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Es werden Posts vom Dezember, 2010 angezeigt.

Der letzte Tag im Jahr und seine Sorgen

In Rumänien fragt sich die Zeitung Evenimentul Zilei: "Silvester 2011, Was ziehen wir an, welche Schuhe und welches Zubehör". Für die Rumänen ist es klar, dass man sich am letzten Tag des Jahres rausputzen muss. Während die Männer sich da wohl nicht so viel Gedanken machen, scheint den Rumäninnen das Thema erhebliches Kopfzerbrechen zu machen, denn man will ja stilgerecht auftreten. Die Zeitung hat aber einen Ratschlag im Zeitgeist: "Freuen sie sich meine Damen, für die Feier zur Jahreswende sind sie modisch gekleidet, wenn sie sich Röcke aus der Garderobe der Großmutter aussuchen. Wenn sie eine elektrisches Kleid wählen, dann bitte ganz in schwarz oder in grellen Farben".

Die Rumänen haben genügend Sorgen bezüglich des kommenden Jahres, aber erst einmal wird gefeiert. Den Spaniern vergeht das Feiern, wenn sie daran denken, was im kommenden Jahr auf sie zukommt. Die Zeitung El Periódico aus Barcelona hat heute die Schlagzeile "Gutes Neues Jahr?" und dann:…

Tränenreicher Abschied: Muito obrigado Lula!

Der brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva, genannt "Lula",  hat sich entschieden, seinen Abschied vom Amt in seinem Heimatstaat Pernambuco im brasilianischen Nordosten zu nehmen. Am 31. Dezember endet seine Amtszeit und Dilma Rousseff wird am 1. Januar Präsidentin Brasiliens. Vor 8.000 Pernamucanern hielt er gestern in Recife seine Abschiedsrede. Der Abend verlief sehr emotionsgeladen. Lula standen laut den Beobachtungen des "Diario de Pernambuco" dreimal die Tränen in den Augen.

Er kann auf ein bewegtes und erfolgreiches Leben zurückblicken. Angefangen hat es in Pernambuco, wo er in der Kleinstadt Garanhuns im Sertão geboren wurde. Vor der Trockenheit und dem Hunger in der Region floh seine Mutter mit den Kindern nach São Paulo wie viele Nordestinos es damals taten. Als Kind verkaufte er Gemüse und Früchte, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Mit 14 Jahren liess er sich zum Mechaniker ausbilden. Damit begann seine Karriere bei der M…

Mit Freixenet und Shakira ins Neue Jahr

Eingeklemmt zwischen dem meditteranen Gebirgszug des Penedes und dem Klosterberg Montserrat liegt nicht unweit von Barcelona der Ort Sant Sadurni d‘Anoia. Die Kleinstadt trägt den Titel der „Sekt-Hauptstadt” Spaniens. Das sprudelnde alkoholische Getränk nennt man hier „Cava”, nachdem die Franzosen den Katalanen missgünstig untersagt hatten, es „Champán” (Champagner) zu nennen. Inzwischen hat „Cava” aber einen so guten Ruf erworben, dass es sogar in Mitteleuropa schon als eigenständiger Produktbegriff angesehen wird.

Nicht ganz unschuldig daran ist die größte Sektkellerei Spaniens, die Firma Freixenet. Mit immer größeren Werbeaufwendungen hat es die Firma geschafft, in allen Supermärkten dieser Welt vertreten zu sein. Manche fragen sich, woher die Kellerei eigentlich das viele Rohmaterial her bekommt. Bestimmt stammt nur ein Teil aus Katalonien. Zwar gibt es vor allem in den Bergen des Penedes sehr viele Weinberge, aber die Ernte wird nicht nur von Freixenet verwendet. 20 bis 30 km s…

Und die Erde tat sich auf: Eine Stadt droht verschluckt zu werden

Kurz vor Weihnachten schlechte Nachrichten für die Kleinstadt Ocna Mureş im Kreis Alba von Zentralrumänien. Wikipedia berichtet: "In der Nähe der Stadt befindet sich ein großes Salzvorkommen, das bis in die 1980er Jahre hinein ausgebeutet wurde. Als die Stollen mit Wasser geflutet wurden, brach die darüberliegende Deckschicht zusammen und zerstörte große Teile der Innenstadt." Seit heute rächen sich erneut die Sünden der Vergangenheit, aus denen man scheinbar nichts gelernt hat.

