der Tabak- und Mehrwertsteuer zuzurechnen sind. Deshalb werden jetzt viele geschmuggelte Zigaretten konsumiert, die dem Staat hohe Einkommensverluste kosten." Ein Pakte Zigaretten kostet in Rumänien kanpp 3 Euro.

Informationsquelle:
Cancerul din România, "coafat" în statistici - Sănătate > EVZ.ro

Dienstag, 25. Januar 2011

Lärm geht Brasilianern auf die Nerven

Am vergangen Samstag wurde am Strand von Serrambi im Bundesstaat Pernambuco eine Studentin angeschossen. In ihrer Siedlung fand ein Fest statt und zwar wie es manche Brasilianer lieben, mit einer Pegelschaltung, die die Lautsprecher krachen lassen. Einigen Nachbarn und der 21-jährigen Flavia gefiel das gar nicht und sich beschwerten sich über den Lärm. Es kam dann zum Streit und plötzlich fiel ein Schuss. Flavia liegt jetzt schwerverletzt im Krankenhaus. Familienangehörige behaupten, dass das Sicherheitspersonal der Siedlung geschossen habe. Die Verwalter bestreiten das.

Zuständig für den Lärmschutz ist in Pernambuco das Arbeitszentrum zur Unterstützung von Umweltangelegenheiten MPPE. Der Geschäftsführer erklärt die Situation so: "Die Tatsache, dass Personen ihr Recht auf laute Musik und Lärm missbrauchen und gleichzeitig die Rechte anderer auf Ruhe missachten, ist eine kulturelle Angelegenheit. Es ist sehr schwierig, per Gesetz das Recht auf Ruhe durchzusetzen. Musik in aller Lautstärke zu hören und wann immer man will, ist ein schwieriges kulturelles Problem hierzulande. Der Brasilianer ist extrovertiert und er liebt es, seine Lebensfreude allen zu zeigen. Aber auch dafür gibt es Grenzen. Denselben Widerstand mussten wir auch beim Verbot von Rauchen in geschlossenen Räumen oder beim Gebot von Anlegen von Sicherheitsgurten in Autos überwinden. Die Bekämpfung der Lärmverschmutzung muss auf demselben beharrlichen Weg erfolgen."

Diese Grenzen schienen für einige Lärmterroristen der Siedlung in Serrambi nicht zu bestehen. So kam es dann zu diesem Vorfall. Laut Nachbarn wurde der Lärm täglich veranstaltet und begann schon am frühen Morgen. Ein Nachbar erklärt: "Es gibt eine Vereinbarung unter den Bewohnern der Strandhäuser, dass man sich bemüht,  Musik und sonstige Lärmquellen auf natürlich Lautstärke einzustellen. Aber viele Mieter kommen nur in den Ferien und wissen davon nichts und machen dann Probleme". Die Polizei scheint mit der Lärmbekämpfung auch ein Problem zu haben, sie ist auf Mord und Totschlag spezialisiert, aber nicht auf solche profane Probleme des menschlichen Zusammenlebens. Aber, erklärt der Geschäftsführer der MPPE, "eine Musikanlage kann genauso ein Tatwerkzeug sein wie eine Waffe. Man muss sie beschlagnahmen und den Täter mitnehmen".

Die lebenslustigen Brasilianer werden also lärmempfindlich. Die Lärmverschmutzung wird immer mehr Anlass zu Klagen. Klagen, das mit ihr die Ruhe gestört wird, die Gesundheit und auch die Sicherheit gefährdet wird. Allein im Dezember des vergangenen Jahres wurden bei den zuständigen Behörden in Pernambuco 18.000 Fälle von Ruhestörung angezeigt. Das bedeutet 24 Anrufe pro Stunde.

Es ist auch wirklich schöner, die herrlichen Strände ohne den Lärmterror zu geniessen.

Siehe auch:
Wenn der Bus vibriert
Ärger in Tamandaré


Informationsquelle:
Mais de 24 queixas por hora contra o barulho | Diario de Pernambuco - O mais antigo jornal em circulação na América Latina



Montag, 24. Januar 2011

Dicke Luft in Madrid und Barcelona

2007 hatte die spanische Regierung sich noch mit voller Energie seinen Hausaufgaben im Umweltbereich gewidmet. Druck dazu kam von der europäischen Union. Auf Grund der Vorgaben der EU-Richtlinien wurde das Gesetz zur Reinhaltung der Luft (Ley de Calidad del Aire) geschaffen. Vorgesehen war eigentlich, dass diesem Gesetz ein weiteres, nämlich das Gesetz über nachhaltige Mobilität (Ley de Movilidad Sostenible) folgen sollte, mit dem große Unternehmen gezwungen worden wären, für ihre Angestellten Sammeltransporte zu organisieren. Gleichzeitig sollte auch die Kfz-Steuer erhöht werden. Dazu ist es aber bis heute nicht gekommen.

Die Luft in Spaniens Großstädten ist alles andere als gut. Regelmäßig werden die von der EU festgelegten Grenzwerte überschritten. Vergangenes Jahr war das erste Jahr, in dem die Einhaltung zur Pflicht wurde. Prompt flehten die Stadtverwaltungen von Madrid und Barcelona um Ausnahmegenehmigungen. Sie konnten die Grenzwerte für Stickstoffdioxid und die Feinstaubbelastung bei weitem nicht einhalten. Und das, obwohl dieses Jahr das Wetter durch seine Feuchtigkeit besonders günstig war. 40 Mikrogramm auf ein Kubikmeter sind erlaubt. Barcelona überschritt diesen Grenzwert um 10 Punkte und Madrid um 44 Punkte. Faule Ausrede der Stadtverwaltungen bei der Feinstaubbelastung war der Staub, der aus der Sahara nach Spanien geweht wurde. 2006 wollte Madrid eine Plan erarbeiten, mit dem das Stadtzentrum für besonders schmutzige Fahrzeuge gesperrt werden sollte. Bis heute gibt es diesen Plan nicht einmal ansatzweise.

