Freitag, 31. Oktober 2008

Asbestwarnung in Schottland

BBC Scotland berichtet unter dem Titel "Hunderte starben an Krebs in Edinburgh, Fife und Lothians (angrenzende Bezirke an Edinburgh) weil sie Asbest (caused by exposure to asbestos) ausgesetzt waren."

Neue Statistiken weisen nach, dass zwischen 1981 und 2000, 528 Personen in dieser Region an Lungenkrebs und Tumorerkrankungen des Rippenfells (mesothelioma) gestorben sind. Deswegen hat die Health and Safety Executive (HSE) (Gesundheits- und Sicherheitsbehörde) eine neue Kampagne unter dem Motto: "Asbest, der versteckte Mörder" (The Hidden Killer) gestartet. Ziel ist es, die Menschen über die Gefahren von Asbest aufzuklären.

Greg Haywood, der Leiter beim HSE für die Lizenzierung von Asbest (asbestos licensing unit), sagte: "Wir müssen die Gewerbetreibenden (tradesmen) über Asbest und seine Gefahren aufklären. Wir wollen erreichen, dass sie ihre Arbeitsweise ändern, so dass sie ihr Leben nicht unnötiger Gefahr aussetzen".

Asbest ist inzwischen in der EU verboten. Das Vereinigte Königreich hat die Nutzung von Asbest in einer Verordnung zur Kontrolle von Asbest (Control of Asbestos Regulations 2006) im Jahr 2006 neu geregelt. Die Verordnung verbietet den Import, die Lieferung und Nutzung jeder Form von Asbest. HSE weist daraufhin, dass diese Regelung nicht für vorhandenen Asbest gilt.
Solange bestehende Asbestaustattungen sich in gutem Zustand (good condition) befinden und ihr Zustand überwacht wird, brauchen sie nicht entfernt zu werden.

Bildquelle: http://www.bbrz-gruppe.at/images/news/img_asbestinfo.jpg

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Gefährliches Pflaster Bukarest

Evenimentul Zilei (EVZ) berichtet, dass Bukarest in diesem Jahr bereits 1.000 Unfälle, an denen Fussgänger beteiligt waren, im Strassenverkehr zu verzeichnen hat. Davon sind 115 Personen beim Unfall zu Tode gekommen, 900 wurden verletzt. Die Hauptschuld wird den Fussgängern gegeben, die an nicht erlaubten Stellen die Strassen überquert haben sollen. Ein grosser Teil war zwischen 18 und 29 Jahren alt. Die meisten Unfälle sind am Freitag und Sonntag passiert.

Rumänien liegt in Europa an letzter Stelle, was die Strassenverkehrssicherheit (siguranţa rutieră) betrifft.

Für Leser "NRDobrogea" sind die Autofahrer die Schuldigen, denn was haben die auf dem Trottoir zu suchen, so dass keinerlei Platz mehr für Fussgänger bleibt?

Gefährlichster Bandit Rio de Janeiros gefasst

Jornal do Brasil berichtet heute über die Festnahme des gefährlichsten Banditen Rio de Janeiros.
Alexander de Jesus Carlos (auch "o Choque" genannt) wurde in João Pessoa, im Bundesstaat Paraiba gefasst. Ihm werden Entführungen und mehrere Morde zur Last gelegt. Festgenommen haben ihn Agenten der Drogenbekämpfungsbehörde DCOD (Delegacia de Combate às Drogas).

Man ist sich noch nicht einig, in welches Gefängnis (presídio) er letztendlich überführt werden soll. Die Polizei vertritt die Ansicht, dass er möglichst nicht in Rio interniert wird. Sie befürwortet seine Verwahrung im Gefängnis in Catanduvas (Bundesstaat Paraná, Südbrasilien), das auch mit Finanzmittel des Bundesstaates Rio gebaut wurde.

Für wie gefährlich man "o Choque" hielt, zeigt, dass er nach Überführung von Paraiba vom Flughafen Rio bis zum vorläufigen Haftort von 10 gepanzerten Polizei-Fahrzeugen begleitet wurde. Von dieser Festnahme erhofft man sich viel für die Sicherheit in Rio, denn "o Choque" war der Verantwortliche für den bewaffneten Arm des "Comando Vermelho" (rotes Kommando).

Bild: Gefängnis Catanduvas: Quelle: http://www.ditoassim.blogger.com.br/catanduvas.jpg

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Sevilla entehrt Franco und Queipo de Llano

Wie der Diario de Sevilla berichtet, wird die Provinzverwaltung von Sevilla (Diputación de Sevilla) morgen in einer Plenarversammlung der Provinzabgeordneten (diputados provinciales) die dem Diktator Francisco Franco und dem General Queipo de Llano verliehenen Ehrungen widerrufen. Man geht von einer grossen Mehrheit für den Widerruf aus.

Die Provinz Sevilla hat den Putschgeneral Queipo de Llano am 25. August 1936 zum Adoptivsohn (hijo adoptivo) der Provinz ernannt. Der Generalissimo, Francisco Franco - im Volksmund auch "el enano" (der Zwerg) genannt - wurde 1946 zum Ehrenpräsident aller Provinzverwaltungen ernannt. 1967 wollte sich die Provinz Sevilla beim Diktator nochmals beliebt machen und verlieh ihm die Goldmedaille (la medalla de oro).

Möglich macht diese Aktion das 2006 erlassene Gesetz der historischen Erinnerung (Ley de Memoria Histórica).

Bild: Franco; Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f7/Franco0001.PNG/225px-Franco0001.PNG

Winterreifen

In Europa drohen Wintereinbrüche, sogar Nordspanien meldet Schneegefahr, da wäre es doch mal interessant zu wissen, mit welchen Worten man in der Welt des "Angelesenen" nach Winterreifen sucht:

Für Rumänien habe ich die Bezeichnung "anvelope de iarna" gefunden. In Spanien bestellt man "neumáticos de invierno". Die Schotten werden schon längst ihre "winter tires" aufgezogen haben.

Auch im Portugiesischen existiert das Wort "pneus de inverno", obwohl natürlich die Nordostbrasilianer sich um Winterreifen keine Gedanken machen müssen. Eine ähnliche Formulierung benutzen die Franzosen mit "pneu hiver".

Kritische Umweltbilanz

Adevarul berichtet, dass der rumänische Staatspräsident, Traian Băsescu, in der Nähe von Suceava im Nordosten Rumäniens an einer Baumpflanzaktion von 4 Robinien (salcâm) teilgenommen hat. Damit sollte ein Zeichen gesetzt werden für die Wiederaufforstung der geschundenen Wälder Rumäniens.

Schlecht soll nur die Umweltbilanz für die Aktion des Staatspräsidenten sein. Adevarul rechnet ihm vor, dass für die Reise, die mit einem 30 Jahre alten Helikopter durchgeführt wurde, 1,6 Tonnen CO2 produziert wurden. Alin Păsărel, der Direktor des Waldgebietes von Haţeg, hat ausgeführt, dass ein Robinienwald von einem Hektar 3,7 Tonnen Kohlendioxid (dioxid de carbon) im Jahr absorbiert. Das bedeutet also, dass ein Hektar ausgewachsener Wald 6 Monate benötigt, um die Umweltaktion des Staatspräsidenten bezüglich der Kohlendioxidbilanz wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

An der Aktion haben ca. 1.000 freiwillig Helfer teilgenommen. Es bleibt zu hoffen, dass ihre Umweltbilanz wesentlich besser aussieht.

Bild: Blühende Robinie; Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2d/Robinia_%28Robinia_pseudoacacia%29.jpg/250px-Robinia_%28Robinia_pseudoacacia%29.jpg

Dienstag, 28. Oktober 2008

Graffiti-Albtraum in Málaga

"Sur.es " berichtet aus Málaga, dass die Altstadt zu einem beliebten Ziel der Graffiti-Sprayer (grafiteros) geworden ist. Die Bewohner (vecinos) und Händler (comerciantes) in der Altstadt sind verzweifelt über die überhandnehmenden Graffitis. Für sie sind es Akte des Vandalismus, die nachhaltig das Image der Stadt schädigen.

Die Täter sind Jungendliche die des Nachts mit einem Rucksack voll Spraydosen (una mochila cargada de botes de sprays) durch die Altstadt ziehen und wie sie selbst glauben, sich durch diese Aktionen in einer Geste des Rebellierens (una forma de expresión, un gesto de rebeldía) selbst verwirklichen. Alles wird zugesprüht, seien es nun Mauern, Sitzbänke, Jalousien oder die Strassenbeleuchtung.

Die Anwohner haben es inzwischen aufgegeben, die Graffiti's zu entfernen, da nach kurzer Zeit neue Graffiti's gesprüht waren. Die Ladeninhaberin María Bernarda Sánchez beklagt sich wie folgt: "Es ist eine Schande, was da passiert (es una vergüenza como está todo)". Zuerst habe ich geputzt und gereinigt, aber inzwischen bin ich zum Schluss gekommen, dass das alles nichts bringt (no sirve de nada). Da es keine Lösung gibt, werden uns die Touristen, die ins Zentrum kommen schnellstens davonlaufen (va a salir corriendo). Es ist eine Schande, dass wir ein so schlechtes Bild abgeben."

Die Sprayer setzen alles daran, um ihre Werke "unsterblich" zu machen. Seit Neuestem bearbeiten sie ihre Werke mit Säure (ácido), so dass diese kaum noch entfernt werden können.

Leser "Padre_Damian" meint in seinem Kommentar: Ich unterstütze die Idee, die bereits jemand geäussert hat, dass das Problem von Málaga das Fehlen eines kulturellen Niveau's (nivel cultural) ist. Man braucht sich nur an die Strände nach den Sommerfesten erinnern, die dann die reinsten Müllhalden sind. Das ist kein isoliertes Problem, sondern ein Problem mangelnder Bürgererziehung (un problema de educación ciudadana). Das ist traurig, aber der Malagueño liebt seine Heimat nicht (no ama a su tierra).

Samstag, 25. Oktober 2008

Internationales Wetter - Zeitumstellung nicht vergessen!

