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Es werden Posts vom Oktober, 2010 angezeigt.

Die Stadt des Erlösers droht zu ersticken

In der Stadt Salvador / Bahia zirkuliert eine der grössten Fahrzeugflotten Brasiliens. Man schätzt, dass es über 700.000 Fahrzeuge in der Stadt gibt, die 3 Millionen Einwohner zählt. Die Verantwortlichen der Stadt haben bisher totzdem keine Veranlassung gesehen, die Schadstoffkonzentration in der Luft zu messen. Sie ignorieren damit ein brasilianisches Bundesgesetz, das eine Überwachung der Luftqualität in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern vorschreibt. In den nächsten 3 Jahren wird mit einer Zunahme von weiteren 120.000 Fahrzeuge gerechnet.

Dabei ist auch den Brasiliianern bekannt, dass ein Auto im Schnitt 4 Tonnen CO2 im Jahr in die Luft bläst. Das bedeutet somit, dass die vorerwähnte Zunahme an Fahrzeugen in Salvador eine Erhöhung der jährlichen CO2-Emission von 480.000 Tonnen bedeutet.

Den Brasilianern ist auch bekannt, dass die Verbrennung von fossilen Treibstoffen die wichtigste Quelle der Luftverschmutzung ist. Auch dass die Staubpartikel bei den Dieselmotoren höchst ges…

Saubere Beschützer oder rettet mich vor der Bürgerwehr!

Bloggerin Fernanda Dannemann vom Jornal do Brasil hat unter dem Titel "Ein Volk, das eine Miliz braucht, ist arm" eine Alltagsbeschreibung aus Rio de Janeiro geliefert, die sehr wirklichkeitsnah die Ängste der Bewohner dieser Stadt beschreibt. Diese Ängste führen dazu, dass die Cariocas wiederum zu Beschützern laufen, die die Spirale der Gewalt antreiben unter dem Vorwand ihnen zu helfen. Die Rede ist von Stadtmilizen oder Bürgerwehren, die sich den Bewohnern einzelner Viertel als Beschützer anbieten. Sie erzählt von einer Freundin, die mehrere Tage ins Krankenhaus musste. Ihre Wohnung befand sich in einem Viertel, in das die Polizei so gut wie gar nicht kam und wo es auch keine Polizeistation gab. Sie fürchtete sich schon sehr in eine Wohnung zurückzukehren, die einige Tage von ihr nicht bewohnt wurde. Nach ihrer Rückkehr nahm ein Nachbar Kontakt mit einem "Miliciano" auf, der auch mit seiner Bürgerwehr ein "Blick" auf ihre Wohnung werfen wollte.

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Gynäkologe hasst junge Ministerin

Spanien hat eine neue Gesundheitsministerin. Sie heisst Leire Pajín und ist Politikerin der Regierungspartei PSOE. Sie ist 1976 geboren und lebt in Benidorm. Ihre politischen Sporen hat sie im Parlament der autonomen Region Valencia verdient. Sie war Präsidentin der Nichtregierungsorganisation "Solidaridad Internacional" (Internationale Solidarität) und Mitglied bei der "Vereinigung der Freunde des sahaurischen Volkes" in Alicante. 2000 wurde sie in das spanische Parlament gewählt und war damals die jüngste Abgeordnete in der Gesichichte der spanischen Demokratie.

Francisco Javier León de la Riva ist Mitglied der konservativen PP und Bürgermeister von Valladolid. Er ist 1945 geboren, verheiratet und von Beruf Gynäkologe. Auf Grund seinen beruflichen Werdegangs hält er sich für einen Experten in Gesundheitsfragen.

Ihn muss es sehr geärgert haben, dass nun eine junge Frau ein Ministerium führt, für das vermutlich er sich für kompetenter hält. So verlor er seinen Anst…

Miss Ronde

Die Pummelchen, die weiblichen Übergewichtigen, schlagen zurück. Zumindest in Frankreich. Den Psychotherapeuten Thierry Frezard haben die Leiden der "Rondes" (Runden) im Jahr 2005 derart betroffen gemacht, dass er sich entschieden hat, einen Schönheitswettbewerb für sie ins Leben zu rufen. Auslöser war seine Freundin Virginia, die darunter litt, nicht die Idealfigur zu haben. Da es dergleichen in Frankreich bisher nicht gab, hat er den Schönheitswettbewerk "Miss Ronde France" ins Leben gerufen. Bei der ersten Ausgabe des Wettbewerbs gab es 32 Kandidatinnen. Virginia wurde damals Dritte. Danach roch die Presse Lunte und der Wettbewerb wurde zum Gesprächsthema. Für 2011 meldeten sich Kandidatinnen aus ganz Frankreich. Inzwischen ist die Bezeichnung "Miss Ronde France" urheberrechtlich geschützt. Zuvor gab es Verwechslungen mit ähnlichen Veranstaltungen im kanadischen Québec.

