Mittwoch, 29. Juli 2009

Wie ticken die Rumäninnen?

Die Firma SMARK und Brennan Research & Consultants hat sich unter dem Gesichtspunkt, dass 70% der finanziellen Entscheidungen von Frauen getroffen werden, im März - April 2009 der Vorstellungen der rumänischen Frauen angenommen. 1.099 Frauen aus dem städtischen Bereich im Alter zwischen 18 und 45 Jahren wurden befragt.

Diese Rumäninnen vergeuden ihre Freizeit am liebsten vor dem Fernseher. Ihre Lieblingsfilme sind "Titanic" und "Vom Winde verweht" (“Pe aripile vântului”). Von den ausländischen Filmstars ist Brad Pitt der Beliebteste und Florin Piersic bei den rumänischen Schauspielern. Beim Sport liegt Nadia Comăneci an der Spitze. Was sie sehen, wollen sie auch lesen: Beliebteste Lektüre ist wiederum "Vom Winde verweht" und die Familiensaga des rumänischen Schriftstellers Marin Preda mit Titel "Moromeţii".

Das Äussere liegt ihnen sehr am Herzen. Fast 40% haben wenigsten einmal eine Abmagerungskur (cură de slăbire) gemacht, dabei haben sich aber nur 8% von einem Ernährungsexperten beraten lassen. Ihr Lieblingsgetränk ist stilles Wasser (apa plată). 7 von 10 Frauen erklärten, dass sie keinen Alkohol tringen. Der Rest trinkt vorzugsweise Bier der Marke "Ursus".

Ungefähr die Hälfte hält sich des öftern im Internet auf. Dabei beschäftigen sie sich wenig mit "Online-Shopping" oder "Internet-Banking". Eher sind sie in sozialen Netzwerken unterwegs, vergessen aber oft ihr Foto einzustellen.

Informationsquelle: Cotidianul, Tânăra femeie română de la oraş: citeşte “Moromeţii” şi bea apă plată

Reblog this post [with Zemanta]

Dienstag, 28. Juli 2009

Brasilia Teimosa mit Angstbomben geräumt

Zwischen dem Stadtteil Pina und dem Hafen von Recife liegt die Favela Brasilia Teimosa. Seit Besiedlung des Ortes hängt wie ein Damoklesschwert ihre drohende Räumung über den Bewohnern. Und das seit 1947, dem Jahr, in dem die Siedlung entstand. Es ist die älteste illegale Siedlung in Recife. Benannt wurde sie in Anlehnung an die damals in Entstehung begriffene Hauptstadt Brasilia und in Anspielung an die ständig drohende Vertreibung "Brasilia Teimosa" (Ängstliches Brasilia) genannt. Die Bewohner sind Fischer, Studenten, Hausfrauen und Händler. Es ist eine Favela, die nicht weit ausserhalb an den Grenzen der Stadt liegt, sondern mitten drin und das auch noch mit Strand. Der Ort wurde 1982 mit öffentlichen Mitteln urbanisiert, aber immer wieder erfolgten neue illegale Besetzungen. Heute zählt Brasilia Teimosa 19.155 Bewohner, auf einem Gebiet von 65,4 Hektar, das bedeutet eine Bevölkerungsdichte von 292,88 Bewohner/ha.

Heute morgen um 5 Uhr fielen in der Rua das Oficinas (Strasse der Werkstätten) die Angstbomben. Die Brasilianer nennen sie verschönernd "bombas de efeito moral" (Bomben mit moralischer Wirkung). Der Chemiker Renato Sheeny von der herstellenden Firma "Condor Indústria Química" definiert sie wie folgt: "Es sind Waffen, die benutzt werden, um tumultartige Situationen zu kontrollieren, ohne die Beteiligten zu töten oder zu verletzen. Das Prinzip besteht darin, die Menge durch den Angst-Effekt zu lähmen." Spezialtruppen der Polizei und die Stadtpolizei standen bereit, um gegebenenfalls einzugreifen. Traktoren und Lastwagen der Direktion für urbane Kontrolle von Recife (DIRCON) fingen sofort mit der Räumung an.

Die Betroffenen wurden aus dem Schlaf gerissen, per Bomben eingeschüchtert, ihre Behausungen zerstört und die Bewohner ihrer wenigen Habe beraubt. 67 Familien waren betroffen. Einige konnten noch ihre Matratzen und ein paar Haushaltsgeräte retten.

Was sagen die Bewohner? Die Hausfrau Marisa Farias de Castro wohnte seit 2 Monaten in der Siedlung, sie konnte nichts aus ihrem Haushalt retten. "Ich habe einen 20 Jahre alten behinderten Sohn, ich konnte keine Gegenstände retten. Ich habe mich entschieden meinen Sohn zu retten, damit er nicht attackiert wird. Ich habe keine Möglichkeit, eine Miete zu bezahlen und weiss nicht, wohin ich gehen soll." Die Hausfrau Edilza Silva berichtete: "Sie kamen und haben alles zerstört ohne vorher die Leute zu informieren. Wegen der Bomben waren wir alle völlig durcheinander. Zu dem Zeitpunkt schliefen ich, mein Mann, meine Tochter und eine Cousine. Mein Mann hat schon zwei Räumungen erlebt, jetzt wissen wir nicht mehr, wohin wir gehen sollen."

