Samstag, 30. August 2008

Julia Kacowicz und ihr Blog

Julia Kacowicz führt den "Blog do meio ambiente" des Diario de Pernambuco. Sie beobachtet also für diese Zeitung die Umwelt und deren Schutz.

Sie schreibt über sich selbst: "Ich war nie eine Umweltschützerin. Es waren die Wege des Lebens, die mich zu diesem Thema geführt haben. Ohne Geduld für die Umweltfanatiker ("ecochatos") habe ich doch verstanden, dass die Umwelt etwas mehr bedeutet als das "mico-leão-dourado" (eine brasilianische Umweltstiftung mit Schwerpunkt Tierschutz). Als Reporterin des Diario de Pernambuco bin ich seit 2004 tätig und habe mich seither für dieses Anliegen interessiert. Jetzt bekommen wir mehr Platz. Wir werden merken, dass ein Wechsel leicht sein kann. Und er ist notwendig".

Julia hat in ihrem Blog eine Umfrage über das Fahrradfahren in Recife gestartet. Leider hat sie wenig Resonanz zu der Umfrage bekommen (nur 28 Personen haben sich beteiligt, davon hatten 54% schon immer vor einmal Fahrrad zu fahren, aber es kam immer etwas dazwischen).
Apelo à enquete!!!!!!! ruft sie deshalb ihren Lesern zu (Aufruf zur Meinungsumfrage!).


Die Adresse des Blogs habe ich links in die Rubrik der "interessanten Blogs" aufgenommen.

Donnerstag, 28. August 2008

Was beschäftigt die Welt des "Angelesenen"?

Internet-Umfragen sind sehr beliebt und zwar weltweit. Zu jedem Käse und zu allen grossen Ereignissen wird das Publikum befragt. Ich habe mich einmal in der Welt des "Angelesenen" umgesehen, was im Internet heute für dringend abstimmungsbedürftig angesehen wird:

Der "Correio" Salvador-Bahia in Brasilien beschäftigt sich mit der Frage "Quem é o jogador mais gato?" (Wer ist der katzenhafteste Spieler?). Selbstverständlich handelt es sich um Fussballspieler und man hat die Auswahl zwischen Fabiano, Trípode und "Tô fora! Sou espada!" (Hau ab! Ich bin das Schwert!). Ich habe mich für Letzteres entschieden und siehe, 83 % waren meiner Meinung! Mir ist allerdings nicht klar was dieser brutal übersetzte Satz bedeuten soll.

"Avui", das Zentralorgan der Katalanen aus Barcelona beschäftigt die Frage: "Confieu en Joan Saura per dirigir les negociacions amb Madrid?" (Vertrauen Sie Joan Saura für die Verhandlungen mit Madrid?). Zur Zeit ist Joan Saura Minister für institutionelle Fragen in der katalanischen Landesregierung und gehört der Partei ICV (vereinigte Linke) an. Die Verhandlungen mit Madrid zielen darauf ab, noch mehr Kompetenzen und Eigenständigkeit für Katalonien heraus zu holen. Über folgende Merkmale kann abgestimmt werden: Molt (sehr), poc (wenig) und gens (überhaupt nicht). Ich habe mich für "molt" entschieden und bin wohl einer der Wenigen, die ihm vertrauen (nur 3%), 90% von 2.800 Abstimmenden haben sich für das Misstrauen (gens) entschieden.

Die "Dernières Nouvelles d'Alsace" (DNA) aus Straßburg beschäftigt die Frage "Que pensez-vous de la présence militaire française en Afghanistan ?" (Was denken Sie über die militärische Präsenz Frankreichs in Afghanistan?). DNA gibt uns 4 Wahlmöglichkeiten: La France doit retirer ses militaires (Frankreich muss seine Militärs zurückziehen), La France doit laisser ses militaires (Frankreich muss seine Militärs dort lassen), La France doit baisser le nombre de militaires (Frankreich muss die Anzahl seiner Militärs vermindern) und Sans opinion (Ohne Meinung). Ich habe mich diplomatisch für die Meinungslosigkeit entschieden und bin damit erwartungsgemäß in der Minderheit (4%). Die Leser der DNA (1.151) sind in 2 grosse Blöcke gespalten: 45 % sind für Abzug und 43% sind dafür die Militärs in Afghanistan zu belassen.

