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Es werden Posts vom März, 2010 angezeigt.

Brasilien Schlusslicht beim Leben im Dreck

Brasiliens Abwässer sind immer noch ein riesiges Problem. Zwar hat sich die Zahl der Personen, die in Wohnungen mit einer Abwasserversorgung leben in den letzten Jahren im ländlichen Bereich verdoppelt und in den Städten verfünffacht. Damit ist Brasilien aber noch weit davon entfernt von dem selbst gesteckten Ziel, bis zum Jahr 2015 die Anzahl der Personen ohne Abwasserversorung gegenüber 1990 zu halbieren.

Dies ergibt sich aus einem Bericht des Programms der Vereinten Nationen für Entwicklung (PNUD Brasil). Auf dem Land ist die Situation schlechter wie in manchen afrikanischen Staat wie z.B. dem Sudan. Hier hatten 2008 noch 76,9% der Bevölkerung noch keinen Zugang zur Abwasserkanalisation. Aber auch im städtischen Bereich hinkt Brasilien hinter Ländern wie Jamaika, Dominikanische Republik oder Palästina her.

Es gibt nicht nur ein starkes Gefälle zwischen Stadt und Land, sondern auch zwischen den verschiedenen brasilianischen Regionen. Am schlechtesten sieht es im Norden, …

Rumänische Taxifahrer werden zu Multi-Dienstleistern

Die Wirtschaftskrise gibt den rumänischen Taxifahrern zu denken. Das Kerngeschäft - Taxi fahren - leidet in Bukarest darunter, dass ein Grossteil der Kunden entweder in diesen schweren Zeiten seine Füsse oder andere Verkehrsmittel benutzt. Zudem "es gibt zuviele Taxis in der Stadt", erklärt ein langgedienter Taxifahrer. "Oft stehen wir lange in der Schlange der wartenden Taxis und so kommen wir bestenfalls auf 2 bis 3 Fahrten pro Tag, da kannst du als Taxifahrer inzwischen an Hunger sterben", setzt er hinzu.

Das Taxigewerbe erweitert als Folge seinen Horizont und versucht das Kerngeschäft mit zusätzlichen Dienstleistungen anzureichern. Die neueste Masche ist das "Taxi-Shopping". Man ruft beim Taxi-Unternehmen an und bestellt ein paar Kilo Kartoffeln, ein Huhn oder beides zusammen und das Taxi besorgt einem die Ware auf dem Markt. Wird zwar etwas teuer, aber der Geschäftszweig entwickelt sich. Der ganz grosse Knüller ist die Aktion "rote N…

Container-Gefangene dürfen nach Hause

Im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo gibt es einen Gefängnisnotstand. Da die Gefängniskapazitäten nicht mehr ausreichten, wurden in der Stadt Cariacica Metall-Container für die Unterbringung der Gefangenen benutzt. Insgesamt gab es 14 dieser Blechzellen in Cariacica, in denen ungefähr 430 Festgenommene untergebracht waren und auf ihren Prozess warteten.

Dem hat jetzt eine Entscheidung des obersten brasilianischen Gerichts, des Superior Tribunal de Justiça (STJ), eine Ende bereitet. Es wandelte die präventive Haft im Container in Hausarrest um. Die über 400 Gefangenen dürfen also erst einmal nach Hause gehen. Die Entscheidung fiel auf Grund der Klage eines der Gefangenen. Das Gericht erachtete eine Verwahrung in einem Container "als grausame Strafe". Es handle sich um einen inhumanen Strafvollzug, der gegen die brasilianische Verfassung und internationale Verträge über die Menschenrechte verstosse. Der Menschenrechtsausschuss der UNO hatte bereits früher …

Paulo Maluf im Visier von Interpol

Paulo Maluf, geboren 1931, ist brasilianischer Unternehmer, Ingenieur und Politiker. Er ist libanesischer Herkunft. Zweimal war er Bürgermeister von São Paulo. Zur Zeit ist er einfacher Abgeordneter im brasilianischen Parlament.