Die Räumung verlief friedlich. Nur gegen einen Lastwagen flog der Ziegel eines wütenden Bewohners. Weniger schön war, was sich auf der Strasse in Pina abspielte. Einige Bewohner sperrten die Hauptstrasse und verbrannten auf der Strasse Möbel. Es kam zu einem gigantischen Stau (congestionamento gigantesco), der Auswirkungen bis auf die grosse Verkehrsstrasse Avenida Conselheiro Aguiar hatte, die das Zentrum von Recife mit den südlichen Strandviertel wie Boa Viagem verbindet. Nachdem ein Fahrzeug mit Steinen beworfen wurde, brach Panik aus. Darauf griff die Spezialpolizei ein und die Feuerwehr löschte die brennenden Möbel.

Informationsquelle: Diario de Pernambuco, Famílias reclamam de desocupação em Brasília Teimosa
Wikipedia, Brasília Teimosa

Reblog this post [with Zemanta]

Montag, 27. Juli 2009

Spanische Mittelmeerküste, ein Betonfriedhof

"Die (spanische) Mittelmeerküste ist ein Betonfriedhof (cementerio de hormigón)", schreibt der Journalist Lluís Pellicer in der Zeitung "El Pais". An der Mittelmeerküste gibt es einen halbe Million unverkäufliche Wohnungen. Das ist das traurige Resultat von einem 10 Jahre dauernden Immobilien-Boom in Spanien.

In manchen Mittelmeerort sieht es düster aus. Es gibt viele Bauruinen entlang der Küste. Statt neue Wohnungen stehen nun Betonskelette in Siedlungen, die halb leer sind. Zyniker bezeichnen diese Viertel als "zonas fantasmas" (Geisterzonen).

In den letzten 9 Jahren sind nach einem Bericht von Greenpeace Spanien, der sich "Destrucción a toda costa 2009" (Zerstörung um jeden Preis, Jahresbericht 2009) nennt, 4 Millionen neue Häuser an der spanischen Mittelmeerküste gebaut worden. Vielfach wuden geschützte und ökologisch wertvolle Landschaften illegal und mit Genehmigung von korrupten Politikern bebaut. So wurde im Jahr 2003 ein Hotel mit 411 Zimmern an den Strand von "El Algarrobico" mitten in den Naturpark von Cabo de Gata gebaut. Greenpeace bezeichnet diesen Hotelbau als die Spitze eines Eisberges (la punta del iceberg) einer Bautätigkeit, die völlig an den Bedürfnissen der Bewohner vorbeiging.

Bei den jetzt leerstehenden Wohnung sind es häufig Zweitwohnungen, auf die in Zeiten der Wirtschaftskrise als Erstes verzichtet wird. Nach Schätzungen von Experten dürfte es 3 bis 4 Jahre dauern bis die letzten Immobilien verkauft sind.

Sie auch Blogbeiträge:
Abusos urbanísticos - Städtebau zum Kotzen
Andalusien bestraft Landschaftszerstörung

Informationsquelle: El Pais, La costa es ya un cementerio de hormigón

Freitag, 24. Juli 2009

Brasilianer darf in der Schweiz keine Wunder mehr vollbringen

In Genf soll ein 30-jähriger Brasilianer aus Cearà verhaftet worden sein, der sich als Wunderheiler ausgab. Ihm soll vorgeworfen worden sein, von seinen Kunden Geld erpresst zu haben.

Hier der Bericht der brasilianischen Presse beispielhaft am "Diario de Pernambuco" zu dem Vorfall:
"Ein Brasilianer aus Cearà ist in Genf verhaftet worden, weil er Wunder verkaufte. Er behauptete der Vater der Heiligen (pai de santo) zu sein und veranstaltete Sitzungen in Umbanda im Kanton Fribourg. Während der Sitzungen versprach er Heilung von Krankheiten und auch die Eroberung einer widerspenstigen Liebhaberin oder Liebhabers. Dafür hatte er ein einfaches Rezept: Die Herzen von Ochsen, Schafen und Vögeln, Kerzen und sonstige exotische Produkte. Für seine "Zaubereien" (mandinga) liess er sich teuer bezahlen und das 5 Jahre lang.

Die Situation wurde für ihn schwierig als 3 Kunden ihn wegen Erpressung verklagten. Eine Kundin beschuldigte ihn, sie zur Prostitution gezwungen zu haben, um die Umbanda-Sitzungen, die sie zur Lösung persönlicher Probleme besuchte, bezahlen zu können. Der Wunderheiler bestritt die Vorwürfe.

Für die Erbringung spiritueller Dienstleistungen kann man in der Schweiz Geld verlangen. Es ist aber nicht erlaubt, die Kunden zu missbrauchen oder sie zu erpressen. "Es gibt ein Recht, Geld für die Voraussage der Zukunft zu verlangen, problematisch wird es, wenn die Leistungen in keinem Verhältnis zum Geldbetrag stehen oder die Gutgläubigkeit der Leute ausgenutzt wird", sagte der schweizer Richter.

Vor Gericht wurde nur der Vorname des Beschuldigten erwähnt, er heisst João. In der Schweiz werden die Namen von Beschuldigten erst in vollem Umfang veröffentlicht, wenn dieser verurteilt ist. João wurde bereits 2007 einmal verhaftet, aber auf Kaution freigelassen. Das Urteil wird gegen Ende des Jahres erfolgen. Die schweizer Justiz hat bereits ohne Erfolg in Brasilien nachgeforscht, ob der Wunderheiler über Vermögen in Brasilien verfügt.