El Pais für Spanien:
Sol y fresquito para este fin de semana (Sonne und kühle Temperaturen) für dieses Wochenende)

The Herald (Glasgow) für Schottland:
More flood warnings as heavy rain and snow to fall in Scotland (Warnung vor Überschwemmungen wegen Regen und Schnee in Schottland)

Neue Zürcher Zeitung für Nordschweiz am Sonntag:
Nebel mit Obergrenze um 600 Meter, Auflösung um die Mittagszeit. Darüber vorwiegend sonnig

Vremea.ro für Bukarest:
Maine, Duminica (Morgen, Sonntag) 26 oct: Minim: 3°C Maxim: 12°C
Cer mai mult noros (Himmel meist bewölkt)

Freitag, 24. Oktober 2008

18 Monate Knast wegen Barça


Bereits im September ist in Marokko nach Bericht des "El Periódico" aus Bacelona, ein 18-jähriger Jugendlicher zu 18 Monaten Haft verurteilt worden, weil er an die Tafel seiner Schule die nationale Losung seines Landes "Gott, Vaterland und König" ("Dios, patria y rey") etwas abgewandelt in Form von "Gott, Vaterland und Barça" geschrieben hat. Für nicht Fussballfans: "Barça" ist der populäre Name des FC Barcelona.

Seit September sitzt er dafür im Gefängnis. Sein Vater hat jetzt in einem Brief an den marokkanischen König um Gnade für seinen Sohn gebeten. Sein Sohn sei ein feuriger Anhänger des FC Barcelona und habe keinerlei politische Absichten gehabt.


Bildquelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/de/Coat_of_arms_of_Morocco.png/200px-Coat_of_arms_of_Morocco.png

Bukarester Taxifahrer: Service wie bei Dracula

Die Bukarester Taxifahrer (taximetrist) gehören zu den zivilisatorischen "Leuchttürmen" des nachrevolutionären Bukarests. Leider nicht im Positiven. Es gibt kaum einen Berufsstand, der verhasster in Bukarest ist. Der Kunde ist für sie nur von Intersse, wenn man ihn richtig ausnehmen kann. Da die Taxometer in der Regel nicht funktionieren, kommt es oft beim Zahlen fast zu einer Schlägerei zwischen Kunde und Fahrer.

Evenimentul Zilei (EVZ) hat diesem Denkmal der Bukarester Stadtzivilisation heute einen Artikel gewidmet. Die Taxifahrer sind danach berühmt für ihre Gefühllosigkeit im Verkehr und ihre exotische Musik, die während der Fahrt die gelben Wagen (Farbe der Taxis) zum Wackeln bringt und die übertriebene "Höflichkeit" (hiper-civismul) mit der sie die täglich zu befördernden Subjekte (subiectele zilei) behandeln. Für viele sind die Taxifahrer Schufte, die es immer verstehen, den längsten Weg von A nach B herauszufinden. Horrorgeschichten ausländischer Besucher über rumänische Taxifahrer bevölkern die Webseiten des Internets. In vielen westlichen Reiseführern wird vor diesem rumänischen Berufsstand gewarnt.

EVZ fragt seine Leser, ob es einen menschlichen und einen dämonischenTaxifahrer gibt.

Leser "nelu" meint, dass es einige Anständige gibt, aber der Rest kenne die Ethik seines Handwerks (meserie) nicht, sie leben nicht, um dem Kunden zu dienen, sondern um ihn auszunehmen.

Cosmin schreibt, dass 90% von ihnen akute Charakterfehler haben.

Alex meint, dass sie in ihrer Mehrheit der Abschaum (scursura) Rumäniens sind. Er führt eine Nachtfahrt vom Flughafen in die Stadt als Beispiel an. Der Kunde könne sich nur wundern über die "europäischen" Tarife. Aber leider werde der Besucher als Erstes mit solchen Personen als Vertreter Rumäniens konfrontiert.

Bildquelle: http://www.evz.ro/pictures/articles/normal/8bc53e7abb4a3f272a947bced07f3eda.jpg

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Trudi oder Barbie

Jean-François Mabut vom Blog "Vu du Salève" berichtet etwas ironisch Mitte Oktober über eine Aktion der Schweizer Bauern, mit der der Butter-Konsum der Schweizer etwas angekurbelt werden soll.

Das Elend der Schweizer Bauern ist laut Mabut, dass sie nicht mehr wie früher wie eine "grosse nationale Kolchose" (un gros kolkhoze nationale) funktionieren können. Die Schweizer Landwirtschaft wurde früher hoch subventioniert und gegen aussen abgeschottet. Jetzt ist sie zumindest teilweise dem Wettbewerb ausgesetzt. Die Landwirtschaftspolitik sei diffus. In einigen Jahren oder spätestens 2015 werde die Schweizer Landwirtschaft euro-kompatibel sein müssen, entweder aus freien Stücken oder gezwungen (de gré ou de force). Zur Zeit sitzt sie auf einem kleinen Butterberg, den sie gerne los werden möchte.

Deswegen zieren Plakate mit vergleichender Werbung die Schweizer Wände. Unter anderem steht eine gediegene Schweizer Frau - sie steht für Butter - oder eine von Schönheitsoperationen gezeichnete Tussi oder Barbie-Puppe zur Verfügung - sie steht für Margarine. Zu sehen auf der Schweizer Butter-Seite im Internet.

Bildquelle: www.butter.ch

Mostbröckli, Pantli und Siedwurst unter Artenschutz

Das Schweizer Fernsehen berichtet heute auf seiner Webseite, dass die Spezialitäten Appenzeller Mostbröckli, Pantli und Siedwurst ins Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen aufgenommen werden sollen. Damit dürfen nur noch Hersteller aus der Region die Produkte unter diesem Namen verkaufen.

Was ist das nun für eine besondere Spezialität?

Das
Appenzeller Mostbröckli wird aus Rindfleisch hergestellt, zuerst geräuchert und dann getrocknet. Typisch für die Fleischspezialität sind ihre urchige, runde Form und die deutliche Gewürznote.

Der Name «
Pantli» geht auf die Unförmigkeit dieser getrockneten Rohwurst zurück. Im Unterschied zu ähnlichen Produkten besticht der Appenzeller Pantli durch seine lange, kantige Form und schmeckt ausgeprägt nach Knoblauch.

Charakteristisch für die Appenzeller
Siedwurst ist ihr Kümmel-, Pfeffer- und Knoblauchgeschmack. Die Brühwurst wird entweder roh, gekocht oder pasteurisiert angeboten.

Bildquelle: http://tagesschau.sf.tv

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Wir sind keine Sklaven! - We're not slaves!

Für Jahrzehnte haben die Frauen des Broughty Castle Bowling Club (liegt in der Nähe von Dundee) jede Samstagnacht den männlichen Mitgliedern des Clubs ein Abendessen zubereitet, berichtet "The Scotsman". Den Männern wurden ihre schottischen Leibspeisen wie Hack und Kartoffel (mince and tatties), Steak-Kuchen (steak pies) und Rindfleisch mit Oliven (beef olives) in unbezahlter Liebesarbeit (unpaid labour of love) serviert.

Damit ist nun Schluss. Die weiblichen Mitglieder haben den Männern den Krieg in einer beispiellosen Schlacht der Geschlechter (unprecedented battle of the sexes) erkärt und haben ihren erstaunten Männer erzählt, dass sie die Schnauze voll hätten (that they are sick) und es müde seien weiterhin als "Küchen-Sklaven" ("kitchen slaves") behandelt zu werden.

Sie fordern eine Teilung der Aufgaben zwischen männlichen und weiblichen Clubmitgliedern oder die Übergabe der Arbeit an eine Firma.

Zur Vergeltung (in retaliation) schlagen die Männer zurück: Sie drohen der weiblichen Sektion des Clubs mit Erhöhung der Clubgebühren von £46 auf £87, es sei denn sie machen weiterhin Küchendienst.

Mrs Baxter, 73, deren Ehemann Club-Mitglied ist, beschreibt die schottischen Machos: "Die Männer denken, der Platz der Frauen ist in der Küche (the men think a woman's place is in the kitchen) und sagen das einem auch so. Wir sind ihre Sklaven." Es gibt jetzt Krieg (It's going to be war), fügte sie hinzu.

Die Männer versuchen halbherzig, das Feuer zu löschen. In einem Brief erklären sie sich sehr enttäuscht über das Verhalten der Frauen (the committee members are disappointed) bieten aber an, dass diejenigen Frauen, die weiterhin Küchendienst machen, keinen erhöhten Mitgliedsbeitrag bezahlen müssen.

In Grossbritannien ist ein neues Gleichstellungsgesetz (Single Equality Act) in Arbeit, der die derzeitigen Gleichberechtigungs- und Anti-Diskriminierungsgesetze auf neuesten Stand bingen soll. Dann soll es auch den männerdominierten britischen Clubs, die einige seltsame Regeln wie z.B. das Behandeln von Frauen als Mitglieder 2. Klasse in unsere Zeit retten konnten, an den Kragen gehen.

Die Frauen von Dundee bekommen also Rückenwind und werden die Schlacht gewinnen.

Bildquelle: http://www.glasgowguide.co.uk/GG-ORG/imgs0204/Balornock%20Bowling%20Club.JPG

Favelas wachsen

Einer Meldung des Diario do Pará ist zu entnehmen, dass die Zahl der in Slums (Favelas) lebenden Brasilianer innerhalb der letzten 15 Jahre um 42% zugenommen hat. Während in 1992 ca. 5 Millionen Personen (3,2% der Bevölkerung) in Favelas lebten, sind es nach einer neuen Studie des Pnad (Pesquisa Nacional por Amostra de Domicílios, do IBGE) ca 8 Millionen (3,8% der Bevölkerung).

Ein grosser Teil dieser Personen konzentriert sich auf die städtischen Regionen (regiões metropolitanas) von São Paulo und Rio. In São Paulo soll es nach Angaben der Stadtverwaltung 1.565 favelas geben. Die Einstufung dieser defizitären Wohnbereiche erfolgte nach den Kriterien Abwasser- und Wasserversorgung, sanitäre Anlagen, Anzahl der Bewohner pro Zimmer, Art der Konstruktion (gebrauchte Baumaterialien). Die grössten Probleme sind die Abwasserversorgung und sanitären Anlagen.

