Dienstag, 30. September 2008

Recife entsetzt: Mord an Lehrerin

In Recife herrscht grosse Empörung über den Mord an einer 51 Jahre alten Lehrerin von der technischen Schule "Professor Agamenon Magalhães" (Etepam). Sie wurde am Sonntag von 3 Jugendlichen im Alter von 14, 15 und 16 Jahren mit einem Schuss ins Gesicht ("um único tiro no rosto") getötet. Die Täter wurden 24 Stunden nach der Tat gefasst und haben die Tat inzwischen gestanden.

Die jugendlichen Täter waren in den Rauschgifthandel verwickelt. Der 14-Jährige sah laut Diario de Pernambuco eher wie ein 10-Jähriger aus, er war unter 1,50 m gross. Seiner Mutter lebt in sehr armen Verhältnissen und sagte, dass sie ihren Sohn, der immer mehr in das "Leim-Schnüffler"-Milieu (cada vez mais viciado em cola de sapateiro) abgeglitten war, nicht mehr unter Kontrolle hatte. Der Einzige, der von den Dreien zur Schule ging, war der Älteste mit 16 Jahren (von der Polizei mit dem Alias-Namen "Rodrigo" benannt). Er gab zu, dass er die Tat geplant habe, um seine Drogenschulden für 15 Stück "Crack" bezahlen zu können. Der Dritte, der 15-Jährige, erzählte der Polizei, dass Rodrigo in der Tat mit "Crack" handle. Er soll Crack gestohlen haben. Im Drogenmilieu steht auf so etwas die Todesstrafe, es sei denn der Dieb zahlt umgehend seine Schulden. Rodrigo soll aus einer Disco gekommen sein und gesagt haben, dass er nicht sterben wolle. "Wir müssen einen Überfall machen, sonst werden sie mich umbringen (bora assaltar, se não vão me matar)," soll er den Andern gesagt haben. Dafür musste die Lehrerin mit dem Leben bezahlen.

Laut Polizei wird Rodrigo wegen Raubüberfall (latrocinio) der Prozess gemacht, die beiden anderen Tätern werden als Mittäter mindestens 3 Jahre dem Fundac, der staatlichen Stifung für Kinder und Jugendliche (Fundação Estadual da Criança e do Adolescente) zugeführt.

Laut Diario de Pernambuco befinden sich zur Zeit 1.301 Minderjährige in der Obhut dieser Stiftung. Damit hat Pernambuco nach Sao Paulo die höchste Zahl an in Kriminalität verstrickten Jugendlichen.

Bild: Aus dem brasilianischen Film "City of God".

Montag, 29. September 2008

Romas in Europa aus französischer Sicht

Der französische Fernsehlkanal France 2 berichtet in seinem Blog zur Sendung "Avenue de l'Europe" über die Romas, von manchen auch diskriminierend Zigeuner, Ziganen oder Gitanos genannt, unter dem Titel "Les Roms en Europe : un dossier empoisonné" (Die Romas in Europa: ein vergiftetes Dossier). Es wird festgestellt, dass die Romas die grösste Minderheit in der Europäischen Union darstellen. Sie zählen mehr Person wie Belgien und Irland Einwohner haben. France 2 meint, dass das Problem der Roma erst richtig zum Tragen gekommen ist, seit Rumänien Mitglied der EU ist. In Rumänien lebt die grösste Roma-Gemeinde, die die neue Reisefreiheit auch kräftig ausgenutzt haben soll.

Einen besonderen Zulauf hatten die Länder Italien und Spanien. Laut France 2 hat Italien besonders brutal auf die Neu-Eingereisten reagiert ("Celle de Berlusconi est à l'image du personnage: brutale"; die Reaktion von Berlusconi ist entsprechend seiner Persönlichkeit:brutal) während Spanien versucht die Roma zu integrieren. In Frankreich hält der Einwanderungsminister (le ministère de l'immigration) die Roma nicht für ein Problem, sondern nur für eine Sorge ("tout juste un souci"). Die Anzahl der Romas in Frankreich wird auf ca. 7.000 Personen geschätzt. Wenn ein Roma in Frankreich kein Einkommen nachweisen kann, wird er versehen mit 300 Euro in sein Ursprungland zurückgeschickt.

Mittwoch, 24. September 2008

Chirimoya aus Granada

Die Tropenfrucht Chirimoya, in Brasilien auch Girimoya genannt, wird auch an der Küste von Granada in kleinem Stil angebaut. Die Girimoya hat weisses Fruchtfleisch und schwarze Kerne und schmeckt sehr süss.

Zur Vermarktung dieser "granadinischen" Frucht wurde nun ein Internet-Shop mit dem Namen "TeleChirimoya" gegründet. Mit dem Shop soll das kleine Anbaugebiet in Spanien gefördert werden.