Die Regeln: Die Kanidatinnen müssen die französische Staatsangehörigkeit besitzen u…

Hochzeitsfeier im Camp Nou mit dem Segen von Barça

Am 18. September passierte im Stadion des FC Barcelona, dem Camp Nou, etwas Ungewöhnliches. In der Halbzeitpause des Spiels Barcelona gegen Sevilla lief eine Frau ganz in Weiß und ein ebenso aufgemöbelter Herr im Anzug auf den Rasen. Ana und Boris aus Polen hatten einen Traum, den sie verwirklichen konnten. Sie heirateten in Barcelona und der FC Barcelona machte es möglich, dass die Hochzeitsbilder auf dem berühmten Rasen des Camp Nou geschoßen wurden.

Das war Auftakt zu einer geschäftstüchtigen Aktion des Fussballclubs, der damit noch mehr Geld in seine Kassen holen will. Man kann jetzt heiraten im Camp Nou mit dem Segen des FC Barcelona, wenn man bereit ist, die Unkosten zu bezahlen. Aber genügend Fußballverückte gibt es ja. Die Aktion ist inzwischen angelaufen und schon gibt es 25 Anträge auf die Fußball-Hochzeit im Camp Nou. Für die Neuvermählten ist der Zutritt zum Rasen des Stadions vorgesehen, wo Barça eine "Cava" (katalanischen Sekt) spendiert. Die Hochzeitsgäste dür…

Navarra ist für Multikulti

Navarra ist eine spanische autonome Region. Die Hauptstadt ist Pamplona, vor allem bekannt wegen des Festes "San Fermin", an dem die Stiere zum Gaudi vom Halbstarken durch die Straßen getrieben werden.

Navarra hat sich  Gedanken über die auf seinem Gebiet lebenden Ausländer gemacht. In Navarra lebten zum Stichtag 1. Januar 2010 70.931 Ausländer, die ca. 11% der Bevölkerung ausmachen. 66% davon kommen aus nicht-spanischsprachigen Ländern. In Erkenntnis der Tatsache, dass die Kommunikation mit Ausländern, deren Sprache man nicht versteht, sehr schwierig ist, wurde ein Dienst zur sprachlichen und interkulturellen Vermittlung geschaffen. Zuständig waren das Büro zur "Betreuung der Einwanderung" (Oficina de Atención a la Inmigración) der Regierung von Navarra. Über Navarra verteilt wurden 18 Kontaktstellen für Ausländer geschaffen.

Das Programm erstreckte auf sprachliche und landsmannschaftliche Vermittliung für Lateinamerikaner, Magrebiner ( vor allem Marrokko), Afrik…

Wenn Pillen nicht helfen

Brasilien hat ein riesiges Problem mit gefälschten Medikamenten. Es ist nicht schwer, in Brasilien an Medikamente zu kommen. Apotheken, in Brasilien "farmacias oder drogarias" genannt, beherrschen die Strassenbilder brasilianischer Städte. Daraus darf man schließen, dass die Brasilianer auch ziemlich wahllos ihr Heil in Pillen suchen.

Die Regierung ist auf jeden Fall inzwischen sehr besorgt über die Entwicklung auf dem Markt der Medikamente. Es gibt kriminelle Banden, die gefälschte Medikamente vor allem aus Paraguay und China importieren. Die brasilianische Gesundheitsbehörde ANVISA hat herausgefunden, dass etwa 20% der verkauften Medikamente im Land aus Schmuggel, Piraterie oder irregulärer Produktion stammen. Man schätzt, dass die Banden inzwischen auf einen Umsatz von 4 Milliarden US-Dollar kommen. Es reicht, in Brasilien im Internet nachzusehen oder auf einen Markt zu einem ambulanten Händler zu gehen, um eine Idee über die Gefährlichkeit der Situation zu bekommen. Neb…

Inkassobüro Merkel

Der Blitzbesuch der Bundeskanzlerin in Rumänien hat eine rumänische Zeitung zu folgender Schlagzeile veranlasst: "Harte Botschaft von Angela Merkel: Die Kanzlerin wird laut, wenn sie Geld haben will". Den rumänischen Staatspräsidenten Traian Basescu und seinen Ministerpräsidenten Boc soll sie ohne große Rücksichtsnahme klar gemacht haben, dass Rumänien seine Schulden gegenüber deutschen Unternehmen zu zahlen habe und sich gegenüber der Abwicklung der Rückübereignungsansprüche der deutschen Minderheit beeilen solle. Unter anderem soll es um Schulden gegenüber der deutschen Firma Max Boegl gehen, die den Auftrag zum Bau des Autobahnteilstücks Medgidia - Konstanza erhalten hatte. Der ehemalige Transportminister hatte sich geweigert zu zahlen, wenn ausländische Firmen die Vertragsbedingungen nicht erfüllten oder schlechte Arbeit ablieferten.