In seiner 40 Jahre dauernden Tätigkeit in der brasilianischen Politik hatte er genügend Gelegenheit, sich zu bereichern. Diese Gelegenheit scheint er nicht verpasst zu haben. Es gibt eine ganze Menge von Anklagen gegen ihn, die aber bisher nicht zum Erfolg geführt haben. Im Herbst des vergangenen Jahr reichte das Innenministerium einen Untersuchungsbericht an die Gerichte weiter, der Maluf das erste Mal gefährlich werden kann. "Zum ersten Mal können wir nachweisen, dass Maluf nicht nur ein Vermögen an öffentlichen Geldern veruntreute und ein Teil dieser Gelder benutzte, um persönliche Rechnungen und die seiner Familie zu bezahlen", erklärte der zuständige Staatsanwalt. Beim veruntreuten Geld soll es sich um einen Betrag in Höhe von 500 M…

Fast-Innenminister bietet Einflussnahme gegen Geld

In Rumänien ist wieder einmal ein Politiker, der sich durch besonders unverfrorene Korruption und Einflussnahme hervorgetan hat, ins Zielfeuer der Medien geraten.

Es ist Cătălin Voicu, geboren 1965, ein Senator des rumänischen Senats für die PSD (sozialdemokratische Partei). Er ist seit 2004 Abgeordneter. Er hat die Offiziersschule besucht und war von 1986 bis 1997 aktiver Offizier. Nach der Revolution war er als Offizier beim Dienst für Schutz und Bewachung (Serviciul de Protecţie şi Pază (SPP)) tätig. Mit 38 Jahren wurde er zum General ernannt. 2008 sollte er auf Betreiben von Politikern seiner Partei zum Innenminister ernannt werden. Diese Ernennung scheiterte am Widerstand des damaligen und heutigen Ministerpräsidenten Emil Boc.

Denn über Voicu waren schon einige Gerüchte wegen Korruption und Einflussnahme im Umlauf. Am 11. Dezember 2009 wurde er festgenommen. Er schildert die Verhaftung selbst: "Ich wurde vor meinem Haus festgenommen. Ich sass in meinem Die…

"Maldita Diagonal!" oder wie macht man Barcelona lebenswerter

Die "Avenida Diagonal" ist die Hauptverkehrsschlagader ins Zentrum von Barcelona. Sie quert die Stadt vom Südwesten aus dem Llobregat-Tal bis in den Nordosten in die Nähe des Mündungsgebietes des Besòs in das Mittelmeer. Sie ist also das, was ihren Namen bezeichnet, eine "Diagonale" quer durch Barcelona. Im Südwesten beginnt sie als autobahnähnliches Monster - die Autobahn AP 2 (gebührenpflichtig) und die Nationalstrasse II (gebührenfrei) ergiessen hier ihre motorisierten Tsunami-Wellen in das Stadtzentrum. Die riesige Asphaltfläche wird um sogenannte "Laterales", ebenfalls 2-spurigen Strassen, ergänzt. Ab der Plaza Francesc Macià wird alles enger, ab hier hat die Diagonal nur noch 4 Fahrspuren und 2 Spuren jeweils auf jeder Lateral. Die Fussgängerwege sind eng und von mehrstöckigen Blocks begrenzt. Hauptstrasse und Laterales sind voneinander durch eine Palmenallee getrennt.

Inzwischen ist die Diagonal auf einer Teilstrecke auch um eine Stras…

Schweizer Politiker hält Klimaschutz für unnötig

Der Schweizer Nationalrat Elmar Bigger, von Beruf Meisterlandwirt, ist ein knallharter Vertreter seines Berufstandes. Schliesslich ist er auch ein Vertreter der Schweizer Volkspartei, der die Interessen der Schweiz über alles gehen. Und selbstverständlich ist für ihn die Förderung der heimischen Landwirtschaft von höchster Priorität. Er ist natürlich für "weniger Steuern, Zwangsabgaben und Gebühren, damit den Bürgerinnen und Bürgern mehr zum Leben bleibt." Darunter leiden soll aber nicht die Landwirtschaft, denn seine Partei will "eine produzierende Landwirtschaft mit Familienbetrieben, deren multifunktionalen Aufgaben angemessen abgegolten werden." Selbstverständlich befürwortet seine Partei "den umweltverträglichen, sicheren Weiterbetrieb der Kernkraftwerke und den Ausbau der Kernkraft" und "lehnt neue Energiesteuern ab und fordern die zweckgebundene Verwendung der Energieabgaben."