Sevilla scheint ganz andere Probleme zu haben. Der "Diario de Sevilla" stellt folgendes Thema zur Abstimmung: ¿Qué le parece la ampliación del sentido único de la Ronda hasta la Puerta de la Carne? (Was halten Sie von Erweiterung der Einbahnstrasse von der Ronda bis zur Puerta del Carne?). Sevilla stellt sein Verkehrssystem um, die "Ronda" ist die innere Ringstrasse um das alte Zentrum. Folgende Abstimmungsmöglichkeiten werden geboten: Es una obra necesaria (es ist eine nötige Angelegenheit), Hay otras alternativas (es gibt andere Möglichkeiten), No me afecta (betrifft mich nicht), Creo que existen otras obras prioritarias (ich glaube es gibt wichtigere Projekte), Aumentará los problemas de tráfico por la saturación de las vías alternativas (die Verkehrsprobleme werden durch erhöhtes Verkehrsaufkommen der alternativen Strassen erhöht). Ich entscheide mich, dass es mich nicht betrifft. Von den 508 Wählern meinen 60%, dass die Verkehrsprobleme auf den andern Strassen sich verstärken.

"Evenimentul Zilei" aus Bukarest stellt folgendes Thema zur Abstimmung: Credeţi că, după cum evoluează conflictul din Georgia, va urma un nou Război Rece? (Glauben Sie, dass so wie sich der Konflikt in Georgien entwickelt, ein neuer Kalter Krieg beginnt?). Für folgende Möglichkeiten kann sich der Leser entscheiden: Da (ja), Nu (nein) und Nu ştiu / nu mă interesesză (weiss ich nicht, interessiert mich nicht). Ich stimme mit "da" (ja) ab und kann mich mit meiner Meinung in der Mehrheit fühlen. 70% von 978 Abstimmenden sind meiner Meinung. Nur 2% interessieren sich nicht für das Thema.

"The Scotsman" aus Edinburgh beschäftigt sich in seiner Opinion Poll (Meinungsumfrage) mit der Frage "Who would make the best Scottish Labour leader? " (Wer wäre der beste Führer der schottischen Labour-Partei?). Wir haben die Wahl zwischen Iain Gray, Cathy Jamieson und Andy Kerr. Da mir alle drei bisher nicht aufgefallen sind, entscheide ich mich auf gut Glück für Cathy Jamieson, obwohl mich ihr Internet-Auftritt nicht so überzeugt. Aber ich befinde mich auf der Seite der Mehrheit, denn 42% haben für sie gestimmt.

Mittwoch, 27. August 2008

ADZ mit überarbeitetem Internetauftritt

Die "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" (ADZ), die Zeitung der deutschen Minderheit in Rumänien hat ihren Internetauftritt neu gestaltet. Die Internetseite ist jetzt besser lesbar und auch attraktiver gestaltet. Für deutschsprachige Rumänien-Interessierte ist die Zeitung eine interessante Informationsquelle.

Bis 1990 hiess die Zeitung "Neuer Weg" und war das offizielle Sprachrohr der deutschen Minderheit. Sie wurde strikt von den Ceausescu-Regierung zensiert und hatte neben Nachrichten aus dem Bereich der Minderheit auch die Jubelarien auf den "geliebten Sohn des Volkes" (Ceausescu) zu veröffentlichen.