Bildquelle: http://lh4.ggpht.com/_qAOE9DBy8fQ/R8BPukIRIwI/AAAAAAAAAOY/ggpt2uXwwXg/Jan+08+-+Brazil+CD+-+Dannys+DVD+111.jpg

Bukarest und der Tourismus

Adevarul titelt heute: Erste Touristenkarte der Hauptstadt, ein Labyrinth (Prima hartă turistică a Capitalei, un labirint). Die Karte soll auf der morgen beginnenden Messe ROMEXPO vorgestellt werden. Etwas süffisant wird bemerkt, dass der ausländische Tourist als Erstes an Hand der Karte feststellen wird, dass das einzige Tourismus-Büro Bukarests gar nicht existiert.

Die Karte soll technisch in Ordnung sein - sie wurde von einer österreichischen Firma hergestellt -, das Problem liegt in der fehlenden Abstimmung zwischen der Tourismus-Behörde und der Stadtverwaltung. So können viele der auf der Karte angeführten Sehenswürdigkeiten nur von aussen besichtigt werden. Die vorgeschlagene Stadttour (Tagestour) ist nicht zu realisieren, weil der total überlastete Strassenverkehr nicht in die Kalkulation einbezogen wurde.

Die Stadtverwaltung ist am Tourismus scheinbar nicht interessiert, bei privaten Verlagen stellt sie jede Information in Rechnung. Es bleibt hier nur die Hoffnung, dass ein Umdenken einsetzt. Laut Auskunft von Reiseagenturen sind mangels umfassender Informationen zu anderen Sehenswürdigkeiten die Hauptziele der Touristen der Palast des Parlaments, früher Palast des Volkes (Palatul Parlamentului) und das Dorfmuseum (Muzeul Satului).


Bildquelle: http://www.adevarul.ro/assets/articles/2008/10/216910/untitled_5.jpg; die Sehenswürdigkeit Bukarests

Dienstag, 21. Oktober 2008

"Globo" überall

In Brasilien gibt es einen übermächtigen Medienkonzern, der sich Organizações Globo nennt. Der Schwerpunkt der Organisation liegt beim Fernsehen, wo das Unternehmen mit TV Globo einer der grössten Fernsehsender Amerikas und angeblich den drittgrösste Sender der Welt besitzt. Die Programme des Senders werden von 80 Millionen Personen täglich gesehen. Schwerpunkt sind die Telenovelas.

Der Gründer, der Unternehmer Roberto Marinho, schloss 1967 einen Kooperationsvertrag mit der Time-Life-Gruppe. Bei der damaligen Militärregierung geriet er damit in den Ruch eines Vaterlandverräters. Unternehmerisch war diese Entscheidung ein Volltreffer, denn nun war der Aufstieg von TV Globo nicht mehr aufzuhalten. Der Sender hob sich schon früh durch bessere technische und auch inhaltliche Qualität gegenüber dem ohnehin äusserst niedrigen Niveau der privaten brasilianischen TV-Sender hervor.

Der Sitz der Unternehmensgruppe liegt in Rio de Janeiro. Neben dem Fernsehen gehören auch Radiostationen und viele Zeitungen zum Konzern. Eine Medienkonzentration zum Fürchten, man muss sich nur einmal die Übersicht der Webseiten von globo.com in Internet ansehen.

Die Links zu den Webseiten von REDE Globo und der Zeitung O Globo habe ich nebenstehend in die Nachrichtenquellen aufgenommen.

Wie die obenstehende Grafik zeigt (Text: Gefahr! REDE GLOBO! Gefahr von Hirnschädigung) ist die Medienmacht vielen Brasilianern ein Dorn im Auge.

Bildquelle: http://www.novae.inf.br/userimages/Perigo_Rede_Globo_by_Latuff2.jpg

Die Zeit der "bolets"

Die Katalanen sind grosse Pilzliebhaber. Auf Katalanisch werden Pilze "bolets" genannt, in der spanischen Sprache heissen sie "hongos" oder "setas". Die Wälder an den südlichen Abhängen der Pyrenäen sind beliebt bei den Pilzsammlern und in den Restaurants erhält man jetzt viele leckere Pilgerichte.

Trotzdem scheint bei vielen Sammlern das richtige Wissen über die Pilze zu fehlen. Die Generalitat de Catalunya (Landesregierung) warnt auf jeden Fall vor dem Verzehr von giftigen Pilzen und gibt Ratschläge wie man Vergiftungen (intoxicacions pel consum de bolets tòxics) vermeiden kann.

Besonders gewarnt wird vor den Pilzen der Sorte Tricholoma equestre, auch bekannt unter den katalanischen Namen verderol, groguet oder pixaconill. In spanisch (castellà) werden diese Pilze auch Reiterpilz (seta de los caballeros) genannt. Wikipedia klärt mich auf, dass dieser Pilz auf Deutsch Grünling heisst und zur Familie der Ritterpilze gehört und in der Tat sehr gefährliche Eigenschaften hat.


Bild: Pilz Tricholoma equestre; Quelle: http://lh6.ggpht.com/_ZldBi4K5u9s/Rxua6PceWAI/AAAAAAAAAGk/cIiLalYAhbU/Tricholoma_equestre.jpg

Snupfen im Elsass - grosse Reform und dicker Zorn

Ja, richtig gelesen, es heisst Snupfen und nicht Schnupfen! Snupfen ist die Abkürzung für "Syndicat national unifié des personnels des forêts et de l’espace naturel" (Nationale Einheitsgewerkschaft der Forst- und Naturparkarbeiter).

Die Zeitschrift L'Alsace berichtet heute über starke Unruhe (vive tension) und Protestdemonstrationen der Waldarbeiter in Oberhaslach. Oberhaslach ist ein kleines Vogesen-Dorf im nördlichen Elsass. Die Demo fand im Hof des Jagdhauses von Oberhaslach (la cour du chalet de chasse) statt. Grund für den Ärger ist eine beschlossene Reform des "Nationalen Büros für die Wälder" (l’Office national des forêts (ONF)) und und Schließung des Fortszentrums in Wissembourg. Das bedeutet Personalabbau und auf lange Sicht wird die Schließung der regionalen Forstämter befürchtet.

Zusammengefasst titelt L'Alsace: Elsässische Wälder: Grosse Reform und dicker Zorn (Alsace Forêts : grande réforme, grosse colère).

Bildquelle: http://www.snupfen.org/images/logosur-neige2.gif

Montag, 20. Oktober 2008

Schizophrenie in El Prat - Barcelona

Unter dem Titel: "Die Sicherheitsbehörden des Flughafens von El Prat Barcelona behandeln die Reisenden härter wie die Flughafengeschäfte" (más dura con los viajeros que con las tiendas) macht El Periódico auf eine Sicherheitslücke auf dem Flughafen aufmerksam. Ein Video zeigt, dass Flughafenangestellte ohne Kontrolle einen Wagen voll Waren für die Geschäfte in die innere Zone des Flughafens bringen können.

Man stelle sich mal vor, man versucht das als Passagier! Ein gespaltenes Sicherheitbewusstsein mit den üblichen menschlichen Unzulänglichkeiten.


Bildquelle: http://noticias.vuelosbaratos.es/wp-content/uploads/2008/07/el-prat.jpg

El Botellón macht Guadalcacín zur Stadt ohne Gesetz

Alarmierende Mitteilung des Diario Bahía de Cádiz: "El botellón", das Trinken und Feiern auf öffentlichen Strassen kommt nach Guadalcacín, einem Vorort der Sherry-Stadt Jerez de la Frontera und macht diese zu einer Stadt ohne Gesetz (“ciudad sin ley”). Vor allem an den Wochenenden steigert sich der in Spanien immer mehr zu einem Volksärgernis gewordene "botellón" zu einer Belastung ganzer Stadtteile. Die offizielle Politik steht ratlos vor dieser Art von Jugend-Kultur, die Normalbürger reagieren immer gereizter.

Guadalcacín ist an den Wochenenden scheinbar nicht mehr kontrollierbar. In der Umgebung einer Diskothek versammeln sich an den Wochenenden Hunderte von Jugendlichen. "Die Anliegerstrassen sind dann völlig vermüllt, es stinkt nach Urin und Fäkalien und es liegen Flaschen und Präservative herum...." schildert der Diario Bahía de Cádiz.

Die Bewohner des Stadtteils finden keine Ruhe und fühlen sich bedroht. Die Störenfriede fühlen sich wohl, vor allem auch, weil sich rumgesprochen hat, dass es keine Polizeikontrollen gibt.

Auch aus Sevilla kommt die Meldung, dass die Anwohner (vecinos) der
Explanada del Náutico im Stadtteil "Los Remedios" sich über tägliche "botellonas" (in der Formulierung noch eine Nummer schlimmer wie der "botellón") beklagen. Die öffentliche Sauferei soll bereits um 18 Uhr beginnen und sich bis in den Morgen verlängern.

Zum Thema "botellón" auch schon mein früherer Beitrag, erreichbar unter dem "label" "botellon".

Bildquelle: http://www.lavozdigital.es/cadiz/prensa/noticias/200808/14/fotos/002D4JE-JER-P2_1.jpg

Sonntag, 19. Oktober 2008

Montag: Der Herzinfarkt freut sich

In einer Studie der Kliniken von Ribeirão Preto, São Paulo, wird festgestellt, dass am Montag (segunda-feira) in Brasilien ein um 20% höheres Herzinfarkt-Risiko besteht. Die Angst vor dem Start in den neuen Arbeitstag und die belastende Routine (a ansiedade pela volta ao trabalho e à rotina pesada) sollen laut Ansicht der Kardiologen auslösende Faktoren für den Infarkt sein.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das Wochenende mit zuviel cafezinhos, futebol und Cachaça (Zuckerrohrschnaps) gefeiert wurde?

Bildquelle: http://www.sf.tv/webtool/data/pics/sfwissendossier/herzinfarkt.jpg

Tod in den Minenfeldern Afghanistans

The Glasgow Herald schreibt heute über die Ergebnisse eines Gerichtsprozesses, der die näheren Umstände des Todes von Corporal Mark Wright, in Afghanistan klären soll. Mark Wright stammte aus Edinburgh und war 27 Jahre alt. Der Vorfall ereignete sich im September dieses Jahres.

Corporal Mark Wright hatte die Rettung eines Scharfschützen, der in eine unmarkierte Gefahrenzone in der Provinz Helmand geraten war, zu organisieren. Dabei geriet er selbst in ein Minenfeld. Laut den Aussagen vor Gericht lag er schwer verwundet im Minenfeld und trotzdem er wusste, dass Hilfe weit weg war, führte er seinen Auftrag weiter aus, indem er seine Mit-Soldaten mit Witzen und Erteilung von Befehlen (by cracking jokes and issuing orders) von der Lage ablenkte (to keep the spirits).

