Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom Februar, 2009 angezeigt.

Guadeloupe und Martinique, les Ultramarins

Guadeloupe und Martinique, die französischen Überseegebiete, die zur Zeit wegen der sozialen Konflikte im Brennpunkt des Interesses in Frankreich stehen, sind Gegenstand einer "Wortuntersuchung" (expression disséquée) des französichen Blogs "24 heures Philo". Zuletzt hatte ich mich mit Hilfe von "24 heures Philo" an die Analyse des Wortes "Vrac" gewagt.

Laut "24 heures Philo" ist der Begriff "Ultramarins" erst jetzt aufgekommen. Und zwar gibt es auf Grund der derzeitigen Ereignisse ein Problem der Reihenfolge: Soll man zuerst Guadeloupe vor Martinique oder auch Guyana erwähnen? Bei den hochkochenden Emotionen in diesen überseeischen Provinzen könnte das sehr gefährlich werden, das hiesse Öl ins Feuer giessen, wenn sich jemand benachteiligt fühlt. Deswegen würden die Medien nur noch von den "Ultramarins" sprechen, wenn sie diese Provinzen meinen.

"24 heures Philo" hält diesen Begriff aus linguistischer Sicht …

Strafvollzug in Brasilien: Geisteskranker wird im Gefängnis vergessen

Francimar Conceição do Nascimento wurde im Mai 2004 im Bundesstaat Maranhao gefangen genommen. Obwohl er offensichtlich geisteskrank (doente mental) war, wurde er zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt. Bereits 2004 unterrichtete die Polizei den zuständigen Richter, dass Francimar unter mentalen Störungen litt. Der Richter sah aber keinen Grund, eine psychiatrische Untersuchung zu veranlassen. Francimar blieb 5 Jahre im Gefängnis, von den Strafvollzugsbehörden (juízo de execução) vergessen.

Sein Fall wurde erst entdeckt, nachdem jetzt für die Gefängnisse in Maranhao eine Vereinigung freiwilliger Rechtsanwälte (Advocacia Voluntária) gegründet wurde. Die Gründung dieser Anwaltsvereinigungen wurde vom Nationalrat der Justiz (Conselho Nacional de Justiça) angestossen und hat das Ziel Personen mit niedrigen Einkommen Zugang zur Justiz zu verschaffen und damit die geringe Zahl der öffentlichen Verteidiger (defensores públicos) zu verstärken.

Francimar ist auf Intervention der Rechtsanwälte entlasse…

Finanzkrise ruiniert rumänische Casinos

In Bukarest gibt es 11 Spiel-Casinos (Cazinouri) und in Rumänien insgesamt 22 Casinos und 3.400 Glückspielhallen (săli de jocuri). In letzteren stehen 52.000 Glückspielautomaten (slot machines). Die meisten Glücksspieler sind nicht Rumänen, sondern kommen vorwiegend aus Israel, Griechenland und der Türkei.

Für die rumänische Regierung waren die Casinos bisher richtige Geld-Esel. Ein Teil der Einnahmen war allerdings zweckbestimmt, so zum Beispiel für den Filmfond (Fondul Cinematografic) und den Denkmalschutz. Die sinkenden Einnahmen aus diesem Gewerbe bringen für die öffentlichen Haushalte deshalb ebenfalls Probleme.

Die Besucher bleiben nun plötzlich aus. Die Kundschaft hat sich infolge der Finanzkrise in den letzten Monaten um 50% verkleinert. Im Januar haben deshalb bereits 200 Spielhallen zugemacht. Die Casinos sollen für die Betreiber zu einem Zusatzgeschäft geworden sein. Wohl um für bessere Zeiten wieder bereit zu sein, müssen sie Geld für den laufenden Betrieb zuschiessen. Der

Der Fall "Gürtel" - Spaniens Rechte zittert

Mitte Februar liess der in Spanien wegen seiner Unerschrockenheit bekannte Richter Baltasar Garzón sechs Unternehmer festnehmen, die seit Jahren mit der Oppositionspoartei PP Geschäfte machen. Es ging um lukrative öffentliche Aufträge und Baugenehmigungen in Gemeinden, die von den Konservativen regiert werden. Der Vorwurf lautet auf Beamtenbestechung, Vetternwirtschaft, Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Die "Mallorca-Zeitung" berichtet, dass die Ermittlungen im Juni 2004 unter dem Decknamen "Operación Gürtel" gestartet wurden. "Gürtel" ist die deutsche Übersetzung des Nachnamens von Francisco Correa, der mutmaßlichen Schlüsselfigur der Affäre. Correa, bekannt als "Der Beschaffer", ist ein gewiefter Unternehmer, der seit Jahren mit seinen Firmen die Veranstaltungen der 1996 bis 2004 regierenden PP organisierte, von Konferenzen bis zu großen Wahlkampfpartys. Er galt lange als enger Freund von Alejandro Agag, dem Schwiegersohn des damaligen Regie…

Heisses Wochenende in Recife Pernambuco

Die beiden Fussball-Lokalmatadoren Sport Club Recife und Santa Cruz Futebol Clube werden am nächsten Sonntag ihr Lokalderby im Rahmen der brasilianischen Meisterschaft austragen. Dabei geht es in der Regel recht hoch her und zu. Gleichzeitig steigt im Karneval das Fieber: Der populäre Karnevalsverein "Bloco Virgens de Verdade" (Block der Jungfrauen der Wahrheit) wird in Olinda (Kleinstadt in unmittelbarer Nähe zu Recife) seinen Umzug (desfile) abhalten. 13 Musikgruppen werden für Stimmung mit dem beliebten Frevo sorgen. Und nicht genug, nicht weit von diesen Veranstaltungen tritt auch noch die bekannte Sängerin Ivete Sangalo in der Chevrolet Hall von Recife auf.