Dienstag, 26. August 2008

Bahnhof ohne Gesetz

In der Zeitung "La Vanguardia" regt sich ein Leser über RENFE, die spanische Eisenbahn, auf. RENFE hat auf einem der Hauptbahnhöfe Barcelonas, der Plaza Catalunya, die Fahrkartenschalter abgeschafft und durch Automaten ersetzt. Unsern Leser ärgert das über alle Massen, da die Automaten zeitraubend zu bedienen sind und die Schnelligkeit auch darüberhinaus dadurch gemindert wird, dass die Automaten von Bettlern umringt sind, die auf die Spende des vom Automaten ausgespuckten Kleingeldes warten und wohl recht impertinent ihrer Erwartung Ausdruck verleihen.
Proteste bei den Angestellten von RENFE blieben erfolglos, da diese vor dieser "banda de pedigüeños" (habe leider kein deutsches Wort dafür gefunden) selbst Angst haben.

Die Kommentare anderer Leser zu diesem Bericht haben eine fremdenfeindliche Tendenz, es wird über Immigranten hergezogen, die Menschen ohne Visas. Der Leser hatte darauf eigentlich nicht Bezug genommen.

Den Kommentierer Darth Sauron verführt dies zu dem folgenden Kommentar: TOLERANCIA HERMANOS, TOLERANCIA. DIALOGO HERMANOS, DIALOGO. POR SUS HECHOS LO RECONOCEREIS. LA LÓGICA HA MUERTO. (Toleranz Brüder. Dialog Brüder. An ihren Taten werdet ihr sie erkennen. Die Logik ist gestorben).

Sonntag, 24. August 2008

Andalusien: Klimawandel verschlechtert Luftqualität

Diario de Sevilla berichtet heute, dass durch den Klimawandel die Anzahl der aus Afrika, vor allem der Sahara, kommenden heissen Winde zugenommen hat. Diese Winde verursachen eine Verschlechterung der Luftqualität, da durch die Trockenheit die Feinstaubbelastung zunimmt. Die Winde aus Afrika bringen Staub und Aschepartikel mit sich.
Gleichzeitig hat durch die vorgezogene Blützeit auch die Belastung für Allergiker zugenommen. In einer Studie der Landesregierung von Andalusien davon ausgegangen, dass
durch die Klimaerwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts die Oliven 23 Tage und die Eichen bis zu 57 Tage früher blühen werden.
Die gesundheitliche Belastung trifft vor allem Kinder und alte Personen über 65 Jahre.

Die Massnahmen der andalusischen Regierung stellen vorerst darauf ab, das Phänomen zu beobachten und vor allem den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Sterblichkeit statistisch zu erfassen.

Samstag, 23. August 2008

Eine Frage der "Britishness"

Das "Scotland Magazine" (SM) fragt nach dem Sinn der "Britishness", die zur Zeit die Intelligenz im Vereinigten Königreich stark beschäftigen soll. SM meint, dass es heute im Zeitalter der vielen Einwanderer durchaus sinnvoll sei, diese auf die Kultur ihres neuen Landes einzuschwören. In Deutschland kennt man das durch die Diskussion über die "Leitkultur". Für viele Bewohner des Vereinigten Königreichs werfe das jedoch einige Identitätspropleme auf, meint der Autor Roddy Martine und führt folgendes aus:

"Sind wir in erster Linie Briten und Schotten, Waliser und Iren erst in zweiter Reihe? Oder fühlen wir uns erst einmal unsere Ethnie zugehörig? Es ist dasselbe Problem, das wir haben, wenn bei Auslandsreisen ein Visa-Fromular auszufüllen haben. Sind wir schottisch oder sind wir britisch? Die meisten Engländer werden "britisch" hinschreiben. Nur wenige Schotten neigen dazu, nicht weil sie nicht stolz sind zum Vereinigten Königreich zu gehören, sondern weil sie in erster Linie Schotten sind und Briten nur an zweiter Stelle."