In der Schweiz gibt es bereits mehrere Umbanda-Zentren, die aber keine Verbindungen zu dem Beschuldigten haben sollen."

Informationsquelle: Diario de Pernambuco, Preso vendedor de milagres

Reblog this post [with Zemanta]

Donnerstag, 23. Juli 2009

Kabelsalat in Barcelona

In der Weltstadt Barcelona hängen immer noch 360 km Stromkabel (cables de la luz) an den Aussenwänden der Häuser und Wohnblocks. Betroffen sind vor allem die Stadtteile Poble Nou, Poble Sec, Gràcia, Clot-Camp de l"Arpa, Vallvidrera, Congrés, Baix Guinardó, Barceloneta und Les Planes. Die derzeit amtierende Stadtverwaltung es bisher nur geschafft, 50 km unter die Erde zu legen. Weitere Pläne hat sie in diesem Bereich nicht.

Die Bewohner der betroffenen Stadtteile halten die luftigen Stromkabel nicht nur für ein ästhetisches, sondern auch ein Sicherheitsproblem. Ein Bewohner des Stadtteils drückt es so aus: "Wenn etwas mit den Kabeln passiert, hast Du das Gefühl eine Metro fährt dir in das Fenster. Zudem werden Rettungsarbeiten bei Bränden durch die Kabel erschwert. Es ist eine Schande (vergüenza), dass es im 21. Jahrhundert in Barcelona noch Kabel- und Telefonmaste aus Holz gibt!".

Die Betroffenen geben neben der Stadtverwaltung auch der Barcelona dominierenden Elektrizitätsgesellschaft Fecsa-Endesa die Schuld, dass sich an dem Zustand nichts ändert. Laut Stadtverwaltung gibt es ein Abkommen mit Fecsa, dass im Falle einer Stadtteilsanierung, diese die Stromleitungen unter die Erde verlegt und die Kosten dafür übernimmt.

Neben der Ästhetik und der Sicherheit gibt es Probleme mit den geflügelten Bewohner der Stadt. Hier sind es vor allem die Tauben (las palomas), die die Stromleitungen für sie folgenlos zur Ruhezone erklärt haben. Mit ihrem Kot verschmutzen sie die Aussenfassaden der Wohnungen.

Warum nutzt man nicht die Mittel aus dem derzeitigen Konjunkturprogramm der spanischen Regierung, um das Problem zu lössen, fragen sich die Bewohner.

Informationsquelle: La Vanguardia, Nueve barrios de Barcelona viven pendientes de un hilo
Reblog this post [with Zemanta]

Dienstag, 21. Juli 2009

Neues Adoptionsgesetz in Brasilien

Das brasilianische Abgeordnetenhaus wird in Kürze ein neues Adoptionsgesetz erlassen. Die Unterbringung der Kinder in Adoptionsfamilien wird damit Vorrang vor einer Unterbringung in Heimen erhalten. Die Adoptionsverfahren sollen wesentlich schneller wie bisher durchgeführt werden können. Die Adoption von Kindern durch brasilianische Staatsangehörige haben Vorrang, danach kommen im Ausland lebende Brasilianer zum Zuge und erst dann ist eine internationale Adoption durch fremde Staatsangehörige möglich. Die zukünftigen Eltern müssen sich im nationalen Adoptionskataster (Cadastro Nacional de Adoção) eintragen lassen. Vor der Eintragung wird überprüft, ob die Antragsteller auch als Adoptionseltern geeignet sind.

Die wichtigsten Änderungen im neuen Adoptionsgesetz im Überblick:
  • Geschwister können in der Regel nur zusammen adoptiert werden, es sei denn es gibt besondere Gründe, die dagegen sprechen.
  • Die Möglichkeiten einer nationalen Adoption müssen erst erschöpft werden, bevor eine internationale Adoption angedacht werden kann.
  • Der Verbleib der Kinder in einem familiären Bereich soll für die Entscheidung der Justiz vorranging sein. Eine Adoption soll erst möglich sein, wenn dies nicht möglich ist.
  • Das Kind muss gehört werden, wenn es einer Familie zugeteilt wird und im Fall, dass die Adoptionseltern eine Änderung des Vornamens (mudança do prenome) beantragen.
  • Kinder oder Erwachsene sollen höchstens 2 Jahre in Heimen verbleiben.
  • Mit Erfüllung des 18. Lebensjahres haben Adoptierte das Recht ihre Herkunft zu erfahren.
  • Die Adoptionsfamilie muss einen Kurs über die Befähigung als Adoptionseltern bei einer multidisziplinären Betreuungsgruppe mitmachen.
  • Indigene und farbige Kinder sollen vorrangig in den entsprechenden Gemeinschaften adoptiert werden.
  • Kinder sollen im Bedarfsfalle in einem Heim in der Nähe ihres Wohnortes untergebracht werden.
  • Die Gerichtsbehörde müssen alle 6 Monate einen Bericht über die Situation der Kinder bei ihren Adoptionsfamilien erhalten.
Informationsquelle: Diario de Pernambuco, Esperança de futuro com nova lei de adoção

Samstag, 18. Juli 2009

Dracula kehrt aus dem Exil zurück

Deutschlandradio meldete am 31. Januar 2009 unter dem Titel "Habsburger wollen Dracula von ihrer Burg verbannen": ""Die Habsburger wollen das Dracula-Image loswerden. Erzherzog Dominik von Habsburg erklärte bei einem Besuch im rumänischen Ort Bran, er wolle nicht, dass der Dracula-Kult auf seinem Schloss länger gepflegt werde - auch wenn den Menschen solche Fiktionen gefielen. Die Habsburger sind neuerdings rechtmäßige Eigentümer der Burg in Siebenbürgen. Das im 14. Jahrhundert erbaute Schloss ist eine Touristenattraktion. Es wird seit Jahren als Dracula-Schloss vermarktet, auch wenn der Erfinder des blutrünstigen Helden, der irische Schriftsteller Bram Stoker, die Burg niemals betreten hat."

