Mittwoch, 31. Dezember 2008

Ein gutes neues Jahr 2009! - Feliz Año Nuevo 2009! - Bom ano novo 2009! - Anul nou fericit 2009! - Bonne Année 2009! - Happy New Year 2009!


Ein gutes Neues Jahr 2009 wünsche ich allen Lesern meines Blogs!

Genfer Empfindlichkeiten gegen Bern

Der Genfer Journalist Jean-François Mabut hat in seinem Blog einen Traum für das neue Jahr (Rêve de Nouvel An). Mit einer gewissen Bitterkeit nimmt er die Mitteilung des schweizerischen Bundesamtes für Verkehr (l'Office fédéral des transports) zur Kenntnis, dass im Basistunnel des Lötschberg die Züge mit 250 km/h verkehren könnten.

Er beklagt, dass die Strecke nur einige "dicke" Milliarden (gros milliards) gekostet hat und hauptsächlich dazu dient, Basel und Deutschland noch schneller mit Mailand und Italien zu verbinden. Als Nebeneffekt würden die Berner noch davon profitieren.

Einschub: Mabut spricht in Zusammenhang mit den Bernern von "les Valaisant des Bernois". Konnte leider in keinem Wörterbuch eine deutsche Entsprechung finden. Es scheint ein typischer Ausdruck der Schweizer Romandie zu sein.

Hinzu kommt, dass zur Zeit der Basistunnel durch den Gotthard gebaut werde, der der Eidgenossenschaft "den Speck von der Katze" (le lard du chat) koste, aber für den Ausbau der Strecke von Lausanne nach Genf gäbe es derzeit kein Geld. Man würde auf 2020 vertröstet.

Mabut's Träume gehen in Richtung Schnellbahnanbindung des Flughafens von Genf an den TGV Mailand - Paris. Vielleicht auch eine zweite Piste für den Flughafen Genf-Cointrin. Weiter könne man von der Swissmetro träumen, aber wenn die Romandie weiterhin träume, werde sie das Zugprojekt (le rendez-vous du train) verpassen.

Bildquelle: http://www.tiscover.ch/ch/images/RGN/85/RGN2585ch/gampel_anreise.gif

Dienstag, 30. Dezember 2008

Umweltkatastrophe in Minas Gerais befürchtet

Im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais, der zwischen Brasilia und Rio de Janeiro liegt, regnet es seit September mit einer schon lange nicht mehr erlebten Heftigkeit. Seither befinden sich 53 Gemeinden (municípios) im Ausnahmezustand (estado de emergência), 18 Personen wurden getötet und ca. 60.000 Personen wurden obdachlos.

In der Waldzone (Zona da Mata) lagen die Niederschläge bisher 170% über dem Normalwert vergleichbarer Werte in dieser Jahreszeit, in den Stadtregionen (Região Metropolitana) um 120% und in der Westregion (Região Oeste) um 60%.

Nun befürchtet man, dass über den Rio Pomba, ein bereits stark verseuchter und umweltgeschädigter Fluss, durch die umfangreichen Regenfälle ein erneutes Umweltdesaster droht. Erneut deswegen, weil im Januar 2007 bereits eine Katastrophe passierte als durch starke Regenfälle das Rückhaltebecken der Bergwerksfirma Rio Pomba Cataguases brach und giftige Rückstände in grossem Umfang aus dem Bauxit-Abbau in den Fluss gelangten. Dies war bereits der zweite Unfall dieser Art, zuvor passierte dies im März 2006. Das Bergwerk wurde dann geschlossen und die Firma wegen Umweltvergehen mit einer hohen Geldstrafe belegt.

Aber scheinbar hatte man daraus nichts gelernt. Im gleichen Ort gibt es eine neues Bergwerk der Grupo Votorantim, dessen Rückhaltebecken 5 bis 10 Mal grösser sein soll. Und jetzt muss man wieder zittern, dass es hält.

Der geschundene Rio Pomba wird zum Abwasserkanal, der die Trinkwasserreserven vieler Menschen bedroht. Zur Erinnerung noch eine
Meldung von Greenpeace vom 03.04.2003:

"Die Umweltkatastrophe in Brasilien nimmt immer größere Ausmaße an. Wie die Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro auf ihrer Website bekannt gab, sollen aus dem Rückhaltebecken der Matarazzo-Zelluosefabrik in Cataguazes nicht 20 Millionen sondern rund 1,5 Milliarden Liter Ätznatron ausgelaufen sein. Die Bevölkerung entlang den Flüssen Paraiba do Sul und Pomba wurde gewarnt, das Flusswasser weder zu trinken noch darin zu baden. Berichten zufolge sollen im Uferbereich bereits 100 Tiere gestorben und Hunderte von Fischen verendet sein."

Informationsquelle: http://jbonline.terra.com.br/extra/2008/12/29/e291217336.html

Montag, 29. Dezember 2008

Bukarest mit neuen Weltrekorden

Diesmal nicht aus der Welt des Sports, sondern für die Guinness-Welt der Rekorde. In Bukarest wurde nämlich am vergangenen Wochenende die grösste Sahnetorte mit Früchten der Welt (cel mai greu tort cu frisca si fructe din lume) gefertigt.

Das Ereignis fand in Bukarest auf der Piata Constitutiei (Verfassungsplatz) statt. Die Torte wog 281 kg und wurde aus 100 kg Sahne (frisca), 1.000 Eiern (oua) und 40 kg Zucker (zahar) hergestellt. Die Tortenplatten wurden am Sonntag ab 6 Uhr früh zusammengestellt, damit darauf die Torte plaziert werden konnte. Der Repräsentant von Guinness Book, Talal Omar, hat den neuen Rekord homologiert und den Bukarester Bürgermeister Sorin Oprescu zur erstaunlichen Leistung seiner Bürger gratuliert.

Dann wurde die Torte aufgeteilt und der Bevölkerung zur Speise angeboten.

Wenn man schon einmal anfängt, dann macht man es auch richtig. Am Samstag war bereits ein weiterer Rekord aufgestellt worden: Die längste geräucherte Wurst der Welt (cel mai lung carnat afumat)! Die Wurst war 392 Meter lang. Darin wurden 70 kg Fleisch (carne), Speck (slanina), Gewürze (condimente), Knoblauch (usturoi) und "geheime Zutaten" (ingrediente secrete) verarbeitet. Hunder von Menschen standen an, um die längste Wurst der Welt zu verspeisen.

Nachrichtenquelle: http://www.romanialibera.ro/a142528/cel-mai-greu-tort-cu-frisca-si-fructe-din-lume.html
Bildquelle: www.romanialibera.ro

Catalunya - Colombia, ein Fussball-Länderspiel der besonderen Art

In einer kalten und nassen Nacht fand gestern im Stadion von Camp Nou von Barcelona das Fussball-Länderspiel Katalonien gegen Kolumbien statt. Ein Spiel solcher Art wird vom katalanischen Fussballverband regelmässig in der Weihnachtszeit durchgeführt.

Nur 30.000 Zuschauer, das waren der katalanischen Zeitung "Avui" ein bisschen wenig, schliesslich ging es auch darum im Sport zu zeigen, dass Katalonien nicht gleich Spanien ist. Die Zuschauer verloren sich etwas in dem riesigen Stadion.

In der 16. Minute: Goooooooooool de Bojan! Bojan Krkić ist ein assimilierter Serbe, aber immerhin 1990 in Katalonien geboren und das berechtigt ihn wohl in der katalanischen Nationalmannschaft aufzutreten. In der 64. Minute: Goooooool de Verdú! Joan Verdú stammt aus der Jugend des FC Barcelona ist aber zur Zeit Fussball-Söldner bei Deportivo La Coruña in Galizien.

Die Colombianos durften auch noch ein Tor schiessen: Und zwar so: "Gol de Montero", die vielen "oooo" fehlen diesmal in der Internet-Live-Berichterstattung des "Avui".

Somit ging das "sogenannte" Länderspiel 2:1 für Katalonien aus. Ein hochpolitisches Spiel wie die Zentristen-Partei PP (Partido Popular) wettert und zugleich hämisch hinzufügt, dass es für ein Spiel der spanischen Nationalmannschaft kein Problem gewesen wäre, das Stadion zu füllen.

Informationsquelle: http://www.avui.cat/article/esports/50096/public/no/es/mulla.html
Bildquelle: http://www.fcf.cat/pub/home.asp

Sonntag, 28. Dezember 2008

Haben Schweizer Angst vor Rumänen?

Der schweizerische "Beobachter" stellt die Frage so: "Wer hat Angst vor den Rumänen?" Rumänen sind beliebte Sündenböcke - allerdings nicht nur in der Schweiz - für jede Art von Vorurteil. Sie gelten als die Spezialisten für die Egentumskriminalität.

So sind die vom "Beobachter" zitierten, in der Schweiz im Umlauf befindlichen Witze zu verstehen: "Rumänisch einkaufen" gehen Schweizer Jugendliche, wenn sie kein Taschengeld mehr haben. "Oder: Der Rumäne trage oft «zu kleine Jacken mit grossen Taschen»". Also, "Rumänen klauen wie die Raben".

An diese Vorurteile heften sich die rechtspopulistischen Parteien, zum Beispiel die SVP - schweizerische Volkspartei -, wie die Kletten und versuchen darauf ihr Süppchen zu kochen. Völlig unter den Tisch fällt, dass sich die weit überwiegende Mehrheit der Rumänen in der Schweiz bestens integriert hat.

Den Rumänen ist ihr schlechter Ruf bewusst. Die rumänische Presse macht diesen Punkt oft zum Gegenstand der Diskussion, wobei man hier aber leicht in eine allzu billige Erklärung abrutscht: Rumänien würde wegen des Namens mit den Rroma verwechselt. Bei uns als Zigeuner (heute politisch unkorrekt), in Rumänien als "Tigani" (gesprochen: Tzigani) bezeichnet. Das Volk der Rromi ist bekannt dafür, dass es sehr wanderfreudig ist und eben, weil bettelarm, seinen Lebensunterhalt mit Betteln oder Diebstählen bestreitet.