Donnerstag, 21. August 2008

Bahia: Violinen-Diebstahl macht Probleme

In Salvador / Bahia wurden vor kurzem 3 Musiker nach einem Konzert überfallen und es wurden ihnen unter anderem auch die Violinen abgenommen. Dieser freche Überfall beschäftigt zur Zeit Salvador. Die Diebe hatten sich aber bei den Violinen verkalkuliert. Scheinbar waren diese für sie Gegenstände ohne Wert. Sie warfen diese auf den Müll, wo jetzt 2 der geraubten Instrumente gefunden wurden. Nach der Dritten wird noch gefahndet, das Hauptaugenmerk liegt auf den Müllkippen.

Einer der Beraubten, ein Argentinier, kann zur Zeit noch verfolgen, was mit seiner geraubten Kreditkarte passiert. Vor kurzem wurde sie in einer Pizzeria im Stadtteil Barbalho benutzt, obwohl sie gesperrt war.

Die Polizei hat nach "Correia de Bahia" keine Spur von den Kriminellen (
A polícia ainda não tem pistas dos criminosos).

Mittwoch, 20. August 2008

Legalisierte Bestechungspraxis im rumänischen Gesundheitswesen

"Romania Libera" berichtet heute unter dem Titel "Spaga pentru halatele albe, consfintita prin lege" (Bestechung für die Weisskittel durch Gesetz gefördert) über die Praxis der Zusatzzahlungen im rumänischen Gesundheitswesen. Durch ein im Jahr 2003 erlassenes Gesetz "über die Rechte der Patienten" wurde auch geregelt, dass "der Patient den Angestellten der Krankenversorgungsstelle, wo er behandelt wurde, eine Zusatzzahlung oder Spende machen kann". Für rumänische Verhältnisse ist eine solche Regelung eine Legalisierung der Korruption. Schon seit Zeiten vor der Revolution hat das Krankenhauspersonal keinen Finger gerührt, wenn der krankenversicherte Patient Krankenschwestern und Ärzten nicht Geldscheine in die Kitteltaschen gestopft oder früher auch mal ein Huhn oder Zigaretten mitgebracht hat.

"Romania Libera" schätzt, dass solche Zahlungen sich im Jahr auf insgesamt etwa 360 Millionen Dollar belaufen. Eine Änderung dieser Praxis dürfte nur sehr schwer zu erreichen sein, da dieses System "der Aufmerksamkeiten" eine solide Tradition im rumänischen Gesundheitswesen hat. Das heisst, dass der Patient es schon so verinnerlicht hat, dass er ohne Zusatzzahlungen nichts bekommt und somit dem Personal die "Spende" förmlich aufdrängt.

Diese Praxis war früher verständlich, da das Personal im Gesundheitswesen weitgehend unterbezahlt war. "Romania Libera" meint, dass die heutigen Gehälter diese Praxis nicht mehr rechtfertigen. Ein rumänischer Arzt soll inzwischen ein monatliches Durchschnittsgehalt von 2.000 bis 5.000 Euro haben. Für rumänische Verhältnisse in der Tat eine Menge Geld.

Der Präsident der Ärztekammer von Cluj (Klausenburg), Mircea Barsan, hat zu Beginn des Jahres unter Hinweis, auf die Tatsache, dass die gestiegenen Gehälter nicht zur Bekämpfung der Korruption beitragen, weil das Gesundheitspersonal an das System der Zusatzzahlungen gewöhnt ist, vorgeschlagen, dass
1. Gefängnisstrafe für jeden Arzt vorgesehen wird, der eine Behandlung von Zusatzzahlungen abhängig macht,
2. Verbot von Geschenken,
3. strengere Kontrolle des Vermögens von Angestellten des Gesundheitswesen, da einige unter ihnen sich Häuser bauen und Autos haben, die in keinem Verhältnis zu ihrer Entlohnung stehen,

vorgesehen werden muss. Das Vertrauen zwischen Patient und Ärzten sei derartig gestört, dass nur ein grosser Kraftakt eine Verbesserung bringen werde.

Recht hat er!

Sonntag, 17. August 2008

Summerlied im Wald von Ohlungen

Im nördlichen Elsass nicht weit von Haguenau findet derzeit das elsässische Musikfestival "Summerlied" statt. Es treten Musikgruppen aus aller Welt auf, aber der Schwerpunkt liegt bei elsässischen Liedermachern.