Nun meldet die rumänische Presse, dass Dracula wieder zurück ist auf Schloss Bran. Für Geld machen ihre Hoheiten auch gerne den Rummel mit. Schliesslich interessieren sich die vielen ausländischen Touristen nicht für die Habsburger, sondern den alten Blutsauger. Die Touristen kommen, um sich vor der Kulisse des Schlosses fotografieren zu lassen. An der schönsten Stelle gibt es eine Terrasse, wo man sich dann zu sündhaft teuren Preisen ein Getränk leisten kann.

Für 12 Lei (ca. 3 Euro) darf man dann ins Schloss, wenn man in der Regel langes Schlangenstehen in Kauf nimmt. Mehr wie 500 Personen können sich in dem kleinen Schloss nicht aufhalten. Die Mehrheit der ausländischen Touristen spricht englisch, französisch oder spanisch. Im "Shop" können sie erzherzoglichen Merlot „Chateau Bran - reserve de L’Ar hiduc 2007” für 150 Lei (ca. 40 Euro) erstehen.

Eigentlich wollte der Erzherzog altes Habsburger-Mobiliar ausstellen, dafür interessiert sich aber kein Mensch. Alle wollen den Einen sehen oder fühlen, Dracula! Da können sie sich auf dem vorgelagerten Markplatz schadlos halten, wo Dracula-Kitsch jeder Art verkauft wird. Verpflegen kann man sich in einer der vielen Pizzerias, die es rund um das Schloss gibt.

Informationsquelle: Deutschlandradio, Evenimentul Zilei: Dracula a cucerit „Chateau” Bran

Freitag, 17. Juli 2009

Rio - São Paulo so schnell wie eine Gewehrkugel

Die brasilianische Version des Hochgeschwindigkeitszuges, der sogenannte "Trem-bala" (Gewehrkugel-Zug), wird Rio mit São Paulo verbinden. Die Ausschreibung für die Arbeiten sind für für Ende dieses Jahres vorgesehen. Die Fertigstellung soll 2014 erfolgen. Die Kosten werden auf 34,6 Milliarden R$ (ca. 13 Milliarden Euro) geschätzt.

Eine Fahrkarte wird voraussichtlich 150 R$ (ca 55 Euro) in der 2. Klasse (classe econômica) und 200 R$ (75 Euro) in der ersten Klasse (executiva) kosten.

Man hofft auf 6,4 Millionen Passagiere im Jahr, die 3,9 Millionen Flugpassagen, 960.000 Autofahrten und 865.000 Busreisen ersetzen sollen. Derzeit werden auf dem Luftweg 4,4 Millionen Passagiere befördert.

Die Expresszüge werden die beiden Städte ohne Zwischenhalt verbinden. Die Fahrzeit wird 1 Stunde und 33 Minuten dauern. Paralell dazu wird es auch einen Regionalverkehr geben, der auch die Flughäfen der beiden Städte, Viracopos in São Paulo und Galeão in Rio de Janeiro verbinden soll.


42 Züge sollen die Strecke täglich bedienen. In den Spitzenzeiten wird alle 20 Minuten ein Expresszug in jede Richtung fahren.

Informationsquelle: Folha Online, Trem-bala entre São Paulo e Rio custará R$ 34,6 bi; passagem sai a partir de R$ 150

Reblog this post [with Zemanta]

Mittwoch, 15. Juli 2009

Beweissicherung auf brasilianisch

"Nach dem Tod des früheren Profibox-Weltmeisters Arturo Gatti im brasilianischen Ferienort Porto de Galinhas ist dessen Ehefrau Amanda Rodrigues von der Polizei wegen Mordverdachts verhaftet worden. Die 23-jährige Brasilianerin hatte sich bei den Vernehmungen in Widersprüche verstrickt. `Sie ist die einzige Verdächtige", sagte ein Polizeisprecher. Zu einem möglichen Motiv machten die Behörden keine Angaben." Dies berichtete AFP vor 2 Tagen.

Porto de Galinhas liegt ca 55 km südlich von Recife. Diese Tat mit internationalem Aufsehen, aber auch die Art und Weise wie der Flugzeugabsturz des Air-France-Airbusses behandelt wurde, wirft laut dem Blog "PEbodycount" ein bezeichnendes Licht auf die Arbeit der brasilianischen Polizei- und Gerichtsbehörden. Im Falle der Boxer-Ehefrau demonstrierten die Fachleute für Beweissicherung, dass diese einen Gürtel mit eingebauter Tasche benutzte, um sie zu täuschen. Der Gürtel war an der Spitze blutig. Um der Presse einen Gefallen zu tun, wurde der Gürtel nicht sofort für die Beweissicherung verwahrt, sondern noch einmal auf den Boden gelegt. Nach einigen Stunden, als die Journalisten nochmals in die Polzeidienststelle kamen, lag der Gürtel immer noch auf dem Boden. In der ganzen Zeit wurde das Beweisstück ohne Handschuhe angefasst. Das Messer, mit dem die Ehefrau ihren Mann getötet haben sollte, wurde in einem Brotbeutel aufbewahrt.