Sonntag, 21. September 2008

Hamburger-Verbot in rumänischen Schulen

Gestern ist in Rumänien ein Dekret des Ministeriums für öffentliche Gesundheit (Ministerul Sănătăţii Publice) in Kraft getreten, mit dem der Verkauf von Fastfood innerhalb der Schulen verboten wird.

Die Zeitung "Evenimentul Zilei" geht darüber hinaus und berät die Eltern über die gesunde Ernährung ihrer Kinder. So sollten aus dem Vesperpaket der Kinder verschwinden: Wurst (Mezelurile ), Hamburger (hamburgerii),
Süssigkeiten (dulciurile) oder Fruchtjoghurt (iaurturile cu fructe). Das Vesperpaket (Pacheţelul) sollte dagegen enthalten: Sandwich mit Käse (brânzeturi) oder kaltem Hühnerbraten (friptură de pui rece) sowie Obst (fructe). Empfohlen werden auch Sandwich mit Lachs (somon) wegen der ungesättigten Fettsäure (acizi graşi) Omega 3. Die sollen die Gehirnentwicklung fördern.

Ausserhalb der Schule wird Suppe, Salate und vor allem auch Bohnengerichte (fasolea), deren Vielfalt an Vitaminen, Proteinen und Balaststoffen gerühmt wird, den Kindern angeboten werden.

Jetzt müsssen nur noch die "copii" (Kinder) mitmachen!

Samstag, 20. September 2008

Papageientaucher beobachten Golf

"The Scotsman" berichtet heute unter der Schlagzeile "Auf einer Insel, die bekannt für seine Papageientaucher (birdies) ist, verwirklicht sich ein Golf-Traum". Auf der Nordmeer-Insel Fair, 40 km südwestlich der Shetland-Insel, hat ein Amerikaner seinen Traum verwirklicht und einen 6-Loch Golfplatz hingebaut. Fair hat 70 Einwohner, ist 5 km lang und 3 km breit. Und wichtig: Die Insel ist ein Vogelparadies.

Der stolze Besitzer des neuen Golfplatzes ist ein Amerikaner aus New York. Er erzählte dem "Scotsman", dass er, als beschlossen hatte nach Schottland umzuziehen, keiner dieser Amerikaner sein wollte, die den ganzen Tag Scotch-Whisky trinken und Golf spielen. "Und ich habe auch keinen Whisky getrunken bis ich hierher kam. Aber das ist genau das, was ich jetzt tue."

Die Insel Fair hatte bereits einen sehr einfachen Golfplatz, bei dem alte Pudding-Dosen (old pudding tins) und Besenstiele (broomsticks) Löcher und Fähnchen ersetzen mussten.

Im Bericht wird daraufhin gewiesen, dass Fair-Island eine Insel mit schützenswerter Natur hat und diesem Umstand Rechnung getragen wurde. Auch die lokale Gruppe der Vogelliebhaber (local bird charity) habe zugestimmt.

Freitag, 19. September 2008

Computer terrorisiert andalusisches Justizministerium

Der Diario de Sevilla berichtet heute, dass eine ausgeschiedene Aushilfskraft beim Handelsregister nicht ersetzt werden kann, weil der Computer etwas dagegen hat. Das Handelsregister wollte eine ausgeschiedene Aushilfskraft ersetzen und hatte einen entsprechenden Antrag beim Justizministerium (Consejería de Justicia y Administración Pública) der andalusischen Regierung gestellt. Das Justizministerium teilte nun mit, dass das Computer-Programm zur Verwaltung der Arbeitskräfte eine Nachbesetzung des Arbeitsplatzes nicht erlaubt. Deshalb müsse der Arbeitsplatz leider weiterhin unbesetzt bleiben.

Das geht über das Fassungsvermögen des Diario de Sevilla. Es sei bekannt, dass das Handelsregister völlig überlastet und eine Nachbesetzung dringend erforderlich sei. Insofern sei es völlig unverständlich, dass im Justizministerium keiner in der Lage zu sein scheint, dem Computer neue Anweisungen zu geben.

Barcelona feiert das Fest der Mercè


An diesem Wochenende feiert Barcelona seine Schutzpatronin, die "Mercè". Der volle Titel der Schutzpatronin lautet: "la Mare de Déu de la Mercè" (die Mutter Gottes von der Gnade). Dahinter verbirgt sich wieder einmal die Heilige Maria, die sich in Spanien in vielen selbständig gewordenen Frauennamen präsentiert (z.B. Socorro, Mercedes, Concepcion usw.).

Die Legende berichtet über den "Dia de la Mercè" in Barcelona folgendes: In der Nacht des 24. September 1218 erschien die Mutter Gottes gleichzeitg König Jaume I und dem Sant Pere Nolasc und auch Sant Ramón de Penyafort. Von allen verlangt sie, dass sie einen Mönchsorden gründen sollen, der sich damit beschäftigt, von den Sarrazenen gefangen genommene Christen zu befreien. Es war die Zeit der Religionskriege. Jahrhunderte später, 1687, wird Barcelona von einer Heuschreckenplage (plaga de llagosta) heimgesucht. Sie Stadt widmet sich deswegen der "Mare de Déu de la Mercè". Nach dem Ende der Plage wird die "Mercè" zur Stadtpatronin ernannt. Diese Ernennung wird vom Papst allerdings erst 1868 anerkannt.