Jacques Schleef, der Leiter des Festivals, definiert die Zielsetzung folgendermassen: "Elsasser sin! In Ohlunge hann alli Gelajeheit sich fer unseri Sproch un unseri Kültür inzesetze un met offene Ohre un offenem Herz anderi ze empfange !"
(Elsässer sein! In Ohlungen haben alle die Gelegenheit, sich für unsere Sprache und unsere Kultur einzusetzen und mit offenen Ohren und offenem Herz andere zu empfangen !)

Aber es gibt nicht nur Musik. Im Bàbbeldorf (village de l’oralité) unter den grössten Bäumen des Waldes z. B. dem Zàpfezìejherboem (arbre à tire-bouchons) empfängt die Vereinigung , "Association Jungi fer’s Elsassische" am Wìtzbrùne (puits à blagues) vor allem die jungen Besucher mit dem Gänsespiel oder zum Quiz "Wichtige Fragen für einen Elsässer" (Questions pour un Alsacien). Hier treten aber auch Dichter und andere Wortkünstler auf.

Am Festival, das dieses Jahr zum 10. vielleicht aber auch letzten Mal stattfindet, nimmt auch die "Vereinigung Liederbrunne" teil, die zum Motto hat "'s ELSASS SINGT ALS NOCH ....... un d'Badener singe aui mit ! ". Die Vereinigung will vor allem die alemannischen Gemeinsamkeit diesseits und jenseits vom Rhein pflegen.

Freitag, 15. August 2008

Pernambuco: Das Herz macht Probleme

Die Regierung von Pernambuco veröffentlicht heute die Zusammenfassung einer Studie, nach der die häufigste Todesursache in Pernambuco Herzerkrankungen sind ("coração é a maior causa de morte em Pernambuco"). Danach verzeichnet die Statistik für 2007 16.293 Todesfälle durch Herzerkrankungen, danach folgen Krebs (6.000 Tote), Mord und Totschlag (4.585 (!)) und Verkehrsunfälle (1.148).

Ursachen werden auch genannt: Zu hoher Blutdruck, Diabetes, falsche Ernährung, Rauchen und Bewegungsarmut (sedentarismo).

Mittwoch, 13. August 2008

Projekt Medusa 2008

Die katalanische Regierung beobachtet sehr genau Zustand und Qualität des Meereswassers und der Strände. Schliesslich hängt davon auch ab, dass die für Spanien so wichtige Tourismusindustrie funktioniert. Diesen Sommer gehen wieder bedrohliche Nachrichten über Qaullen (in spanisch und katalanisch "Medusa" genannt) ein, die in grossen Schwärmen die Strändes Mittelmeers bedrohen.

Deshalb wurde das "Projecte Medusa 2008" ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projekts wird über Quallen aufgeklärt und es werden Ratschläge gegeben, für den Fall, dass man mit ihnen in Berührung gekommen ist. Zuvor aber wird ein ganz wichtiger Ratschlag zur Vermeidung von Problemen gegeben: Wenn es im Wasser Quallen gibt, geh nicht rein! Schützen kann man sich auch mit Sonnenschutzcreme, die Quallenberührung brennt dann nicht so. Ist man schon mal im Wasser und mit den Quallen in Berührung gekommen, ein ganz wichtiger Ratschlag: Kein Süsswasser oder Amoniak zur Linderung der Schmerzen benutzen! Dies sollte nur mit Salzwasser getan werden. Die Tentakeln dann mit Pinzetten herausziehen. Zur Vermeidung von Infektionen der Wunden ein Antiseptikum (iodierter Alkohol) benutzen.

Für Kinder gibt es auch ein Medusen-Spiel (Joc de la Medusa), mit dem sich leichter die Verhaltensregeln lernen lassen.