Ein riesiges Wohlstandsgefälle schafft immer Potential für Eigentumskriminalität. Damit muss man wohl bei solchen Geschichtsverwerfungen wie beim Fall des eisernen Vorhangs rechnen. Und trotzdem: Die Abschaffung der Visumpflicht in der EU für Rumänien und Bulgarien hatte die von konservativen Politikern herbeigeredete Katastrophe nicht gebracht. Es blieb ruhig oder wurde noch ruhiger: Heute spricht kaum noch einer über Gefahr aus dem Osten.

In der Schweiz kann man damit noch Politik machen: Die Entscheidung über die Gewährung der Freizügigkeit für Rumänien und Bulgarien steht noch an.

Samstag, 27. Dezember 2008

Sevilla: Schlank, aber reif für die Psychiatrie

Der "Diario de Sevilla" berichtet heute über das Medikament Acomplia, das beim Abnehmen (adelgazamiento) helfen soll. Leider tut es wohl nicht nur das, sondern scheint erhebliche Nebenwirkungen zu haben. So sollen mehr als 15 Sevillaner oder Sevillanerinnen nach Einnahme von Acomplia an schweren psychischen Störungen (graves trastornos psiquiátricos) gelitten haben. Die spanische Regierung hat im Oktober das Medikament vom Markt genommen.

Jetzt wurde in Sevilla eine Interessengemeinschaft (asociación) der Geschädigten gegründet. Sie soll den Betroffenen bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche helfen.

Das Medikament stammt von der Firma Sanofi-Aventis. Die Firma hat auch nach Rücknahme auf dem spanischen Markt, die therapeutische Wirkung für Fettsüchtige (personas obesas) verteidigt. Laut "Diario de Sevilla" soll die Zahl der Geschädigten nicht so hoch sein, weil das Medikament mit 100 Euro viel zu teuer für die spanischen Kunden sei und die Kosten auch nicht von der Krankenkassen getragen werden.

Auf der deutschen Internet-Seite "Chemie im Alltag" (Link siehe oben unter "Acomplia") wird das Medikament noch als "Wunderpille" bezeichnet.

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Daniel, Kind des Elends, kämpft für eine bessere Zukunft

Daniel, 8 Jahre alt, ist ein Kind des Elends (Daniel é filho da miséria), wohnt im Stadtteil Coque von Recife, einem Stadtteil mit sehr hoher Kriminalitätsrate. Der "Diario de Pernambuco" (DP) widmet ihm einen ausführlichen Bericht. Vielleicht weil Weihnachten ist.

Auf jeden Fall ist klar, dass Daniel wie viele andere Kinder dieses Stadtteils keine Chance auf eine Zukunft hat. Hatte, denn er hat die Wende herbeigeführt, er hat Glück gehabt.

Seine Mutter wurde getötet als er 3 Jahre alt war. Er ist bei seinen Grosseltern in der Favela aufgewachsen. Im Schlamm von Coque hat er Fussball gespielt und gelernt wie wichtig es ist, schnell und rechtzeitig fliehen zu können. Heute sagt er: "Ich will eine bessere Zukunft für mich und meine Familie. Hier in Coque verlieren die Leute ihre Zeit mit Streitereien (com brigas). Ich will dieses Durcheinander nicht, ich will gewinnen (quero vencer)".

Er hat gewonnen. Bei einer Verlosung gewinnt er mit 6 Jahren einen Platz im Kinderorchester (Orquestra Criança Cidadã). Er beweist grosses Talent. Seine Violine ist seine Zukunft. "Mit der Violine in den Händen, hat er die Sicherheit, dass das Talent für die Musik nicht nach Rasse (raça), nicht nach sozialer Klasse, Stadtteil oder Alter selektiert".

Mit dem Jugendorchester tritt Daniel auch vor Brasiliens Präsidenten Lula auf, der begeistert von seinem Spiel war und ihm eine Violine schenkte.

Coque hat jetzt sein Orchester. Um Mitglied zu sein, muss man in Coque wohnen, im Viertel in die öffentliche Schule gehen und nicht in die Kriminalität verwickelt sein. Es handelt sich um ein Projekt zur Prävention, um die Kinder von der Kriminalität fern zu halten. Es erhielt vor kurzem einen Preis des brasilianischen Justizministers wegen seiner innovativen Ideen.

Eine schöne brasilianische Weihnachtsgeschichte. Es bleibt zu hoffen, dass die damit verbundenen Erkenntnisse nicht auf Weihnachten beschränkt bleiben.


Bildquelle: http://www.diariodepernambuco.com.br

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Zähneklappern bei rumänischen Rasern

Der rumänische Raser - in der Landessprache "Vitezomanii" genannt - muss schlimmes befürchten. Auf der Grundlage einer Entscheidung des Europaparlaments, werden Verkehrsstrafen, die in einem Mitgliedsland der EU verhängt werden, auch im Heimatland des ausländischen Verkehrssünders vollstreckt.

Die Zeitung "Adevarul" scheucht am Weihnachtstag mit diesem Titel seine rumänischen Leser auf: "Raser und Fahrer, die bei rot über eine Kreuzung fahren und sich in einem andern Land der EU befinden, werden ihrer Strafe -
wie das zur Zeit noch möglich ist - nicht mehr entkommen (nu vor mai scăpa de amenzi).

Bildquelle: www.adevarul.ro

Dienstag, 23. Dezember 2008

Man wünscht sich fröhliche Weihnachten

In der christlich geprägten Welt des Angelesenen steht jetzt der grosse Feiertag "Weihnachten" vor der Tür. Konsumrausch und Konsumzwang gehören überall dazu, sei es in Brasilien oder Rumänien. Denn schliesslich müssen Geschenke gekauft werden.

In Spanien wünscht man sich jetzt "Feliz Navidad". Und was macht man so in der Weihnachtsnacht / heiligen Abend? Stellvertretend lassen wir eine junge Spanierin in einem Internet-Forum die Frage beantworten: "Wir verbringen Heiligen Abend im Haus meiner Familie, gucken Fernsehen, spielen etwas, wir Cousins vergnügen uns und anschliessend gehen wir auf die Strasse"( la paso en mi casa con mi familia, vemos la tele, jugamos, los primos nos divertimos y luego salimos a la calle).

Die Katalanen wünschen sich "Bon Nadal" und pilgern gerne zur grossen Krippe (pessebre) auf der plaça Sant Jaume in der Altstadt von Barcelona.

In Brasilien wünscht man sich schwitzend - der Sommer steht auf seinem Höhepunkt - "Bom Natal" und freut sich auf das "ceia natalina", das Weihnachtsmahl, bei dem der "peru" - Truthahn eine wichtige Rolle spielt.

In Rumänien wünscht man sich "Craciun fericit!" und die Geschenke bringt "Moshul" (der Weihnachtsmann). Man freut sich auf die "Sarmale" (Krautwickel) oder den "Carp" (Karpfen).

In Frankreich lautet das dann "Joyeux Noel a tous!" Beim Weihnachtsessen fehlt vermutlich die "Foie Gras" nicht, man isst aber auch gerne eine "poularde" (Huhn) zu Weihnachten.

Den Weihnachtsgruss der englischsprachigen Welt kennen ja alle, er sei trotzdem wiederholt: "Merry Christmas!". Der Schotte hat Angst in der Weihnachtsnacht auszugehen, weil in dieser Nacht die Elfen die Strasse terrorisieren. Ansonsten isst er seinen "bannock", ein aus Haferflocken gefertigtes Weihnachtsgebäck.

Fröhliche Weihnacht aus der deutschsprachigen Welt!

Sonntag, 21. Dezember 2008

Wo erholt sich Zapatero an Weihnachten?

In Nationalpark von Doñana wird der spanische Ministrerpräsident einige Ferientage zwischen Wacholderbüschen und Pinien verbringen. Er hat es dringend nötig, in Spanien wird zum Ende dieses Jahres eine Entscheidung über die Finanzierung der Autonomien notwendig, vergleichbar dem Finanzausgleich der deutschen Bundesländer, und die Katalanen unter ihrem Präsidenten Montilla machen viel Druck.

Bild: José Luis Rodríguez Zapatero; Quelle: http://www.la-moncloa.es

Samstag, 20. Dezember 2008

BR 101

Die BR 101 ist eine wichtige Verkehrsstrasse, die an der Ostküste von Nordostbrasilien nördlich von Natal beginnt und über Recife und Salvador nach Rio de Janeiro führt. Die Entfernung beträgt etwa 2.750 km und die Reisezeit 1 Tag und 10 Stunden. Übliches Verkehrsmittel für die Strecke auf dem Landweg ist der Bus. Zwischen Recife und Rio gibt es Langstreckenbusse, so zum Beispiel auch vom Busunternehmen Itapemirim betriebene Fahrzeuge. Es gibt verschiedene Komfortstufen, der "Leito" ist der bequemste. Während der "Convencional" 46 Plätze hat, hat der "Leito" nur 26 Plätze bei gleicher Grösse.

Aber auch auf den Strassen ist die Unsicherheit gross. So erschreckt heute eine Schlagzeile des Diario de Pernambuco die Reisenden: Innerhalb von 48 Stunden sind in der Nähe von Recife 2 Busse überfallen worden. Nach Angaben der Polizei wurde im neuesten Fall der Bus von sieben Männern in zwei schwarzen Autos angegriffen. Die Angreifer waren mit Flinten, Pistolen und Revolvern bewaffnet. Sie richteten ihre Waffen auf den Bus und zwangen den Fahrer auf diese Weise anzuhalten. Darauf stiegen sie in den Bus ein und zwangen den Fahrer in ein nahegelegenes Dickicht (canavial) zu fahren. Dort raubten sie die Passagiere aus, nahmen auch die Koffer mit.

