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Es werden Posts vom Mai, 2009 angezeigt.

Welttag ohne Tabak - World No Tobacco Day

Für heute hat die Weltgesundheitsorganisation den "Welttag ohne Tabak" (World No Tobacco Day) ausgerufen. Wie geht die Welt damit um?

Für den "Diario Bahia de Cádiz" ist dies auf jeden Fall eine Nachricht wert, denn 28,6 % der Bewohner der südspanischen Hafenstadt Cádiz, genannt Gaditanos, sind Raucher. Es wird auch erinnert an die Tatsache, dass in Spanien 60.000 Menschen jährlich wegen aktivem Tabakgenuss und 6.300 wegen Passiv-Rauchens sterben müssen. In Andalusien kämpft die Landesregierung über einen "Gesamtplan gegen den Tabak-Konsum in Andalusien" (Plan Integral de Tabaquismo de Andalucía) mit Aufklärungskampagnen gegen den Tabakkonsum.

Die Zeitung "Journal d'Alsace" berichtet aus Frankreich, dass der Tabak immer noch der erste vermeidbare Todesverursacher (le 1er facteur de mortalité évitable) in Frankreich ist. Ab heute beginnt das französische Gesundheitsministerium eine Kampagne gegen das Rauchen unter dem Titel « Le fumeur a une ch…

Papst und Kurie lieben nur ungeborene Kinder

Nachdem der spanische Kurienkardinal Cañizares sich wieder einmal für das ungeborene Leben stark gemacht hat, rechnet der spanische Journalist Miguel Mora in "El Pais" unter dem Titel "Das schändliche Schweigen von Benedikt XVI" mit der Doppelmoral der katholischen Kirche ab.

Cañizares hat sinngemäss geäussert, dass der Schutz des ungeborenen Lebens wichtiger sei wie das zerstörte Leben von missbrauchten Kindern.

Dies ist in der Tat eine seltsame Haltung, wenn man die jetzt hoch gekommenen Fälle von von pädophilen Priestern missbrauchten Kindern sieht. Die Kirche habe zwar Geld um Kampagnen gegen die Abtreibung zu bezahlen, aber nicht für eine Entschädigung der missbrauchten Kinder, meint Mora. Die Amtskirche hätte dieses Thema gerne für immer unter dem Teppich gehalten und beim Papstbesuch in den USA und Australien hätte sich der Papst letztlich nur unter dem Druck der Öffentlichkeit zu dem Thema geäussert. Passiert wäre danach gar nichts. Die Namen der Übeltäter (…

Barcelona: els primers d'Europa!

Gestern ist der FC Barcelona nach dem Gewinn der Champions League zu dem geworden, als was ihn die katalanische Landesregierung (Generalitat) feiert: Die ersten von Europa (in Katalanisch: els primers d'Europa). Der FC Barcelona, auch "equip culé" genannt, ist inzwischen ein fester Bestandteil des katalanischen Selbstverständnisses und wird inzwischen in den Status eines katalanischen Patrimoniums erhoben.

Die Generalitat hat den Club auf seiner Webseite unter der Rubrik und dem Hinweis "Fussball und Patrimonium liegen näher beieinander als man denkt" (Futbol i patrimoni, més a prop del que et penses!) in den musealen Bereich gerückt. Hier kann man auch alte Spielberichte abrufen.

Aber zurück zu gestern: Es gibt keinen Superlativ, der nicht ausgelassen wird. "Ein Tag für die Geschichte", "ein Rekordjahr", "ein bemerkenswertes Jahr" steht auf der Webseite der Generalitat. Und natürlich "Felicitats campions!!!" (Glückwunsch d…

Die Leipziger Strasse in Bukarest hat Geheimnisse

Nach Lipsca, Leipzig, ist eine der ältesten Strassen in Bukarest benannt. Sie heisst "Strada Lipscani". Hier hatten früher die Händler aus Leipzig ihre Waren abgeladen und so der Strasse ihren Namen gegeben.

Seit Jahren versucht Bukarest die "Lipscani" und das umliegende Altbauviertel zu sanieren. Mit welchem Erfolg, darüber liefert uns Jakob Horstmann in der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien (ADZ) unter dem Titel "Ein vollständig versautes Viertel" einen schönen Überblick. Aber auch die Schwierigkeiten, die ein reichhaltiges archeologisches Erbe mit sich bringen, sind erkennbar.

Heute berichtet die Zeitung "Evenimentul Zilei" (EVZ) aktuell über die Geheimnisse der Leipziger Strasse. Es sind die "Han" (hanul), die alten Gasthäuser, auf die man bei den Sanierungsarbeiten auf Schritt und Tritt stösst. Ein prächtiges Exemplar steht noch, es ist der Hanul lui Manuc, der heute ein Hotel, Gaststätten und Andenkenläden in sich beherber…

Zwischenbilanz Blog III

Ab heute hat mein Blog einen neuen Titel. Der alte Titel "Angelesenes aus aller Welt" wurde ein wenig zu eng, schliesslich liest man nicht nur, sondern macht auch eigene Beobachtungen. Mit dem Titel "Soweit das Auge reicht" kommen auch Titel und Web-Adresse zusammen.