Montag, 11. August 2008

Der rumänische Emigrant auf Urlaub zu Hause

"Evenimentul zilei" berichtet heute, dass zur Zeit ein grosser Ansturm auf die Grenzübergänge in Richtung Rumänien festzustellen ist. Die vielen Rumänen, die vor allem in Italien und Spanien arbeiten, kehren zurück, um in ihrer Heimat Erholung zu finden. Das führt natürlich zu grossen Staus, vor allem am grössten Grenzübergang zu Ungarn in Nadlac.

Fliegende Händler nutzen dieses Konsumpotential. An den Strassenrändern wird alles verkauft von Holzlöffeln bis zum hochprozentigen Schnaps (Tuica). Zwei Bahnübergange auf der Umgehungsstrasse von Arad (ca 30 km von Nadlac)bieten noch weitere Möglichkeiten zum fliegenden Einkauf, falls man zuvor diese Möglichkeit hat verstreichen lassen.

Weiter im Landesinnere z.B. in Alba steht für den Emigranten zuerst einmal der Besuch beim Zahnarzt auf dem Programm. Die Zahnärzte bestätigen, dass im Sommer die Terminnachfragen um mindestens 90% höher sind wie sonst. Es liegt natürlich daran, dass die Zahnärzte in Rumänien nur etwa 10 % einer spanischen Behandlung verlangen.

Anschliessend sucht der rumänische Emigrant ein Stück seines Heimatbodens, den er kaufen kann. Er plant auf jeden Fall, ein Haus zu bauen, als Fixpunkt für die Rückkehr - irgendwann.

Anschliessend kümmert er sich noch um die Heirat mit einer Landsfrau.

Sonntag, 10. August 2008

Neu in den Nachrichtenquellen: Das elsassische Sprochamt

Unter der Linkliste "Nachrichtenquellen" habe ich heute das "Elsassische Sprochàmt" (offizielle Bezeichnung im Dialekt) aufgenommen. Hier kann man interessante Neuigkeiten von der deutsch-französischen Sprachgrenze und ihren Problemen erfahren.

Ein Land wird zugebaut

berichtet der Schweizer "Beobachter" in seiner neuesten Ausgabe.

Danach wird in der Schweiz jede Sekunde ein Quadratmeter unberührter Boden verbaut. Schwerpunkt der Bautätigkeit sind Einfamilienhäuser, denen immer mehr Kulturland vor allem im Schweizer Mittelland - dem Gürtel zwischen Boden- und Genfersee - weichen muss.

Die Folgen laut "Beobachter": "Wo immer mehr Boden versiegelt wird, wird es eng für Flora und Fauna. Viele Gegenden sind heute zersiedelt und durch Strassen und Bahnlinien zerschnitten. Die Schweiz verliert ihre charakteristischen Landschaften und verkommt, vor allem im Mittelland, zum Siedlungsbrei. Das schwächt die Artenvielfalt, wie das Biodiversitäts-Monitoring des Bafu zeigt: In den letzten 150 Jahren verschwanden in der Schweiz 244 Tier- und Pflanzenarten. So sind zum Beispiel sechs Brutvogelarten, etwa die Bekassine oder der Grosse Brachvogel, ausgestorben, bei den Fischen sind es sogar acht Arten, darunter der Lachs und der Stör. Und nicht weniger als 50 Farn- und Blütenpflanzenarten kommen in der Schweiz nicht mehr vor. Viele weitere Arten laufen Gefahr, lokal oder regional auszusterben, insbesondere wenn neue Strassen bisher zusammenhängende Lebensräume durchtrennen. Nachgewiesen ist diese Gefährdung etwa für die Populationen der Feldhasen und der Amphibien."