In der Schweiz gibt es nun eine Volksinitiative …

Der Fluch des Öls - Olympiade 2016 in Gefahr?

Noch wird das Öl vor Brasiliens Küste nicht gefördert und schon geht der Streit um das Geld los. Das "Pre-Sal", wie die Brasilianer ihren Öl-Reichtum nennen, ist Gegenstand einer Initiative zur Verfassungsänderung des Abgeordneten Ibsen Pinheiro, die "emenda Ibsen" genannt wird. Die Initiative beabsichtigt, die Einnahmen aus der Ölproduktion, auch "Royalties" genannt, ganz Brasilien zugute kommen zu lassen und nicht nur den an die Förderungsgebiete angrenzenden Bundesstaaten. Insbesondere vor dem Bundesstaat Rio de Janeiro liegen die grosse Fördergebiete. Die Empörung in Rio über die von der Zentralregierung geplante Umverteilung der Einnahmen ist riesengross.

Gestern warnte der Minister für Umwelt, Carlos Minc, vor den Folgen einer Kürzung der Einnahmen für Rio de Janeiro. Er befürchtete, dass die geplanten Umweltmassnahmen, die vor allem im Hinblick auf die Fussballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro ge…

Spanischer Umweltminister zensiert Sendung über Umweltzerstörung

Die spanische Regierung hatte 2006 eine Filmdokumentation in Auftrag gegeben über die Umweltzerstörung an den spanischen Küsten. Die Dokumentation ist jetzt fertig, darf aber nicht gesendet werden, weil 2 Minuten davon dem Umweltministerium nicht gefallen.

Was den Regierenden nicht gefällt sind folgende Aussagen: "An der Küste konzentrieren sich ein Grossteil der Verbrechen gegen die Umwelt und Siedlungspolitik, von illegalen Bebauungen und Gerichtsurteilen zum Abriss. Dahinter versteckt sich eine gesellschaftliche Komplizenschaft mit der Korruption im Bauwesen, die sich darin zeigt, dass einige Beamte, öffentliche Bedienstete und Unternehmen der Bauindustrie miteinander verfilzt sind. Sie alle haben sich auf illegale Aktivitäten und korrupte Praktiken eingelassen. Warum gibt es soviele Gesetzesverletzungen, Missbräuche und Korruption? Ein Grossteil der spanischen Küste ist in privaten Händen, besiedelt, gewaltsam verändert oder zerstört. In vielen Fällen gibt es keine Wegerechte,…

Die spanische Wein-Blase platzt

"La Mancha", die grenzenlose Hochebene in Zentralspanien, ist auch ein grenzenloses Weinanbaugebiet. Riesige Flächen mit Weinreben tragen zur Hälfte des Weinanbaus in Spanien bei. Mehr als 500.000 Hektar Land wird in Spanien für den Weinanbau genutzt. Es ist dies die grösste Fläche weltweit, obwohl die Produktion nach Frankreich und Italien erst an 3. Stelle steht. Die Weinproduktion in Spanien explodierte geradezu nach dem EU-Beitritt, auch dank einer exzessiven Bewässerung der Weinfelder. Für die dadurch verursachten Umweltschäden steht der Zustand des National-Parks von Daimiel.

In den neunziger Jahren, bei einem Kilopreis von 2,50 Euro für Trauben, begann eine "Hype" auf dem spanischen Weinmarkt. Leute die vom Weinanbau nichts verstanden, insbesondere auch die Bau-Löwen, die in diesen Zeiten auch ihren wirtschaftlichen Höhepunkt erlebten, investierten in den Weinanbau. Kellereien schossen wie Pilze aus dem Boden. "Designer-Kellereien" (bo…

Sklaven für die Zuckerrohrindustrie

Es gibt sie noch die Sklavenarbeit. "Repórter Brasil" beschreibt wie man in Brasilien zum Sklaven wird: Arbeitsvermittler, "gatos" genannt, locken Arbeitssuchende mit grossen Versprechungen über den zukünftigen Arbeitsplatz in weitentlegene Gebiete des brasilianischen Hinterlandes. Kommen die so Geworbenen an ihrem zukünftigen Arbeitsplatz an, bleibt von den Versprechungen nichts übrig. In der Regel sind es miserable Holzfäller- oder Köhlerarbeiten (Herstellung von Holzkohle für die Stahlindustrie), aber auch Arbeiten im landwirtschaftlichen Bereich, die sie übernehmen müssen. Ist der Angeworbene an seinem Arbeitsplatz angekommen, ist er bereits hochverschuldet, denn Transport und Verpflegung für unterwegs sind bereits als Kredit notiert. Seine Arbeitsmittel, z.B. Motorsäge und ähnliches wird ebenfalls zu seinen Lasten als Kredit verbucht. Seine Unterkunft und seine Ernährung muss er seinem Arbeitgeber bezahlen, der von ihm Preise weit über den im Hand…