Der mit Abstand größte Umweltverschmutzer ist der Straßenverkehr. Mit EU-Hilfe hat Spanien in den letzen Jahren Autobahn um Autobahn gebaut. Barcelona wird von Norden und Süden von mehreren Autobahnen im Griff gehalten. Der Gipfel einer "umweltfreundlichen" Verkehrsplanung ist sicher das Llobregat-Tal. Gerade einmal ungefähr 5 km breit, wird es von 2 Autobahnen mit insgesamt 10 bis 12 Spuren in Beschlag genommen. Der innere Autobahnring, die "Ronda de Dalt" und "Ronda Litoral" wurden zur Olympiade 1992 gebaut und sollte den Verkehr in der Stadt entlasten. Heute ist er chronisch verstopft und in der Stadt ist wieder dieselbe Verkehrsdichte wie zuvor. Jetzt denkt man darüber nach, wie man die innere Autobahn nochmals vergrößern kann. Der Straßenverkehr war das absolute Hätschelkind der spanischen Politiker.

Und jetzt ist der Jammer groß. Die Krankenhäuser sind vor allem im Winter oft überlaufen mit Menschen, die mühsam um Atem ringen. Man hat auch erkannt, dass die Luftverschmutzung eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit bedeutet. Trotzdem fällt den Politikern nichts besseres ein als wieder einmal ein Moratorium zu verlangen. Deswegen schlägt jetzt auch das spanische Umweltministerium Alarm. Es sieht keine Aussicht, von der EU weitere Moratorien zu bekommen. Bereits im Fall der Feinstaubbelastung habe die EU-Kommission zu erkennen gegeben, dass sie zu keinen weiteren Konzessionen bereit ist. Die Einhaltung der Grenzwerte war eigentlich seit 2005 Pflicht. Da Spanien aber die Grenzwerte nicht einhalten konnte, wurde auf Antrag bereits 2008 und 2009 für 13 Zonen mit Grenzwertüberschreitung Moratorien gewährt.

Die Geduld der EU-Kommission ist jetzt wohl am Ende. Bis auf eine Ausnahme für Puertellano (Zentralspanien) wurden alle anderen Anträge auf Verlängerung abgeschmettert. Spanien hatte nicht nur weitere Ausnahmen für die jährliche Grenzwerte beantragt, sondern auch für die tägliche durchschnittliche Luftbelastung.

Das spanische Umweltministerium hat jetzt den betroffenen Städten klar gemacht, dass Brüssel sich um keinen Deut bewegen wird, es sei denn die Städte legen konkrete Pläne vor, wie sie die Luftverschmutzung bekämpfen und die Grenzwerte einhalten wollen. Das wird wohl nicht ohne Einschränkung des Straßenverkehrs gehen.

Siehe auch:
"Maldita Diagonal!" oder wie macht man Barcelona lebenswerter
Sofortige Verfussgängerung!

Informationsquelle:
Medio Ambiente reclama "medidas de choque" contra el tráfico urbano · ELPAÍS.com

Samstag, 22. Januar 2011

Prominentenspass im Freiluft-Schlachthaus

Ion Țiriac, der passionierte Jäger, hat heute wieder einmal zur Jagd auf die Wildschweine in Balc geladen. Die Wildschweine werden sich rühmen dürfen, dass sie von der Prominenz aus ganz Europa erschossen wurden. Ein Auszug aus der Liste der prominenten Jäger: Prinz Dimitri Sturdza, George Marsan - Bürgermeister der Stadt Monte Carlo, Erich Hampel − CEO der Unicredit Bank Austria, Cartier-Juwelier Alfred Baumhauer, Wolfgang Porsche − Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG, Klaus Mangold − ehemaliger Chef der DaimlerChrysler Services, Österreichs Fruchtsaftkönig Franz Rauch, der österreichische Industriemanager und Politiker Rudolf Streicher, die ehemaligen Tennisgrößen Boris Becker und Goran Ivansevic.

Rumänischer Umweltschützer haben weniger Spass daran. Sie wenden sich mit folgenden Worten gegen das Spektakel: "Wir glauben, dass die Tötung aus Vergnügen moralisch inakzeptabel ist. Dies wird noch verdammungswürdiger dadurch, dass sich alles in einem geschlossenen Gebiet abspielt, wo die Tiere nicht die geringste Chance haben, mit dem Leben davon zu kommen. Die Zahl der getöteten Tiere geht in die Hunderte und dies alles konzentriert auf 2 Tage. Um es klar zu sagen: Die Jagd in Balc findet praktisch in einem Freiluft-Schlachthaus statt. Wir sind der Ansicht, dass das von Ion Ţiriac in Balc veranstaltete Schauspiel der Abschlachtung des Wildes der Angriff einer satten und unsensiblen Elite ist gerichtet gegen die grosse Masse der Bevölkerung Rumäniens, die zur Zeit mit immer zahlreicheren und belastenderen Einschränkungen im wirtschaftlichen Bereich konfrontiert wird." Die Umweltschützer weisen auch daraufhin, dass es bei den letzten Treibjagden immer wieder zu schwerwiegenden Unfällen kam, von denen in erster Linie die rumänischen Treiber betroffen waren.

Für die Behörden ist das aber in Ordnung. Der Chefinspektor der Forst- und Jagdverwaltung der Region Bihor, erklärte, dass es nichts verdammenswertes an diesem Ereignis gäbe. "Es ist eine Jagd, die zur Tradition geworden ist. Was in Balc geschieht ist moralisch und gesetzlich erlaubt. Ganz zuletzt ist es auch eine persönliche Angelegenheit, er hegt die Wildschweine, damit er sie jagen kann".

Ion Țiriac und seine Jäger schiessen ja auch nicht, weil sie Hunger haben. Ihre Propaganda ist sehr menschenfreundlich: Sie wollen das Fleisch der getöteten Wildschweine Waisenhäusern und Altersheimen stiften.

Siehe auch:
Ion Tiriac's Prominentenjagd

Informationsquelle:
Ecologiștii îl atacă pe Ion Țiriac: „Partida de vânătoare de la Balc este un abator în aer liber”

Donnerstag, 20. Januar 2011

Strahlende Zukunft für spanische Atomkraftwerke

Spanische Atomkraftwerke haben schon mehrfach für gefährliche Situationen gesorgt. 2009 waren die Meiler an 572 Tagen überwiegend wegen Störfällen still gelegt. Nichtsdestrotrotz scheint auch hier die Atomlobby im Hinblick auf eine Verlängerung der Laufzeit ihrer Meiler erfolgreich weiter gekommen zu sei. Inzwischen sind es die Gewerkschaften, die eine Laufzeitverlängerung fordern und die Regierung im Hinblick auf einen erfolgreichen Abschluss eines Sozialpaktes unter Druck setzen. Angeblich steht der Verlust von vielen Arbeitsplätzen auf dem Spiel, da kann man auch das Restrisiko von verseuchten Landschaften und krank gemachten Landsleuten in Kauf nehmen.