In der Nähe eines Plus-Supermarktes tat sich heute Morgen ein großes Loch auf. Das Loch hatte einen Durchmesser von 10 Metern. Der Bürgermeister der Stadt erklärt den Einsturz dadurch, dass mehrere Stützmauern der unterirdischen Gänge des Salzbergwerkes eingebrochen waren. Die Stadt sei von einem unterirdischen Netzwerk von Bergwerkstollen durchzogen, die sich inzwischen mit Wasser gefüllt hätten. Der Plus-Markt sei sofort geschlossen und von der Elektrizitätsversorgung abgehängt worden. Die Erde we…

Einsame Weihnachten in Barcelona

Auch Spanien gehört zu den europäischen Ländern, in denen die Gesellschaft immer mehr vergreist. Zudem gibt es das frühere Zusammenleben mehrerer Generationen in einer Familie immer weniger. Die Folge ist, dass viele Menschen allein leben. An Weihnachten erinnert man sich gerne daran, dass sich eigentlich wenigstens an diesen Festtagen alle Menschen in Gesellschaft befinden sollten.

In Barcelona gibt es ungefähr 70.000 Menschen, die über 70 Jahre alt sind und alleine leben. Davon sind über die Hälfte Frauen. Die Zeitung "El Periódico" berichtet darüber und schreibt: "Es gibt keine schlimmere Krise in der modernen Gesellschaft als die Einsamkeit und keine schlimmere Armut als die Armut der Gefühle." Die Wohlfahrtsverbände in Barcelona berichten, dass viele alte Menschen in der Stadt isoliert leben und dass für sie Weihnachten zu einer deprimierenden Erfahrung der Einsamkeit führt. Deshalb versuchen die Wohlfahrtsverbände sich gerade in diesen Tagen verstärkt um die …

Brasilien am Rande der Vollbeschäftigung

In Brasilien klopft man sich dieser Tage kräftig auf die Schultern. Nach neuesten Zahlen des statistischen Amtes (IBGE) liegt die Arbeitslosenquote nur noch bei 5,8%. Damit nähert sich Brasilien einer Arbeitslosenquote, die so niedrig ist, dass man von Vollbeschäftigung sprechen kann. 2002 lag die Arbeitslosenquote noch bei 12,9%. Spitzenreiter bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze ist Rio de Janeiro, das São Paulo vom Spitzenplatz verdrängt hat. In Porto Alegre ist allerdings die Arbeitslosenquote so niedrig, dass in dieser Region der Zustand der Vollbeschäftigung bereits erreicht ist. Ein Sprecher des IBGE erklärte: "Nie war der Arbeitsmarkt so gut wie dieses Jahr, nicht nur bezügliche der Arbeitslosenquote, sondern auch gegenüber der Qualität der neugeschaffenen Arbeitsplätze".

Der durchschnittliche Reallohn im Monat liegt bei R$ 1.516,70 (ca 670 Euro). Gegenüber letztem Jahr bedeutet dies eine Steigerung von 5,7%. Davon blieb aber nur ein Minus von 0,8%, weil die Inflati…

Schlecht gelaufen: Auto mit Oma weg

Unter der Rubrik "Es geschah in Rumänien" berichtet die Zeitung "Evenimentul Zilei" von einem Fall in der Stadt Targoviste, aus dem man wieder sehen könne, wie dumm und stupid die öffentlichen Ordnungskräfte ihren Dienst verrichten.

Eine 90-jährige Frau wurde von ihrer Familie im Auto zum Einkauf mitgenommen. Die behinderte alte Frau blieb, während die Familie einkaufen ging, im Auto sitzen.  Am falsch geparkten Fahrzeug spazierte zufällig ein Polizist vorbei, der den Abschleppdienst alarmierte. Der Abschleppdienst transportierte das Fahrzeug mit der darin sitzenden alten Frau auf einen Parkplatz ausserhalb der Stadt.