Es werden etwa 280.000 Besucher zu diesen Veranstaltungen erwartet. Da viele Fussball-Fans auch in Rernambuco inzwischen zu Gewalttätigkeiten neigen, herrscht Alarmstimmung bei der Polizei. Etwa 990 Polizisten werden zu Gewährung der Sicherheit unterwegs sein. Auch ein Hubschrauber wird die Veranstaltungsorte aus der …

Vom Ministerpräsidenten zur Lachnummer

José María Aznar, ehemaliger Ministerpräsident Spaniens, entwickelt sich vom ehemaligen konservativen Politiker mit einem gewissen Ansehen und engsten Bundesgenossen des amerikanischen Präsidenten Bush, immer mehr zu einer Lachnummer.

Eine Rückblende: Aznar wurde 1996 zum spanischen Ministerpräsidenten gewählt. In der ersten Legislaturperiode war er auf Unterstützung durch die Regionalparteien angewiesen. 2000 wurde wiedergewählt, diesmal mit absoluter Mehrheit. 2004 wurde er nach den Attentaten von Madrid abgewählt.

In der zweiten Regierungsperiode zeigte er deutliche Anzeichen von Grössenwahn. Im Schatten von US-Präsident Bush wollte er zum grossen Weltpolitiker werden und zog Spanien gegen den Willen des überwiegenden Teils der Bevölkerung in den Irak-Krieg. In Spanien begann er sich wie ein Ersatz-König zu gebärden. Die Hochzeit seiner Tochter wurde mit monarchischem Pomp gefeiert, Blair und Berlusconi traten als Trauzeugen auf.

Der Fall war tief: Zwar hat er noch von den konservati…

Macht Ordnung in Craiova, der Stadt der rumänischen Mafia!

Craiova, die Hauptstadt des Kreises Dolj, gelegen in Südrumänien zwischen Karpaten und Donau, hat sich in den letzten Jahren zum Brennpunkt der rumänischen Mafia entwickelt. Jetzt ist das Fass übergelaufen. Der Wechselstuben-Mörder von Brasov, Serghei Gorbunov, war bereits zu 15 Jahren Haft wegen versuchten Mordes verurteilt und sass im Gefängnis von Craiova. Seltsamerweise bekam er Hafturlaub wegen einer Erkrankung - wie sich jetzt herausstellt wurde ihm ein Glaukom im Auge attestiert - tauchte darauf in Brasov / Kronstadt auf und erschoss bei einem Überfall auf eine Wechselstube 2 Menschen.

Wie sich jetzt herausstellte war Gorbunov tief in die Mafia von Craiova verstrickt. Politik, Rechtswesen und Unterwelt sind in dieser Stadt eng miteinander verbunden. Deshalb will die rumänische Regierung jetzt aufräumen. Permierminister Boc hat die Angelegenheit zur Chefsache erklärt. Die ersten Opfer sind 2 Angestellte des Gefängnisses, sie hatten ihren Vorgesetzten nicht mitgeteilt, dass Gorbun…

Lepra am Amazonas

In den letzten 5 Jahren ist die Zahl der Lepra-Fälle (hanseníase) im brasilianischen Bundesstaat Pará an der Amazonasmündung um ungefähr 30% gesunken. Die Krankheit ist aber weit davon entfernt besiegt zu werden, denn jährlich werden immer noch mehr wie 4.000 Personen infiziert und damit ist Pará der brasilianische Bundesstaat mit den meisten Erkrankungen dieser Art (letzte Datenerhebung datiert von 2007).

Die Ursache für die Erkrankung sucht man bei den Wanderarbeitern und Personen, die in ärmlichen Verhältnissen leben. Untersuchungen haben ergeben, dass die grössten Infektionsherde die Regionen der Goldsucher (garimpeiros), grosse Farmen oder Holzfäller-Regionen sind. Diese sind Anziehungspunkte für viele Wanderarbeiter aus den Staaten des brasilianischen Nordostens, hauptsächlich von Maranhão und Piauí

Laut brasilianischem Gesundheitsministerium ist es wichtig, diese Fälle zu diagnostizieren. Erkannte Fälle sind leicht zu behandeln und auch zu heilen. Die Lepra wird durch den Bazillu…

Der Vatikan, die spanische Regierung und die spanischen Bischöfe

In "La Vanguardia" widmet der Journalist Enric Juliana einen ausführlichen Bericht dem derzeitigen Stand der Beziehungen zwischen Spanien und dem Vatikan bzw. der katholischen spanischen Kirche. Anlass ist der bevorstehende Besuch des Kardenals Tarcisio Bertone, der als so etwas wie der "Ministerpräsident" des Vatikan gilt, bei der spanischen Regierung. Bertone's Besuch wird in Spanien wie ein Staatsbesuch behandelt. Ministerpräsident Zapatero beantwortete eine Frage zu diesem Besuch in einer kürzliche Fernsehsendung mit der Feststellung "Das wird sehr interessant" ("Esto se pone interesante").

Für Bertone ist vorgesehen ein Mittagessen mit König Juan Carlos und dem Prinzen Felipe sowie Gespräche in der Moncloa (Sitz des Ministerpäsidenten in Madrid) und mit dem Aussenminister Moratinos. Angeblicher Hauptanlass ist zwar eine Einladung der spanischen Bischofskonferenz (Conferencia Episcopal Española) zu einem Vortrag über "Die Menschenre…