Widerstand gibt es so gut wie keinen. Der Chefredakteur der Zeitung "La Vanguardia", José Antich, verbreitet sogar Jubelstimmung: "An erster Stelle dürfen wir uns beglückwünschen, dass hier eine Politik geändert wird, die nur negative Konsequenzen für die spanische Wirtschaft gebracht hätte. Sie basierte auf einer ausschliesslich ideologischen Haltung, die sogar innerhalb der Regierungspartei PSOE umstritten war, angefangen vom ehemaligen Ministerpräsidenten Felipe González. Die Regierung ist jetzt bereit, aus der Notwendigkeit eine Tugend zu machen und sich die Theorie zu eigen zu machen, dass bei Schliessung der Atomkraftwerke der Verlust von vielen Arbeitsplätzen zu befürchten ist. So etwas kann sich eine Regierung in voller Wirtschaftskrise nicht leisten".

Nicht viel anders sieht es beim Atomendmüll-Lager aus. Die Sorgen, die man in Deutschland hat, kennt man in Spanien nicht. Es gibt viele Gemeinden, die sich um das Endlager reissen. Die Regierung hat hier eher die Qual der Wahl. Demnächst will sie das grosse Los verteilen. Vermutlich wird die Wirtschaftskrise auch noch als Argument dafür hinhalten, dass man den strahlenden Dreck aus ganz Europa gegen gute Bezahlung aufnimmt. Europa kann aufatmen: Endlich eine Atomendmüll-Lager, das die Leute haben wollen!

Aber halt: Es gibt noch Widerstand in Spanien. Die Umweltbewegung "Ecologistas en Acción" gibt bekannt: "Ecologistas en Acción hält die Haltung der Mehrheitsgewerkschaften, die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke innerhalb des sozialen Dialogs mit der Regierung zu unterstützen, für absurd. Genauso ist die atomfreundliche Wendung in der Politik der Regierung einzuschätzen, die dem Druck der Nuklearindustrie nachgegeben hat und bereit ist, deren Interessen zu vertreten." Die Umweltbewegung ist der Ansicht, dass damit nur die Gewinninteressen der Atomkonzerne gefördert und die Entwicklung der erneuerbaren Energien behindert wird. Sie kündigt ihren Widerstand für entsprechende Beschlüsse der Regierung an.

Rückenwind für eine Verlängerung der Laufzeiten gibt der spanischen Regierung die Entscheidung der CDU/FDP-Regierung, die Laufzeiten der deutschen Meiler zu verlängern. In einschlägigen Kreisen wird gerne auf das gute Beispiel der Merkel-Regierung hingewiesen.

Siehe auch:
Greenpeace blockiert spanisches Atomkraftwerk
Yebra will den Atommüll
Piden el posicionamiento público del MARM y de UGT sobre el alargamiento de la vida de las centrales nucleares - Ecologistas en Acción

Dienstag, 18. Januar 2011

Kleiner Führer für rumänische Steuerbetrüger

Unter dem Titel "Was kostet es dich, dein Geld in ein Steuerparadies zu bringen" hat die Internet-Zeitschrift "Gandul" rumänischen Geldbesitzern einen kleinen Führer zusammengestellt, wohin und wie man das Geld aus den Fängen des rumänischen Fiskus verschwinden lässt. Ein Großteil der rumänischen Nachwende-Gewinnler haben ein erhebliches Interesse daran, das meistens unsauber erworbene Vermögen ihrem Staat zu entziehen.

Wie entzieht man nun den rumänischen Steuerbehörden die Möglichkeit zur Besteuerung seines Vermögens? "Gandul" empfiehlt: "Zum Transfer der Gewinne in das Steuerparadies wird ein Dienstleistungsvertrag, ein Darlehensvertrag oder Urheberrrechtevertrag mit einer Scheinfirma im Steuerparadies abgeschlossen. Damit wird das zu versteuernde Vermögen in Rumänien verkleinert, das kann soweit gehen, dass man keine Gewinnsteuer bezahlen muss. Der Transfer des Geldes ist nach der rumänischen Gesetzgebung legal, solange der Fiskus nicht merkt, dass es sich bei den Verträgen mit Firmen in den Steuerparadiesen um Scheinverträge handelt."

Wo sind für die Rumänen nun diese Steuerparadiese zu finden, die ihnen gerne die Hand zum Steuerbetrug reichen? Genannt werden in Europa: Liechtenstein, Zypern, Luxemburg, Malta, Andorra. Man kann sein Geld aber auch auf den Britischen Jungferninseln, den Cayman-Inseln oder in Panama verstecken.

Am Beispiel Zypern wollen wir die Ratschläge zur Steuerhinterziehung weiter verfolgen: "Zypern ist Mitglied der Europäischen Union. Es ist ein Land mit einer Wirtschaft, in der sich der Stadt darauf beschränkt, die öffentlichen Dienste zu regeln, überwachen und zu planen. Das Land bietet Banken und spezielle Finanzinstitute. Die Identität eines Eigentümers einer Scheinfirma wird gesetzlich geschützt geheim gehalten. Für die Gründung der Firma braucht man ein Kapital von 1.700 Euro. Die Vermögensverwaltung erfolgt außerhalb des Landes, so dass kein in Zypern zu versteuerndes Einkommen entsteht."

Die Leser von "Gandul" scheinen nicht zum Personenkreis der Steuerflüchtlinge zu gehören. Sie regen sich größtenteils heftig über diese Möglichkeit der Steuerflucht auf. Einer schlägt sich aber für Luxemburg in die Bresche. Er schreibt: "Luxemburg ist auf keinen Fall ein Steuerparadies". Vielleicht hat er schlechte Erfahrungen gemacht.

Informationsquelle:
Cât te costă să ţii banii într-un paradis fiscal- Mic ghid despre cum să înfiinţezi un offshore în Cipru, Insulele Britanice Virgine, Seychelles - Gandul

Montag, 17. Januar 2011

Lerne die Katastrophe kennen

Der brasilianische Katastrophenschutz (Secretaria Nacional de Defesa Civil) hat gewarnt. Für die derzeitige Katastrophe in der Bergregion von Rio de Janeiro hat es nichts gebracht. Die derzeitige Katastrophe ist nach Aussagen der Zeitung "Folha", das größte durch Regenfälle je verursachte Desaster in Brasilien. Inzwischen werden über 600 Tote gezählt. Die veröffentlichte Liste der Toten ist beängstigend.