Die Rettungsaktion nahte in Form eines Hubschraubers. Dieser Hubschrauber vefügte leider nicht über eine Seilwinde, die normalerweise in Minenfelder benutzt wird. Beim Landen wurden durch den erzeugten Luftsog weitere Minen ausgelöst, die Corporal Mark Wright schwer verletzten. Er starb auf dem Weg in das Krankenhaus.

Kommentar des Untersuchungsrichters zu den Vorgängen und den untauglichen Mitteln zur Rettung: "Die Verantwortlichen sollten ihre Köpfe in Scham senken" (hanging their heads in shame).

Kommentar des Lesers Tris im Glasgow Herald: "Ein Mann von Tausenden, tapfer und gut, millionenfach mehr wert wie der geistesschwache Abschaum (moronic scum), der ihn mit unzureichender Ausstattung in einen Krieg sandte, den wir nicht gewinnen werden."

Bild: Mark Wright; Quelle: http://www.themarkwrightproject.org.uk/images/Cpl-Mark-Wright.gif

Samstag, 18. Oktober 2008

Schweizer Franken läutet das Totenglöcklein

in Rumänien! Wie die Zeitschrift Gândul berichtet werden die rumänischen Banken Kredite in Schweizer Franken in Kürze einstellen. Begründung: Die Analysten erwarten, dass diese Währung in Kürze komplett von der lokalen Banken-Landschaft (peisajul bancar local) verschwinden wird.

"Der Schweizer Franken als Kreditwährung bedeutetet ein zusätzliches Währungsrisiko (un risc valutar) für unsere Kunden, da der Franken-Kurs abhängig ist vom Kurs Leu (rumänische Währung) gegenüber dem Euro und gleichzeitig vom Kurs Franken gegenüber Euro" erklärte der leitende Wirtschaftsfachmann der Raiffeisen-Bank gegenüber dem Gândul.

Eigentlich wurde dem Schweizer Franken hier seine Stärke zum Verhängnis. Viele Rumänen hatten Hypotheken-Kredite in Schweizer Franken aufgenommen, weil die Zinsen (dobânda ) kleiner waren und man damit mehr Geld aufnehmen konnte. Die internationale Finanzkrise ist diesen Kreditnehmern zum Verhängnis geworden. Der Franken ist in den letzten Monaten viel stärker gegenüber dem Leu aufgewertet worden wie der Euro, da er in schlechten Zeiten als Fluchtwährung gilt. Rumänische Hypothekenschuldner sind so in Schwierigkeiten gekommen.

Warum verschulden sich Rumänen eigentlich nicht in ihrer Landeswährung? In den neunziger Jahren zeichnete sich der Leu durch extreme Inflationsraten aus, die jedes Vertrauen in diese Währung zerstörten. Jeder Rumäne versuchte in den Besitz von harten Währungen zu kommen, um so eine gewisse Geldwertstabilität zu bekommen. Im Juli 2005 gab es eine Währungsreform in Rumänien, 1 neuer Rumänischer Leu entsprach dann 10.000 alten Rumänischen Lei. Verbunden war die Währungsreform auch mit einer solideren Geldpolitik. Seither liegt die jährliche Inflationsrate zum Teil weit unter 10%.

Bildquelle: http://storage0.dms.mpinteractiv.ro/media/1/186/3936/3325658/1/ghiseu-banca-1256257-mediafax-foto-andrei-pungovschi.jpg?width=800&height=600; rumänischer Bankschalter mit dem Schild "Nu acreditam credite în franci elveţieni" (wir geben keine Kredite in Schweizer Franken).

Keno Verseck - der deutsche Rumänienkenner

Neu aufgenommen in die "Nachrichtenquellen deutsch" habe ich die Homepage des Journalisten Keno Verseck. Keno Verseck ist mir durch sachkundige Rumänien-Reportagen in der Tageszeitung (TAZ) aufgefallen.

Die Siebenbürgische Zeitung (SbZ; Zeitung der Siebenbürger Sachsen in Deutschland) hat Keno Verseck zu seiner Person befragt. Das Interview gebe ich nachstehend teilweise wieder, das gesamte Interview kann in der SbZ nachgelesen werden.

"
Ihrer Homepage www.keno-verseck.de haben wir entnommen, dass Sie 1967 in Rostock geboren und 1984 aus der ehemaligen DDR ausgereist sind. Sie sind als Journalist tätig. In ihren Reportagen und Artikel beschäftigen Sie sich hauptsächlich mit Osteuropa und vor allem mit Rumänien. Wie kommt es, dass Sie sich gerade auf das Karpatenland spezialisiert haben?

Ich war als Kind und Jugendlicher Anfang der achtziger Jahre mehrmals in Rumänien. Mich hat damals lange Zeit die Frage beschäftigt, warum dieses Land so extrem ist, warum Ceausescu dieses Land in einen Abgrund geführt hat. Rumänien hat eine negative Faszination auf mich ausgeübt. Nach 1989 wollte ich die Chance, die Veränderungen in Osteuropa direkt zu verfolgen, nicht ungenutzt verstreichen lassen. Rumänien hat mich dabei am meisten interessiert, auch wegen meiner Eindrücke als Kind und Jugendlicher. Im Laufe der Jahre habe ich dann in Rumänien Antworten auf meine früheren Fragen gefunden.

Kürzlich wurde ihr Buch "Rumänien" aus der Länderreihe des Beck-Verlages in einer TV-Reportage im HR3 empfohlen. Können Sie uns dieses Buch kurz vorstellen?

Das Buch ist eine Landeskunde und eine Art "Einführung in Sachen Rumänien", ein Buch für alle, die mehr über das Land erfahren wollen als aus einem Reiseführer, die aber nicht ein Dutzend wissenschaftliche Publikationen in der Uni wälzen möchten, um sich einen Überblick zu verschaffen. Das ist so, als ob ich keine Lust hatte, stundenlang zu kochen und mir ein Fertiggericht bestelle. Ich hoffe, mein "Fertiggericht" schmeckt nicht wie eine Dosensuppe von Aldi. Kürzlich ist die zweite, aktualisierte Auflage des Buches erschienen. Ich habe versucht, Rumäniens politische und kulturelle Geschichte darzustellen. Kritisch, entmythisierend, ohne dabei auf die Rumänen herabzublicken, aber auch ohne auf die leider so modische Verständnisdrüse zu drücken. Wer nach Rumänien fährt und beispielsweise sieht, dass in siebenbürgischen Städten die Parkbänke in den rumänischen Nationalfarben gestrichen sind, sich das aber nicht erklären kann, der wird, so hoffe ich jedenfalls, in diesem Buch eine etwas Tiefergehende Antwort finden.

Können Sie uns Ihre Homepage www.keno-verseck.de kurz vorstellen?

Die Webseite hat meine Schwester gestaltet, die ich hier nebenbei als ausgezeichnete Web-Designerin empfehlen kann. Auf meiner Seite befinden sich einige Rumänien-Reportagen, Kolumnen, einige Hinweise zu meinem Buch sowie ein kurzer Lebenslauf von mir. Das Beste an der Seite finde ich, wie gesagt, das Design, welches meine Schwester entworfen hat."

Bildquelle: http://www.chbeck.de/productimages/rsw/images/products/9783406558351.jpg

Freitag, 17. Oktober 2008

Geschwindigkeitsbeschränkung halbiert Zahl der Todesfälle in Barcelona

Im Grossraum Barcelona gibt es seit 1. Januar für viele Strassen eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 km/h (limitación de la velocidad a 80 kilómetros por hora). Laut La Vanguardia hat der Katalanische Verkehrsdienst (Servicio Catalán del Tráfico (SCT)) eine Zwischenbilanz gezogen. Laut dem Director des SCT, Josep Pérez-Moya, waren die Geschwindigkeitsbeschränkungen ein voller Erfolg. Seit der Einführung der Geschwindigkeitsbeschränkungen gab es auf den betroffenen Strecken 325 Unfälle (accidentes) mit 5 Toten (muertos), 19 Schwerverletzte (heridos graves) und 389 Leichtverletzte (heridos leves).

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutete dies bei den Todesfällen ein Absinken um 50% (von 10 auf 5) und bei den Verletzten ebenfalls um eine Verminderung um 50%. Das SCT feiert dies als ein Erfolg der Geschwindigkeitbeschränkungen, die dazu geführt haben, dass es auch weniger Staus (retenciones) gab.

Man könnte meinen, dass die überwiegende Mehrheit der Verkehrsteilnehmer nun positiv von den Zahlen überrascht sind und die Massnahme als äusserst sinnvoll anerkennen. Weit gefehlt, eine Internet-Umfrage von La Vanguardia mit dem Inhalt "Sind sie einverstanden, dass die Geschwindigkeit auf den Zufahrtsstrassen zu den Gemeinden (en los accessos a los municipios) auf 8o km/h beschränkt wird?" ergab bei 10013 teilnehmenden Personen, dass 76% mit "nein" abgestimmt haben, d.h. sie hielten von Geschwindigkeitsbeschränkung gar nichts.

Es gibt wohl noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten!

Bild: Autobahn Barcelona; eigene Quelle

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Meerenge von Gibraltar - die nächste Katastrophe wartet

"El Estrecho" (die Meerenge), wie die Spanier sie nennen, ist eine der meistbefahrenen Wasserstrassen der Welt. Über 100.000 Schiffe wechseln im Jahr vom Atlantik ins Mittelmeer und umgekehrt, ein grosser Teil davon sind riesige Öltanker. Gleichzeitig kreuzen eine Unmenge Fähren deren Route. Hinzu kommt, dass die meteorologischen Bedingungen durch stürmische Winde von Osten (Levante) und vom Westen (Poniente) gekennzeichnet sind.

Der Journalist (periodista) José Bejarano schildert in seinem Blog die derzeitige Situation. Seiner Ansicht nach ist unter den gegebenen Bedingungen die Meerenge ein geeigneter Ort für die Risiko-Seefahrt (navegación de riesgo). All dies habe bisher nicht dazu geführt, dass die Sicherheitsvorschriften verschärft wurden. Deshalb komme es auch dauernd zu mehr oder weniger schweren Unfällen, die eine Landschaft vergiftet, die ein Biosphären-Reservat ist und die grösste Walfisch-Population (la mayor población de cetáceos) des Mittelmeeres beherbergt.