Der Grund wird darin gesehen, dass die Gemeinden zu mächtig sind.
Mit gutem Willen könnten diese zwar innovative Lösungen finden. "In der Regel aber nutzen Gemeinden jeden Spielraum aus und zonen Bauland ein, wo es nur geht. Möglich ist dies, weil die Zuständigkeiten zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden in Sachen Raumplanung dem Föderalismus gehorchen. Der Bund erstellt Sachpläne und definiert - etwa mit der Agglomerationspolitik - die groben Leitlinien; die Kantone haben Richtpläne, an die sich die Gemeinden halten sollten; die Gemeinden selbst stützen sich auf Ortsplanungen, die sie je nach Bedarf wieder revidieren. Zwar schreibt das Raumplanungsgesetz (RPG) einen haushälterischen Umgang mit der Landschaft vor, in der Praxis aber kümmern sich Kantone und Gemeinden wenig darum. Grundsätzlich definieren die Gemeinden Grösse, Art und Lage der Bauzone selbst und erteilen die Baubewilligungen; den Segen des Kantons braucht es dazu nur bei Bauten ausserhalb der Bauzone. So verkommen die gesetzlichen Instrumente zu Papiertigern - unterm Strich sind es die Gemeinden, die sagen, wo und wie neue Bauprofile in die Landschaft gesteckt werden"

Das macht nachdenklich und es gibt jetzt Volksinitiativen, die mit dem Plebiszit gegen diese Entwicklung ankämpen wollen. Unter anderem tut dies auch die Initiative "Rettet den Schweizer Boden" des Umweltschützers Franz Weber.

Freitag, 8. August 2008

Fernando de Noronha

Die Internet-Seite "The 7 new wonders of nature" sucht 7 neue Naturwunder auf dieser Erde und wie bei allen Internet-Umfragen werden über das Netz Unterstützungen gesucht. So macht sich die Regierung von Pernambuco für die Inseln von Fernando de Noronha als Kandidaten für Brasilien stark. Die Inselgruppe liegt ca. 200 km nordöstlich von Recife im Atlantik. Sie ist vulkanischen Ursprungs. Bis 1989 waren die Inseln militärisches Sperrgebiet. Danach kamen sie zum Bundesstaat Pernambuco.

Seither nahm die Inselgruppe einen gewaltigen touristischen Aufschwung. Die Auswüchse der Tourismus-Industrie waren jedoch so zerstörerisch, dass man das Schlimmste für die Ökologie der Inseln befürchtete. Deshalb wurde die Inselwelt zum "Parque Nacional Marinho - Meeresnationalpark" erklärt.

Die Inseln stehen jetzt unter einer strengen Umweltkontrolle.
Durch das klare Wasser und ein reichhaltiges Meeresleben sind die Inseln vor allem für Unterwassersportler interessant.


Mittwoch, 6. August 2008

Schottland: Was ist ein MSP?

Ein MSP ist ein "Member of Scottish Parliament". Das schottische Parlament hat seinen Sitz im Holyrood am Ende der "Royal Mile" in Edinburgh. Mit der Regionalisierung Großbritanniens wurde 1999 mit dem "Scotland act" die Gründung eines schottischen Parlaments möglich gemacht. 1707 war im Treaty of Union die Zusammenlegung der Königreiche von Schottland und England mit nur noch einem König und einem Parlament beschlossen worden.

Das schottische Parlament trägt den offiziellen Titel "The Scottish Parliament - Pàrlamaid na h-Alba". Der zweite Begriff ist gälische Bezeichnung ("gaelic"). Das Parlament fördert die Nutzung der gälischen und "Scots"-Sprache, Arbeitsprache ist aber Englisch. Das Interesse für weitere Sprachen ist sehr gross, so ist die Webseite des Parlaments unter anderem auch auf Deutsch zu haben.

Die Schotten erfahren über "Holyrood-TV", was in ihrem Parlament passiert.

Dienstag, 5. August 2008

Deutschrumänisches Biotop Hermannstadt

Die "Allgemeine Deutsche Zeitung" berichtet, dass die erneute Wiederwahl von Klaus Johannis zum Bürgermeister von Hermannstadt/Sibiu und das Erzielen der Mehrheit im Stadtrat durch das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) – es hat bekanntlich 14 der 23 Sitze – ein deutliches Signal dafür waren , dass die Bürger der Stadt ihr Vertrauen dem Deutschen Forum schenken.