Dabei hat der Zivilschutz schon auf die Gefahr dieser Katastrophe unter dem Stichwort "Erdrutsche" hingewiesen: "Erdrutsche entstehen durch das Abrutschen von festem Material, wie Erde, Felsen, Vegetation und Baumaterial entlang von Steilhängen. Die Erdrutsche an Steilhängen und Stadthügeln haben in den letzten Jahren alarmierend zugenommen und zwar auf Grund des ungeplanten Wachstums der Städte mit der Besetzung neuer Zonen von hohem Risiko vor allem durch die Bevölkerung um geringem Einkommen. Erdrutsche entstehen in den Zeiten heftiger und langanhaltender Regenälle, weil dann das aufgesogenen und eingesickerte Wasser die Steilhänge destabilisiert. Auf den Hügeln (morros) liegen die Grundstücke immer an Steilhängen und wenn das Wasser in die Erde eindringt, kann es zu einem Erdrutsch kommen, der die tiefer gelegenen Häuser zerstört."

Unter dem Thema "Lerne die Katastrophe kennen" wird versucht, die Bevölkerung für die Gefahren zu sensibilisieren. Hier einige Ratschläge:
"Lassen sie sich nicht täuschen durch leichte und trügerische Versprechungen beim Erwerb eines Grundstück in den Hügeln oder Risikozonen. Die Risiken einer Katastrophe sind sehr hoch. Entwalden sie nicht den Hügel und die Steilhänge, um Häuser und andere Konstruktionen zu errichten."

Zu der Frage "Was kann ich tun, um einen Erdrutsch zu vermeiden" antwortet der Zivilschutz: "Zerstören sie nicht die Vegetation der Steilhänge. Lassen sie das Wasser nicht einfach über den den Boden laufen, bauen sie kleine Abwasserkanäle.  Sammeln sie den Müll für den Abholpunkt der Müllabfuhr und lassen sie es nicht zu, dass sich dieser über den ganzen Hügel verteilt. Werfen sie keinen Schmutz und Müll an Steilhänge, weil diese verhindern, dass das Wasser abläuft und dadurch Erdrutsche verursacht werden. Auf den Hügeln und an den Steilhängen dürfen keine Bananenbäume oder andere Pflanzen mit kurzen Wurzeln gepflanzt werden, weil sie den Boden nicht zusammenhalten und so das Risiko von Erdrutschen erhöhen."

Soweit ein Auszug aus den Ratschlägen. Sie zeigen, dass neben der illegalen Bebauung das Problem der Abholzung, der wilden Müllablagerungen und fehlenden Kanalisation Hauptursachen der Katastrophen durch Unwetter sind.

Weitere Blogbeiträge:
Was Rio von Brisbane unterscheidet
Den Cariocas die Leviten lesen
Santa Catarina im Notstand

Informationsquelle:
Secretaria Nacional de Defesa Civil

Samstag, 15. Januar 2011

Barcelona eröffnet erste europäische Friedhofsroute

Maria Luisa de Yzaguirre von Cementiris de Barcelona, S.A. ist zur Zeit Präsidentin der "Vereinigung für bedeutende Friedhöfe Europas" (Association of Significant Cemeteries in Europe; ASCE). Ihre Organisation, Cementiris de Barcelona (Friedhöfe von Barcelona), ist ein gemischt öffentlich-private Aktiensgesellschaft, an der die Stadt Barcelona einen Anteil von 51% hat. Die ASCE beschreibt sich als europäisches Netzwerk von öffentlichen und privaten Organisationen, die sich um Friedhöfe von historischer und künstlerischer Bedeutung kümmern. Die Organisation ist nicht gewinnorientiert und hat nach eigenem Bekunden einen klaren und globalen Auftrag.

Aus Anlass ihrer Präsidentschaft bei der ASCE hat Frau da Yzaquirre dieser Tage die erste europäische Friedhofsroute in Barcelona vorgestellt. Die Vorstellung der Route hat im Rahmen der Weiterbildungstage "Historische Erinnerung auf den europäischen Friedhöfen, Kulturerbe des Beerdingungswesens und kultureller Tourismus" stattgefunden. 20 Länder haben an der Veranstaltung teilgenommen. Der Europarat unterstützt die Friedhofsroute im Rahmen des Kulturwege-Programms, das 1987 von ihm ins Leben gerufen worden ist. Die Kulturwege sollen über Reisen durch Raum und Zeit konkret demonstrieren, dass das kulturelle Erbe der Länder Europas ein gemeinsames europäisches Kulturerbe darstellt.

In Barcelona gibt es 2 Friedhöfe, die den Anforderungen der ASCE entsprechen. Es sind dies der Friedhof von Poblenou (1775 - 1888) mit Beispielen der neoklassizistischen, katalanischen Kunst und der Friedhof von Montjuïc (1888-1936) mit mehr als 40 Denkmälern und Gräbern von modernistischen Bildhauern und Architekten. Bisher wurden die Friedhöfe in Barcelona von ungefähr 6.000 Touristen im Jahr besucht. Weitere spanische Friedhöfe auf dieser Route gibt es in Reus, Sitges, Terrassa, Madrid, Bilbao, San Sebastián, Córdoba, Valencia und Elche.

Die Friedhofskultur ist nicht unbedingt eine spanische Stärke. Oft liegen die Friedhöfe in der Nähe von Industriegebieten und werden nicht besonders gepflegt. So auch der Friedhof von Montjuïc in Barcelona, von dem aus man einen prächtigen Blick auf die Autobahn "Ronda Litoral" und den Industriehafen mit seinen Anlagen hat. Offiziell wird ja auch die Aufbewahrungsstätte für Leichen vor der Beerdigung in Spanien "deposito de cadaveres", also etwas brutal übersetzt "Ablagestelle für Kadaver", genannt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch der Begriff "Fosa commun" (wörtlich übersetzt: Gemeinschaftsgrube), das "Massengrab oder anonyme Grab", in dem auch schon manch ein mittelloser deutscher Tourist seine letzte Ruhe gefunden hat.

Vielleicht ändert sich das jetzt, wo mit der Friedhofstrasse auch die Erkenntnis wächst, dass Friedhöfe zum kulturellen Erbe gehören.