Seit 1902 wird die "Festa de la Mercè" zum grossen Stadtfest von Barcelona. Dieses Wochenende wird deshalb wird gefeiert mit Veranstaltungen aller Art, mit Konzerten, Schauspielen, Umzügen und am Sonntagabend mit einem grandiosen Feuerwerk.

Wie das nun mal so ist, ziehen solche Großveranstaltungen auch die dunklen Gestalten der Gesellschaft an. Da es beim Stadtteilfest von "Gràcia" im August zu Ausschreitungen und Akten des Vandalismus kam, wird auch für die "Mercè" schlimmes befürchtet. Über 2.600 Beamte der Landespolizei (los mossos) und der Stadtpolizei werden deshalb im Einsatz sein. Dabei werden sich die Stadtpolizisten vor allem um die Verhinderung von illegalen Verkäufen, insbesondere Alkohol, kümmern und dafür sorgen, dass in den Strassen nicht uriniert und die Wände nicht mit Graffiti verschmiert werden.

Zuletzt lassen wir eine Leserin des "El Periodico" namens Montse zu Wort kommen:
"In solch dicht besiedelten Städten wie Barcelona mit soviel unzivilisiertem Verhalten sollten grosse Feste vermieden werden. Das Geld für das Feuerwerk sollte besser für die Parks und den Erhalt der Fassaden verwendet werden. Die Sicherheit kostet uns Bürgern sehr viel Geld (nos cuesta mucho dinero)."
Der Leser Pere ist dagegen ein Anhänger des Festes der "Mercè", er schreibt: "BONA FESTA MAJOR DE BARCELONA A TOTHOM,,,QUE FRUIU MOLT!!! VISCA LA MERCÈ!!!"
(schönes Stadtfest für alle , möget ihr es sehr geniessen!!! Es lebe die Mercè!!!)."

Haie in Boa Viagem

Julia Kacowicz empfiehlt in ihrem "Blog do meio ambiente" Badefreunden, besser nicht am Strand von Boa Viagem (der schönste Stadtteil am Strand von Recife) ins Wasser zu gehen. Denn hier lauert der Tiger-Hai. Die Bundesuniversität von Pernambuco hat eine Studie über die Migration von Haien in den Küstengewässern von Recife gemacht und festgestellt, dass Tiger-Haie für die 52 seit 1992 festgestellten Hai-Attacken verantwortlich sein sollen.

In der Studie wurde ein Tiger-Hai für einen Monat beobachtet. Es wurde festgestellt, dass dieser vom Süden entlang der Küste von Recife nach Norden zog. Dabei wurde mit Satellitendaten festgestellt, dass der Hai sich im Zick-Zack mal der Küste näherte und mal entfernte. Gefährlich wird es dann, wenn die Haie sich der Küste nähern. Leider gibt die Studie keine gesicherte Antwort, wann die Annäherungen stattfinden. Man vermutet, dass sie teilweise mit der Flut (maré cheia) kommen und auch bei Neumond (lua nova).

Mehr zur Hai-Gefährdung an der Küste von Pernambuco auf der Webseite von SharkInfo.

Donnerstag, 18. September 2008

Meldungen vom Amazonas - Diario do Pará

Neu aufgenommen in die "Nachrichtenquellen" ist der Diario do Pará. Die Zeitung gibt uns einen Einblick in das Leben des brasilianischen Bundesstaates Pará mit seiner Hauptstad Belém do Pará. Belém liegt im Nordosten Brasiliens an der Amazonas-Mündung.

Zur Feier des Tages die heutigen Schlagzeilen des Diario do Pará:
  • Auftragskiller töten Rechtsanwalt in Tucumà (Pistoleiros matam advogado em Tucumà)
  • Die Strassenverkäufer messen ihre Kräfte mit der Gemeindeverwaltung von Belém (Camelôs medem forças com PMB)
  • Richter annuliert Wahl des Rektors der Bundesuniversität von Pará (Juiz anula eleição para reitor da UEPA)
  • Brotpreis fällt bis zu 28% in Gross-Belém (Preço do pão cai até 28% na grande Belém)
Wir erfahren auch, dass in Santarém, eine Stadt die ca. 1.400 km amazonasaufwärts von Belém entfernt liegt, eine Asfaltfabrik den Bewohnern des Stadtteils Amparo das Leben schwer macht. Eine Anwältin stellt gegenüber den Behörden fest, dass diese Fabrik die Normen für Umweltschutz verletzt und die Lebensqualität der Stadtteilbewohner beeinträchtigt. Die Fabrik trägt zu einer erheblichen Verschmutzung mit Festpartikeln bei und terrorisiert die Anwohner mit einem nicht tolerierbaren Lärmpegel. Die Stadtverwaltung soll jetzt als Sofortmassnahme die Betriebszeiten der Fabrik von Montag bis Freitag auf die Zeit 8 Uhr bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, sowie am Samstag von 8 bis 12 Uhr beschränken.