Gestern wurde bereits ein Bus auf dieselbe Weise attackiert. Nur hatte der Bus diesmal eine Satellitenortungsanlage. Deshalb sahen die Banditen davon ab, den Bus abseits der Strasse auszurauben. Da es schnell gehen musste, beschränkten sie sich auf die Abnahme von Mobiltelefonen, Taschen und Schuhen (sapatos).

Die Polizei hat noch keine Ahnung, wo sie die Banditen finden kann (A polícia ainda não tem pistas sobre os assaltantes).

Freitag, 19. Dezember 2008

Stadtrundfahrt in Manaus im Doppelstöcker

Ab Januar kann man in der Amazonas-Stadt Manaus Stadtrundfahrten im Doppelstock-Bus (ônibus de dois andares) machen. Die Stadt hat mit Unterstützung der Bundesregierung in Brasilia 2 rote Busse, die sich jetzt Amazon-Bus nennen, angeschafft.

Die Busse sind behindertengerecht ausgestattet, können also auch mit Rollstühlen benutzt werden. Die Stadtrundfahrt wird ca. 2 Stunden dauern und etwa 20 Halte (paradas) haben. Das Amazonas-Theater und das Ausbildungszentrum für Kriegsführung im Urwald (Centro de Instrução de Guerra na Selva) werden die Hauptattraktionen sein.

Die Fahrkarte für die Stadtrundfahrt kostet nur den bescheidenen Betrag von 60 US$. Also nichts für den Durchschnittsbrasilianer.

Der Blog des Richters

In Rumänien, genauer in Cluj (Klausenburg) haben sich zwei Richter (judecatori) geprügelt. Im Gerichtsgebäude des Revisionsgerichts von Cluj. Jetzt hat der Disziplinarausschuss des Rates der obersten Richter (Membrii Consiliului Superior al Magistraturii (CSM)) Rumäniens über den Fall entschieden. Ein Richter wurde aus dem Richterkollegium wegen ungebührlichen Verhaltens (comportament nedemn) während der Ausübung seines Richteramtes ausgeschlossen. Es handelt sich um den Richter Sergiu Leon Rus. Seine Streitpartnerin war eine Richterin (judecatoarea), Anca Adriana Pop. Das Pikante war, dass es sich hier um seine Ex-Freundin handelt. Sie bekam eine Strafe verhängt.

Die Kollegen berichteten, dass die beiden sich vor der Toilette wegen einer rein persönlichen Angelegenheit geprügelt hätten. Die anderen Richterkollegen halten den Beschluss für übertrieben, insbesondere den Ausschluss von Sergiu Leon Rus. Gegen den Beschluss können die beiden noch Rechtsmittel einlegen.

Interessant ist, dass der Richter Sergiu Leon Rus einen Blog im Internet schreibt. Titel: Judecator Sergiu-Leon Rus (Richter Sergiu-Leon Rus). Der Richter galt unter den Kollegen als Non-Konformist. Er gehört zur Generation der jungen Richter (geboren 1976) und hat eine steile Karriere in der rumänischen Justiz hinter sich. In seinem Blog macht er sich für den Kampf gegen die Korruption stark.

Schlägt hier die alte Garde der Richter zurück?

Quelle: Romania Libera; Bild: Profil im Blog von Rus

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Diplomatischer Zwischenfall endet mit Absetzung des Konsuls

Der spanische Konsul in São Paulo, Fernando Martínez Westerhausen, ist nach einer Meldung der spanischen Nachrichtenagentur EFE seines Postens enthoben worden. Grund ist ein diplomatischer Zwischenfall auf dem Flughafen von São Paulo.

Der Konsul war dem aussenpolitischen Sprecher der Oppositionspartei Partido Popular zu Hilfe geeilt, der im Flughafen von brasilianischen Sicherheitsbeamten einige Stunden festgehalten wurde, weil er in seinem Handgepäck 2 Fläschchen Kölnisch Wasser (dos frascos de colonia) und eine Dose Rasierschaum (espuma de afeitar) grösser als erlaubt, bei sich hatte.

Der Konsul berichtete seinem Aussenministerium, dass den Politiker von der PP keine Schuld treffe, die brasilianischen Sicherheitsbeamten hätten eine bedrohliche Haltung auch ihm gegenüber eingenommen.

Über die Gründe der Absetzung schweigt sich das spanische Aussenministerium aus. Es war lediglich zu erfahren, dass die Absetzung nach Rücksprache mit dem Vorstand des diplomatischen Personals (Junta de Carrera Diplomática) erfolgt sei.

2 Fläschchen Kölnisch Wasser und eine etwas gross geratene Rasierschaumdose? Da müssen wohl einige ausgerastet sein, nicht ganz unverständlich, wenn der Sachverhalt stimmt. Der ist aber wohl noch aufklärungsbedürftig, denn allein deswegen ist die Absetzung kaum zu begreifen.

Bild: Spanischer Aussenminister Miguel Ángel Moratinos; Quelle: www.psoe.es

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Spannungen in Igarapé-Miri und ein Verbrechen

In Igarapé-Miri, ein Ort im brasilianischen Bundesstaat Pará in der Nähe des Amazonas, kam es in den letzten Tagen zu Spannungen zwischend der Polizei und den Einwohnern des Ortes. Grund war, dass die Angestellten der Stadtverwaltung (prefeitura) seit 3 Monaten keinen Lohn mehr bekommen haben. Die Bürgermeisterin Dilza Pantoja ist seit Samstag verschwunden (fora da cidade). Die Situation drohte zu eskalieren.

Gottseidank kam dann “Indiozinho”, mit bürgerlichem Namen Ediei Jhonatan Martires da Silva, 18 Jahre alt, auf die Idee, einen Raubüberfall in Igarapé-Miri zu planen. Ein Individuum namens "Sapinho" besorgte ihm einen Revolver. Beide gingen dann zum Geschäft von Augusto Miranda, 63 Jahre alt. “Indiozinho” stellte ihn mit gezogener Waffe in dem Augenblick als er das Geschäft verliess. Der Geschäftsmann wollte ihm die Waffe entreissen und dabei löste sich ein Schuss, der direkt in die Brust des Opfers ging. Danach schoss “Indiozinho” dem in der Nähe stehenden Zeugen namens Gilmax noch in den Arm.

Beide, der Täter und sein Helfer, flohen darauf. Einzige Beute war das Mobiltelefon von Augusto (telefone celular). In der Nacht versteckten sie sich im Urwald.

Die Untat verstärkte noch die Spannungen in Igarapé-Miri. Aber die Polizei hatte Glück. Am nächsten Tag erwischte sie “Indiozinho” im Bus nach Belém.

Die Erfolgsmeldung half, die Situation in der Stadt zu entspannen. Wofür so ein Verbrechen nicht gut sein kann?

(Quelle: Diario do Pará)

Dienstag, 16. Dezember 2008

Foie Gras: Der Weihnachtsmann ist ein Scheisskerl

Dieser Meinung ist Florence Burgat vom französischen Philosophen-Blog "24 heures Philo". Zumindest steht es im Titel des Beitrags.

Sie führt aus: Foie Gras (Stopfleber) ist die beliebteste Weihnachts- und Neujahrsspeise in Frankreich. Frankreich ist der grösste Produzent (76%) und der grösste Konsument (68%) der Foie Gras. Das Parlament hat die Foie gras zum "geschützten kulturellen und gastronomischen Patrimonium in Frankreich" erklärt (patrimoine culturel et gastronomique protégé en France). Ein Antrag bei der Unesco zur Anerkennung als "immaterielles Patrimonium der Menschheit" soll auch schon vorliegen.

Die Foie Gras ist den Franzosen so heillig, das während des Genusses geschwiegen wird. Silence, on mange du foie gras ! (Ruhe, hier wird Stopfleber gegessen!). Ab diesem Punkt scheint sich Florence zur Spielverderberin zu entwickeln, denn sie fragt nach, wie diese Stopfleber hergestellt wird. Und meint, es wäre wohl besser dies nicht zu wissen, weil dann der Genuss darunter leiden könnte. Kein Mensch frage sich nach dem Fleisch-werden der Tiere (ce devenir-viande des animaux). Sie zitiert einen Pierre Gascar "die Metzgerei ist ein Ort der Unschuld" (La boucherie est un lieu d'innocence).

Warum hinterfragt das niemand? Wie kann man die Ruhe des Fleisches stören? Wissen wie eine Gans gestopft wird, dass ihr die Nahrung bis zum Bersten mit einer Pumpe eingeflösst wird? Wissen, wie brutal die kleinen Kücken behandelt werden?

Verstehen wir jetzt, warum der Weihnachtsmann ein Scheisskerl ist?

Neue rumänische Regierung steht

Die liberaldemokratische Partei (PD-L) und die sozialdemokratische Partei (PSD) werden eine Koalitionsregierung bilden. Heute wird die Struktur der zukünftigen Regierung (structura viitorului Executiv) vorgestellt werden. Die neue Regierung gibt sich die Bezeichnung "Parteneriatul pentru România" (Partnerschaft für Rumänien).

Neuer Ministerpräsident wird Emil Boc, 42 Jahre alt, von der PD-L. Emil Boc ist Jurist, hat seit 1996 als Anwalt (Avocat) gearbeitet und seine politische Karriere 2004 als Bürgermeister von Cluj (Klausenburg) begonnen. Er spricht Englisch und Französisch.

Die neue Regierung wird 19 Minister haben.