Nach dem Motto "Alles neu macht der Mai" habe ich auch das Layout ein wenig verändert in der Hoffnung, dass der Wechsel positiv aufgenommen wird.

Die beliebtesten Beiträge waren seit 1.Januar:
Erzbischof von Recife: Abtreibung schlimmer wie Hitler's Judenverfolgung
Autodiebe bingen Millionär ins Gefängnis
Brüssel lernt die Katalanen kennen

Die Bestenliste habe ich unter Berücksichtigung der Zugriffe und der Verweildauer zusammengestellt.

Mein Parallel-Blog, früher "Kurznachrichten" tituliert hat jetzt den Namen "Kurz & Bündig" und kann über Rubrik "Kurznachrichten" rechts oben in diesem Blog erreicht werden.

Guamá kämpft mit Farbe gegen Kriminelle

In der Amazonas-Stadt Belém, im Stadtteil Guamá, sind die Bewohner dazu übergegangen aus Protest gegen die ständigen Überfälle von Kriminellen, ihre Häuser anzumalen und mit Spruchbändern zu versehen. Die Aktion soll die Behörden auf die Situation aufmerksam machen. Der Stadtteil leidet unter einer hohen Kriminalität. Es ist der bevölkerungsreichste und ärmste Stadtteil von Belém, in dem sich aber auch der Campus der Bundesuniversität von Pará (Universidade Federal do Pará) befindet.

Raimunda Saraiva, die Koordinatorin des Gemeinschaftszentrums (Centro Comunitário) des Viertels schildert die Lage: "Kein Mensch kann hier mehr mit einer Tasche, Schmuck oder einem Mobiltelefon durch die Strasse gehen. Auch ist es unmöglich Besucher zu bekommen, da ein fremdes Auto sofort von Dieben (ladrões) belagert wird. Es ist zu keinem Zeitpunkt möglich, sich vor das Haus zu setzen. Die Kriminellen überfallen sogar Kinder, die zu Bäckerei gehen, um Brot zu kaufen. Sogar das Gemeinschaftszentrum w…

Der Bierdeckel alias Coaster in der Wirtschaftskrise

BBC widmet sich den wirtschaftlichen Problemen des Bierdeckels, in Grossbritannien "beer mate" und in den USA und Australien "coaster" genannt. Anlass sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des schwarzwälder Bierdeckelherstellers "Katz Group" in Weisenbach. Die Katz Group hat am 14.April einen Insolvenzantrag gestellt. Geschäftsführer der Katz Group ist Garry Hobson.

Wenn wir den Schilderungen des BBC-Wirtschaftsreporters Simon Atkinson Glauben schenken können, arbeitet das Werk in Weisenbach noch. "Das ständige Kommen und Gehen der LKW's, der Lärm der Maschinen im Hintergrund, deutet nicht daraufhin, dass das Hauptwerk des Unternehmens unter Insolvenzverwaltung steht", schildert Atkinson. Es scheine unglaublich, dass ein Unternehmen, das über 75% Marktanteil der weltweiten Bierdeckelproduktion verfüge, in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen könne. Das Werk wäre in der der Lage pro Tag 12 Millionen Bierdeckel herzustellen.

Bierdeckel si…

El Rocio bringt Sevilla ins Schwitzen

Die grosse Wallfahrt (romeria) nach El Rocio hat heute begonnen. El Rocio ist ein kleines Dorf südwestlich von Sevilla auf dem Weg zum Badeort Matalascañas und dem Nationalpark des "Coto de Doñana". Hier befindet sich eine Kirche mit einer Skulptur der "Virgen del Rocio" (heilige Jungfrau von Rocio).

Wikipedia beschreibt die Wallfahrt wie folgt:
"Über 100 Bruderschaften reisen aus ganz Spanien und z.T. aus dem Ausland an. Auf ihrem - traditionell festgelegten - Weg, dem Camino nach El Rocío besuchen sie andere Bruderschaften. Ein wohlbekannter Ort, an dem viele Bruderschaften vorbeikommen, ist Villamanrique de la Condesa in der Provinz Sevilla. Am Sonnabend vor Pfingsten reiten, fahren und schreiten die Bruderschaften in El Rocío ein und passieren die Wallfahrtskirche, die Ermita, wo sie begrüßt werden. Dann fahren sie weiter zu ihren Häusern, die den Rest des Jahres leer stehen."