Siehe auch:
In Sevilla brennen Särge

Informationsquelle: La Vanguardia
Barcelona promueve la primera Ruta Europea de Cementerios para mostrar el patrimonio fúnebre

Donnerstag, 13. Januar 2011

Was Rio von Brisbane unterscheidet

Beide Orte werden zur Zeit von heftigen Regenfällen und Überschwemmungen schlimmster Art heimgesucht. Blogger Fabio Mayer aus Brasilien hat eine Meinung dazu. Er schreibt unter dem Titel "Mehr als 300 Tote":

"In Australien haben die Überschwemmungen riesige Schäden verursacht, aber haben nicht mehr als 20 Personen das Leben gekostet. In Brasilien sind in einer einzigen Nacht mehr als 300 Personen gestorben und die Tragödie hat Tradition, wenn wir uns an die Vorkommnisse am Bumba-Hügel in Niteroi (2010), an Angra dos Reis (2010) und an die Opfer in Santa Catarina 2009 erinnern.

Somit haben wir hier ein Land, wo die Müllbeseitigung unter Kontrolle ist, wo die Entwaldung und illegale Besetzung von Grund auf rigoros überwacht wird. Es gibt einen offensichtliche Unterschied zwischen einem Land, wo es Gesetze gibt, die eingehalten werden, und einem Land, in dem das Gesetz je nach schäbigen politischen Interessen, auf Grund von Populismus und Verantwortungslosigkeit ignoriert wird und die Verwaltungsvorschriften nicht durchgesetzt werden.

Gestern wusste in Rio de Janeiro niemand, wo der Gouverneur Sergio Cabral steckt.

Heute morgen wurde bestätigt, dass das Geld, das versprochen wurde, um die Schäden von 2009 in Santa Catarina zu beseitigen, bisher dort nicht angekommen ist. Es wurde von der kranken staatlichen Bürokratie festgehalten oder durch Korruption und von den speziellen Interessen unehrlicher Politiker in Beschlag genommen.

Und man sollte auch das brasilianische Volk nicht aus  Verantwortung entlassen. Dessen exzessiver Individualismus, das Fehlen von Kultur und die Manie sich am Staat anzulehnen auch um den Preis, dass man seine Seele an einen Politiker der schlechten Sorte verkauft, auch sie sind Schuld an diesen Problemen und Toten! 300 Tote bis jetzt und keine Behörder kann uns ein Indiz für die Ursachen der Tragödie geben. Sie beschränken sich darauf als Ursache anzuführen, dass es "viel geregnet hat" und geben dem lieben Gott die Schuld statt der jahrzehntelang geduldeten illegalen Besetzung der Abhänge, den widerrechtlichen Abholzungen und den unverantwortlichen Entsorgern von Müll".

Soweit Blogger Fabio Mayer. Gouverneur Sergio Cabral ist inzwischen aufgetaucht. Er erklärt die illegale Besetzung von Land für den Hauptschuldigen der Katastrophe. Nach seiner Aussage gibt es alleine in der Stadt Rio de Janeiro mehr als 18.000 Wohnungen, die in riskanten Gebieten gebaut wurden. Und dann auch bei ihm das hilflose Schulterzucken der brasilianischen Politiker: "Die schwierigste Sache ist "nein" zu sagen. "Nein" zu sagen ist sehr schwierig. "Nein, nein, man kann nicht in riskanten Gebieten bauen".

Siehe auch Blobeiträge:
Angra dos Reis: Umweltsünden und Aberglaube rächen sich
Steht Rio vor einer Katastrophe?

Informationsquelle:
FÁBIO MAYER

Mittwoch, 12. Januar 2011

Die Benzinpreise und eine Lehrstunde in Marktwirtschaft

Die Rumänen sind noch nicht so ganz vertraut mit den Gesetzen der Marktwirtschaft. Zur Zeit stöhnen sie über extrem hohe Benzinpreise. Das kennen wir auch, wir versuchen uns auch dagegen zu stemmen, wenn auch in Gefolge langjähriger Erfahrung mit den Gesetzen der Marktwirtschaft, mit mehr Resignation bezüglich des Protestes. Dabei zahlen die Rumänen für deutsche Verhältnisse noch relativ wenig für den Liter Benzin. Zum 3. Januar 2011 betrug dieser in Rumänien 1,16 Euro für den Liter Euro Super 95. Ein Grund für die Preissteigerung ist auch die Erhöhung der Steuern auf Treibstoffe ab 1. Januar. Dem rumänischen Staat bleibt aber nichts anderes übrig als Steuern zu erhöhen, weil er jetzt schon asthmatisch in der Schuldenkrise nach Einnahmen schnappt. Und schließlich steht man auch unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds (IWF), der seine Stützungsaktionen mit der Forderung nach Abbau der Staatsschulden verbunden hat.

Aber Rumänien liegt beim Durchschnittseinkommen weit unter dem der Deutschen. Da tut ein solcher Benzinpreis weh. Die rumänischen Autofahrer versuchen es deswegen mit etwas handfesteren Protesten. In der Donaustadt Galatz zum Beispiel zahlten sie an den Kassen nur noch mit Münzen und an den Zapfsäulen liessen sie ihren Treibstoff zeitraubend in den Tank tröpfeln. Das führt zu langen Schlangen und verminderten Einnahmen der Tankstellen. Zudem wird von der Regierung gefordert, dass sie etwas gegen die hohen Preise tut.

Alles Proteste sind sinnlos, rechnet die Journalistin Florentina Cioacă Bălăceanu von der Zeitung "Adevarul" den Lesern vor. Rumänien hat nämlich jetzt eine Marktwirtschaft, sagt sie und fährt fort: "Die Benzinpreise werden auf einem hohen Niveau bleiben, wenn die Fahrer weiterhin genau so oft tanken fahren wie bisher. Der Markt für Treibstoff ist komplett liberalisiert, die Preise werden von der Nachfrage diktiert und keine Firma wird ihre Trarife senken, weil sie niedrigere Kosten als die Mitbewerber hat." Die Politiker würden sich auch nur hinter irgendwelchen Phrasen verstecken wie "man müsste mal prüfen, ob die Ölkonzerne zu hohe Gewinne machen". Entlastung würde nur mehr Wettbewerb oder weniger Nachfrage bringen. Die rumänische Wettbewerbsbehörde ist aber der Ansicht, dass es auf dem rumänischen Treibstoff-Markt genügend Wettbewerb gäbe.

Journalistin Florentina erklärt dann den Rumänen an simplen Beispielen wie Angebot und Nachfrage funktionieren. Und sie nimmt dabei die Tankstellen in Schutz: Auf Grund der Schuldenkrise und dem Sinken der Einkommen der Rumänen in den letzten beiden Jahren hätten diese sogar ihre Gewinnmarge um 10% bis 12% gesenkt, um nicht zuviele Kunden zu verlieren. Der Preis vor Steuer für ein Liter Benzin liege mit 0,58 Euro im europäischen Mittelfeld.