Bild: Emil Boc

Valencia: Aufstand gegen obligatorischen Englisch-Unterricht

Im September verfügte der Präsident der Autonomie Valencia, Francisco Camps (Partido Popular PP), dass die Schüler der 2. Sekundarstufe (2º de ESO - Educación Secundaria Obligatoria, in der Regel die 12 bis 16-Jährigen) die Sozialkunde (Educación para la Ciudadanía) in Englisch gelehrt bekommen. Dafür sollten 2 Lehrer für die Stunden zur Verfügung stehen, der Philosophie-Lehrer für das Fach und der Englischlehrer als Übersetzer. Die Prüfungen für das Fach sollten aber in Englisch erfolgen.

Die Entscheidung war schon zum Zeitpunkt der Einführung höchst umstritten.
Jetzt hat die valencianische Regierung den diesbezüglichen Erlass vorläufig aufgehoben, nachdem im öffentlichen Sektor deswegen in den nächsten Tagen ein Streik drohte. Vor zwei Wochen hatte eine grosse Demonstration der "Bürgerbewegung für den öffentlichen Unterricht" stattgefunden.

Die Massnahme war auch weniger zum Wohl der Schüler gedacht, sondern ein Tritt gegen die Schulpolitik der Madrider Regierung, in der die Sozialisten das Sagen haben. Es ist leicht auszurechnen, dass das Austragen politischer Differenzen auf den Köpfen von Schülern und Eltern nicht gut gehen kann. Alles scheiterte schon daran, dass nicht ausreichend Lehrpersonal mit den erforderlichen Englisch-Kenntnissen zur Verfügung stand. Dann stellte sich heraus, dass die Sprachkenntnisse der Schüler ungenügend waren, 90% fielen bei den Prüfungen durch.


Jetzt wird also vorläufig ein Moratorium eingelegt und gleichzeitig wird den Schülern die Möglichkeit eröffnet, die Sozialkunde auch in "castellano" oder der Autonomie-Sprache "Valencià" unterrichtet zu bekommen. Wie das ausgeht kann man sich wohl ausrechnen.....

Montag, 15. Dezember 2008

Brasilien: Folgen der Umweltschäden

Nach einem Bericht des "Jornal do Comercio" (JC), Recife, hat das nationale Geographie- und Statistik-Institut Brasiliens IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística) das Resultat der Umweltschäden für den Landwirtschaftbereich, die Viehzucht ( pecuária) und Fischfang evaluiert. Danach ist der Fischfang der Bereich, der am meisten unter den Umweltschäden leidet. Wobei der Effekt in Nordbrasilien spürbarer war.

Für die Erhebung der Daten wurden die Gemeinden befragt. 22,1% zitierten den Fischfang als grösstes Problem. Im zentralen Süden wurden weniger Probleme gemeldet, obowohl hier überwiegend nur kleine Gemeinden befragt wurtden.

Bei den Grossstädten hebt sich lediglich Porto Alegre positiv hervor. Von hier wurden wenig Konsequenzen durch Umweltschäden berichet.

Pedro Jacobi, Professor in Umweltwissenschaft (Ciência Ambiental) der Universität von Sao Paulo (USP), sieht das Problem darin, dass die grossen Städte des zentralen Südens die Tendenz haben, Umweltprobleme als Teil der Normalität zu betrachten. "Das Wort "Auswirkung" (impacto) ist vielleicht nicht passend für die Probleme, die die Städte seit langem haben. Es ist besorgniserregend, wenn Müll (lixões), Parks und Grünzonen ohne Pflege, das Fehlen von Abwassersystemen und die Verschmutzung der Flüsse nicht als Problem gesehen werden. São Paulo zum Beispiel, ist unerträglich. Katalysatoren können die Industrie-Emissionen vermindern, aber niemand spricht sich klar über die Luftqualität aus, wenn für den Transport geplant wird. Man spricht nur von Staus, wie wenn diese Verschmutzung normal wäre", führt Jacobi aus.

Bildquelle: http://farm1.static.flickr.com/72/224825732_8791116972_m.jpg

Sonntag, 14. Dezember 2008

Weihnachten naht: Essensvorschläge

Adam, Autor des Blogs "Eyes on Brazil" (englisch) empfiehlt "Rabanadas - French Toast Brazilian Style". Adam ist Amerikaner und wohnt in San Francisco. Er ist ein Liebhaber der portugiesischen Sprache insbesondere in seiner brasilianischen Version. Seiner Beschreibung nach sind Rabanadas das beliebte Weihnachtsessen bei den Brasilianern. Man nehme eine Scheibe Weizenbrot und tauche sie in Milch (Portugiesen sollen statt Milch auch Wein nehmen) oder auch in Zuckersirup, dann wird dieses in Ei getunkt und frittiert. Hört sich sehr nach der deutschen Version der "armen Ritter" an. Recherchen im Internet klären auf: Zum Beispiel die Seite "Das Kochrezept" benennt den armen Ritter von ihrer Herkunft her als Rabanadas und aus Portugal stammend. Es wird auch ausdrücklich als Weihnachtsgericht zitiert. Wir können also davon ausgehen, dass die Portugiesen diesen Brauch nach Brasilien mitgebracht haben.

Adams Rezept kann unter seinem
Blogbeitrag erreicht werden.

Im Elsass geht man da ganz andere Wege, berichtet die Zeitung "L'Alsace". Der Renner ist zur Zeit eine neue Kreation des Kochs des Restaurants "Le Capucin" in Kaysersberg. Eine wichtige Rolle spielt das Sauerkraut, la choucroute, mit dem ganz Frankreich die elsässische Küche identifiziert. Besagter Koch, Jean-Michel Krauss, hat nun gedacht, man könne Sauerkraut auch mit einem Karpfen, in manchen Gegenden Deutschlands auch Berliner genannt, kombinieren. Gedacht, getan und es entstand: Der Sauerkrautkrapfen (le beignet de choucroute).

Krauss schildert wie er darauf kam: "Ich habe ein neues Salatrezept ausprobiert. Kohl in warmen Öl führte zu nichts. Alles hat sich geändert wie ich Krapfenteig dazugetan habe". Auf dem Weihnachtsmarkt in Kaysersberg wurde das Ganze präsentiert, angereichert wahlweise mit Speck (lardon), Lachs (saumon) oder Hühnchen (poulet). Einen Namen für den neuen Leckerbissen hat er sich auch schon patentieren lassen, die Dinger heissen "Chouk’s Choux".

Schottland: West Coast rail fertig

Die Eisenbahnlinie London - Glasgow ist in einem langjährigen Projekt totalsaniert und überarbeitet worden, berichtet BBC Scotland. Die Arbeiten werden in diesen Tagen abgeschlossen.

Die Modernisierung dieser Linie ist eines der grössten privat finanzierten Projekte dieser Dekade im Vereinigten Königreich. Die stark ausgelastet Linie (heavily-used line) wurde für Neigetechnik-Züge (tilting trains) mit einer Reisegeschwindigkeit von 125 Meilen / Stunde (200 h/km) ausgebaut. Hinzu kommen neue Eisenbahnkreuzungen (junction) und Signaltechnik.

Die Strecke wird von mehreren Gesellschaften betrieben. Am meisten profitiert "Virgin Trains", die nun ein Drittel mehr Züge einsetzen und die Reisezeit von London nach Glasgow und umgekehrt auf 4 Stunden und 10 Minuten senken kann.

Samstag, 13. Dezember 2008

Universalgenie Becali ruiniert Steaua

Gigi Becali war schon kürzlich Thema in meinem Blog. Nun erschien heute im "Adevarul" ein ausführlicher Artikel unter dem Titel "Gigi Becali, falimentul sportiv" (Gigi Becali, die sportliche Pleite), der auch seinen sportlichen Grössenwahnsinn beleuchtet.

Wir wissen ja schon, dass Becali unter windigen Umständen zu Geld gekommen ist und seither meint er ist Gott Allmächtig. So hat er 2003 nach einem Skandal erster Ordnung 51% der Aktien des Bukarester Fussball-Traditionsclubs Steaua Bukarest übernommen und etwas später die verbliebenen beiden Hauptaktionäre (Păunescu und Piţurcă) mit Geld aus dem Club entfernt.

Nun war er der Eigentümer des Clubs und konnte schalten und walten wie er wollte. Nicht zuletzt dem damaligen Trainer Victor Piţurcă, der Becali einige Zeit erfolgreich aus dem sportlichen Bereich heraushalten konnte, war dieser Erfolg zu verdanken. Er ging aber dann, nachdem es zu einem Streit mit Becali kam. Danach spielte Becali mit Trainern und Spielern wie wenn diese sein persönliches Eigentum wären. Der Rhytmus der Trainerwechsel wurde immer hektischer, Spieler wurde verkauft und gekauft ganz nach Gutdünken des Clubherrn und das Ganze wurde begleitet von weiteren Skandalen. Sogar den besten rumänischen Fussballer der letzten Jahrzehnte, Gheorghe Hagi, hat er in aller Öffentlichkeit gedemütigt und aus dem Club vergrault.

Natürlich gehört dazu, dass nun Steaua der Familienclub der Becali's wurde. Es gibt kaum ein Pöstchen, dass nicht von Vettern und Neffen besetzt ist.

"Es handelt sich um eine Person, der es nur um die Publizität und Ruhm für sich selbst geht" analysiert Ovidiu Oană, Sportprofessor an der Nationalen Sportakademie, "Becali hat mit dem dem Sport nichts zu tun, er hat keinerlei Gefühl für sportliche Dinge und die Management-Aufgaben in diesem Bereich sind ihm fremd."

Nach Erfolgen des Clubs in den ersten Jahren naht jetzt die Götterdämmerung. Jetzt kommt er in Geldnöte, er soll sich schon Geld vom Hauptaktionär des grossen Rivalen "Dinamo Bukarest" geliehen haben. Angeglich will er jetzt 40% seiner Aktien verkaufen. Die Anhänger von Steaua haben auch genug von ihm. Nach dem sang- und klanglosen Ausscheiden des Clubs aus der Championsliga fordern sie von ihm, dass er in Zukunft die Finger vom Club lässt.