Der Neffe sah, dass das Fahrzeug mit Oma abgeschleppt wurde. Er berichtet: "Die Oma hat sich sehr erschreckt. Sie verstand nicht, wohin sie gebracht wurde. Mit der wenigen Kraft die sie hatte, hat sie die Tür des Autos zugemacht als sie sah, dass es auf den Abschleppwagen gehoben wurde. Sie fragte, was sie machen solle und die Angestellten erklä…

Wer ist Victor Ponta?

In der rumänischen Oppositionspartei PSD (Partidul Social Democrat) kracht es zur Zeit gewaltig. Dabei ist die PSD die größte Oppositionspartei und hat bereits mehrfach Regierung und Präsidenten in Rumänien nach der Diktatur gestellt. Der letzte Präsidentschaftsanwärter der PSD, Mircea Geoană, der nur knapp dem derzeitigen Präsidenten Traian Basescu im vergangenen Jahr unterlegen war, wurde jetzt für 6 Monate von seinen Parteiämtern suspendiert. Diese Suspendierung soll eine strenge Verwarnung für die Querschüsse von Geoană gegen die Parteilinie sein.

Dahinter steckt aber auch ein Machtkampf mit dem derzeitigen Präsident der PSD, Victor Ponta. Victor Ponta hatte das Amt des Präsidenten der PSD im Februar dieses Jahres von Geoană übernommen. "Ich bedaure, dass wir in diese Situation gekommen sind, es ist nicht unsere Schuld, aber heute mussten wird das Thema abschließen. Mircea Geoană muss sich entscheiden, ob er in der Partei bleiben will. Die Strafe ist ein klares S…

Natal in Natal oder Weihnachten in den Tropen

Die südliche Hemisphäre unserer Erde nähert sich dem Hochsommer. In den Tropen ist das ja ohnehin egal, so etwas wie Hochsommer hat man das ganze Jahr. In Brasilien gibt es den kleinen Bundesstaat Rio Grande do Norte, der kaum einmal Schlagzeilen weder in Brasilien noch in der Welt macht. Seine Hauptstadt ist Natal, was übersetzt "Weihnachten" heisst. Wenn man einen solchen Namen trägt, ist einem die Hitze wohl egal. Die Kerzen werden bis zum letzten Augenblick im Kühlschrank verwahrt, damit sie wenigstens ein paar Minuten durchhalten bevor sie umkippen und Weihnachten wird gefeiert, auch wenn auf brasilianisch.

Nun, gestern war der große Moment, die Bürgermeisterin Micarla de Sousa zündete in der Nacht in Begleitung des Weihnachtsmannes, den man in Brasilien "Papai Noel" nennt, den Weihnachtsbaum an. Anzünden heisst hier natürlich den Schalter umlegen. Der Weihnachtsbaum von Natal steht in einem Park im Norden von Natal. Das Bürgermeisteramt schildert ihn wie fol…

Diskrimieren gehört sich und sonstige Vorurteile

Der rumänische Nationalrat für die Bekämpfung der Diskriminierung (Consiliul Naţional pentru Combaterea Discriminării; CNDC) hat eine Umfrage in der rumänischen  Bevölkerung durchführen lassen, um den Stand der Bemühungen im Kampf gegen die Diskriminierung feststellen zu können. Das Ergebnis ist alles andere als ermutigend.

84% der Befragten würden nicht aus demselben Glas trinken, aus dem ein Homosexueller oder ein Aids-Infizierter getrunken hat. 72% würden dies nicht tun, wenn zuvor ein Roma aus dem Glas getrunken hat. Ein Viertel der Rumänen ist der Ansicht, dass die Minderheiten ein Problem für das Land sind. Die gleiche Anzahl hat auch noch nichts vom Holocaust gehört. 80% der Befragten hält es für richtig, wenn Menschen auf Grund ihrer Herkunft, sexuellen Orientierung oder Krankheit diskriminiert werden und wenn einer Gruppe von Personen nach ethnischen Kriterien der Zugang zu öffentlichen Räumen verweigert wird. Auch die Weigerung von Ärzten, Roma oder Aids-Kranke zu behandeln…