Mittwoch, 17. September 2008

Ein Sanatorium weder zum leben noch zum sterben

Romania Libera berichtet heute über ein Sanatorium für Tuberkulosekranke in Drajna, in der Karpatenprovinz Prahova, mit dem Titel "Das Sanatorium, in das du nicht kommst, um zu leben, aber in dem du auch nicht sterben kannst".

Dann folgt eine unglaubliche Tatsache nach der andern: "Das Sanatorium hat keine Leichenhalle, Tote werden in einen Schuppen im Hof abgelegt bis sie von den Verwandten abgeholt werden." Obwohl die meisten Kranken Probleme mit der Lunge haben, rauchen und trinken die Patienten wie in einer Bodega. Ein Patient hält das für sehr gut, er kommentiert: "Es ist gut hier. Die lassen uns rauchen und wir können auch ausgehen, um ein Bier zu trinken".

Ein Angehöriger berichtet: "Ich habe ihn auf dem Boden gefunden wie ein Hund. Niemand hat eine Kerze neben ihm angezündet. Niemand hat es für nötig gehalten, ihm die Kleider auszuziehen, die er anhatte als er starb. Ich habe eine Assistentin extra bezahlt, damit sie ihn wäscht. Diese hat aber nur ein paar Eimer Wasser im Hof des Krankenhauses über ihn gekippt. Sie hat uns die stinkenden Kleider in einer Plastiktüte übergeben. Sie haben uns kein Transportpapier gegeben, damit wir ihn nach Hause überführen können, obwohl er an TBC gestorben ist. Wir haben nicht geglaubt, dass so etwas in Rumänien möglich ist."

Der Reporter macht einen Test: Mit dem Patienten Grigore verlässt er das Sanatorium, um etwas zu trinken zu kaufen. Sie gehen an einem Wachposten vorbei und eine Krankenschwester erinnert Grigore: "Bring dem Pförtner auch ein Bier mit (Sa aduci si la portar o bere). Wenn du das nicht tust, erfährt die Direktorin, was du da treibst". Am etwa 200 m entfernten Kiosk treffen sie weitere Patienten, die dem Reporter bereitwillig den Zustand ihre Sanatoriums zeigen wollen: Feuchte Wände, heruntergefallener Putz, heruntergekommene Betten aus Eisen, morsche Holzfenster, kaputte Duschen, vom Rost gezeichnete Toiletten, verkratzte Spiegel. Vor dem Gebäude liegen leere Flaschen und Müll.

Grigore und andere Patienten sind nicht unzufrieden, sie meinen, dass es in andern rumänischen Sanatorien viel schlimmer aussieht.

Die verantwortlichen Ärzte nehmen das nicht so tragisch, sie kennen den Alkoholkonsum und die Raucherei der Patienten. Sie wollen nicht einschreiten, da sie meinen, es handle sich ohnehin um ehemalige Alkoholiker.

Romania libera verlangt nun energisch die Schließung des Sanatoriums, das im übrigen in einer der schönsten Gegenden der Südkarpaten liegt und ein sehr gutes Potential für die Genesung der Patienten hätte.

Dienstag, 16. September 2008

Todesschwadrone in Brasilien - esquadrões da morte

Laut Diario de Pernambuco bereitet der Berichterstatter der UNO gegen willkürliche Hinrichtungen, Philip Alston, einen Bericht über seine Reise nach Brasilien im Jahr 2007 vor, der 2009 den Mitgliedstaaten der UNO überreicht werden soll.

Er stellt fest, dass die Sicherheitpolitik keinerlei Wirkung zeigt, da ein Teil der Politiker mit den Verbrechern eng verbunden ist und es ein Schutzsystem gibt, das verhindert, dass sie als Mörder verfolgt werden können. Durch die miserable Sicherheitssituation neigen immer mehr Brasilianer dazu, willkürliche Hinrichtungen von vermeintlichen Verbrechern durch Todesschwadrone, die in der Regel aus Polizisten bestehen, zu begrüssen. Dabei ist ein Grossteil der Polizisten tief in die Kriminalität verwickelt. Korruption und Erpressung gehören für viele Polizisten zum Tagesgeschäft, eine Tätigkeit, die in politischen Kreisen sogar toleriert wird.

Vor allem in Pernambuco gibt es die Todesschwadrone. Ihnen werden Auftragsmorde nachgesagt und laut UNO-Berichterstatter bleiben 70% ihrer Verbrechen unaufgeklärt, weil keiner sich traut gegen diese Banden zu ermitteln.