Freitag, 12. Dezember 2008

Ex-Franco Minister empfiehlt das Aufhängen von Nationalisten

Für einige Aufregung in Spanien sorgte der ehemalige Minister des Franco-Regimes, Manuel Fraga, ehemaliger Präsident der autonomen Region Galizien und Gründungsmitglied der Partido Popular, der derzeitigen Oppositionspartei in Spanien, als er auf einer Veranstaltung das "Aufhängen von Nationalisten" (habría que "colgar de algún sitio" a los nacionalistas) empfahl. Der 86-jährige bestätigte auf Nachfrage des Moderators der Veranstaltung, dass er das so gemeint habe wie er es gesagt habe, denn "der Nationalismus ist das Gegenteil der Verteidigung Spaniens" ("el nacionalismo es lo contrario de la defensa de España").

Zu diesen Aussagen scheint er durch den katalanischen Politiker Joan Tardà provoziert worden zu sein. Dieser, ein Abgeordeneter der katalanischen ERC (Esquerra Republicana), die die Unabhängigkeit Kataloniens anstreben, hat auf einer Veranstaltung der Esquerra ausgerufen: "Tod dem Bourbonen!" ("muerte al Borbón"). Damit war der König gemeint. Tardà berief sich dabei auf die Geschichte, in der dieser Schlachtruf der Katalanen in der Zeit von Philipp V. (Felipe V), dem bourbonischen Katalanen-Fresser, seine Hochkonjunktur hatte.

Das brachte die spanische Rechte auf die Palme.

Das alte Franco-Rezept, politische Gegner zu erschiessen oder aufzuhängen, geht ihnen aber doch zu weit. Jetzt versuchen sie einen Eiertanz in deer Wordauslegung der Aussagen ihres unbelehrbaren Greises. So soll sich das "Aufhängen" nicht auf Personen beziehen. "Es ist ein zwiespältiger Ausdruck, man kann ihn manchmal auf eine nicht sehr glückliche Art interpretieren, aber ich glaube nicht, dass seine Zielrichtung eine andere war wie die des Gewichtabwägens" ("Es una expresión ambigua, puede interpretarse a veces de manera no muy feliz, pero no creo que su intención fuera otra que esa ponderación"), erklärte der Sprecher der PP im spanischen Kongress, Sáenz de Santamaría.

Bildquelle: www.elpais.es

Wochenbilanz im Sertão von Pernambuco

Fredson Paiva, der in seinem "Blog do Fredson" akribisch über die Vorgänge in der Steppe des Sertão rund um Araripina berichtet, hat eine Wochenbilanz der Geschehnisse gezogen, die ich den Lesern nicht vorenthalten möchte. Schliesslich kommen die abgelegenen Gebiete dieser Erde selten in die Nachrichten, aber trotzdem gibt es auch bei ihnen "Leben", Sorgen, Nöte und Projekte.

Fredson berichtet aus dem Bereich der Polizei. Er ist ja so etwas wie der Polizeireporter für Ararapina und bekommt von der Polizei, von der er - wie ich schon einmal berichtet habe - für seine Tätigkeit schon geehrt wurde, Nachrichten aus erster Hand. Erwähnenswert ist ein Mord (homicidio) in Feira Nova am späten Abend des 8. Dezember. Der Bauer (agricultor ) José de Aquino Tomáz, 44 Jahre alt, tötete mit seinem Fischmesser (faca peixeira) den Bauern Raimundo Alvino de Souza, genannt "Altes Eisen" (o Ferro Velho), 65 Jahre alt. Der Streit begann in einer Kneipe (bar) und beiden hatten schon kräftig Alkohol zu sich genommen. Die Tat passierte dann im Haus der Angeklagten. Der Tod trat auf der Stelle ein, der Täter floh und konnte bisher nicht dingfest gemacht werden.

Während der Woche wurden 3 Feuerwaffen (armas de fogo) mit Munition beschlagnahmt. Die Waffen wurden der Gemeinderätin (delegada municipal) Lívia Pires zur Weitergabe an die Justiz übergeben. Die Waffenträger in das öffentliche Gefängnis gebracht (cadeia pública), wo sie zur Verfügung der zuständigen Behörde stehen.

Eine freudige Nachricht erhielt Araripina aus Piauí, dem an Pernambuco angrenzenden nördlichen Bundesstaat. Ein gefährliche Subjekt bekannt unter dem Namen Júnior Rolinha, wurde in Piauí gefasst und eingesperrt, damit er nach Araripina überführt werden kann. Júnior Rolinha ist an 2 Morden in Araripina angeklagt.

Im Bereich Verkehr war ein Rückgang der Unfälle in dieser Woche festzustellen. Fredson hatte in letzter Zeit mehrfach berichtet, dass die Verkehrsunfälle in Araripina besorgniserregend zugenommen hätten. Betroffene sind vor allem Motorradfahrer.

Die Bilder können im Blog von Fredson unter der Rubrik "RESUMO DA SEMANA NA ÁREA POLICIAL - HOMICÍDIO NA FEIRA NOVA E ARMAS APREENDIDAS" angesehen werden.

Foto: Signet der Gemeinde Araripina

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Wohin ist das irische Dioxin-Fleisch verschwunden?

Ein Teil scheinbar nach Rumänien. Das Internet-Portal "Gândul" berichtet, dass 130 Tonnen nach Rumänien geliefert wurden. Das hätten die ersten seriösen Kontrollen ergeben, nachdem die Lebensmittelaufsichtsbehörde ANSVSA 3 Monate geschlafen hätte. Die erste Warnmeldung kam nämlich schon im September.

Die Behörde soll die Eilmeldung aus Brüssel am letzten Dienstag gegen Abend erhalten haben. Der "Beamtenhaufen" (funcţionărimea) der Behörde soll aber das Institut schon verlassen haben, nachdem noch eine beruhigende Mitteilung herausgegeben wurde, dass bei Untersuchungen vom Samstag in den Wurstwaren kein Dioxin-Fleisch gefunden wurde. Die gesetzlichen Bestimmungen sehen eigentlich vor, dass sofort eine Risikoanalyse gemacht und die Bevölkerung durch eine Eilmitteilung über den Sachstand informiert wird.

Vielleicht lag es daran, dass der Präsident und der Vizepräsident von ANSVSA nicht vor Ort waren. Der Präsident war in Brüssel, um sich über das Dioxin-Fleisch informieren zu lassen und der Vizepräsident bereitete eine Feierlichtkeit (petrecere) zur Vorstellung der 2-jährigen Bilanz des Instituts in Predeal vor.

Dann kam aber Bewegung in die Angelegenheit. Die EU-Kommission konnte Rumänien genaue Angaben machen, wohin ein Teil des Fleisches in Rumänien ging. Ein Fleisch-Depot in Bukarest konnte lokalisiert werden, aber leider war das Fleisch schon weg, verteilt in ganz Rumänien.

Die Rumänen sind grosse Fleischesser. Nach Auskunft der "Asociaţiei Române a Cărnii (ARC)" (Rumänische Gesellschaft für Fleisch) übersteigt der Konsum die Egenproduktion bei weitem. Rund 70% des Schweinefleisches muss eingeführt werden. Für rumänische Schweine besteht immer noch ein Exportverbot der EU, weil die rumänischen Behörden bisher nicht auf eine nutzlose Impfung (vaccinarea ineficientă) gegen die Schweinepest verzichtet haben.

"Gândul" macht daraus ein resignierendes Resümee: Wir essen unser eigene Pest und das irische Dioxin.

Bild: Rumänische Wursttheke; Quelle: http://www.gandul.info

Schottland braucht Energie-Effizienz

BBC berichtet von einem Überwachungsbeauftragten (watchdog) von "Audit Scotland", der die schottische Regierung kritisiert, weil sie zuwenig für die Förderung der Energie-Effizienz (energy efficiency) im öffentlichen Sektor tut. Zwar sei der Verbrauch in den öfftenlichen Gebäuden in den vergangenen 3 Jahren bis 2007 um 5% gesunken, gleichzeitig seien aber die Energiepreise um 48% gestiegen.

Die grössten Verbraucher sind die Gemeinden und der nationale Gesundheitsdienst NHS. In diesem Bereich ist es auch zu Fortschritten in der Energie-Effizienz gekommen. Mehr als zwei Drittel der öffentlichen Körperschaften (public bodies) haben sich Ziele zur Verbesserung der Energie-Effiizienz gesetzt, aber nur die Hälfte davon glauben, dass sie diese auch erreichen werden.

Besonders bemängelt wurde, dass es fast keine Bemühungen zu einer Verminderung des Energieverbrauchs im Bereich Verkehr gibt. So sei auf lokaler Ebene von einer Förderung des Car-Sharing oder Einführung von Video-Konferenzen nichts zu spüren.

Die schottische Regierung (Scottish Government) kündigte einen Aktionsplan für den öfftentlichen Sektor an, der Teil des Klimawandel-Gesetzes (climate change bill), das im Entwurf (draft) bereits ins Parlament eingebracht worden sei, werden würde. Ein Sprecher der Regierung wies im übrigen daraufhin, dass bereits Projekte finanziell gefördert würden unter anderm auch im Projekt "Schottland wird grüner" (Scotland getting greener).

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Werden katalanische Autobahnen nachts billiger?

Der Präsident des Autobahnbetreibers ACESA, Salvador Alemany, hat sich vor einer Kommission des katalanischen Parlaments dafür ausgesprochen, bei hohem Verkehr die Autobahngebühren zu erhöhen und sie zu senken, wenn wenig Verkehr ist.