Was bleibt, auch für rumänische Fahrer: Weniger Tanken! Runter vom Bleifuß! Verbrauchsgünstige Autos fahren!

Informationsquelle:
Adevarul, Cum ar putea scădea preţul carburanţilor

Montag, 10. Januar 2011

In Sevilla vermehren sich die Prostituierten

Alle Verordnungshektik der Stadtverwaltung half nichts. Die Strassenprostitution in Sevilla ist trotz entsprechender Maßnahmen im Jahr 2009 seither nicht zurückgegangen. Sie hat im Gegenteil zugenommen. Die Stadtverwaltung hatte vorgesehen, dass den Prostituierten der Zugang zu einer Wohnung erleichtert oder bei Ausländerinnen für eine Klärung ihres Auftenthaltsstatus gesorgt wird. Aber all das steht wohl auf dem Papier, an den tatsächlichen Verhältnissen hat sich nichts geändert. Das am meisten betroffene Viertel Sevillas ist der Stadtteil "Sevilla Este" (Sevilla Ost). In diesem Stadtteil liegt auch die Deutsche Schule, das "Colegio Alberto Durero". In diesem Viertel gibt es seit 10 Jahren die Strassenprostitution, die im Laufe der Zeit ständig zugenommen hat.

Die Anwohner sind diese Situation leid. Sie sind jetzt dazu übergegangen aus Protest, die Strassen zu besetzen und den Verkehr zu behindern. Der Sprecher der Bürgerbewegung schildert die Situation: "Die Prostituierten fangen um 20 Uhr abends mit der Arbeit an. Sie stehen nicht wenige Meter neben einem Büro der Nationalpolizei, das im letzten Jahr im Viertel eröffntet wurde. Von allen Seiten kommen junge Frauen, es ist ein Schande. Wenn wir das vertuschen, lösen wir die Probleme nicht. Sie verrichten ihre Arbeit vor den Augen der Bewohner und Kinder des Viertels."

Die Stadtverwaltung arbeitet zur Zeit zusammen mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen an einer Karte der Prostitution. Mehrere Werbekampagnen sollten die Kunden der Prostituierten sensibilisieren. Eigentlich sehen die neu geschaffenen Verordnungen Strafen für die Kunden der Prostituierten vor und auch das Verbot der Strassenprostitution. Entweder werden diese aber nicht angewandt oder die Betroffenen entziehen sich trickreich entsprechenden Verboten und Strafen.

Es herrscht erkennbar eine gewisse Ratlosigkeit wie man dem Phänomen beikommen kann. Die Anwohner tröstet  das wenig.

Siehe auch Blogbeitrag:
Barcelona's Altstadt, wo die Prostitution sich nicht versteckt

Informationsquelle:
Diario de Sevilla - La prostitución callejera persiste pese a las campañas municipales

Sonntag, 9. Januar 2011

Sport auf tirolerisch am Tropenstrand

In Brasilien gibt es ein Freizeitvergnügen, das man "Tirolesa" nennt. Wikipedia portugiesisch definiert diesen Sport folgendermaßen: "Die "Tirolesa" ist eine sportliche Aktivität die aus der Region Tirol in Österreich stammt. Sie besteht aus einem Seil das an zwei Punkten in der Höhe festgemacht ist. Der Sportler bewegt sich über Rollen an diesem Seil entlang mit einem Karabinerhacken und einem Sicherheitsseil daran befestigt. Diese Aktivität erlaubt dem Ausübenden das Gefühl das Gelände zu überfliegen, ohne dass er überfordert wird."

Im Tirol nennt man so etwas wohl Seilrutsche. Südlich von Recife / Pernambuco in Calhetas am Cabo de Santo Agostinho gibt es nun auch eine solche Seilrutsche, von den einheimischen "Tirolesa" genannt. Hier kann man am Seil von 60 Meter Höhe des Kaps von Santo Agostinho auf Meereshöhe hinunterfliegen. Am Seil  wohlverstanden. Die lokale Zeitung Diario de Pernambuco schwärmt: "Es handelt sich um eine Strecke von 200 Metern. Startpunkt ist der höchste Punkt von 60 Metern in einer der schönsten Landschaften Pernambucos. Das Geheimnis ist, diese Neuigkeit bei Flut zu versuchen, denn dann landet man mit dem ganzen Körper im Wasser und nicht nur mit den Beinen wie bei Ebbe."

Diese neue Art des Nervenkitzel ist auf jeden Fall bei den Pernambucanos ein Schlager. Am Startpunkt bilden sich schon Schlangen. An Tagen von hohem Andrang verkauft der Besitzer nach eigenen Angaben 50 Eintrittskarten. Obwohl der Geschwindigkeitsrausch nur 19 Sekunden dauere - sieben Sekunden Fahrt nach unten und 12 um wieder hinauf zu kommen, lasse das Erlebnis auch gegenüber viel längeren Strecken nichts zu wünschen übrig. Die Seilrutsche seit die einzige Rutsche in Brasilien, die den Besucher runter, aber auch wieder hinauf bringe. Eine Touristin aus São Paulo berichtet begeistert: "Wenn man auf dem Wasser aufschlägt ist das ein herrliches Gefühl."

Die Fahrt kostet 15 R$ (ca. 7 Euro), aber der Inhaber erklärt, dass man mit ihm jederzeit über einen Mengenrabatt verhandeln kann. Die Gerätschaft soll gefahrlos zu benutzen sein, die Feuerwehr und die Präfektur der zuständigen Provinzstadt Cabo sollen das bestätigt haben.

Massentourismus ist nicht zu erwarten, denn die Zufahrtstrassen zum Cabo de Santo Agostinho und Calhetas sind immer noch unasphaltiert. Deshalb ist Calhetas für den Touristen immer noch ein Abenteuer. Am Strand gibt  es 8 Bars, von denen das größte, das von Artur, im ganzen Land bekannt ist als Künstlertreffpunkt. Um etwas zu essen muss man aber Geld mitnehmen, denn die Gerichte kosten zwischen 14 und 50 Euro. Es gibt im Ort viele Künstler, die Keramik bemalen, mal mit einer Landschaft, mal abstrakt oder mit Figuren. Wenn man viel kauft, gibt es Rabatt, erklären die Künstler.