Montag, 15. September 2008

Französische Sicht auf deutsche Sprachstörungen

Die Zeitung "L'Alsace" berichtet in seinem Blog unter dem Titel "Les défenseurs de la langue de Goethe se rebiffent" (die Verteidiger der Sprache Goethes rebellieren) über die Bemühungen in Deutschland, den Anglizismen den Kampf anzusagen. Es wird nicht nur über den Kampf gegen die alltägliche Verwendung englischsprachiger Ausdrücke berichtet, sondern auch darüber, dass es den Deutschen - es wird ausdrücklich erwähnt, dass diese Sprache die meistgesprochene der EU ist - langsam aufstösst, dass sie in Brüssel sprachpolitisch wie Zwerge behandelt werden.

Interessant die Reaktionen der Leser:
Jeannot meint, dass sich die Aufregung nicht lohnt, Englisch wäre schließlich durchaus geeignet als gemeinsame Sprache der EU. Schließlich würden die Sprachen kommen und gehen.
Cairote hält diesen Kampf für Schwachsinn, Englisch wäre nun mal heutzutage die dominierende Sprache in allen Bereichen und jeder Kampf dagegen wäre wirkungslos.
Florestan bekrittelt das "Augen-Verschließen" der Verantwortlichen in Deutschland vor dem Dikatet des Englischen. In einer deutschen Tourismus-Broschüre stosse man fast nur noch englische Begriffe (beispielhaft genannt: mountain-bike, ski-lifts, long drinks). Ein Deutschlehrer von Freunden solle sogar die Existenz des Begriffes "Schlachtenbummler" geleugnet und nur von "Supporters" gesprochen haben. "Une langue qui se couche est une langue morte" (eine Sprache, die kuscht ist eine tote Sprache) ist seine Meinung. Das englische Gift müsse ausgerottet werden.
Simoun hört zur Pflege seiner Deutschkenntnisse ("pour maintenir un bon niveau dans la langue de Goethe") den Südwestfunk und sieht Deutsches Fernsehen. Er stellt einen steigenden Gebrauch französischer Worte in der deutsche Sprache fest.... Braucht schon manchmal kein Wörterbuch mehr.

Ja, sprechen wir denn eigentlich noch Deutsch?

Schottland hat genug vom Regen

Die "Scottish Environment Protection Authority"(SEPA) ist für Hochwasserwarnungen in Schottland zuständig. Sobald die Gefahr von Hochwasser besteht, verfügt die SEPA als erstes den Status des "flood watch" (Hochwasserbeobachtung). Die nächsten Stufen sind "flood warnings" und "severe flood warnings".

Zur Zeit gibt es einen "flood watch" für ganz Schottland. Für heute werden erneut schwere Regenfälle erwartet. Dies ist aber nur der Gipfel der Jahres-Wetterentwicklung auf der britischen Insel. Im "Scotsman" erscheint heute ein Bericht unter dem Titel "Fields of dreams ruined – and we'll all pay price" (ruiniertes Paradies - und wir alle werden den Preis bezahlen). Die ständigen Regenfälle haben inzwischen die Landwirtschaft derart beeinträchtigt, dass die schottischen Bauern erst die Hälfte ihrer Ernte einholen konnten und das, was geerntet wurde, zum Teil von sehr schlechter Qualität sein soll.

Ein Farmer berichtet: "Beginnend mit dem 1. April begann das Wetter schlecht zu werden. Wir hatten mehr Frost und Schnee im April und Mai als im ganzen Winter. Und seither hat es ständig geregnet. Vielleicht hatten wir 2 gute Wochen. Wir haben keinerlei Ackerland (arable crops), von dem wir eine Ernte einbringen können."

Die SEPA Flood Watch von heute für Edinburgh und die Flüsse von Lothians lautet:
"Mitteilung vom 15. September 2008 um 11:36 am.

Eine FLOOD WATCH wurde herausgegeben für Edinburgh und die Lothian rivers.

Der Wetterdienst (Met Office) sagt mehr Regen mit zum Teil heftigen Schauern für heute und die Nacht zum Dienstag voraus. Niederschlagsmengen von 20 bis 25mm sind möglich, besonders in höheren Lagen. Die vorausgesagten Niederschläge falle auf bereits wassergesättigte Böden. Dies kann zu lokalem Hochwasser und Überschwemmungen führen."

Sonntag, 14. September 2008

Comienzan los clases - ab Montag Schulalltag in Andalusien

Die "Junta de Andalucia" (Landesregierung von Andalusien) kündigt für Montag den Schulstart für die andalusischen Kinder an. 4.915 Schulen und Gymnasien (colegios y institutos) werden ihre Tore für die Ausbildung in Kindergärten, Grundschulen, Sekundarstufen und Sonderschulen öffnen. Insgesamt sollen es ca. 1,5 Millionen Schüler sein.