Ganz anders die Identifizierung der Opfer des Air-France-Fluges. Das gerichtsmedizinische Institut in Recife (IML) wurde aus diesem Anlass renoviert. "Ein neugefertigter Fussboden, neue Beleuchtung, die tatsächlich auch Licht gibt, Reparatur der Klimaanlage und sogar der Boden wurde bemalt, um all das Blut, das da klebte zu überdeckte! Die Tische für die Leichenschau waren auf Hochglanz geputzt. All das hat man noch nie im gerichtsmedizinischen Institut von Recife gesehen! All das nur, damit die Franzosen staunen!" schrieb ein Beamter des IML in einem Blog. Leichen von Personen, die ermordet wurden und von Verkehrsopfern wurden in die Keller des IML verbracht.

PEBodyCount schliesst daraus folgendes: "Da die Franzosen kamen, um die Leichenschau zu überwachen, musste das IML schnell renoviert werden. Der Tatort, wo der Boxer starb entbehrte dagegen jeden internationalen Qualitätsstandardes. Er erhielt eine Behandlung, die man normalerweise den Opfern der Gewalt in Recife angedeihen lässt..."

Beweissicherung nach der Methode "Sorgfalt ist nicht nötig", wieviele Justizopfer hat sie schon in Brasilien produziert?

Informationsquelle: Blog PEbodycount, A Polícia Científica de Pernambuco e os casos de repercussão internacional

Reblog this post [with Zemanta]

Montag, 13. Juli 2009

Im Bucegi attackieren die Bären

Die Angriffe von Bären in den rumänischen Zentralkarpaten mehren sich. Im Bucegi-Gebiet hat jetzt eine Gruppe von 5 Bären eine Schafherde angegriffen. Die Hirten haben ihre Hunde auf sie gehetzt und Lärm gemacht. Die Bären liessen sich nicht beeindrucken und haben 60 Schafe verletzt und 2 Kühe. Die hinzugerufene Polizei und Forstarbeiter gaben Schüsse ab, die aber auch ihre Wirkung verfehlte.

Die Hirten von der Vânturiş -Hütte berichten, dass sie bei Einbruch der Dunkelheit kein Auge mehr zumachen, weil sie Angst vor ausgehungerten Bären haben. Sie wollen jetzt auf die Schäferei in den höheren Lagen verzichten und in ihre Dörfer zurückkehren.

Gerade im Bucegi-Gebirge ist es schon zu mehreren Zwischenfällen mit Braunbären gekommen. Im August des vergangenen Jahres ist ein 26-jähriger Deutscher in seinem Zelt von einem Braunbär angegriffen und schwer verletzt worden.

Informationsquelle: Antena3, Ştiri Antena 3, Coşmarul ciobanilor din Bucegi: Turmele de oi, atacate de cinci urşi furioşi

Freitag, 10. Juli 2009

Der Clan der Schneckensammler irrt durch Sevilla

In Sevilla spielt sich derzeit ein Drama ab. Hauptakteur ist ein Roma-Clan, der sich "los Caracoleños" (die Schneckensammler) nennt. Eine weitere Rolle spielt der Roma-Clan "los Marianos". Sie gehören der Ethnie der "Gitanos"an (entspricht unserem Begriff "Zigeuner" und ist ein Sammelbezeichnung für Sinti und Roma). Vor drei Monaten tötete bei einer Schiesserei zwischen den Clans eine "verirrte Kugel" (bala perdida) eine Minderjährige des Clans der Marianos. Seither herrscht Angst im Clan der Caracoleños. Beide Familien lebten in Sozialwohnungen im Stadtteil "Polígono Sur".

Nach dem Todesfall packten die Caracoleños aus Angst vor Racheakten der Marianos ihre Habe und zogen aus den Wohnungen aus. Auf einem freien Grundstück bauten sie Hütten, eine "chabola", die Brasilianer würden das als "Favela" bezeichnen. In dieser "Chabola" wohnten nun 300 Personen ohne Elektrizität, ohne Trinkwasser oder sonstige Annehmlichkeiten. Sozialarbeiter bezeichneten die Situation "als sanitären Notstand". Unter den Bewohnern sind auch circa 100 Minderjährige.

Dem konnten die Behörden nicht weiter zusehen. Die bisherigen Sozialwohnungen waren inzwischen versiegelt worden und die Caracoleños wollten auch nicht zurück, weil ihnen immer noch die Angst in den Knochen sitzt. Deshalb bekamen die "Chabolistas" die etwas hilflose Order, den Platz zu verlassen, die Hütten abzureissen. Wohin mit ihnen, das ist noch unklar. Hauptsache weg. Seither zieht der Clan von einem Pulk von Journalisten begleitet von einer Brücke zur andern, von einem leeren Grundstück zum nächsten. Alle Bürgermeister der Vororte geben ihnen nur eine kurze Frist zum Bleiben. Wie soll das enden, fragt sich jeder.