Ein bisschen Angst muss schon auch noch sein, sonst wäre man ja nicht in Brasilien. Die Händler beklagen sich auf jeden Fall, dass die Gegend kaum polizeiliches überwacht wird. Sie wünschen sich mehr Polizei, asphaltierte Straßen und öffentlichen Nahverkehr. Die öffentlichen Busse laden die Touristen weit vor dem Strand aus, so dass noch ein sportlicher Gehweg erforderlich wird.


Tirolesa radical em Calhetas | Diario de Pernambuco - O mais antigo jornal em circulação na América Latina

Freitag, 7. Januar 2011

Argumente gegen Schengenbeitritt Rumäniens sind an den Haaren herbeigezogen

Diese Ansicht vertrat der rumänische Staatspräsident Traian Basescu gestern im rumänischen Fernsehen. Er beschuldigte insbesondere Frankreich, aber auch Deutschland, Argumente zu suchen, um den Schengenbeitritt Rumäniens hinaus zögern zu können.

Basescu erklärte: "Ich habe eine richtiggehende Kampagne gesehen, angestossen vom ehemaligen Minister für europäische Integration, dem Herrn Lellouche, im Zusammenhang mit dem Problem der Roma und zuletzt fortgeführt vom neuen Minister für europäische Integration in der französischen Regierung, der nicht mehr oder weniger im französischen Parlament behauptet hat, dass Rumänien nicht beitreten kann, weil es keinen Grenzvertrag mit der Republik Moldau hat. Aber unseren Grenzvertrag mit der Republik Moldau gibt es seit 1947 und er wurde sogar damals  in Paris unterzeichnet. Wir sprechen hier von einem französischen Minister, der nicht einmal weiss, dass an dem Ort, an dem er spricht, dieser Vertrag, der die Grenzen zwischen Rumänien und der Sowjetunion festlegte, unterschrieben wurde. Dieser Vertrag wurde von uns auch für die Grenze der Republik Moldau anerkannt".

Basescu bezog sich dabei auf eine Erklärung des französischen Staatssekretär Laurent Wauquiez vom 8. Dezember 2010, die dieser im französischen Parlament abgegeben hatte und der sich darauf bezog, dass Rumänien nicht in der Lage sei, die Ostgrenze der EU nach der Aufnahme in den Schengenraum zu kontrollieren. Rumänien würde die Grenze zur Republik Moldau nicht anerkennen und moldawischen Staatsangehörigen rumänische Pässe ausstellen.

Basescu beklagt sich aber auch: " In einem Schreiben des französischen und deutschen Innenminister gibt es weitere peinliche Fehler, die auf dieser Ebene irgendeine Reaktion erforderlich machen.... Im Schreiben der beiden Minister wird davon gesprochen, dass es auf Grund der Korruption in Rumänien das Risiko gibt, dass korrupte Menschen oder Terroristen Zugang zu den geheimen Daten des Schengensystems bekommen.... Sie sollten wissen, das Rumänien bereits seit dem 5. November 2010 an das Schengen-Informationssystem angebunden ist. Die Informationen aus dem System können zum derzeitigen Zeitpunkt von jedem Polizisten in Rumänien abgefragt werden." Als Gegenmaßnahme deutet er an: "Unter diesen Bedingungen werden wir im Gegenzug die Grenzwächter und Zöllner nicht von der ungarischen Grenze abziehen."

Basescu erklärte noch, dass er es als seine Verpflichtung ansehe, für den Beitritt Rumäniens zum Schengen-Raum zu kämpfen. "Ich habe gesehen, dass einigen der Termin unseres Beitritts nicht passt. Die Interessen deines Landes verlangen, dass man auf der Ebene der Staatschefs für die Interessen seines Landes kämpft. Ich werde deshalb fortfahren bis zum letzten Augenblick zu kämpfen, auch wenn es klar ist, dass durch ein Veto der Beitritt Rumäniens blockiert wird."

Im übrigen erwartet Basescu, dass für den Fall, dass der Beitrittstermin verschoben werden sollte, er von Staatspräsident Sarkozy und Bundeskanzlerin Merkel persönlich informiert wird. "Eigentlich gibt es im europäischen Ministerrat das Solidaritätsprinzip. Das vermisse ich im Verhalten der beiden Länder", erklärte er.

Für Rumänien scheint schon eine Verschiebung des Beitrittstermins um ein paar Monate bereits eine Frage der Ehre zu sein. Ganz fair ist es ja auch nicht wie mit dem Land umgesprungen wird. Aus innenpolitischen Gründen wird mit vorgeschobenen formalen Argumenten gegen den Beitritt zum jetzigen Zeitpunkt argumentiert. Vielleicht wäre es ehrlicher, wenn man sagen würde: "Im Moment gibt es bei uns einfach zuviele Vorurteile gegen euch. Wenn wir euch entgegen kommen, gehen die Rechten auf die Barrikaden und schreien, dass damit das Abendland untergehen werde. Deswegen lassen wir mal euch gegenüber unsere Muskeln spielen. Das freut die Xenophoben und ihr seit in ein paar Monaten dann so oder so dabei."

Siehe auch Blogbeitrag:
Rumänien ab März 2011 Schengenland?

Informationsquelle:
Băsescu cataloghează drept "penibile" o serie de argumente anti-România în problema Schengen | Romania Libera

Mittwoch, 5. Januar 2011

Wenn Ratten sich im Supermarkt wohl fühlen

Ja, dann bleibt nur noch die Möglichkeit diesen zu schliessen. So geschah es heute in Olinda, der malerischen Kleinstadt im Norden von Recife / Pernambuco. Der zur Carrefour-Kette gehörende Discounter-Supermarkt "Atacadão" wurde von den Gesundheitsbehörden aus hygienischen Gründen geschlossen. Er darf erst wieder aufmachen, wenn er die Auflagen der Gesundheitsbehörden, die unter anderem eine "Entrattung" verlangen, erfüllt sind. Der Supermarkt ging wohl sehr leichtsinnig mit verdorbener und abgelaufener Ware um, die zur Entsorgung einfach neben das Gebäude geworfen wurden.

Für die Pernambucaner scheinen Ratten in Supermärkten nichts ungewöhnliches zu sein. Denn die Kunden regten sich eher auf, weil der Supermarkt geschlossen war und sie den Weg dahin umsonst gemacht hatten. Ein Kunde: "Das ist einfach absurd. Man verliert viel Zeit, wenn man die geplanten Einkäufe nicht machen kann. Ich habe einige Ratten im Supermarkt gesehen, aber die waren alle tot. Die Beschäftigten kümmern sich, legen korrekt immer Gift aus". Ein anderer hat schon  lebende Ratten gesehen, die sich in der Gemüseabteilung tummelten. Er hat dann nicht mehr da eingekauft. Er meint aber, dass die niedrigen Preise ihn doch ab und zu in diesen Supermarkt führen.