Die Landesregierung ist stolz darauf, dass jetzt die Schulbücher weitgehend kostenlos sind. Damit ist das politische Ziel der Lehrmittelfreiheit, das 2005 gestartet wurde, vollendet. Neu ist auch die stärkere Ausrichtung der Schulinhalte auf Fremdsprachen und Informationstechnologie.

In Andalusien gibt es 518 bilinguale Schulen (256) und Gymnasien (262). Die überwiegende Mehrheit (457) offerieren blingualen Unterricht in Englisch, 52 in Französisch und 9 in Deutsch. Zu letzteren gehören sicher auch die Deutsche Schule in Sevilla und diejenige in Málaga/Marbella.

Samstag, 13. September 2008

Schweizer Nuklearfrauen

Es gibt eine im Internet präsente Vereinigung, die sich "Woman in Nuclear" (WIN) nennt. Ziel ist es, der Bevölkerung die Kernkraft schmackhaft zu machen.

Der Schweizer WIN-Gruppe wird präsidiert von Irene Aegerter, einer Physikern. Auf ihrer Webseite erklärt die Vereinigung, welchen Zweck der Verein verfolgt. Ausgehend von der Erkenntnis, dass die Techniker nicht in der Lage sind, das Thema der Bevölkerung auch emotional näher zu bringen. Das heisst: "Wir Frauen, die in der Kerntechnik tätig sind, möchten, deshalb von Frau zu Frau über alle Aspekte unseres beruflichen Umfelds offen und transparent orientieren. ....Vertrauen hat man in Menschen und nicht in technische Installationen.
Vergessen wir die emotionale Ebene, so kommt die Information - gerade in einer von Bildern, Vorstellungen und Ängsten geprägten emotionalen Diskussion - nicht an. Wir müssen zuerst die Herzen der Leute gewinnen, bevor wir auch ihre Köpfe überzeugen können."

Die Bevölkerung wird mit folgenden Aussagen beschwichtigt: "Die Natur kennt keine Grenzwerte. Kein Unterschied zwischen natürlicher und künstlicher Strahlung. ...Radioaktivität gehört zu unserem Leben." Radioaktives Jod wird als Gefahrenquelle gesehen, aber "Die Schilddrüse unterscheidet nicht zwischen radioaktivem und nicht radioaktivem Jod.
Dies ist auch der Grund für die zahlreichen Schilddrüsenkrebse in der Gegend von Tschernobyl, wo keine Vorsorge bestand. Bei uns hingegen werden in der Umgebung von KKW Jodtabletten verteilt, damit die Schilddrüse mit nicht radioaktivem Jod gesättigt werden kann und somit keine Strahlenschäden auftreten."

Der Verein geht dann auf die Problematik der radioaktiven Abfälle ein: "Radioaktive Abfälle ein Grund gegen oder für KKW? Vielfach wird die Kernenergie wegen der radioaktiven Abfälle abgelehnt. Der Vergleich der Abfälle eines fossilen Kraftwerkes mit den radioaktiven Abfällen eines Atomkraftwerkes zeigt, dass pro erzeugte Strommenge bis zu millionenmal weniger Abfall entsteht. Ausserdem weiss man genau, wo er ist. Die Abfälle werden zudem durch mehrere Sicherheitsbarrieren geschützt wieder in der Erde versorgt."

Ob diese Art von Öffentlichkeitsarbeit funktioniert? Das Verharmlosen und Runterspielen der Risiken der Nukleartechnik ist doch recht offensichtlich.

Freitag, 12. September 2008

Interlopi - Mafia auf Rumänisch

In Rumänien gibt es einen Ausdruck als Äquivalent für die Mafia, es sind die "Interlopi". In den letzten Tagen geht es besonders in Craiova, Hauptstadt der Provinz Dolj südlich der Karpaten, besonders hoch zu, nachdem der "Pate" Caiac ermordet wurde. Caiac war es vor einiger Zeit gelungen, 2.000 Bandenmitglieder in Craiova aufmarschieren zu lassen, unbehelligt von der verschreckten Polizei. Ein Grossteil der Polizei in Craiova war von den "Interlopi" bestochen. Nun wurde er nach einem Pokerspiel, bei dem er 50.000 Euro gewonnen hatte, von seinem Freund Cătălin Mavrichie erschossen. Cătălin behauptete, das Caiac beim Spiel betrogen habe.

Bei der Beerdigung von Caiac kam es zu einer Grossdemonstration des organisierten Verbrechens: Mit Luxusmaschinen, schwarzen Hemden und Sonnenbrillen demonstrierten sie schamlos gegenüber Polizei und Bevölkerung ihre Macht.

Nun hat die Polizei gestern zugeschlagen. 500 Polizisten haben in Craiova eine Gross-Razzia durchgeführt. 60 Personen wurden festgenommen unter anderem auch ein anderer wichtiger "Pate" genannt Gigioc. Ein ganzes Arsenal an Waffen wurde beschlagnahmt: Säbel, Schlagstöcke und Pistolen. Zusätzlich wurden Gegenstände aus Gold, falsche Pässe und zehntausende von Euros sichergestellt.