Schwangere Weltmeisterin wird verhaftet

Spitzensportler können scheinbar nicht vom Doping lassen. Wie eine Bombe hat in Spanien jetzt die Verhaftung der ehemaligen Leichtathletik-Welt- und Europameisterin über 3.000 m Hindernis, Marta Domínguez, eingeschlagen. Mit ihr zusammen wurden ihr Trainer César Pérez, der Trainer Manuel Pascua Piqueras, Trainer der derzeitigen Europameisterin über 1.500 Meter, Nuria Fernández, und der berüchtigte Dopingarzt Eufemiano Fuentes im Rahmen der "Operation Galgo"verhaftet. Bei den Verhafteten sollen Dopingmittel der neuesten Generation gefunden worden sein. Die Festgenommenen werden auch beschuldigt, anderen Sportlern Dopingmittel besorgt zu haben. Gleichzeitig wird ihnen auch Geldwäsche vorgeworfen.

Marta Domínguez ist auch Vizepräsidentin des Spanischen Athletik-Verbandes  (Federación Española de Atletismo). Sie nimmt zur Zeit nicht an sportlichen Wettkämpfen teil, da sie schwanger ist.  Eigentlich hatte sie die feste Absicht bei den Olympischen Spielen 2011 in London wieder dab…

Zoff zwischen Lothringer und Elsässer wegen Nikolaus

Die Badische Zeitung berichtete im Oktober: "Zwischen dem Elsass und Lothringen bahnt sich ein Rechtsstreit um den heiligen Nikolaus an. Bereits 2009 haben sich die lothringische Regionalhauptstadt Nancy und die Gemeinde Saint-Nicolas-de-Port die Bezeichnung „Saint Nicolas“ und drei weitere Begriffskombinationen, die den heiligen Nikolaus enthalten, als Marke schützen lassen. Eric Straumann, Abgeordneter aus Colmar und Präsident des Tourismusverbandes Haut-Rhin (Südelsass), hat nun rechtliche Schritte gegen den Vorgang angekündigt."

In lothringischen Kreisen hat dieser Schritt der Elsässer für erhebliche Verärgerung gesorgt. Sie empfanden das als eine Kriegserklärung. Stellvertrend für den Unwillen der Lothringer steht die Meinung der engagierten Blogger aus Lothringen (Bloggers Lorrains Engagés; BLE), die ich hiermit wiedergeben möchte:

"Aber Achtung, die Elsässer haben gewarnt: Wenn die Lothringer nicht den Antrag auf Markenschutz zurückziehen, werden sie vor die Ju…

TAL in den Fußstapfen von Arte

Lateinamerikas Fernsehstationen sind fest in privaten Händen. Die Wirtschaft steuert über ihre Werbeausgaben den Inhalt der Fernsehsendungen und deren Qualität ist demzufolge auch entsprechend. Die Werbung ist nicht eine Begleiterscheinung der Sendung, sondern dominiert den Inhalt. Die öffentlich-rechtlichen Sender, die es auch in Lateinamerika gibt, sind unterfinanziert und laufen nur am Rande mit. Aber mit zunehmender Investition in die Bildung nimmt auch der Anspruch der Bevölkerung an qualitativ guten Fernsehsendungen langsam zu.

In Recife / Pernambuco tagen deshalb heute die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten Lateinamerikas organisiert von TAL, "Televisión America Latina" (spanische Bezeichnung), "Televisão América Latina" (portugiesisch), um über Wege zur Gestaltung eines Qualitätsprogramms für die öffentlichen Sender Lateinamerikas zu diskutieren. TAL ist eine Plattform für den Austausch und die Verbreitung von audiovisuellen Produktionen von 20 latein…

Leidende spanische Fluglotsen

Die spanischen Fluglotsen haben Spanien dieses Wochenende mit einem wilden Streik ein derartiges Chaos beschert, dass die Regierung das erste Mal seit der Demokratisierung den Notstand ausrufen musste. Das bedeutete, dass die Fluglotsen zur Arbeit gezwungen werden und bei Weigerung vor Militärgerichte gestellt werden konnten. Der Streik wurde daraufhin beendet.