Und alle wollen sie durch Sevilla. Die Polizei erwartet den Zug von 13.000 Pil…

Wer den Pfennig nicht ehrt oder fehlendes Wechselgeld in Recife

Der "troco", das Wechselgeld, macht laut einem Bericht des "Diario de Pernambuco" Probleme in den Geschäften Recifes. Der Handel meint, dass "Centavos", die kleinere Einheit des "Real" nichts wert sind und man die Preise aufrunden könne. 1 Real entspricht etwa 35 Euro-Cent.

Mit dieser Praxis des Handels sind die Kunden nicht immer einverstanden. Paulo Araujo berichtet von seinem Einkauf in einer Apotheke, wo er ein Medikament im Wert von 1,94 Real kaufen will. Er legt 1,90 hin und der Verkäufer bittet ihn noch 10 Centavos rauszurücken. Er reicht diese nach und will dann aber die 6 Centavos auch wieder zurück haben. Der Verkäufer sieht damit allerdings das Geschäft als beendet an und wendet sich dem nächsten Kunden zu. Der wütende Paulo verlangt noch einmal nach seinem Wechselgeld. Da der Verkäufer ihn nicht mehr wahrnimmt, nimmt er wutentbrannt eine Flasche Shampoo anstelle des Wechselgeldes aus der Regal und geht.

Das ist wohl zur Zeit der Alltag…

"All inclusive" scheitert in Rumänien

Die rumänische Hotel- und Gastronomiewirtschaft hat in der vergangenen Saison versucht wie an andern Touristenorten "all inclusive"-Pakete zu verkaufen. Der Versuch hat sich als zu teuer herausgestellt, die Hoteliers mussten 20 bis 30% Mehrkosten verkraften. Als Grund wird genannt, dass die Lebensmittel in Rumänien wesentlich teurer sind wie in der Türkei, wo die "all inclusive"-Pakete am häufigsten angeboten werden.

Es gibt aber auch noch andere Gründe:
Bei den Rumänen scheint das Paket sehr beliebt zu sein und sie nutzen es sehr grosszügig und stopfen bis zum Abwinken alles in sich hinein. Zudem laden Personen, die bezahlt haben, noch weitere Freunde zum Mitessen ein.Die rumänischen Touristenorte bieten noch wenig Freizeitmöglichkeiten. Da bleibt als grösster Sport das Essen. Bei "all-inclusive" hat man damit die Möglichkeit, den ganzen Tag diesem Hobby zu frönen.
Das Experiment ist damit wohl gescheitert, die meisten Betriebe rücken von diesem Angebot wi…

Europäische Grenzerfahrungen

Das Passieren der Grenzen innerhalb Europas hat sich in der europäischen Union und dies vor allem im Schengenraum erheblich verändert. Aber noch nicht überall!

Die Schweiz ist zwar nicht in der EU, aber inzwischen auch Schengenland. Nur sieht das, was da umgesetzt wurde, immer noch ziemlich halbherzig aus. Der deutsche Grenzer bewacht immer noch flächendeckend sein Häuschen und die Schweizer meinen, dass Hinterlandkontrolle bedeutet, dass ein massiertes Aufgebot an Grenzern 2 m vom ursprünglichen Standort aufs Schärfste kontrolliert. Denn schliesslich ist zwar die Personenkontrolle offiziell weggefallen, aber nicht die Warenkontrolle. 100 gr zuviel Fleisch können einem da zum Schmuggler werden lassen! Die Grenze zu Deutschland ist inzwischen wieder etwas emotionell belastet seit Steinbrück den Indianern seine Kavallerie zeigt.

Fahren wir weiter über den Ofenpass nach Italien. Allzuviele überqueren die hohen Alpenpässe nicht, deswegen funktioniert hier Schengen, kein Grenzer weit und bre…

Europas Sprachen

Sprachräume sagen viel über die Geschichte von europäischen Regionen aus. Neue Eroberungen liefen immer darauf hinaus, den Eroberten die Sprache des Eroberers als identitätsstiftendes Merkmal aufzuzwingen. Manchmal ist dies gelungen - die französischen Katalanen wurden grösstenteils assimiliert, während in Spanien die Katalanen versuchen, die aufgezwungene Dominanz des spanisch-kastillischen abzuschütteln.

Auch die Südtiroler kamen durch verlorene Kriege zu einem Sprachraum, der nicht der ihre war. Italien machte zuerst den Fehler, die sprachliche Assimilierung erzwingen zu wollen. Erst als die Bomben krachten, kam man noch rechtzeitig auf andere Gedanken. Heute hat das Südtirol - Alto Adige - eigene Rechte und politische Repräsentanten und die Zweisprachigkeit. So fährt man in der Hauptstadt Bozen - Bolzano - mit dem Bus zum Bahnhof oder Stazione. Man kauft in der Macelleria oder beim Metzger ein. Fast peinlich genau wird darauf geachtet, dass aber auch wirklich alles zweisprachig ist…