Donnerstag, 11. September 2008

Dr. Fritz, der Wunderheiler, wieder in Recife

Der Diario de Pernambuco berichtet heute, dass der Wunderheiler Dr. Fritz nach 17 Jahren Abwesenheit wieder in Recife operiert. Dr. Fritz ist schon längst tot, er soll ein ehemaliger polnischer Arzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewesen sein. Er selbst tritt also nicht auf, sondern er tut dies durch sein Medium, den Minenarbeiter Kleber Aran Ferreira da Silva. Physisch operiert also Kleber. Den ganzen Monat September wird Dr. Fritz in dieser Form in Recife kostenlos Operationen und Heilungen vornehmen.

Dr. Fritz verspricht Tumore, Krebs, Sinusitis, Wirbelsäulenprobleme, Kopfschmerzen und Krankheiten im Allgemeinen zu heilen. Nach Information des "Doktors" (o "doutor") ist es ihm auch möglich den "geistigen Magen" (estômago espiritual) zu verkleinern. Dieses Versprechen hat bei mir ein paar Fragezeichen aufblinken lassen: Was ist das? Auf der Suche nach einer Erklärung, fand ich auf einer brasilianischen Webseite die Erklärung, dass der Mensch genauso wie körperlich auch geistig ernährt werden müsse. Die geistige Nahrung muss nun auch verdaut werden, damit Christus sich durch uns ausdrücken könne.

Hilfestellung gibt auch unter der Rubrik "Ernährung und Fitness" die Webseite "Die Apotheke", die folgendes ausführt (auszugsweise Wiedergabe): "Nach einem ausgiebigen, schweren Essen fühlt man sich träge ­beziehungsweise müde und die Konzentrationsfähigkeit ist stark beeinträchtigt. Man sehnt sich richtig nach etwas Schlaf und jede Art von geistiger Aktivität fällt besonders schwer. Die Verdauung beansprucht nach einer üppigen Mahlzeit sehr viel Blut. Die Folge ist, dass das Gehirn weniger Sauerstoff und Nährstoffe erhält und dadurch die Leistungsfähigkeit sinkt. Je länger die Verweildauer des aufgenommenen Essens im Magen ist, desto größer ist die geistige Müdigkeit. "

Dr. Fritz verkleinert also unsern geistigen Magen, indem er vermutlich uns den Appetit nimmt.

Der Andrang ist gross. Unter seinen Kunden sollen neben Strassenkehrern auch Ärzte und Juristen sein.

Wer gerne mehr über brasilianische Wunderheiler wissen möchte, empfehle ich den Bericht von Rudolf Passian über "Neue Trance-Chirurgen in Brasilien" (deutsch).

Mittwoch, 10. September 2008

TV-3 feiert 25-jähriges Bestehen

TV-3 Catalunya feiert sein 25-jähriges Bestehen. TV-3 ist eigentlich nicht der "3.", sondern der 1. Kanal Kataloniens. 1983 starteten die ersten Sendungen zusammen mit der Einrichtung von "Autonomien" auf dem spanischen Staatsgebiet. Die "autonomias" entsprechen etwa der Einteilung Deutschlands in Bundesländer, obwohl die spanische Zentrale in Madrid das Wort "Bund" bzw. Föderalismus scheut wie der Teufel das Weihwasser. Zum Zeitpunkt der Gründung von TV-3 fochten die Zentralisten und Alt-Franquisten ihren letzten Kampf gegen die Föderalisierung, die teilweise wieder von Putschgelüsten des Militärs begleitet wurden. Heute haben die Autonomien sich beachtliche Rechte erkämpft, wobei sich hier die "historischen" Autonomien der Katalanen, Galizier und Basken am Meisten hervorgetan haben.

TV-3 sieht als sein Sendegebiet nicht nur das katalanische Kerngebiet an, sondern auch die Region von Valencia, die Balearen, Andorra und die französische Provinz Roussillon. In all diesen Regionen wird Katalanisch oder ein Abwandlung dieser Sprache gesprochen (wobei die Valencianos behaupten, dass die valencianische Sprache eine eigene Sprache ist). In Andorra ist Katalanisch sogar Amtssprache. "Som six millions" (wir sind 6 Millionen) ist ein geflügeltes Wort unter den Katalanen. Sie wollen damit sagen, dass der katalanische Sprachraum grösser ist als der z.B. von Dänemark.

TV-3 ist sozusagen die Fackel des Katalanismus. Die 25 Jahre werden mit Veranstaltungen im ganzen Land unter dem Motto "Nit vint-i-cinc de TV3" (Nacht 25 von TV3) gefeiert. Als Höhepunkt gilt ein Auftritt von Montserrat Caballé.

Zur Feier des Tages habe ich TV-3 in die Linkliste unter den "Nachrichtenquellen" aufgenommen.