Im vergangenen Jahr wurde die Meerenge durch die Abfälle (vertidos) der Schiffe (buques) "Samotrakis", "Sierra Nava" und "New Flame" und in diesem Jahr "Fedra" (war bei einem Unwetter auf Grund gelaufen und in zwei Teile zerbrochen) und "Tawe" verseucht. Diese Schiffe sind bekannt bei den Hafenbehörden durch ihre dauernden Verstösse gegen die Vorschriften. Die Regierung von Gibraltar mache es sich sehr leicht, indem sie an allem dem Wetter Schuld gebe.

José Bejarano fasst noch einmal zusammen, was diese Meerenge zum Pulverfass für die Umwelt macht: Exzessiver Verkehr, der schlecht kontrolliert wird bei bei schwierigen meteorologischen Bedingungen (condiciones climáticas adversas), eine enorme Konzentration von vor Anker liegenden Schiffen, die ihre Treibstoff-Tanks über das sogenannte "Bunkering" (schwimmende Zisternen /cisternas flotantes) versorgen, Schiffe deren Inhaber systematisch Navigationsregeln verletzen und Behörden, die vor all dem die Augen verschließen.

Bildquelle: http://www.conoceceuta.com/0020-01mapa_estrecho_gibraltar_small.jpg

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Paraiba - João Pessoa

Paraiba ist ein kleiner brasilianischer Bundesstaat nördlich von Pernambuco. Die Hauptstadt ist João Pessoa, eine Stadt am Atlantik mit ca. 600.000 Einwohnern. João Pessoa ist eine sehr grüne Stadt. Hinsichtlich der Grünanlagen soll die Stadt den zweiten Platz auf einer Weltrangliste der UNO (nach Paris) und den ersten Platz unter den Städten Brasiliens besetzen.

Für diesen Ruf sind die zwei grossen Reserven Atlantischen Regenwaldes inmitten der Stadt verantwortlich: der "Mata do Buraquinho" - mit mehr als 400 Hektar und der "Parque Arruda Câmara". Gerade letzterer, auch "Bica" genannt, ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische wie für Touristen.

"Während man in anderen Küstenstädten die Wohn- und Geschäftszentren vertikalisiert, gigantische Wolkenkratzer aus Stahlbeton und Glas auf die alte natürliche Landschaft setzt, versuchen die Stadtplaner von João Pessoa andere Massstäbe anzulegen: hier existiert ein Gesetz, welches die Konstruktion von Gebäuden über drei Stockwerke hinaus verbietet. Und das beweist ebenfalls, dass man sich hier Gedanken über den Schutz und die Erhaltung der Umwelt macht." lobt das Brasilien-Portal die Stadt.

Als Nachrichtenquelle für Paraiba habe ich den "Jornal da Paraíba" ausgesucht und in die beiliegende Liste übernommen. Ausgerechnet im "Jornal da Paraíba" wettert heute der Journalist Marcos Tavares gegen die umweltschonende Politik der Verantwortlichen von João Pessoa. Er hält es für hinverbrannt, dass man an der Strandpromenade höchstens 3 Stockwerke bauen darf. "Die Strandline (a beira-mar) gibt es nur für einige Privilegierte, die die Meeresbrise geniessen können" kritisiert er. Dass Hochhäuser dafür dem Hinterland die "Brise" nehmen, ist für ihn keinen Kommentar wert. Jetzt soll sogar verboten werden, dass am Strand Areale mit Ketten abgegrenzt werden, z.b. Strandbars, und die Vermietung von Stühlen und Liegen verboten wird. Das hält er für den Gipfel der Dummheit in der Tourismus-Politik.

Bildquelle: http://www.joao-pessoa.com/photos/manaira.jpg

Dengue soll jetzt energisch bekämpft werden

Unter Bezug auf meine bisherigen Berichte zum Dengue-Fieber gibt es heute eine positive Nachricht aus Brasilien: Das Gesundheitsministerium in Brasilia hat jetzt 1 Milliarde R$ zum Start einer neuen Kampagne zur Bekämpfung des Dengue-Fieber freigegeben (Nova Campanha Nacional de Combate à Dengue). Die Summe entspricht etwa 350 Millionen Euro.

In diesem Jahr gab es in Brasilien bereits 700.000 Fälle von Dengue. Dengue ist eine fiebrige Erkrankung (uma doença febril), die vor allem in tropischen und subtropischen Ländern vorkommt und durch die Mücke Aedes Aegypti (mosquito Aedes Aegypti) übertragen wird.

Die vorhergehenden Berichte können durch Klick auf den Label "dengue" in der linken Spalte erreicht werden.

Bildquelle: http://www.observatoriodoalgarve.com/cna/Images%5Cmosquito-aedes-aegypti.jpg

Dienstag, 14. Oktober 2008

Kafkaeske Erfahrungen mit Coliposte

Der Blogger Eric aus Frankreich berichtet in seinem Blog "PresseCitron", den ich heute neu in meine Blog-Liste aufgenommen habe, über eine deprimierende Erfahrung mit der französischen Gepäckpost. Unter dem Titel "Ne vous déplacez pas, de toute façon vous étiez absent" (gehen sie nicht weg, auf jeden Fall werden sie abwesend sein) berichtet er über eine nur auf dem Papier stehende Dienstleistung der Gepäckzusteller.

In der Episode 1 wird ihm in seiner Abwesenheit vom Postboten (facteur) ein Paket gebracht. Wie er nach Hause kommt findet er den Auslieferungszettel (le bordereau) in seinem Briefkasten, auf dem er in großen Buchstaben daraufhingewiesen wird: "Gehen sie nicht weg" (Ne vous déplacez pas). Er soll am andern Morgen zwischen 9 und 12 Uhr den Boten erwarten. Bittere Bemerkung von Eric dazu: Scheinbar haben die Postmenschen (les postiers) noch nicht begriffen, dass sie im Dienst des Kunden stehen und nicht umgekehrt.

Episode 2: Am nächsten Morgen steht sich Eric freiwillig "zwischen 9 und 12 Uhr" die Beine in den Bauch (je poireaute), da er die Lieferung kein zweitesmal verpassen möchte. Da niemand kommt geht er zu seinem Briefkasten (boîte aux lettres) und findet einen 2. Auslieferungszettel mit der Bemerkung "Sie waren abwesend" (Vous étiez absent). Weder hat der Briefträger an die Tür geklopft noch hat er geklingelt, sondern ging ganz einfach davon aus, dass er Empfänger wieder nicht zu Hause ist trotz der strengen Aufforderung: "Gehen Sie nicht weg" vom Vortag. Jetzt bleibt ihm nichts anderes übrig als das Paket abzuholen. Vorher versucht er aber noch telefonisch über die angegebene Service-Nummer etwas über die Zustellung seines Paketes zu erfahren. Er landet - wie wäre es anders zu erwarten - bei einem Antwort-Automaten, der ihn bittet die 12 Ziffern des Lieferscheins vorzulesen. Leider versteht der Automat die von dem wütenden Eric durchgegebenen Ziffern nicht. "Dieser Saukerl von Machine (cette saloperie de machine) will nicht verstehen, was ich ihm sage", tobt Eric.

Für ihn gibt es nur eine Schlussfolgerung Coliposte ist nur für eine Sache gut: Für die Zustellung von Auslieferungszetteln. In dieser Sache sind sie extrem effizient (là ils sont terriblement efficaces).

Bildquelle: http://www.presse-citron.net/wordpress_prod/wp-content/uploads/poste1.gif

Montag, 13. Oktober 2008

Fred the Shred - Versager in der Finanzkrise

Der Journalist Bill Jamieson schreibt heute in The Scotsman einen Artikel über Schottlands Bankenwesen, der sehr deprimierend beginnt: "Von stolzen Banken-Ikonen zu zwei erniedrigten (humiliated), nationalisierten Rumpfbanken: Schottlands zwei grösste Banken (Royal Bank of Scotland /RBS und Halifax Bank of Scotland / HBOS) werden vor dem Kollaps gerettet, aber zum Preis einer stolzen, jahrhundertealten Unabhängigkeit (at the price of a proud, centuries-old independence).

Keiner steht mehr für Aufstieg und Fall der RBS wie Sir Fred Goodwin, der den Übernamen (nickname) ‘Fred the Shred’ (Fred, der Schredder) bekam, nachdem er nach Übername der NatWest-Bank 18,000 Arbeitsplätze strich. Er machte die RBS von einer bescheidenen britischen Bank zu einer der 5 grössten Banken der Welt. Er wurde zu Schottlands bekanntesten und respektiertesten (best-known and respected business figure) Geschäftsmann. Gekauft hat er, was das Zeug herhält: NatWest, Coutts, Adam & Co, Direct Line, Ulster Bank, Churchill und Citizens Bank in den USA. Wachstum durch Zukäufe war sein Motto. Kurz vor Beginn der Krise wurde noch die holländische ABN Amro geschluckt. Seither erwies sich immer mehr, dass alles was Sir Freddy gemacht hatte, auf Sand gebaut war. Die Aktien der RBS stürzten ins Bodenlose.

Was bekommt man für eine solch gelungene Geschäftsführung? Letztes Jahr erhielt er 4,2 Millionen englische Pfund (ca 5,4 Mio Euro). Dieses Jahr müsste er mindestens noch das Basis-Gehalt von 1,2 Mio Pfund erhalten, seine Aktion-Optionen sind gottseidank durch eigenes Verschulden nichts mehr wert. Hinzu kommen noch riesige (huge) Pensionsansprüche.

Leser Jock MacSprog aus Edinburgh zieht folgenden Schluss aus den Ereignissen: "Sagt auf Wiedersehen zum schottischen Nationalismus und zur Unabhängigkeit für dieses Jahrhundert! Unsere beiden Ikonen tanzten sich aus und wurden von der BRITISCHEN Regierung gerettet. Salmond (schottischer Ministerpräsident) lässt seinen Kopf in Scham und Verlegenheit hängen (say goodbye to Scottish Nationalism and Independence for this Century ! Our two Icons bailed out and saved by the BRITISH government. Salmond hanging his head in shame and embarrasment.)