Die alten Wohnungen sind weg, waren ohnehin nur von 3 Familien legal bewohnt. Die Stadtverwaltung hat eine Überprüfung des Wiederbezugs begonnen, wird diese aber vermutlich nicht vor September abschliessen können, denn schliesslich läuft in Spanien im Juli und August gar nichts. So wird die Polizei die Caracoleños weiterhin von einem Platz zum nächsten treiben.

Informationsquelle: Diario de Sevilla, Los chabolistas son desalojados de El Copero para terminar en San Juan, El alcalde reclama la expulsión de los chabolistas instalados en San Juan tras el desalojo

Donnerstag, 9. Juli 2009

Die miesesten Touristen der Welt

sind laut einer Umfrage, die TNS Infratest für Expedia bei Hoteliers durchgeführt hat, die Franzosen.

Ihre Fehler? Die Franzosen sind Nörgler (râleurs), Geizhälse (pingres ) und Rüpel. Und wie wenn das noch nicht genug wäre, machen sie nicht die geringste Anstrengung eine ausländische Sprache zu benutzen. Sie haben Schwierigkeiten sich in Englisch auszudrücken und sind schwer verständlich, weil sie englische und französische Wörter durcheinanderwerfen, um sich verständlich zu machen. Sie geben nicht gerne Trinkgeld und beklagen sich über jeden Dreck. Und um noch eins drauf zu setzen, bekräftigen die gefragten Hoteliers, dass die "französische Höflichkeit (courtoisie) Vergangenheit ist und die Franzosen nicht mehr über das "savoir-vivre" verfügen. Lediglich im Bereich der Diskretion wird den französischen Touristen eine gute Note gegeben.

An der Spitze der beliebtesten Touristen liegen die Japaner, Engländer und Kanadier. Die Kanadier haben Deutschen vom dritten Platz verdrängt und die Engländer sind innerhalb eines Jahres vom 30. auf den 2. Platz vorgerückt. An ihnen wird geschätzt, dass sie sehr grosszügig sind. Schlecht weg kommen die Reisenden aus dem Mittelmeerraum, sie liegen zum dritten Mal hintereinander auf den letzten Plätzen. Hinter den Franzosen liegen noch die Spanier und Griechen.

Die Stellungnahmen der französischen Leser zu diesem Thema sind sehr zahlreich. Dass die Engländer auf den zweiten Platz kommen, das können sie allerdings nicht verstehen. Leser Elfada soll hier stellvertretend zitiert werden: "Die Briten verreisen normalerweise in zahlreichen Horden und total alkoholisiert. Um es klar zu sagen, sie sind die einzigen die sich derart benehmen!".

Informationsquelle: Libération, Les Français réélus «pires touristes au monde»

Reblog this post [with Zemanta]

Mittwoch, 8. Juli 2009

Mord in einer Mustersiedlung

Wie ich gestern bereits im Blog "Kurz & Bündig" geschrieben haben, wurden gestern im Ort Brejo de Madre de Deus in Pernambuco, 5 Landarbeiter der brasilianischen Landlosenbewegung kaltblütig bei der Arbeit erschossen. Von den Tätern gibt es noch keine Spur. Die Landlosenbewegung (MST) ist im höchsten Masse empört, dass dem einzigen Überlebenden kein Polizeischutz gewährt wurde. Die Polizei ist der Ansicht, dass der Arbeiter kein wichtiger Zeuge sei und deshalb auch keinen Polizeischutz benötige. Die getöteten Arbeiter wurden heute beigesetzt.

Die Siedlung Chico Mendes (Assentamento Chico Mendes), in der die Bluttat geschah, wird in Pernambuco als eine Muster-Siedlung angesehen. Es gibt sie seit 3 Jahren. Sie liegt 219 Kilometer westlich von Recife in der Nähe des Freiluft-Theaters für Passionsspiele "Nova Jersualem". Für die Siedlung gibt es einen Besitztitel (título de posse) seit 1998, der von der Landlosenbewegung erstritten wurde. Auf einem Gebiet von 660 Hektar leben 30 Familien.

"Es ist ein Gebiet, in dem wir nie Streit um landwirtschaftliches Land hatten. Bis zu diesem Blutbad lebten die Leute in Frieden und Harmonie", erklärte der Koordinator der MST für Pernambuco, Jaime Amorim. Der Namen der Siedlung ist eine Homenage an den Gewerkschafter und Umweltschützer Francisco Alves Mendes Filho, der im Dezember 1988 ermordet wurde.

Der Zugang zur Siedlung ist sehr schwierig und führt 5 Kilometer über eine unasfaltierte Piste. Die Siedler leben von der Anpflanzung von Mais, Bohnen, Palmen und Viehzucht. In Zukunft will man den Schwerpunkt auf die Milchwirtschaft setzen. Zum Bau der Häuser hat ein Teil der Familien bereits Kredite bekommen. Obwohl das Schulgebäude noch nicht steht, findet bereits Schulunterricht für die Kinder der ersten vier Alfabetisierungsklassen statt.

Die Siedler wollen weitermachen, obwohl ihr Führer am Montag getötet wurde.