Dienstag, 9. September 2008

13-Pint-Fahrer in Schottland erhält 3 Jahre Fahrverbot

Der Edinburgh Sheriff Court hatte laut Bericht von BBC Scotland einen schwerwiegenden Fall von Drunkenheit am Steuer zu verhandeln. Vorab: Sheriff Courts gibt es in Großbritannien nur in Schottland. Sie entsprechen etwa unseren Amtsgerichten.

Der Übeltäter heisst Michael Reynolds. Er hatte noch nie einen Führerschein, fuhr aber trotzdem Auto, wenn ihm eins in die Hände fiel. Hatte deswegen auch mehrere Vorstrafen. Seine neueste Tat erregte sogar beim Sheriff insgesheim ein wenig Bewunderung: Reynolds fuhr, nachdem er sich den ganzen Tag ein Bier nach dem andern genehmigt hatte (insgesamt waren es 13 Pints = 6,15 Liter), mit dem Auto von Newcastle nach Edinburgh (12o miles = 198 km). Nach Newcastle war er am gleichen Tag mit Familienangehörigen gefahren. "Fortified by all of that he then drove home" (gestärkt mit all dem fuhr er dann nach Hause) sagte vor Gericht der "Fiscal depute" (Staatsanwalt in lokalen Angelegenheiten; diesen Begriff gibt es auch nur in Schottland), Mr Fraser. Bereits in Newcastle war Reynolds aufgefallen, weil er rum gestolpert ist und undeutlich gesprochen hat (he was found staggering around and slurring his words). Was Mr Fraser und den Sheriff besonders erstaunte, war, dass er die 198 km ohne einen Unfall schaffte.

Aufgeflogen ist die Trunkenheitsfahrt, weil besorgte Verwandte die Polizei eingeschaltet haben (er hatte sich wohl auch das Auto der Verwandten ausgeliehen). Die Polizei suchte ihn daraufhin zu Hause auf, wo er stolpernd (staggering), brabbelnd (slurring his words) und mit glänzenden Augen (his eyes were glazed) aufgefunden wurde. Damit nahm das Unheil seinen Lauf.

Sheriff Alistair Noble sagte: "Ich denke, ich kann damit auskommen, dass sie für dieses Vergehen eine Geldstafe bekommen (financial penalty)."
Dann setzte er aber noch einen drauf: "Auf Grund der Tatsache, dass Sie völlig fahruntauglich waren und auf Grund ihres Vorstrafenregisters verfüge ich zusätzlich ein Autofahrverbot für 3 Jahre.

Ob er sich daran hält?

Montag, 8. September 2008

Frankreichs Katholiken vor dem Papstbesuch

Der Papst besucht in diesem Monat Frankreich. Aus diesem Grund hat der Kardinal und Erzbischof von Paris, André Vingt-Trois, der Zeitung "Le Monde" ein Interview gegeben. Die letzte Frage von Le Monde galt dem alarmierenden Zustand der französischen katholischen Kirche. Der Kardinal wurde dazu um Stellungnahme gebeten.

André Vingt-Trois beginnt seine Analyse damit, dass er nicht glaubt, dass die katholische Kirche in Frankreich eine Kirche in Trümmern (une Eglise de décombres) sei. Vielmehr befinde sie sich in einer Zeit des Wandels. Er führt diese auf Veränderungen in der Gesellschaft und auf die Entwicklung bei der religiösen Praxis zurück. Es geht ihm nicht darum, die Kirche des 19. Jahrhunderts wiederherzustellen, sondern Wege zu finden "auf denen uns Gott heute führen will". Der Glaube zeigt ihm zwar den Weg, aber nicht die "Details". Wichtig sei es die Gläubigen so weiterzubilden, dass sie den neuen Herausforderungen gewachsen sind. Und vor allem muss auf die Jugend gesetzt werden, der weitergegeben werden muss, was der Kirche und ihren Gläubigen wichtig erscheint, um so bei Ihnen den Glauben an die Zukunft zu stärken.

Sarmale als Köder

In Rumänien stehen Parlamentswahlen bevor. Der Wahlkampf ist schon in vollem Gange. Die Generalsekretärin der PLD (liberaldemokratische Partei), Elena Udrea, hat sich was besonderes einfallen lassen: In ihrem Wahlbezirk im Bukarester Stadtteil "Drumul Taberei" hat sie 6.000 Stück Sarmale an Rentner verteilt.

Sarmale, kleine Krautwickel mit Hackfleischfüllung, sind das rumänische Nationalgericht. Gleichzeitig hat sie den Pensionären noch die Glückwünsche zum Feiertag der Heiligen Maria
(Sfânta Maria) mitgeteilt. Die Glückwünsche beziehen sich auf den wichtigsten Marien-Feiertag der rumänisch-orthodoxen Kirche, der am 15. August stattfindet. Bei uns in katholischen Gegenden auch als Maria Himmelfahrt bekannt.

Ob die 6.000 Sarmale auch 6.000 Stimmen bringen?