Bildquelle: Fred Goodwin; http://editorial.jpress.co.uk/web/Upload/TS//TH1_1210200846goodwin.jpg

Sonntag, 12. Oktober 2008

Umstrittener Nationalfeiertag - Dia de la Raza

Die Spanier feiern heute ihren Nationalfeiertag. Er trägt verschiedene Namen, ein ganz seltsamer ist der "Dia de la Raza" (Tag der Rasse), offizieller Weise heisst er jetzt "Dia de la Hispanidad" (Tag des Spanischtums). Der Tag soll an die Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus erinnern. Am 12. Oktober 1492 soll der Matrose Rodrigo de Triana erstmals Land gesehen haben. Der Tag wurde 1913 per Dekret durch die spanische Regierung zum Feiertag erklärt.

Der Tag soll aber auch die Verbundenheit Spaniens mit seinen ehemaligen Kolonien bezeugen. Deshalb wird der Tag auch gleichzeitig in mehreren südamerikanischen Kolonien gefeiert. Von 1918 bis 1958 lautete die offizielle Bezeichnung "Fiesta de la Raza". Danach wurde der Tag in den "Dia de la Hispanidad" umbenannt. Im Volksmund und auch in einigen südamerikanischen Ländern hält sich bis heute noch die ältere Bezeichnung.

Aus der alten Bezeichnung spricht der grobschlächtige Rassismus der Kolonialzeiten. In Argentinien gibt es zum Beispiel eine Bewegung, die diesen Tag in "Día de la Diversidad Cultural Americana" (Tag der kulturellen amerikanischen Diversität) umbenennen möchte. An die Ureinwohner hatte man früher keinen Gedanken vergeudet. Inzwischen mehren sich die kritischen Stimmen, die diesem Feiertag einen weiteren Sinn geben wollen.

Am heutigen Tag wird in offiziellen Veranstaltungen die spanische Flagge geehrt (bandera española). Dies hat in Barcelona zu Protesten geführt, denn diese Fahne ist bei den Katalanen unbeliebt. Auch will ein Teil der Katalanen mit diesem Tag nichts zu tun haben, schließich ist dies auch der Lieblingstag der Faschisten und Franco-Nostalgiker.

Madrid bleibt als Hauptstadt das Zentrum der Feierlichkeiten. Dieses Jahr stehen sie unter einem schlechten Stern: Es regnet so ausgiebig, dass die Zeremonien eingeschränkt werden mussten.

Bildquelle: http://www.vistazoalaprensa.com/imagenes/firmas
/hispanidad.jpg; unschlüssiger Spanier rätselt über den Sinn des 12. Oktober

Samstag, 11. Oktober 2008

Wahlkampf im rumänischen Hollywood

Der Ort Buftea, einige Kilometer nördlich von Bukarest, war zu Zeiten der sozialistischen Republik das rumänische Hollywood. Hier war die staatliche Filmproduktion angesiedelt. Auch heute liegen hier noch mehrere rumänische Filmstudios. Jetzt auch bekannt durch die Schweizer Wurst- und Fleischfabrik "Angst", die in Buftea ihre Zentrale hat.

In Rumänien ist zur Zeit Wahlkampf. Der Premierminister, Călin Popescu-Tăriceanu, hatte laut einem Bericht der Internet-Zeitschrift "Gândul" gestern einen Wahlkampfauftritt in Buftea. Călin Popescu-Tăriceanu lobte die rumänische Wirtschaftsentwicklung, für die Rumänien von andern Ländern beneidet würde (performanţă pentru care omologii mei din străinătate mă invidiază). Namentlich als Neidhammel wurde Berlusconi benannt, der dem rumänischen Premier schon gestanden hatte, dass er eine solche Entwicklung sich wünschen würde, wenn er nochmals von Null anfangen könnte.

Die Veranstaltung fand vor dem Bürgermeisteramt (Primăria) von Buftea statt. Die Örtlichkeit beschreibt Gândul wie folgt: Das Bürgermeisteramt von Buftea liegt wie eine eierlegende gelbe Henne am großen Platz inmitten von Häuserblocks aus der Ceauşescu-Zeit (blocurile ceauşiste). Gegenüber steht eine Statue von Eminescu, der man ansieht, dass sie aus billigstem Material gefertigt ist.

Bild: Wahlveranstaltung vor Bürgermeisteramt Buftea; Quelle: http://corvin.weblog.ro/usercontent/19774/diverse/100_2744.JPG

Freitag, 10. Oktober 2008

Itaituba gegen Wasserkraftwerk am Tapajos


Die brasilianische Regierung plant eine neues Wasserkraftwerk am Rio Tapajos (südlicher Nebenfluss des Amazonas). Die Bewohner der Gemeinde Itaituba wollen nach einem Bericht des Diário do Pará gegen diese Entscheidung klagen. Die Regierung räumt dem Tapajos grosse Priorität für die Elektrizitätsgewinnung und den Transport von Getreide nach Mato Grosso ein. Der Sprecher einer Gruppe von 16 Bewohner drückt seine Besorgnis über die Entscheidung aus. Der Fluss werde von den Betreibern mit Dynamit erweitert werden, um mehr Tiefe zu bekommen. Dadurch sind erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und das Leben der Anwohner zu erwarten. Eine der ersten Auswirkungen sei, dass durch den höheren Wasserstand viele Anlieger-Gemeinden überschwemmt würden. Die Regierung wiegelt ab. Selbstverständlich werde das Kraftwerk nur gebaut, wenn eine Studie bestätigt habe, dass keine schädlichen Auswirkung auf die Umwelt zu erwarten sind. Wirtschaftskreise weisen daraufhin, dass Brasilien einen jährlichen Energiemehrbedarf von 5% und die Nordregionen sogar einen jährlichen Mehrbedarf von 12% habe. Letztere vor allem wegen der vielen Bergbau-Beriebe in der Region. Hinter dem Widerstand werden Ausländer ausgemacht. Der Präsident der Kommission des Centro das Indústrias do Pará (CIP), José Maria Mendonça, behauptete: "Unglücklicherweise wird der einzige Widerspruch formuliert von ONGs (Nichtregierungsorganisationen), in ihrer grossen Mehrheit europäische Organisationen, die sich für die Entwicklung dieser Nation nicht interessieren."

Bildquelle: Itaituba am Tapajos; http://www.riotapajos.com.br/galeria/albums/userpics/10001/itaituba.jpg

Le Clézio - Nobelpreis für Literatur

Jean-Marie Gustave Le Clézio hat den diesjährigen Literatur-Nobelpreis bekommen. Weltweit wurde dies als eine grosse Überraschung angesehen. Wie waren die Schlagzeilen in der Welt des "Angelesenen":

"Dernièrs Nouvelles d'Alsace":
Le Clézio, der Erforscher der Menschlichkeit (explorateur d'humanité)

"Jornal do Brasil":
Ein Nobelpreis zugunsten des Bruchs (um prêmio em favor da ruptura).

"El Pais":
Le Clézio, der Nobelpreis der Entwurzelung (del desarraigo). Triumph der französischen Literatur. Ein Wechsel ohne Glanz (un aval sin resplandor).

"Adevarul":
Ein Nobelpreis für einen französischen Abenteurer (pentru un aventurier francez).

"The Guardian":
Nobelpreis stellt französischen Literatur-Stolz wieder her (restores French literary pride). Le Clézio gewann gestern den Nobelpreis für Literatur und rettete damit Paris aus seiner Depression (lifting Paris out of its depression) über den kulturellen Niedergang der Nation.

"Neue Zürcher Zeitung":
In Leben und Werk ein Sonderling.

Bildquelle: http://www.dna.fr/photos/20081010_DNA049734.jpg (Photo AFP)

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Wieviel verdienen denn die Rumänen durchschnittlich?

Die "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" (ADZ) berichtet heute unter dem Titel "Weniger netto, mehr brutto /Reallöhne sinken im August um 2,3 Prozent" über das Lohnniveau in Rumänien. Danach beträgt das durchschnittliche Monatsgehalt in Rumänien nach Feststellungen des statistischen Instituts 1.277 Lei. Dies entspricht 362 Euro.

Der Lohnrückgang wird auf auf niedrigere Prämien sowie auf saisonbedingte Produktionsrückgänge im August zurückgeführt. Seit der rumänischen Preisliberalisierung im Oktober 1990 sind Reallöhne um 22 Prozent gestiegen.

Bildquelle: http://www.moneypedia.de/images/thumb/1/14/100_Lei_05_Vs.jpg/230px-100_Lei_05_Vs.jpg

Pernambucanisches Mülltrennungserlebnis in Spanien

Julia Kacowicz lässt in ihrem "Blog do meio ambiente" ihre Freundin Juliana (siehe Bild) aus Europa berichten. Juliana reiste das erste Mal nach Europa, um ihren seit 6 Jahren in Salamanca / Spanien lebenden Bruder zu besuchen. Sie war sehr gespannt und ein bisschen aufgeregt, was sie da erwartete.

Es lief auch alles gut, nur eines hatte sie verwundert: Sie wollte ihm immer eine saubere Wohnung hinterlassen, deswegen warf sie alle Reste, sei es nun Packungen, Papier oder Essensreste in die gleiche Mülltonne (no lixo). Eines Tages sah das ihr Bruder und fragte sie: "Warum wirfst Du diese Plastikverpackung in den Mülleimer?" Sie anwortete: "Ich habe das weggeworfen, sollte das aufbewahrt werden?" Darauf er: "Nein, aber die Plastiverpackungen müssen in diesen andern Mülleimer geworfen werden. Du hast das zum Bio-Müll geworfen (junto do lixo orgânico)”.

Juliana war dann doch sehr verwundert, denn von früher her in Recife kannte sie ihren Bruder nicht als Mülltrenner. Nun konnte er seine Schwester überzeugen, dass Mülltrennung einfach ist und kaum Arbeit macht. "Eine weitere Lektion, die ich gelernt habe und jetzt auch in Recife praktizieren werde", sichert sie ihrer Freundin Julia Kacowicz zu.