Nicht beendet sind aber die Gründe, die zu diesem Streik führten. Begonnen hat das jahrelange Gezerre im Jahr 1999, das Jahr, in dem zum ersten Mal ein Tarifvertrag für die spanischen Fluglotsen abgeschlossen wurde. In diesem Tarifvertrag wurde eine Arbeitszeit von 1.200 Stunden im Jahr festgelegt und zudem ein Grundgehalt, das jährlich um die Inflationsrate erhöht sich heute auf 140.000 Euro beläuft. Ende 2003 lief der Tarifvertrag aus, zu einer neuen Einigung kam es nicht. Im Laufe der darauf folgenden Jahre wurde auf Druck der Fluglotsen die bisher geltende Arbeitszeit verlängert und alles, was darüber hinausging, wurde als …

Italienischer Giftmüll für Andalusien

Der Ort Nerva und die Mülldeponie Nerva liegen in der südspanischen Provinz Huelva nicht weit von den Bergwerken von Rio Tinto in der Sierra Morena. Ehemalige Bergwerke werden hier als Mülldeponie benutzt. Eine idyllische Landschaft, die aber auf Grund ihrer Bodenschätze insbesondere Kupfer und Eisen schon erhebliche Umweltschäden erleiden musste. Wenn schon einmal etwas kaputt ist, dann kann man es ja ruhig noch ein wenig mehr zerstören.

Die Firma Befesa, eine Firma, die sich um Entsorgung von Industriemüll kümmert und auch um die Bearbeitung und Aufbereitung von Wasser, gibt an, dass sie in höchstem Maße ökologisch und nachhaltig arbeitet. Etwa die Hälfte des von ihr bearbeiteten Mülls werde aufbereitet für die Wiederverwendung.

Andalusien wird zur Zeit aufgeschreckt durch Meldungen, dass besagte Firma 80.000 Tonnen Giftmüll aus Italien auf der Mülldeponie von Nerva entsorgen will. Es soll sich um belastete Erde und Bauschutt von abgewrackten Fabriken handeln. Der Müll soll von Gen…

Eine rumänische Tragödie

Doiniţa Alexandra Rahău, 13 Jahre alt, lebte im Dorf Rasova in der Provinz Konstanza. Sie starb im Juni 2009, erschlagen von einem Telefonpfosten.  Nach den angestellten Untersuchungen hatte sie aus herabhängenden Telefonkabeln eine Schaukel gebaut. Der Telefonpfosten brach darauf in Bodenhöhe und erschlug das Mädchen. Unmittelbar nach dem Unglück erschienen die Veranwortlichen der rumänischen Telefongesellschaft Romtelecom, entfernten den Rest des Pfostens am Boden und gaben diesen dem Vater, damit er diese in seiner Scheune verstecke. Die Polizei fand das Beweisstück erst nach einigen Monaten. Dem Vater wurde auf Veranlassung der Direktion von Romtelecom in Konstanza eine Entschädigung von 10.000 Lei in die Hand gedrückt, damit er sein Kind beerdigen konnte.

Nach dem Unglücksfall führte der Sozialdienst eine Überprüfung der Familie des verunglückten Mädchens durch, "Die Eltern arbeiteten und Alexandra begab sich an den Dorfrand, um auf die Kuhherde zu warten und sie dann nach H…

Nach der Schlacht ist vor der Schlacht

Die Räumung der Favelas "Vila Cruzeiro" und "Complexo do Alemao" von Drogenbanden durch schwerbewaffnetes Militär und Polizei gibt Rio de Janeiro seit langem wieder einmal das Gefühl, dass die Stadt wieder sicherer wird. Es ist gelungen die Banden aus strategisch wichtigen Vierteln zu entfernen. Aber Rio de Janeiro hat noch einen schlimmeren Feind als die Drogenhändler, nämlich die Milizen (milicianos). Diese sind mächtiger als die Drogenhändler, denn kommandiert und organisiert werden sie von Militärs und Ex-Militärs, Polizisten und Ex-Polizisten. Diese haben die Favelas auf den Hügeln den kriminellen Banden abgenommen und kontrollieren inzwischen die Wasserversorgung, die Versorgung mit elektrischer Energie, das illegale Fernsehkabelnetz, den Verkauf von Gas zum kochen sowie Sicherheitsdienste und das Transportwesen.

Inzwischen sind sie in 96 Favelas die Herren über Leben und Tod. Am Anfang wurden sie noch als Kämpfer gegen die Kriminellen von den Bewohnern begr…