Das DFDR wurde nach dem Sturz Ceausescus von den Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben 1990 gegründet und kaum einer gab diesem Forum eine langfristige Überlebenschance. Von den ca noch 400.000 in Rumänien lebenden Sachsen und Schwaben verließen die Meisten hals über kopf Rumänien, weil sie an eine demokratische Entwicklung nicht glaubten. Jetzt leben noch, wenn man optimistisch zählt, etwa 80.000 Angehörige der deutschen Volksgruppen in Rumänien. Man kann fast sagen, dass es sich hier um eine verschwindende Minderheit handelt. Ihre Bedeutung in Politik und Kultur Rumäniens ist jedoch um ein vielfaches höher. Da es sich inzwischen um eine ungefährliche Minderheit handelt, haben ihre Mitglieder sich zu einem beliebten Gesprächspartner für die rumänische Mehrheit entwickelt. Ganz im Gegensatz zur ungarischen Minderheit, die wesentlich grösser ist und zu der eine gefährliche Rivalität besteht. Die Deutschen haben - vermutlich können sie nur so als kulturelle Minderheit überleben - ein gutes Verhältnis zu den beiden grossen Volksgruppen entwickelt und werden als Vermittler angesehen. Daraus resultiert ihr Einfluss, der nicht aus der Grösse der Volksgruppe zu erklären ist.

Und so behält auch Hermannstadt / Sibiu, eine Gründung der Siebenbürger Sachsen, etwas von seiner kulturellen Identität und wird nicht nur zu Geschichte aus Stein.

Sonntag, 3. August 2008

Ferienbeginn in Barcelona: Das Chaos auf der Strasse bleibt aus!

"El Periodico" stellt heute überrascht fest, dass die traditionelle "salida" (der Start) in den spanischen Ferienmonat August ohne grössere Staus und Getümmel an den Flughäfen abgelaufen ist. Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr, wo es zu Staus von über 70 km auf den Autobahnen gekommen war und zuletzt die Schranken an den Mautstellen auf Durchfahrt gestellt werden mussten. Und ganz im Gegensatz zu Frankreich, wo laut "El Periodico" es zu Staus von insgesamt 780 km (!) an den Mautstellen in Richtung Süden kam.

Schuld ist der hohe Ölpreis, der jetzt auch bei den Spaniern voll durchgeschlagen hat. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft nachgelassen hat und gerade Spanien von den Finanzkrisen im Immobiliensektor besonders betroffen ist.

Samstag, 2. August 2008

Noch einmal: Die Umweltkatastrophe von Aznalcóllar

Der "Diario de Sevilla"macht heute auf seiner Webseite eine Umfrage zur Umweltkatastrophe in der Provinz Sevilla wegen des Bergwerksunglücks von Aznalcóllar, auf das ich bereits in einem früheren Beitrag (vom 23. April 2008) eingegangen bin.

Die Frage lautetete:
Glauben Sie, dass sich die Situation des Flusses Guadiamar gebessert hat?

Zur Auswahl standen die Antworten:
  1. Ja, durch den grünen Korridor ist es gelungen, die Qualität des Wassers zu verbessern
  2. Ja, das grosse Problem der Verseuchung wurde gelöst, aber es gibt noch zu tun
  3. Nein, der Guadiamar bleibt ein vergifteter Fluss und der Müll von Aznalcóllar wurde nicht richtig behandelt
Von ca 1.500 Teilnehmer stimmten zum jetzigen Zeitpunkt
24 % für die Version 1
27 % für die Version 2
und 50 % für die Version 3.

Die überwiegende Mehrheit ist also der Meinung, dass die Folgen dieses Desasters immer noch nicht beseitigt sind.

Im Kommentarbereich meint "Alfonso": Ich bin Nachbar und kenne die Situation, das ganze ist ein Desaster..... die Politiker kümmern sich um die Stellen, wo die Strassen den Fluss kreuzen, aber für den Rest interessieren sie sich nicht...."