Bildquelle: http://blogs.diariodepernambuco.com.br/meio_ambiente/wp-content/uploads/2008/10/colaresverde.jpg

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Schrecklicher Lapsus eines spanischen TV-Sprechers

Laut einer Mitteilung der Zeitung "ABC de Sevilla" hat sich der Nachrichtensprecher Jesús Álvarez für seinen Lapsus in der gestrigen Nachrichtensendung des spanischen Fernsehens, TVE, entschuldigt. Es ging um Fussball und zwar um das schlechte Abschneiden der Mannschaften von Madrid (Atletico und Real) gegenüber den katalanischen Mannschaften Barcelona und Español. Der Nachrichtensprecher sagte nun nicht, dass die Madrider Mannschaften schlecht abgeschnitten haben, sondern dass die spanischen Mannschaften (había sido una mala jornada para los equipos españoles) schlecht abgeschnitten haben.

Der Arme! Das war wieder einmal die Arroganz der Madrileños gegenüber dem Rest Spaniens! Sofort schwappte der Verdacht hoch, dass die Misserfolge Madrid's nationalisiert werden sollten. Dabei beteuerte Jesús, dass er sich nur versprochen hat, weil er improvisieren musste.

Sturm im Wasserglas? Nicht in Spanien, das zeigen die Kommentare der Leser. Stellvertretend dafür der Leser Morado: "Auf der Rechten (a la derechona) verraten sie sich manchmal mechanisch und unbewussterweise (le traiciona de manera mecánica el subconsciente). Katalonien und die katalanische Sprache sind älter wie Spanien und die spanische Sprache, so sagt das ein hispanischer Philologe (un filólogo hispánico). Es gereicht somit zur Ehre, um Entschuldigung zu bitten."

In deutschen Medien erschien die Meldung auch mit der Überschrift: "Barcelona nicht mehr spanisch?"

Bild: Jesús Álvarez; Quelle: http://tbn0.google.com/images?q=tbn:45a_EPQqSmTjyM:http://www.rtve.es/tve/informa/fichas/images/jesusalvarez.jpg

Dienstag, 7. Oktober 2008

Überfall auf Bus: Passagier schießt zurück

Der Correio da Bahia berichtet, dass heute morgen im Stadtteil Águas Claras von Salvador Bahia ein Bus von 2 Angreifern überfallen wurde. Im Bus eröffnete daraufhin ein bewaffneter Passagier (passageiro armado) das Feuer auf die Angreifer. Es kam zu einer Schiesserei im Bus, unter den ungefähr 30 Passagieren brach eine Panik aus. Glücklicherweise wurden nur die Angreifer verletzt. Ein Notfallwagen des "Serviço de Atendimento Móvel de Urgência (Samu)" kümmerte sich um die ärztliche Versorgung der Angreifer, die zwischen 25 und 30 Jahren alt waren.

Durch den Vorfall kam der Morgenverkehr in Salvador zum Erliegen (o trânsito ficou congestionado).

Die Finanzkrise

Das zur Zeit beherrschende Thema in der Weltpolitik ist die Finanzkrise. Die selbstverschuldete Finanzkrise der Börsen- und Bankenwelt, die im Moment die Weltwirtschaft bedroht. Ich habe mich einmal in meinen Nachrichtenquellen umgesehen wie in andern Ländern die Schlagzeilen dazu lauten und wie sprachlich mit den Worten zur "Finanzkrise" umgegangen wird.

Der Correio da Bahia aus Salvador Bahia zitiert den Papst mit den folgenden Worten zur "crise financeira mundial": "Dinheiro não é nada" (Geld ist nicht alles). Damit haben wir den portugiesischen Begriff für die Krise: crise financeira mundial. Ein anderes Wort hat in den letzten Wochen in diesem Zusammenhang auch für viel Furore gesorgt, nämlich das "Hilfspaket" der Regierungen. Dieses Wort übersetzt der Correio mit "pacote de socorro".

Die spanische El Pais spricht von "Crisis financiera mundial". Hier gibt es also eine kleine sprachliche Abweichung von der portugiesischen Version. Der Papst spielt nicht die Hauptrolle, sondern wichtiger ist die Absicherung der Sparguthaben für die die spanische Regierung eine Garantie bis zu 100.000 Euro - "la garantía de los ahorros" - abgegeben hat.

Le Monde spricht nur von der "crise financière", das Wort "Welt" fehlt. Allerdings nimmt die Berichterstattung dazu breiten Raum ein. Ein interessantes Wort taucht bei Le Monde auf, das der "Parachutes dorés" also der vergoldeten Fallschirme, bei denen die Finanzjongleure mit dicken Abfindungen aus ihren Verträgen entlassen werden, damit sie nicht zu hart fallen. Die Garantie der Sparer-Konten heisst bei Le Monde "garantie des dépôts des épargnants".

The Scotsman aus Edinburgh spricht von einem andern Tag des Finanzdesasters (day of financial woe). Hier stehen im Mittelpunkt die Aktien der "Royal Bank of Scotland" (RBS), die heute in den Tiefflug übergegangen sind. Die Finanzkrise wird hier als "the global financial crisis" bezeichnet. Der Kommentator des Scotsman verwendet im Zusammenhang mit den Aktionen des Schatzkanzlers Alistair Darling folgende schöne Begriffe: "Er hätte beim grössten Ausverkauf der UK-Banken stumm bleiben (to keep schtum), er hätte auch Hackfleisch verkrümmeln (have muttered mince) oder Mist reden (talk rhubarb) können. Der Kommentator schließt dann den Satz an: "Das ist in der Tat das, was er getan hat" (In fact, that's more or less what he did).

Adevarul aus Bukarest bezeichnet die Finanzkrise im deutschen Stil als "criza-financiara", um die sich die "lumea" (Welt) kümmert. Es wird über den EU-Beschluss über die Höhe der garantierten Bankguthaben (suma minimă garantată pentru depozitele bancare) berichtet.

Und zuletzt noch ein Blick nach Schaffhausen, in die Schweiz: Die Schaffhauser Nachrichten berichten von der Sorge um die Finanzkrise, die gestern die Börsenkurse hat purzeln lassen. Wobei die Börsenkurse in der Schweiz auch tauchen können: "Getaucht sind vor allem die Bankentitel". Auch sonst geht in der Schweiz die Angst um, denn "die Einlagensicherung in der Schweiz sei nicht ganz optimal und werde sicherlich überprüft", sagte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf am Montagabend in der «Tagesschau».

Bildquelle: http://medias.lemonde.fr/mmpub/edt/ill/2008/04/08/h_2_ill_1032194_e.jpg

Montag, 6. Oktober 2008

Wer baut heute noch Kathedralen?

Die rumänisch orthodoxe Kirche (Biserica ortodoxa Română) plant das für Bukarest. Der Standort liegt neben dem Palast des Volkes (Palatul Poporului) - Ceausescu's megolomanischem Gebäude. Laut einer Mitteilung der Allgemeinen Zeitung für Rumänien (ADZ) soll jetzt mit dem Bau begonnen werden. In 7 Jahren soll die Kathedrale fertiggestellt sein.

Der überglückliche Patriarch (Preafericitul Părinte) Daniel hat aber jetzt darauf hingewiesen, dass die neue Kathedrale kein Palast, sondern eine Kirche werden solle. Es war auch einmal anders geplant! Überglücklich ist der Patriarch von Amts wegen, denn das Wort "preafericitul", das mit
überglücklich übersetzt werden muss, ist seine offizielle Amtsbezeichnung. Die Kathedrale soll zwei Untergeschosse haben und eine Höhe von 100 m erreichen, soll sich aber durch ausgewogene, harmonische Proportionen auszeichnen. Ein Vergleich: Der kölner Dom erreicht 157 m.

Die orthodoxe rumänische Kirche hat nach dem Sturz Ceausescu's expandiert und ist jetzt auch Inhaberin einer Radiostation (Radio Trinitas) und eines Fernsehprogromms (Televiziunea TRINITAS) sowie eine Zeitung namens "Ziarul Lumina". Die rumänische orthoxe Kirche bezeichnet diese Zeitung als die erste christliche Tageszeitung Rumäniens und demzufolge auch die einzige christlich-orthodoxe Tageszeitung der Welt (singurul cotidian creştin ortodox din lume).

Den Internet-Link zum rumänischen Patriarchat habe ich heute in die Nachrichtenquellen aufgenommen.

Sonntag, 5. Oktober 2008

Bretonen helfen Sorben

Einen interessanten Bericht veröffentlichen heute die "Dernières Nouvelles d'Alsace" (DNA) über die deutsche Minderheit der Sorben.

Die DNA berichtet, dass die Sorben eine slawische Minderheit im Osten Deutschlands sind, die von den Nazis unterdrückt (réprimée par les nazis) und von der DDR vernachlässigt (délaissée par la RDA) wurden. Es wird festgestellt, dass das Sorbische zwar noch nicht auf der Liste der gefährdeten Sprachen der UNESCO steht, aber immer weniger Sorben
beherrschen ihre Sprache noch.

Und hier setzt eine freundschaftliche Hilfsaktion aus Frankreich ein: Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 setzte sich ein bretonischer Lehrer in seinen Lieferwagen und machte eine "Tour de l'Europe" auf der Suche nach einem Schüleraustausch mit Schülern, die eine Minoritäten-Sprache sprechen. Der Lehrer hiess Robert Pellen und er erläuterte seine Absicht folgendermaßen: "Im Gegensatz zu den Elsässern haben wir geographisch keine Grenze mit einem Land, das dieselbe Sprache spricht. Und nach einem relativen Desinteresse für die regionalen Sprachen in den 50er und 60er Jahren gab es eine Zurückbesinnung auf die eigenen kulturellen Wurzeln." So wurde ein Schüleraustausch zwischen Bretonen und Sorben organisiert. Zudem haben die Sorben Interesse für das bretonische "DIWAN-Programm" gezeigt. DIWAN ist ein bretonisches Wort und heisst "Keim". Das Programm hat zum Ziel, Kindern schon im Kindergarten die bretonische Sprache zu lehren (l'immersion de l'enfant dans la langue bretonne dès l'école maternelle).

In Anlehnung daran gibt es seit 1998 bei den Sorben das Programm "WITAJ" (Willkommen). Auch hier sollen die Kinder in frühem Alter mit ihrer Sprache befasst werden. Laut DNA erweckt das Programm sether steigendes Interesse.

Die Elsässer beobachten die Aktivitäten der Bretonen schon seit langem mit einem neidvollen Interesse. Das Selbstbewusstsein der Bretonen hätten sie gerne, wenn es um die Verteidigung ihres deutsches Dialekts, des Elsässischen geht. Aber eben, die Geschichte macht es ihnen schwer.