Ansonsten haben die Rumänen bange auf die Ansichten der Kanzlerin zu Rumäniens Schengenbeitritt gewartet. Merkel hatte sich dann auch besor…

Pfiffe für den Ministerpräsidenten, zündeln und Fahne schwenken in Melilla

Heute feiert Spanien das "nationale Fest", früher auch "Tag der Rasse" (Dia de la raza) oder auch "Dia de la Hispanidad" (Tag des Spanischtums) genannt. Gelegenheit für alle rückwärtsgewandten und reaktionären Spanier wieder einmal Dampf abgelassen. Traditionsgemäß gab der König heute einen Empfang, dem eine Militärparade vorausging, bei der genauso taditionsgemäß Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero von den Zuschauern ausgepfiffen und beschimpft wurde. Zudem wollte erstmals eine ehemalige Kolonie der Spanier nicht mitmachen, die Fahne Venezuelas fehlte. Die Eliten Südamerikas sind im übrigen nicht so zimperlich, bei ihnen heisst der Tag meistens noch "Tag der Rasse", so zum Beispiel auf der Webseite der argentinischen Regierung.

Den Faschisten der "Falange" kam der Tag wieder einmal recht, um Rabatz zu machen. Ihr Führer, Manuel Andrino, begab sich nach Melilla, um den Marokkanern Dampf zu machen. Die glorreiche spanische K…

Mehr Evangelikale im brasilianischen Parlament

Die Zahl der Evangelikalen im brasilianischen Parlament nimmt zu. Bei den Wahlen am vergangenen Sonntag sind 28 evangelikale Kandidaten / Kandidatinnen mehr gewählt worden als bei den Wahlen zuvor. Das bedeutet ein Zuwachs von 65% gegenüber der letzten Legislaturperiode. Insgesamt wurden 68 evangelikale Abgeordnete und 3 Senatoren gewählt.

Sie haben eine gemeinsame Interessenvertretung im Parlament, die sich "Frente Parlamentar Evangélica" (Evangelikale parlamentarische Front) nennt. Ihr Präsident ist João Campos (von der Partei PSBD/GO). Schwerpunkte ihrer parlamentarischen Arbeit sind der Kampf gegen die Abtreibung, gegen die Homoehe und gegen die Legalisierung von Drogen.

Die meisten Abgeordneten gehören der Kirche "Assembleia de Deus" (Gottesversammlung) an. Sie ist eine Kirche im Stil der us-amerikanischen Evangelikalen der Pfingstbewegung, die zu Beginn es vergangenen Jahrhunderts anfing, in Brasilien zu missionieren. Auf ihrer Webseite erklären sie ihre Vi…

Nach Chemieunfall in Ungarn Zähneklappern in Rumänien

Der Chemieunfall in Ungarn, bei dem ein Staudamm mit kontaminierter Flüssigkeit gebrochen ist und einen grossen Landstrich verseucht hat, bringt auch Rumänien ein ähnliches Unglück aus dem Jahre 2000 in Erinnerung als in Baia Mare ein Staudamm mit giftiger Flüssigkeit brach. Der rumänische Umweltminister Laszlo Borbely hat erklärte jetzt in diesem Zusammenhang: "Wir müssen sehr aufpassen und aufmerksam sein wie ich schon oft gesagt habe. Nachdem was in Baia Mare damals und jetzt in Ungarn geschah haben wir klar vor Augen, was ein solcher Unfall bedeutet. Wir haben eine Auflistung unserer kontaminierten Orte und man muss es leider sagen, dass es sehr viele sind in Rumänen, knapp 1.000. Die Umweltbehörden überwachen zusammen mit den zuständigen Behörden diese Orte, wir werden aber auf noch mehr Aufmerksamkeit und Gefahrenbewusstsein drängen."

Vor allem in Oradea und Tulcea gibt es 2 solcher Giftlagerstätten, die sehr gefährlich werden können. Tulcea ist die Haupts…

Ein Clown macht Spass mit Politik

Bei den brasilianischen Wahlen des vergangenen Sonntags kandidierte in São Paulo ein Mann, der über einen beachtlichen Bekanntheitsgrad in Brasilien verfügt. Er nennt sich "Tiririca" und ist von Beruf Clown. Er bekam in São Paulo 1 Million und 300.000 Stimmen. Für manch einen brasilianischen Intellektuellen ein Grund am Geisteszustand seiner Landsleute zu zweifeln.