Dabei war der Supermarkt für seine lässige Handhabung der Hygiene schon mehrfach abgemahnt worden. Einmal gab es sogar eine Strafe wegen der großen Menge an Produkten deren Haltbarkeitsdatum bereits abgelaufen war.

Bereits zu Anfang des vergangenen Jahres hatte ein Bürger-Reporter in einem Internet-Forum folgendes zum gleichen Supermarkt berichtet: "Am Sonntag war ich am Morgen im "Atacadão" und ich habe mich fürchterlich geärgert darüber, was ich da gesehen und gehört habe. Der Markt war überfüllt und die Klimaanlage kaputt. Es herrschte eine unterträglich Hitze von fast 30 Grad. Die Kunden und die Beschäftigten beklagten sich darüber. Ich sprach mit einigen darüber, die mir bestätigten, dass das Problem schon seit einem Monat existiert. Es gibt keinen Plan B der Leitung, um diesen Zustand zu ändern. Das ist mehr als bedauerlich. Ich sah noch kaputte Einkaufswagen. Obst und Brot in Plastiksäcken versperren die Wege. Meines Erachtens ein gravierendes Missverständnis bezüglich Marketing und Merchandising. Es gibt haufenweise Plastik und Schmelzwasser im Bereich der Tiefkühlkost. Da hat man schon ein Risiko, wenn man nur hinguckt. Glauben sie, dass das alles ist? Auf keinen Fall. Die Kassiererin Nr. 9 ging um 10:30 Uhr Mittagessen, als der Laden total überfüllt war. Das Problem war nicht, dass sie ging, sondern dass sie nicht ersetzt wurde. Der Servicebereich war voll mit Karren, die die Warenlieferung vom Tag zuvor enthielten und von 3 Beschäftigten ausgeladen wurden. Damit kamen die Kunden weder rein noch raus."

Alltag bei brasilianischen Discountern? Die Gesundheitsbehörden haben den Supermarkt jetzt erst einmal mit einer etwas größeren Strafe belegt. Wäre schließen nicht besser?

Informationsquelle:
Por causa de ratos, Atacadão de Olinda é interditado | Últimas notícias | Diario de Pernambuco - O mais antigo jornal em circulação na América Latina

Montag, 3. Januar 2011

Spanien befreit sich vom Zigarettenqualm

Seit 0 Uhr vergangenen Sonntags gilt in Spanien das verschärfte Rauchverbotsgesetz. Für die Spanier der schwierigste Schritt ins neue Jahr, liebgewonnene Gewohnheiten müssen jetzt über Bord geworfen werden. Im Gaststättengewerbe scheint die Umstellung recht gut funktioniert zu haben. Aber da kam das relativ milde Wetter den Rauchern entgegen, denen damit der Schritt ins Freie erleichtert wurde. In vielen Bars und Restaurant wurden sie um Punkt 24 Uhr gebeten, das Lokal zu verlassen, wenn sie einen Glimmstengel in der Hand hatten. Die Kunden sollen ohne Murren der Aufforderung nachgekommen sein und einige haben die günstige Gelegenheit genutzt, um sich ohne die Zeche zu zahlen, aus dem Staub zu machen.

Ein Raucher, Journalist der El Pais, hat sich in dieser Nacht in Madrid auf den Weg gemacht, um zu sehen, ob sich etwas geändert hat. Er schreibt: "Auf den ersten Blick hat sich nicht viel geändert. Für den aufmerksamen Beobachter gibt es aber doch einige Zeichen, dass sich irgend etwas ganz schwerwiegendes für alle Zeiten verändert hat. Dort am Fuß des Tresen, unserem Schaufenster für Garnelen-Köpfe, Muschelschalen, Hühnerknochen und gebrauchte Servietten fehlt etwas, ein wunderbares und uraltes Mitglied dieser Hinterlassenschaft: Der Zigarettenstummel in seiner weissen, orangenen und auch der generell dunkelgrauen Tönung, den die Asche den Stummeln verliehen hat. Dafür haben wir jetzt das Phämomen der Winter-Terrassen. Einige Gaststätten hatten ja immer schon so etwas, aber nun tauchen sie überall auf, die kleinen Aluminiumtische. So steht man dann mit einem Fuß auf dem Bordstein mit dem anderen auf der Straße, die Marlboro light in der Hand. Es gibt aber auch schlechte Momente: "Der Geistesbilitz, die wütende Diskussion, das Tor, das um eine Kleinigkeit verfehlt wurde, all das forderte von einem, am Tisch eine Zigarette anzuzünden. Jetzt gibt es dafür eine Kompensation, denn die beste Lösung ist dann, auf die Straße zu gehen, um zu rauchen. Das Diskussionsthema sieht man dann von einem frischeren Standpunkt aus. Die Kneipe verwandelt sich in ein entferntes Geräusch und an der Tür zur Bar macht man neue Freunde, manchmal solche von anderen Fußballclubs."

Ein durch die Maßnahme vergrätzter Raucher empört sich: "Die Zigaretten kann ich in der Bar kaufen, aber um sie zu genießen muss ich raus gehen, meinen Kaffee muss ich mitnehmen". Die verärgerten Raucher überwiegen, obwohl viele zugeben, dass der Zustand unhaltbar war und das verschärfte Verbot "nicht das Ende der Welt sei". Ein Kellner atmet stellvertretend für seinen Berufsstand auf: "Das läuft perfekt. Wir haben vom ersten Augenblick an die bessere Luft gespürt. Die Folge ist, dass wir weniger schnell ermüden".

Probleme gab es vor den Krankenhäusern, wo das neue Gesetz einen Sicherheitsgürtel unter freiem Himmel vor dem Gebäude vorsieht. Einige gaben ihrem Unverständnis Ausdruck: "Es reicht doch schon, wenn wir hier raus müssen und nicht bei unsern Kranken sind. Wo wollen die denn, dass wir hingehen? In ein anderes Viertel? Wenn du doch hierher kommst, dann willst du doch den ganzen Tag beim Kranken sein und jetzt musst du, wenn du eine Zigarette rauchen willst einen Ausflug machen?".

Informationsquelle:
Un cambio para siempre
Los bares cumplen, los hospitales no · ELPAÍS.com