Katalanen türmen wieder

Castell, die katalanische Bezeichnung für Turm, wird in Katalonien erweitert zu "Els Castellers", den Türme-Erbauern. Ein katalanischer Landessport auf Volksfesten ist es, Menschentürme zu bauen. Bei der Konstruktion der Türme gibt es gewisse Regeln und jede Turmfigur hat seine Fachbezeichnung. Nach Möglichkeit sollte aber jeder Verein eine möglichst eigene Choreographie für seine Turm-Konstruktion haben.

Das Bild stammt aus dem "Avui" von heute, der damit die Castellers de Vilafranca vorstellt. In Tarragona laufen zur Zeit der XXII Concurs de Castells de Tarragona (12. Turm-Wettbewerb). Vilafranca hat eine Figur hingestellt, die sich "amb un 4 de 9 amb folre i agulla" nennt. Wie soll ich das übersetzen? Ein Versuch: "Mit einem 4 von 9 mit Stockwerk und Nadel". Die Übersetzung ist natürlich völlig daneben, weil zu wörtlich. Irgendwie lautet der Fachausdruck "Turm aus 4 Personen auf 9 Ebenen mit einer Zwischenplattform und einer Säule".

Soll mich keiner steinigen, wenn diese Erklärung völlig daneben war!

Bildquelle: http://multimedia.avui.cat/redaccio/08/10/081005_134501_6080.jpg

Samstag, 4. Oktober 2008

Tapas in Pizarra

Die Kleinstadt Pizarra, 30 km nordwestlich von Málaga gelegen, feiert dieses Wochenende die II Ruta de la Tapa, brutal übersetzt mit der "2. Häppchen-Strasse". Nun ist es vermutlich eine Sünde "Tapas", die kleinen Spezialitäten der spanischen Küche, mit "Häppchen" zu übersetzen. Das Wort ist eigentlich nicht übersetzbar und setzt sich international inzwischen genauso durch wie es die italienische Pizza getan hat.

Die Organisatoren haben eine Karte herausgegeben mit den Restaurants, die die Tapas anbieten. Diese kann - oder soll - man ablaufen, bekommt einen Stempel und stimmt bei jedem Restaurant ab, welche Tapa am besten geschmeckt hat. Da bleibt zu hoffen, dass die Tapas wirklich klein sind, denn 35 Restaurants nehmen daran teil.

Der Präsident der Provinz Málaga (el presidente de la Diputación) erklärt den Sinn dieser Tapa-Akton wie folgt: " Das doppelte Ziel dieser Initiative ist die Förderung (el fomento) und Anstoß (el impulso) einer Kultur des Tapa-Bummels (tapeo) in dieser Ortschaft, eine Aktivität die das Zusammenleben fördert und das Gespräch untereinander begünstigt. So lernt man auch die Bars und Restaurants von Pizarra kennen, in den man eine gute Tapa genießen kann (disfrutar de una buena tapa)."

Nun kennen wir also den Sinn und Ziel des Tapa-Genusses.

Diese Meldung habe ich dem Diario Sur entnommen. Eine Zeitung, die ihren Schwerpunkt in der Stadt und Provinz Málaga hat. Den Link dazu habe ich neu in die Nachrichtenquellen aufgenommen.

Bildquelle: http://www.malaga-info.com/archivo/imagenes/pizarra01.jpg

Rio Beberibe endlich sauber?

Der Rio Beberibe gehört wahrhaft nicht zu den grössten Flüssen dieser Erde. Er entspringt noch im Grossraum von Recife und ist nur 19 km lang. Er fliesst durch die Armenviertel Olinda's, der historischen Kleinstadt im Norden von Recife, und Recife's und sammelt auf seinem kurzen Lauf jede Art von Müll und verdrecktem Wasser. Zum Schluss ist er eine einzige Kloake, was aber die Jugendlichen der Armenviertel früher nicht davon abhielt, hier ihr Bad zu nehmen.

In drei Schritten soll der Fluss nun gereinigt werden. Damit verbunden sollen auch die Lebensbedingungen der anliegenden Bewohner verbessert werden. Endziel ist die komplette Reinigung auch der Zuflüsse des Beberibe.

Ohne Hilfe der Anwohner wird das nicht funktionieren, teilte der zuständige Sekretär in der Präfektur von Recife mit: "Wir werden die Leute bitten, keinen Müll mehr in die Abwasserkanäle und an deren Ufer zu werfen, denn alles, was da reingeworfen wird, landet schlussendlich im Fluss" (Pedimos que as pessoas não joguem lixo nos canais e encostas, pois tudo que é lançado neles termina chegando ao rio).

Bild: Im Vordergrund Olina, im Hintergrund rechts der Rio Beberibe (1977)

Freitag, 3. Oktober 2008

Drittes rumänisches AKW soll nach Transsilvanien

Nach Mitteilung des rumänischen "Ziarul Financiar" (Finanz-Zeitung) von heute soll das 2. rumänische Atomkraftwerk (centrala nucleara) voraussichtlich in Transsilvanien errichtet werden.

Rumänien hat zur Zeit 2 AKW in Cernavoda an der Donau. Der Bau eines dritten Kraftwerks ist beschlossene Sache. Für den Standort hat nach Alexandru Sandulescu, Leiter der Energiepolitischen Abteilung im Wirtschafts- und Frinanzministerium (seful Directiei de politici energetice din cadrul Ministerului Economiei si Finantelor (MEF)) Transsilvanien das beste Potential. Die Suche nach einem Standort wird vermutlich auf diese Region konzentriert.

Gleichzeitig soll Cernavoda weiter ausgebaut werden. Entsprechende Verhandlungen mit den Firmen CEZ (Tschechei), Electrabel (Belgien), Enel (Italien), ArcelorMittal Romania, RWE (Deutschland) und Iberdrola (Spanien) sind aufgenommen worden.

Bildquelle: http://www.greenpeace.de/typo3temp/GB/bab3a9e9c4.jpg

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Was beschäftigt die Welt des "Angelesenen"? (Fortsetzung)

Heute wieder einmal ein Rundblick in die Umfragen, die in den verschiedenen Medien der Welt des "Angelesenen" erschienen sind.

Die Kulturzeitschrift "Continente Cultural" aus Pernambuco beschäftigt sich mit folgenden Fragen: "Glauben Sie, dass die Kultur eines Volkes ein bestimmender Faktor für seine wirtschaftlich Prosperität ist?" (Você acredita que a cultura de um povo é um fator determinante para a sua prosperidade econômica?). Zur Auswahl gibt es "ja" (Sim), "nein" (Não) und "Vielleicht, aber es gibt schwerwiegendere Faktoren" (Talvez, mas existem fatores mais determinantes). Ich denke mir, dass Letzteres wohl der Fall sein wird und stimme entsprechend ab. Resultat: Mit mir sind nur 9% dieser Meinung, die Mehrheit (71,6 %) ist für das "Ja".

Die Zeitung "El Periódico" aus Barcelona beschäftigt die Frage "Haben Sie die politische Generaldebatte des katalanischen Parlaments verfolgt?" (¿Siguió el debate de política general celebrado en el Parlament de Catalunya?). Zur Auswahl stehen nur ein "Ja" (Si) oder ein "Nein" (No). Mir war es leider nicht möglich diese Debatte zu verfolgen und ich entscheide mich folgerichtig für "Nein". Diesmal finde ich mich bei der überwältigenden Mehrheit (89%) wieder. 437 Personen hatten abgestimmt.

"Adevarul" aus Bukarest stellt ein Thema aus dem Bereich des Gesundheitswesens zur Abstimmung: "Die Regierung hat die Aufhebung der Deckelung der von der Sozialversicherung bezahlten Medikamente beschlossen, was eine erhebliche Auswirkung auf den Haushalt hat. Findet man solche Medikamente jederzeit in der Apotheke?" (Guvernul a decis eliminarea plafoanelor la medicamentele compensate, ceea ce presupune un efort bugetar considerabil. Medicamentele compensate se vor găsi tot timpul, în farmacii?). Zur Auswahl stehen "Ja" (Da) und "Nein" (Nu). Ich könnte mir vorstellen, dass man sie nicht ständig bekommt und stimme für "Nein". Und siehe da, auch weitere 76% sind der Meinung, dass das Kostenproblem über die Verknappung des Angebots geregelt wird.

"Le Monde" aus Paris kann natürlich nur ein schwerwiegendes politisches Problem beschäftigen. Was die Übersetzung betrifft wird mir hier durch Vermischung von Frage und Antwort das Leben schwer gemacht. Versuche es trotzdem mal: "Gegenüber der Finanzkrise scheint Ihnen die Europäische Union vielmehr zu sein ....." (Face à la crise financière, l'Union européenne vous paraît-elle constituer plutôt…) 1. "...eine Trumpfkarte, die es erlaubt die Krise gemeinsam zu meistern" (… un atout, qui permet d'affronter la crise à plusieurs), 2. "... oder keine Trumpfkarte, da ohnehin jedes Land macht, was es will" (… ou pas un atout, chaque pays tire de son côté), 3. "ohne Meinung" (Sans opinion). Da entscheide ich mich für die positive Variante 1 und bin gespannt, was der skeptische Franzose meint: Ich habe es schon geahnt, die Mehrheit vertritt die pessimistische Variante 2 (57,8 %) und nur 38,3% von 2377 Abstimmenden sind meiner Meinung. Übrigens: "Abstimmen" heisst bei Le Monde-Internetumfragen: "Drücken Sie sich aus" (exprimez-vous)!

Zuletzt noch in die Schweiz. Die "Tribune de Genève" stellt das Rauchverbot zur Debatte: Das Bundesgericht hat das Rauchen in den Genfer Restaurants genehmigt. Werden Sie jetzt die Raucher-Gaststätten boykottieren" (Le Tribunal fédéral autorise la fumée dans les restaurants genevois. Allez-vous boycotter les établissements fumeurs?). Zur Wahl stehen "Ja" (Oui), "Nein" (Non) und "Ich weiss nicht" (Je ne sais pas). Beim Essen möchte ich nicht gerne von Rauchern gequält werden und entscheide mich somit für den Boykott. Immerhin haben hier 4900 Personen abgestimmt und die überwältigende Mehrheit für den Boykott (69%).

Bildquelle: http://www.politische-bildung-brandenburg.de/links/parteien.htm