"Con más demanda, más caro; más congestión, más caro" - "Bei mehr Bedarf, teurer; bei Stau, teurer" war seine zusammenfassende Stellungnahme. Damit könnte man einen Brauch wieder abschaffen, der sich in letzter Zeit zu oft eingebürgert hat: Wenn auf den Autobahnen nichts mehr lief, wurden in letzter Verzweiflung die Barrieren gehoben und der Verkehr konnte ungehindert fliessen! Aber es gab damit natürlich wahnsinnige Gebührenausfälle.....

Die Brücke von der Verfassung zur Empfängnis

Nein, es ist keine richtige Brücke. Bei den Spaniern werden Wochenenden mit Feiertagen verbunden und wenn dazwischen ein Werktag liegt, dann wird eine "puente" (Brücke) gemacht. Dieses Jahr gab es die schöne, wenn auch nicht so ausgiebige Brücke "Puente de la Constitución" (Die Brücke der Verfassung). Der 6. Dezember ist in Spanien der "Tag der Verfassung" und obwohl z. B. in Katalonien aus politischen Gründen nicht sehr beliebt, ein nationaler Feiertag.

Wo das Weltliche ist, da darf die katholische Kirche nicht fehlen. Auch der Spanier nimmt alles mit, wenn es nur frei gibt. Der 8. Dezember ist "Inmaculada Concepción" (Maria's unbefleckte Empfängnis). Kirchengeschichtlich eine höchst umstrittene Sache. "Dios preservó a María libre de todo pecado" Gott hat Maria vor jeder Sünde bewahrt, zu der gehört wohl auch die Empfängnis. Das muss man aber erst seit 1854 glauben und zwar seit dem 8. Dezember jenes Jahres, an dem Papst Pius IX das als unumstössliche Wahrheit dekretierte.

An "Puente-"Feiertagen werden von spanischen Medien mit Vorliebe die Toten auf den Strassen gezählt. Dieses Jahr waren es laut "Cadena Ser" 30 Tote, 12 weniger wie letztes Jahr, wo die "Puente" aber einen Tag länger war.


Bildquelle: Junta de Andalucía

Major Maurer verteidigt die Schweiz

Zum Chef des Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), anderswo heisst das Verteidigungsminister, wurde heute Ueli Maurer von der Schweizerischen Volkspartei (SVP) gewählt. Die Wahl wurde erforderlich, weil sein Vorgänger im Amt zurückgetreten war. Nach dem Konkordanz-Prinzip war wieder die SVP an der Reihe. Konkordanz bedeutet, dass jeder etwas abbekommt. Nachdem vor kurzem das Konkordanzprinzip beim Rauswurf des ehemaligen Bundesrats Blocher teilweise durchbrochen wurde - es wurde gegen den Willen der SVP eine Bundesrätin gewählt, die der SVP angehörte - kam es bei dieser Wahl zur Rückkehr zum Konkordanzprinzip. Maurer und noch einmal Blocher hatten sich mit dem Segen ihrer Partei zur Wahl gestellt.

Vor der Wahl schlugen die Wellen in der Schweiz hoch. Die politische Landschaft ist so polarisiert wie noch nie. Die SVP und vor allem ihre Protagonisten Maurer und Blocher sind lange bewusst auf der Welle der Vorurteile insbesondere gegen alles Nicht-Schweizerische, Ausländer, Frauen und soziale Randgruppen geritten. Sie traten für eine Isolierung der Schweiz in Europa ein, wohlwissend, dass das nur schief gehen kann. "Biedermann und die Brandstifter" war ein beliebter Vergleich der schweizerischen Linken und er charakterisiert eigentlich sehr gut die Politik dieser Partei. Zündeln und für die Folgen nicht verantwortlich sein. Billiger Populismus könnte man das nennen.

Nun darf einer der "Zündler" für die heilige Kuh der Schweiz, die Armee, verantwortlich sein. Als erstes darf er dem Bundesrat einen neuen Armeechef und einen neuen Luftwaffenchef vorschlagen und über das Aufrüstungsprogramm 2010 entscheiden. Aber mit welchem Ziel? Für die SP (Sozialdemokratische Partei) und die Grünen steckt die Schweizer Armee in einer tiefen Sinnkrise. Die Angehörigen der Schweizer Armee wüssten heute kaum noch, was die übergeordneten Aufträge seien und für was sie eigentlich übten. 20 Jahre nach Ende des kalten Krieges habe sie noch keine Antwort auf die wahren Bedrohungen gefunden. Viele sind der Meinung, die allgemeine Wehrpflicht gehöre abgeschafft.

Major Maurer, das wird nicht leicht!

Dienstag, 9. Dezember 2008

Auch Rio de Janeiro fährt Fahrrad

Nicht nur aus den Grossstädten London und Barcelona kommen ermutigende Zeichen zum Einsatz des Fahrrades als Verkehrsmitteln, sondern jetzt auch aus Rio, wo es ab Donnerstag ebenfalls ein Vermietungssystem für Fahrräder (Sistema de aluguel de bicicletas) gibt.

Jeder Bürger (cidadão ) von Rio, der älter wie 13 Jahre ist und eine Kreditkarte besitzt, hat das Recht zur kostenlosen Benutzung eines der an den 8 derzeitigen Stationen befindlichen Fahrräder. Das Projekt heisst "Pedala Rio" und die Ausleihstationen befinden sich im Stadtteil Copacabana. Die Stadt beruft sich ausdrücklich auf europäische Vorbilder. Das Fahrrad soll der Stadt ein neues Fortbewegungsgefühl (um gingado) bringen, am Strand für die Erholung und in der Stadt als Ergänzung zu fehlenden öffentlichen Verkehrsmittel. In den nächsten 15 Monaten soll das Netz weiter ausgebaut werden.

Ob das wohl gut geht? In den Favela's leben eine ganze Menge Leute, die noch nie eine Kreditkarte gesehen haben, aber auch scharf auf das Fahrradfahren sind. Und Rio ist ja auch eine Stadt, in der man das Fahrrad wegen der grossen Steigungen wohl des öftern schieben muss. Also doch nur etwas für die Copacabana?

Bild: Gouverneur Cabral von Rio in Paris; Quelle: O Globo

Sarkozy, der Schlittschuhläufer

Im Blog von "Journal d'Alsace" amüsiert man sich zur Zeit über die Anzeige des deutschen Nachrichtenkanals "n-tv", der mit einem Präsident Sarkozy als Schlittschuhläufer unter dem Titel "Vom Elysée bis Eistanz" für sich Reklame macht. "Journal d'Alsace" bescheinigt "n-tv" ausreichende Fantasie. Als Bemerkung wird hinzugesetzt: Die Hyperaktivität unseres Präsidenten wie man sie von der andern Seite der Grenze sieht.

Kommentar eines Lesers: "Unser Sarko-National (notre Sarko national) wird er jetzt einen Prozess gegen "
n-tv" anstrengen wegen Missbrauchs des präsidentiellen Bildes? In jedem Fall hätte ich Madame Carla als Schlittschuhläuferin vorgezogen......."

Montag, 8. Dezember 2008

Nachtrag: Der letzte Mohikaner

Bei meinen Nachforschungen zum Tod von Paul Niculescu Mizil bin ich auf einen Bericht des "Romania Express" gestossen, der im Juli 2007 ein Interview mit Niculescu Mizil geführt hat.

Der Interviewer beschreibt Niculescu als ein 84-jähriger Herr, der sich mit ihm 3 Stunden lang in ausserordentlicher Klarheit über die Vergangenheit unterhalten hat. Niculescu soll dabei keinerlei Versuche unternommen haben, sich als Dissidenten oder Ceauşescu-Gegner darzustellen, obwohl er in den letzten Jahren der Diktatur mit diesem nicht auf gutem Fusse stand.

Interessant sind die Bemerkungen zum Umgang mit Ceauşescu und seinem Hofstaat. Trotzdem beide jahrzehntelang im Zentralkommittee der PCR sassen, sollen sie sich immer mit "Genosse" (Tovarăş) auch im persönlichen Bereich angesprochen haben. Gefragt, ob sie Freunde gewesen seine, sagte Niculescu: “Prieten (Freund)? Ich weiss nicht, was das ist, Freund. Er war der Generalsekretär der Partei. Er hat sich auf mich verlassen. Unser Hauptverbindung war die Politik."

Trotzdem waren die Verbindungen der beiden Familien sehr eng. Es wurde Schach, Volleyball gespielt. “Ja, sicher, wir sind auch bei ihnen eingeladen gewesen zu Sylvester (la revelioane), an den Feiertagen (la sărbători). Wir sind zusammen in die Ferien gegangen, nach Neptun oder wohin er uns gerade eingeladen hat. Wir und die andern Genossen. Am Meer haben wir zusammen Volleyball gespielt. Wir waren immer zusammen in der gegnerischen Mannschaft, weil wir von der Grösse her kleiner waren. Ceauşescu wollte um jeden Preis gewinnen. Er war ein Trickser! Er stand am Netz und wenn der Ball kam, zog er schnell das Netz runter, so dass der Ball drüber kam. Auch spielten wir oft Schach (şah), ernsthaft undkonzentriert. Er hat mich geschlagen. Er hat mich wirklich geschlagen, ich habe ihn nicht freiwillig gewinnen lassen...

Bei Festen (petrecere) haben wir gemeinsam gesungen. Er war sehr sympathisch, wenn wir unter uns waren. Er hatte ein spezielles Flair (un fler extraordinar). Wenn er gut drauf war, machte er Spässe, er war amüsant. Ein angenehmer Gesellschafter. Sicher gab es Momente, in denen er sich aufgeregt hat und dann war es besser nicht in seiner Nähe zu sein. Aber ich hatte keine Angst vor ihm."

Soweit Niculescu zum grossen Führer und geliebten Sohn des Volkes aus früheren Zeiten.