Informationsquellen:
Diario de Pernambuco, Assentamento considerado modelo
MST, MST denuncia negligência do Estado na proteção de sobrevivente de chacina

Dienstag, 7. Juli 2009

Britische Liebe zur Plastiktüte

Der britische Handel gerät unter Beschuss, weil er nichts gegen die Flut von Plastikbeuteln in den Geschäften tut. Der Verkauf von haltbaren Einkaufsbeuteln stagniert. Bisher hatte man mit der Aktion "bags for life" (Taschen für lebenslang) auf Freiwilligkeit gesetzt, mit geringem Erfolg. Die Hersteller von haltbaren Einkaufsbeuteln aus Jute oder Baumwolle (cotton and jute bags) beklagen, dass das Vereinigte Königreich der Entwicklung in Europa hinterher hinkt.

Vorgestern erhielt das Unternehmen "Supreme Creations" (the world's leading ethical manufacturar of reusable bags - der weltweit führende ethische Hersteller von wiederverwendbaren Einkaufsbeuteln) den Umweltpreis der Prince of Wales-Wohltätigkeitsorganisation "Business in the Community". Der Gründer der Organisation erklärte dabei, dass wichtige Umweltthemen für den britischen Handel keine Rolle spielen und er forderte diesen auf, sich endlich dem internationalen Wettbewerb im Bereich des Umweltschutzes zu stellen.

Im Gegensatz zu Irland, Indien, Südafrika, in vielen Teilen Europas und der USA wurden die Plastikbeutel im Vereinigten Königreich nicht verboten oder mit einer Gebühr belegt. Die Behörde für Umwelt, Lebensmittel und landwirtschaftliche Angelegenheiten (Department for Environment, Food and Rural Affairs) wird in Kürze bekanntgeben, welche Fortschritte gemacht worden sind, um das nationale Ziel der Reduzierung der Plastikbeutel um 50% zu erreichen. Die ersten Zahlen zeigen, dass zwar 45% der Käufer behaupten, einen "bag for life" gekauft zu haben, aber nur 12% ihn regelmässig benutzen.

Die britische Regierung unterstützt die Bemühungen zur Reduzierung mit der in diesem Frühjahr gestarteten Aktion "Get a bag habit" (entwickle eine Beutel-Kultur - frei übersetzt). Der Ort Modbury in Devon ist die erste britische Gemeinde, die die Plastikbeutel verboten hat. Das walisische Parlament steht kurz bevor, einen ähnlichen Beschluss für Wales zu fassen.

Bei Tesco, der grössten britischen Supermarktkette, setzt man weiterhin auf Freiwilligkeit. Der Kunde, der seine Plastikbeutel wiederverwendet bekommt "Belohnungspunkte" (reward points). Ein Firmensprecher: "Wir glauben, dass der Klimawechsel nur erfolgreich angegangen werden kann, wenn die Leute ermutigt werden ihr Verhalten freiwillig zu ändern".


Informationsquelle: The Guardian, UK retailers criticised over plastic bags

Montag, 6. Juli 2009

Klimaanlage macht Spanier krank

Die Hälfte der Erkrankungen im den spanischen Büros (oficinas) in Hochsommer wird durch die Klimaanlagen verursacht. Hohe Temperaturen in der Strasse und 15 bis 20 Grad weniger am Arbeitsplatz, dem Kino oder oft auch zu Hause, diese brüsken Temperaturwechsel provozieren Schnupfen (catarros), Heiserkeit (afonías), Kopfschmerzen (dolores de cabeza) und Muskelverspannungen unter anderem. Der Vizepräsident der spanischen Apothekervereinigung erklärt dazu, dass man im Sommer gewöhnlich von hohen auf niedrige Temperaturen in kurzer Zeit wechselt und das kann zu Erkältungskrankheiten führen.

Nach einer Studie des europäischen Komitees zur Erforschung der Erkältungskrankheiten (Comité Europeo para el Estudio del Resfriado) aus dem Jahre 2001 leidet jeder Spanier im Durchschnitt jährlich zweimal an einer Erkältungskrankheit, das bedeutet 80 Millionen Erkältungskrankheiten im Jahr. Die Experten konnten 3 Spitzen feststellen, an denen die Erkältungskrankheiten häufig festzustellen waren: Zu Beginn des Schuljahres im Oktober, in den Hauptmonaten des Winters und im Sommer, der mit 20% der jährlichen Erkältungskrankheiten vertreten ist.

Informationsquelle: El Pais, El aire acondicionado causa dos millones de resfriados

Freitag, 3. Juli 2009

Rechtsanwälte im Visier der Mörder

Rechtsanwälte in Recife scheinen immer mehr zum Freiwild zu werden. Am 2. Juli wurde die auf Arbeitsrecht spezialisierte Rechtsanwältin Karina Lígia Amorim, 40 Jahre alt, mit 3 Schüssen in den Kopf in ihrem Büro ermordet. Sie starb auf der Stelle. Ein unbekannter Mann kam unter dem Vorwand einer Konsultation in ihr Büro, führte die Tat kaltblütig aus und floh zu Fuss. Der Ehemann der Rechtsanwältin, ebenfalls Rechtsanwalt, befand sich gerade zu einer Besprechung ausserhalb des Hause. Die Polizei ist optmistisch, den Täter bald festnehmen zu können, da er von vielen Personen gesehen wurde.

In diesem Jahr sind bereits 5 Rechtsanwälte im Grossraum Recife ermordet worden. Im Januar wurde Manoel Bezerra de Mattos erschossen, einen Fall über den ich berichtet hatte. Im gleichen Monat wurde in einer Autowaschanlage ein weiterer Rechtsanwalt erschossen. In einem ähnlichen Stil wie am 2. Juli Karina Amorim wurde im März ein Rechtsanwalt ermordet. Ebenfalls im März wurde ein Rechtsanwalt in der Nähe seine Hauses umgebracht.