Theologe darf nicht über den historischen Jesus schreiben

Der spanische Theologe José Antonio Pagola, geboren 1937 in der spanischen Provinz Guipúzcoa, hat ein Buch über Jesus geschrieben. Sein Titel lautet: "Jesus, eine geschichtliche Annäherung" (Jesús, aproximación histórica). Das Buch will den Lesern mit historischer Genauigkeit eine klare und übersichtliche Darstellung des Lebens von Jesus bieten. Jesus wird vorgestellt "als ein Gottsuchender, eine reisender Prophet in seinem Reich, Dichter des Mitleidens, einer der sich um das Leben kümmert, Verteidiger der Zurückgesetzten, Freund der Frau, Lehrer einer anderen Lebensart, Schöpfer einer Reformbewegung, der durch die Tempelbehörden und Repräsentanten des römischen Reiches zu Tode gebracht wurde, aber von Gott bestätigt und zu neuem Leben erweckt wurde." So beschreibt "Redes Cristianas" das Buch.

Eigentlich eine unverfängliche Sache, wenn nicht die katholische Kirche in Spanien einmal mehr ihr reaktionäres Gesicht gezeigt hätte. Abweichungen von …

Biographie eines rumänischen Mörders

Der Rumäne Marian Cliţă, der vergangenen Montag in einem Hotel in Kopenhagen die norwegische Stewardess Vera Vildmyren ermordet und sich jetzt nach Veröffentlichung von Videobildern der schwedischen Poizei in Malmö gestellt hat, ist in Rumänien kein Unbekannter.

Bereits in den 80er Jahren ist er den rumänischen Behörden aufgefallen. Zu dieser Zeit war er wegen Wohnungs- und Hotelzimmereinbrüchen mehrfach verhaftet worden. Im Gefängnis wurde er zu einem Informanten der Securitate "umgepolt". In deren Auftrag hat er im Gefängnis den politischen Dissidenten Gheorghe Ursuumgebracht hat.

1985 stufte die Miliz Marian Cliţă nach mehreren Einbrüchen und Raubüberfällen als gewalttätigen Rückfalltäter ein. Gheorghe Ursu wurde am 21. September 1985 wegen Besitz von Devisen verhaftet. Ursu befand sich schon seit längerem im Ziel der Securitate, weil er auch eine in den USA verheiratete Tochter hatte, Freund von Schriftstellern und Dichter war und mit diesen "verschiedene…

Krankwerden in Costa Rica

Die Öffentliche Gesundheitsversorgung in Costa Rica steht in derKritik. Die Versicherten werden mit langen Wartezeiten für Untersuchungstermine und einer damit verbundenen Bürokratie gequält.

Es ist üblich, dass der Patient erst einmal zum Schalter des Gesundheitszentrums geht, seinen Terminwunsch anmeldet und seine Telefonnummer hinterlegt. Das Gesundheitszentrum wird ihn dann nach derzeitigem Stand Anfang 2011 anrufen, um ihm mitzuteilen, wann die Untersuchung stattfinden kann. Bei Augenproblemen sieht man alt aus. Mit Glück erhält man einen Termin im Jahr 2015.

Eine "Tica" (so nennen sich die Einheimischen) machte dieser Tage eine unangenehme Erfahrung mit der Gesundheitsbürokrate ihres Landes. Sie hatte einen Termin für eine Röntgenaufnahme um 12 uhr mittags und kam 15 Minuten zu spät. 7 Monate hatte sie auf diesen Termin gewartet. Die Verspätung kostete ihr diesen Termin, der an andere vergeben wurde, die seit 4 Uhr morgens auf eine solche Gelegenheit gewartet hatten. J…