Bild: Ceauşescu; Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/66/Nicolae_Ceausescu.png

3 Tote: 1 Dissident, 1 Sängerin, 1 Kommunist

In Rumänien werden in diesen Tagen 3 Personen zu Grabe getragen, die eine wichtige Rolle im Land gespielt haben, aber unterschiedlicher nicht sein könnten:

Der Dissident:
Constantin-Grigore Dumitrescu wird im Karpaten-Dorf (satul) Fânari mit militärischen Ehren und der rumänischen Fahne begraben. Ticu Dumitrescu, wie er abgekürzt genannt wurde, war im kommunistischen Regime Ceausescu's früh in Ungnade gefallen, musste sein Jura-Studium abbrechen und wurde mehrere Jahre wegen eines "Komplottes gegen die Staatssicherheit" (crima de uneltire) inhaftiert. Nach seiner Freilassung wurde ihm der Zugang zu allen rumänischen Universitäten verboten. 1990 schloss er sich der Bauernpartei an ((PNŢ-CD) und wurde Präsident der "Vereinigung ehemaliger politischer Gefangener in Rumänien" (Asociaţiei Foştilor Deţinuţi Politici din România). Während 2 Legislaturperioden war er Senator im rumänischen Parlament. Er war Initiator des Gesetzes zum Recht auf Zugang zur eigenen Akte und Enthüllung (deconspirarea) der Securitate (Geheimpolizei) als politische Polizei. Auf der Grundlage des Gesetzes wurde der "Nationalrat für das Studium der Akten der Securitate" (Consiliului Naţional pentru Studierea Arhivelor Securităţii (CNSAS)) gegründet.

Die Sängerin:
Anca Parghel wurde gestern auf dem Friedhof "Bellu" von Bukarest begraben. Sie starb im Alter von 51 Jahren und war Rumäniens berühmteste Jazz-Sängerin. Sie ist in der Bukowina in Câmpulung Moldovenesc geboren. Der Bürgermeister von Câmpulung Moldovenesc hat gestern angekündigt, dass eine Strasse ihren Namen, der "kuturellen Botschafterin der Bukowina" (ambasadorul cultural al Bucovinei), tragen wird.

Der Kommunist: Paul
Niculescu Mizil war ein hoher Würdenträger der kommunistischen Regierung zur Ceauşescu-Zeit. Auch als der letzte Mohikaner des Regimes bezeichnet. Von 1956 bis 1968 war Chef der Propaganda-Sektion der PCR (Kommunisitsche Partei Rumäniens), 1972 bis 1976 Erziehungsminister (ministru al Educaţiei şi Învăţământului) (1972-1976), und Finanzminister von 1978-1981. Von 1981 bis zum bitteren Ende 1989 war er Präsident des Centrocoop. Er starb im Alter von 85 Jahren an Herzversagen. Sein Körper ist zur Zeit im Finanzministerium aufgebahrt. Diese etwas seltsame Ehrung erfolgte laut "Evenimentul Zilei" auf Verlangen der Familie und auf Empfehlungen („recomandări“) von drei hochkarätigen rumänischen Politikern: Adrian Năstase, Sorin Oprescu und Varujan Vosganian. Vielleicht weil er Grossvater von Oana Niculescu Mizil ist, die bei den kürzlichen Wahlen Gigi Becali aus dem Rennen geworfen hat? (siehe mein Beitrag zu Gigi Becali).


Foto: von links nach rechts: Dumitrescu, Parghel, Niculescu Mizil

Sonntag, 7. Dezember 2008

Umstrittenes russisches Gebirge auf dem Tibidabo

"El Tibidabo abrirá la nueva montaña rusa en Navidades" (der Tibidabo wird die neue Achterbahn an Weihnachten eröffnen) titelt "El Periódico". Das russische Gebirge ist eine Achterbahn, den die Spanier wörtlich übersetzt mit einem russischen Gebirge vergleichen.

Der Tibidabo ist der höchste Berg der Collserola (512 m) im Rücken von Barcelona, mit der hinreissenden Aussicht über die ganze Stadt. Auf seinem Gipfel wurde einmal ein Vergnügungspark gebaut, eine Art katalanisches Disneyland. Schon bisher gab es eine Achterbahn, die aber durch einer noch tollere jetzt ersetzt wurde. Seine besondere Attraktivität liegt in der Umgebung: Die einzigartige Panoramasicht über Barcelona und die Berge des Vallès, 522 m über dem Meer. Die Fahrt soll angenehm (suave) sein, der grösste Teil der Strecke führt auf Erdhöhe. Die Wagen werden eine Geschwindigkeit von 80 km/h erreichen auf einem Höhenunterschied von 33 Metern.

Die neue Bahn soll dem Park etwa 600.000 Besucher bingen, eine Zahl die für die Rentabilität des Parks notwendig ist.

Besser wäre es, er würde geschlossen. Die Landschaft der Collserola ist eigentlich zu schön für diese Art der Zerstörung. Mit mir sind dieser Meinung auch viele andere Bewohner Barcelonas. Der Neubau der Achterbahn war heftig umstritten. Eine ganze Anzahl, der ohnehin wenigen Bäume in Barcelona, wurden für die Bahn geopfert. Für die Einweihung sind Proteste geplant. Die Aktionen koordiniert die Bürger-Plattform SOS Tibidabo.

Samstag, 6. Dezember 2008

Estepa, Stadt der Mantecados

Estepa, im Herzen von Andalusien, ist die Stadt des Weihnachtsgebäcks, von den Spaniern "mantecados" genannt. Wer jetzt durch den Ort fährt riecht, was da gebacken wird.

Der "Diario de Sevilla" berichtet, dass die Produktion vor Ort auf vollen Touren läuft. Der Handel soll sehr optimistisch sein und keine Beeinträchtigung durch die Wirtschaftskrise erwarten. Mit 20.000 Tonnen ist in diesem Jahr gleich viel Weihnachtsgepäck wie im letzten Jahr gebacken worden. "La Estepeña" ist der Marktführer und "La Colchona" die älteste Bäckerei.

Jetzt kann man also wieder die grossen Kartonschachteln mit Mantecados in den Supermärkten bekommen. Vorsicht vor den "Polvorones", sie sind so trocken, dass man sie nur mit viel Tinto (Rotwein) geniessen kann!

Rio: Bei Xuxa brannte der Weihnachtsbaum

In der Wohnung der Fernsehansagerin (apresentadora) Xuxa von REDE Globo in Rio hat es gestern gebrannt. Schuld war der Weihnachtsbaum (árvore de Natal). Die blinkenden Kerzen hatten vermutlich einen Defekt und haben den Brand verursacht. Xuxa darf nichts dazu sagen, solange das Gutachten der Feuerwehr (Corpo de Bombeiros) noch nicht vorliegt.

Nach den Schreck muss sie heute die grosse Benefizveranstaltung im Maracanã "Festa de Papai Noel" (Fest des Weihnachtsmannes) präsentieren. Dies ist eine Veranstaltung, die Rio de Janeiro für bedürftige Kinder (crianças carentes) organisiert.

Der Weihnachtsmann wird mit einem Hubschrauber im Stadion landen. Als Eintritt sollen die Kinder ein Spielzeug abgeben, das sie nicht mehr brauchen.

Neben dem Weihnachtsmann werden auch Clowns (palhaços) anwesend sein.

Clown und Weihnachtsmann, wie geht das zusammen, fragt man sich auf unsern Weihnachtsmärkten, wo jetzt gerade der Nikolaus und Knecht Ruprecht für Unruhe sorgen.

Bild:
Xuxa Meneguel; Quelle: www.xuxa.es

Schulkrieg in Belém

Eine Welle der Gewalt beunruhigt Schüler (alunos), Eltern (pais) und Erzieher in Belém, der Stadt an der Amazonas-Mündung.

Es gibt eine grosse Rivalität zwischen einzelnen Schulen, die sich in offene Gewalt zugespitzt hat. In der Regel gehen nach Beendigung der Schule die Streitigkeiten zwischen den Schülern los. Die Polizei berichtet, dass es allein in diesem Jahr 143 Zwischenfälle (ocorrências) in Belém gegeben hat. Mehrere Waffen wurden bei Schülern beschlagnahmt.

Eine 15-jähriger Schülerin wurde im Unterrichtsraum mit dem Messer erstochen und starb, nachdem sie sich in der Pause mit einer Mitschülerin gestritten hatte. "Ich kann das nicht verstehen, ich kann das nicht akzeptieren, dass irgendein Schüler in einem Unterrichtsraum sterben muss. Das hat keine Logik (Não tem lógica), das kann keiner verstehen!" sagte der Vater des Opfers.


Die Polizei will jetzt verstärkt vor den Schulen patroullieren. In einer Schule haben die Schüler Friedensbotschaften an ihren Schuluniformen angebracht.

Dräxlmaier macht ungewollt Ferien in Rumänien

Der Autozubehör-Hersteller hat laut rumänischen Pressemedien mitgeteilt, dass er seine Betriebe in Rumänien temporär schliessen wird. Dräxlmaier hat Betriebe in Hunedoara, Timişoara, Codlea, Piteşti und Satu-Mare. Der Schwerpunkt der Produktion liegt bei der Autoelektrik, insbesondere Kabel. Die Arbeiter sollen dadurch aber keine Einschränkungen bei ihrem Lohn haben.

Begründet wird die befristete Schliessung vom 9. Dezember bis 8. Januar mit den derzeitigen erheblichen Auftragsrückgängen.


Auch Continental in Timişoara wird die Produktion zurückfahren.


Bild: Dräxlmaier-Betrieb in Piteşti; Quelle: http://www.draexlmaier.de

Freitag, 5. Dezember 2008

Madonna verbietet brasilianischen Fans das Rauchen und Trinken

Natürlich von alkoholischen Getränken!