Bisher sind nur im Fall von Rechtsanwalt Mattos Täter gefasst und ein Gerichtsverfahren eröffnet worden. Die Vereinigung der Rechtsanwälte von Pernambuco (OAB-PE) ist in höchstem Masse beunruhigt und fordert ein energischeres Vorgehen der Polizei. Die Vereinigung wird die Untersuchungen im Mordfall Amorim begleiten.

Informationsquelle: Diario de Pernambuco, Advogada é assassinada no escritório,
Olhos do Norte


Reblog this post [with Zemanta]

Donnerstag, 2. Juli 2009

IM Gică Popescu

"IM", in Deutschland eine Bezeichnung für inoffizielle Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Sicherheit (MfS). Inzwischen hat sich auch Rumänien an die Aufarbeitung seiner kommunistischen Geschichte gemacht und nach und nach tauchen auch hier die "inoffiziellen Mitarbeiter" der Securitate, der rumänischen Sicherheitspolizei, auf. Vor kurzem hat es den europaweit bekannten ehemaligen Fussballspieler Gheorghe "Gică" Popescu erwischt.

Popescu, Jahrgang 1967, ist einer der bekanntesten rumänischen Fussballspieler. Er hat für Rumänien an 3 Weltmeisterschaften ((1990, 1994 und 1998) und an 2 Europameisterschaften teilgenommen. Er spielte für die Vereine FC Universitatea Craiova, PSV Eindhoven, Tottenham Hotspur, FC Barcelona, U.S. Lecce, Galatasaray S.K., SV Hannover 96. Seine grössten Erfolge hatte er mit dem FC Barcelona. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Fussball hat er in Craiova eine Fussballschule eröffnet.

Seine Geschäfte hat er wohl zu weitflächig betrieben, denn im vergangenen Jahr geriet er in das Visier der rumänischen Antikorrupitonsbehörde (DNA). Er wird der Steuerhinterziehung und Geldwäsche bezichtigt.

Vor vier Tagen enthüllte die rumänische Presse, dass Popescu früher ein inoffizieller Mitarbeiter der Securitate war. Vier Vermerke aus der Zeit von 1985 bis 1989 über Fussballkollegen und Trainer sind bekannt geworden, die er unter dem Tarnnamen „Baciul” erstellt hat. Popescu hat inzwischen zugegeben, dass er die Notizen geschrieben hat, aber er leugnet weiterhin, inoffizieller Mitarbeiter der Securitate gewesen zu sein und verteidigt sich wie folgt: "Gute Leute, es sind jetzt 20 Jahre seit der Revolution vergangen. Was wollt ihr von mir? Es sind 4 Notizen über 4 Personen. Alle Notizen sind positiv. Wenn ich es schon gemacht habe, dann habe ich es wohlwollend gemacht. Jeder hat so etwas gemacht, warum vergleicht ihr mich mit den grossen Securisten (Mitarbeiter der Securitate)? Warum quält ihr mich?".

Und wenn die rumänische Presse schon einmal daran ist, dann versucht sie jetzt auch am Denkmal des grössten rumänischen Fussballspielers, Gică Hagi, zu kratzen. Seit sich der windige Gigi Becali mit Hagi verkracht hat, versucht er ihm den inoffiziellen Mitarbeiter anzuhängen. Hagi schlägt um sich und meint zum Versuch von Becali: "Der Dieb schreit haltet den Dieb (Hoţul strigă hoţii). Er möchte gerne Aufmerksamkeit erregen. Wir haben gespielt und haben zum Ruhm des Landes beigetragen. Es ist ein Mangel an Anstand".

Das kann ja noch heiter werden, wenn die rumänische Securitate-Aufklärungsbehörde CNSAS noch mehr findet. Man kann gespannt sein, wie es weiter geht.


Informationsquelle: Evenimentul Zilei, „Chiar dacă am dat note, am dat de bine!”

Mittwoch, 1. Juli 2009

Pina Bausch und die Katalanen

Die katalanischsprachige Zeitung "Avui" widmet der gestern in Wuppertal verstorbenen Tänzerin und Choreographin Pina Bausch einen Nachruf mit der Bemerkung: Die Barcloneser sind Pina Bausch sehr zu Dank und zum Gedenken verpflichtet. Im Jahr 1980 ist Pina Bausch das erste Mal in Barcelona aufgetreten, damals im noch nicht sanierten Theater von "Mercat de les Flors".

"Jenes 1980 war ein Schock in einem Moment, in dem Barcelona's Theaterwelt bedingt durch den Franco-Faschischmus gerade aus der szenischen Lethargie aufwachte. 1980 wurde das Fenster geöffnet, durch das ein eiskalter Wind zog, der alles entblösste und den Eintritt des Barceloneser Theater nach Europa bedeutete. Pina Bausch hat uns aufgewühlt und hat uns während Dekaden mitfühlen lassen", schreibt Avui.

Viele katalanische Theatergruppen wurden vom Tanz von Pina beeinflusst, sei es die bereits verschwundene Gruppe "Heura" bis zur heutigen "Senza Tempo" oder auch Marta Carrasco.

Informationsquelle: Avui, Mor la coreògrafa alemanya Pina Bausch als 68 anys