Natürlich ist Tiririca nicht sein richtiger Name. Der lautet: Francisco Everardo Oliveira Silva. Tiririca erzählt uns von seinem Leben: "Ich wurde im Innern des Bundesstaates Ceará, in einer Stadt namens Itapipoca geboren. Den Übernamen habe ich von meiner Mutter bekommen, die maulig und schlecht gelaunt lebte. Ich habe sieben Geschwister. Mit 8 Jahren habe ich angefangen zu arbeiten, war Verkäufer von Zuckerwatte. Meine Karriere als Clown habe ich im Zirkus begonnen, zuerst als Seiltänzer, Jongleur und Zauberer. Als eines Tages der hauptamtliche Clown nicht im Zirkus erschien, zeigte der Chef …

Barcelona im Visier der Wanzen

Eigentlich hat man in Barcelona gedacht, dass es sie nicht mehr gibt. Die Rede ist von den kleinen Biestern, die man Wanzen, bei den Spaniern "chinches", nennt. In Barcelona passiert es immer des öftern, dass man plötzlich nach einer durchschlafenen Nacht mit vielen rotgefärbten Stichen am Körper aufwacht. Firmen, die sich mit Schädlingsbekämpfung befassen, geben für Barcelona Alarm. Die Wanze befinde sich eindeutig wieder auf dem Vormarsch.

Vor allem die Bettwanze fühlt sich wieder wohl in Barcelona's Betten. Besonders beliebt scheinen die etwas preiswerteren Hotels zu sein. Sie tummeln sich auch gerne in Wohngemeinschaften und Wohnungen von Einwanderern.

Dank DDT sollen die Wanzen bereits einmal kurz vor dem Exitus gestanden haben. Nachdem man aber erkannt hat, dass DDT wesentlich gefährlicher als die vergleichsweise harmlosen Wanzenbisse war und man dieses Gift verbot, konnten sich die Wanzenpopulationen wieder erholen, zumal sie inzwischen auch Resisten…

Sevilla wird autofrei

Natürlich nicht ganz Sevilla, aber immerhin das historische Zentrum wird von Autos befreit. Nachdem inzwischen eine entsprechende Verfügung im Amtsblatt der Provinz veröffentlicht wurde, kann die Maßnahme innerhalb des nächsten Monats umgesetzt werden. Die Zugangsstrassen zum Zentrum sollen gesperrt und mit entsprechenden Vorrichtungen gegen einfahrende Autos gesichert werden. Die Kontrolle erfolgt mit Videokameras, die die Kennzeichen von einfahrenden Autos erfassen. Zuwiderhandlungen werden mit 90 € bestraft.

Zur Begründung für die Sperrung erklärten die Stadtverantwortlichen: "Die negativen Konsequenzen, die dadurch entstehen, dass täglich im Schnitt mehr als 100.000 Autos in das historische Zentrum von Sevilla fahren, bestehen in der Lärmverschmutzung sowie visuellen und umweltschädlichen Beeinträchtigungen. Wege, die die Fußgänger benötigen, werden von Autos in Beschlag genommen. Der Mangel an Parkplätzen führt zu einem zähflüssigen Verkehr und vielen Staus, bee…

Eine Botschaft an alle Polizisten Ecuadors

Der ecuadorianische Präsident und seine Regierung wollten ihrer Polizei ans Leder. Das Besoldungssystem sollte umgestellt werden, einige Zulagen wegfallen. Nach Ansicht der Regierung gab es grosse Ungerechtigkeiten im Bezahlungssystem des öffentlichen Dienstes von Ecuador, die mit dieser Reform ausgeglichen werden sollte. Wem das nicht passte, das waren die Polizisten, die in den letzten Tagen zu Aktionen schritten, die einem Staatsstreich gleich kamen. Der Präsident wurde von Dutzenden meuternden Polizisten angegriffen, als er eine Polizeikaserne besuchte, um mit ihnen über die Proteste zu reden. Correa wurde geschubst und geschlagen. Nach einer Knieoperation vor wenigen Tagen ging er noch an Krücken und konnte den Angriffen nicht ausweichen.

Der ecuadorianische Präsident, Rafael Correa Delgado, berichtet auf der Webseite der Präsidentschaft der Republik Ecuador, dass Elemente der Polizei versuchten ihn zu verletzen und zu ermorden. Das hätten fotografische Beweise und Vi…