In Brasilien wird bereits ein Mords-Rummel um die Konzerte von Madonna gemacht. Sie wird in diesem Monat mehrere Konzerte in Rio (Maracana-Stadion) und in São Paulo (Morumbi-Stadion) geben.

Laut einem Bericht des "Jornal do Brasil" soll auf ihren ausdrücklichen Wunsch, beim Konzert das Rauchen (proibido fumar) und der Verkauf von alkoholischen Getränken (vender de bebida alcoólica) verboten werden.

Madonna ist bereits unter grossem Getöse in Buenos Aires aufgetreten, wo sie "Don´t cry for me Argentina" zum Besten gegeben hat, die Brasilianer erwarten nun, dass sie für Brasilien einen ähnlich charismatischen Song bringen wird, sie spekulieren nur, was es sein wird.

Audi sponsort Präsidenten von F.C. Sevilla

Heute fand im Stadion Sánchez–Pizjuán von Sevilla die Präsentation des Sponsoring-Vertrages mit dem Audi-Vertragshändler Audi Avisa statt. Aus diesem Anlass wurde dem Präsidenten des F.C. Sevilla, José María del Nido, ein tolles Modell des Audi A 8 (un magnífico modelo del A8) übergeben.

Der Präsident hat dazu erklärt: "Mit desem Fahrzeug, das wir heute erhalten, beginnen wir mit einer Verbrüderung von zwei Unternehmen der ersten Ordnung in Bereichen, in dem sich beide bewegen. Wir hoffen, dass dies heute mit der Vorstellung dieses Fahrzeugs als offizielles Fahrzeug von Sevilla der erste Schritt ist für den Anfang eines langen Weges, in welchem der FC Sevilla und Audi erreichen, dass nicht nur der Wagen des Präsidenten (no sólo el coche del presidente), sondern auch die der andern Mitglieder der Direktion und des Vereins solche von Audi, dem Führer im Automobilsektor, sind.


Was ist denn das für eine Sponsoring? Persönliche Vorteile für den Herr Präsidenten und was ist mit dem Verein? Armer FC Sevilla, du Stolz von Nervion (orgullo de Nervión)!


Info-Quelle: ABC de Sevilla
; Webseite FC Sevilla

Santa Catarina im Notstand

Auf Wunsch aus dem Leserkreis richte ich einmal meinen Blick nach Südbrasilien. Die Situation nach den schweren Unwettern der letzten Woche war auch Gegenstand weltweiter Nachrichten. Zur Information habe ich den "Diário Catarinense" herangezogen, der in der Hauptstadt des Bundesstaates Santa Catarina, Florianópolis, beheimatet ist. Die Zeitung habe ich in der linken Spalte in die Rubrik "Nachrichtenquellen - fremdsprachig" aufgenommen.

In Santa Catarina ist die Situation nach den langanhaltenden Regenfällen (chuva intensa) weiterhin dramatisch. Die Zahl der Toten ist inzwischen auf 118 gestiegen. 31 Personen gelten noch als vermisst. 32.789 Menschen sollen obdachlos sein.

Schlimm sind auch die Spätfolgen. Erdrutsche bedrohen immer noch einige Gegenden. Inzwischen sind 5 Fälle von Leptospirose entdeckt worden. Die Inkubinationszeit für Leptospirose beträgt zwischen 1 und 30 Tagen. Deswegen muss mit weiteren Fällen gerechnet werden. Leptospirose beginnt mit hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Die Haut und der Schleim kann sich gelb färben. Nierenversagen, Blutungen und neurologische Veränderungen können zum Tod führen. Ursache sind das verseuchte Wasser und der verkotete Schlamm. Die Bevölkerung wurde dringend aufgerufen, den Kontakt damit zu vermeiden und wenn ein Kontakt erforderlich, Handschuhe (luvas) und wasserdichte Stiefel (botas impermeáveis) zu benutzen.


Die Katastrophe war vermeidbar, wird der Agraringenieur José Augusto Laus Neto zitiert. Er führt die zerstörerischen Erdrutsche, vor allem im Tal des Itajaí, auf die Zerstörung der Wälder an den Ufern und deren wilde Besiedlung zurück.


Bild: Weihnachtsmann besucht die Opfer der Überschwemmungen; Quelle: Diario Catarinense

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Letzte Ruhe GmbH

"Letzte Ruhe GmbH" hat eine Marktlücke entdeckt, berichtet Swissinfo. In der Schweiz ist es nämlich erlaubt, die Asche eines Verstorbenen Wäldern, Seen oder Flüssen zu übergeben. In Deutschland ist das nicht möglich, die Friedhofsordnungen verbieten das weitgehend.

Der grösste Teil der Kundschaft soll allerdings aus dem Ausland kommen. "Bei "Letzte Ruhe GmbH" sind es 90 Prozent, alle aus Deutschland. Dort herrscht Friedhofszwang. Naturbestattungen sind nicht erlaubt. Ausserdem darf die Urne nach der Kremation nicht an Private abgegeben werden." schreibt Swissinfo.

Der Geschäftsführer Beat Rölli arbeitet mit einem Bestatter in Berlin zusammen. "Der sammelt die Leichen bundesweit ein und bringt sie ins Krematorium. Einmal im Monat kommt er mit Urnen für Naturbestattungen zu mir in die Schweiz."

Bei den Berliner Unternehmen soll es sich um Discount-Bestatter handeln.

Man darf wählen, wo die Asche in der Schweiz verstreut wird: Wälder in mehreren Schweizer Kantonen stehen zur Verfügung. Es wäre sogar möglich, seine Asche über dem Matterhon verstreuen zu lassen.

Fussball-EM 2016: Schottland interessiert

"The Scotsman" berichtet, dass der Schottische Fussballverband (Scottish Football Association - SFA) Sondierungsgepräche ("tentative" talks) mit Wales und Nordirland über eine Bewerbung für die Ausrichtung der Fussball-Europameisterschaft (European Championships) 2016 geführt hat.

Schottland sieht sich, seit die Anzahl der an der EM teilnehmenden Mannschaften erhöht wurde, nicht mehr allein in der Lage eine solche Veranstaltung zu stemmen. Deshalb wird bei den Nachbarn sondiert.

Der UEFA Generalsekretär (UEFA general secretary) David Taylor bestärkt die Schotten. Schottland würde seines Erachtens einen grossartigen Platz ("great place") für das Turnier abgeben.

Kein Wunder: Taylor ist Schotte!

Sevilla fürchtet sich vor der Kälte

Der andalusische Gesundheitsdienst (Servicio Andaluz de Salud (SAS)) hat einen Notfallplan im Hinblick auf die niedrigen Temperaturen (bajas temperaturas) in Kraft gesetzt, berichtet der "Diario de Sevilla" heute. Mit niedrigen Temperaturen sind natürlich die Wettertemperaturen gemeint. Zur Zeit herrschen in Sevilla 7 Grad bei teilweiser Bewölkung.

Der Notfallplan beinhaltet ein System von Alarm (alerta) und Überwachung (vigilancia) der auftretenden Epidemien, um eine Kontrolle über die Grippefälle, das Ansteigen der Einlieferungen in Krankenhäuser und weitere gesundheitliche Komplikationen, die durch das Absinken der Temperaturen verursacht sind, zu haben.

Der Direktor des "Plans der hohen Auslastung" (Plan de Alta Frecuentación), damit ist die Auslastung der Kliniken gemeint, erklärte gegenüber dem "Diario de Sevilla", dass man sich in diesem Moment was die Zahl der Patienten in den Notfallkliniken (Urgencias) betreffe noch in einer normalen Situation befinde, trotz der in den letzten Tagen herrschenden Kälte. Normalzustand im Bezug auf die Grippe herrsche, wenn von 100.000 Einwohnern 4 erkrankt seien und die Zahl der Patienten in den Notfallkliniken 200 auf 100.000 Einwohner nicht überschreite. Zur Zeit herrsche ein stabiler Zustand, deshalb befinde man sich nur in Phase 1 des Alarmplanes. Der Höhepunkt der Grippewelle werde für Januar erwartet.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Hermannstadt: Kaufen bis zum Umfallen

Die "Hermannstädter Zeitung" berichtet unter dem oben angeführten Titel über die im November neu eröffnete "Shopping City Sibiu" (Sibiu ist der rumänische Name für Hermannstadt).

Nun bleibt also auch den Hermannstädtern nichts anderes übrig als zu kaufen, kaufen, kaufen.

Ich zitiere die Shopping-Daten: "Die Shopping City Sibiu ist mit ihren 187.027 Quadratmeter, davon gebaute Fläche 85.000 Quadratmeter der größte Retail-Park in Siebenbürgen. Die Gesamtinvestion seit 2006 bis jetzt beträgt 110 Millionen Euro. Carrefour, Flanco, Mobexpert und Proges sind die vier großen Firmen, die zwischen Hermannstadt und Schellenberg (auf Schellenberger Hattert) neue Läden eröffnet haben, weitere 30 kleine Läden haben in dem erweiterten Gewerbegebiet - der bis jetzt European Retail Park Sibiu hieß - ihren Platz gefunden."


Die Kauflust scheint in Hermannstadt ungebrochen trotz der Finanzkrise, die auch Rumänien erfasst hat: "Über die Eröffnung der neuen Shopping City Sibiu freuten sich die Hermannstädter am Wochenende und stürmten die neuen Läden. Die Kassen klingelten, die recht unerfahrenen KassiererInnen hatten keine Verschnaufspause. Viele der Besucher profitierten von den Eröffnungsangeboten und kauften gleich auch für Weihnachten ein. Der am besten besuchte Laden war Carrefour, die anderen „älteren“ Einkaufsläden in Hermannstadt waren an diesem Wochenende fast menschenleer.", berichtet die Hermannstädter Zeitung.

Die Überfülle des Angebots soll die Käufer teilweise so überwältigt haben, dass sie mehr kauften als sie eigentlich wollten.