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Es werden Posts vom Oktober, 2008 angezeigt.

Asbestwarnung in Schottland

BBC Scotland berichtet unter dem Titel "Hunderte starben an Krebs in Edinburgh, Fife und Lothians (angrenzende Bezirke an Edinburgh) weil sie Asbest (caused by exposure to asbestos) ausgesetzt waren."

Neue Statistiken weisen nach, dass zwischen 1981 und 2000, 528 Personen in dieser Region an Lungenkrebs und Tumorerkrankungen des Rippenfells (mesothelioma) gestorben sind. Deswegen hat die Health and Safety Executive (HSE) (Gesundheits- und Sicherheitsbehörde) eine neue Kampagne unter dem Motto: "Asbest, der versteckte Mörder" (The Hidden Killer) gestartet. Ziel ist es, die Menschen über die Gefahren von Asbest aufzuklären.

Greg Haywood, der Leiter beim HSE für die Lizenzierung von Asbest (asbestos licensing unit), sagte: "Wir müssen die Gewerbetreibenden (tradesmen) über Asbest und seine Gefahren aufklären. Wir wollen erreichen, dass sie ihre Arbeitsweise ändern, so dass sie ihr Leben nicht unnötiger Gefahr aussetzen".

Asbest ist inzwischen in der EU verboten…

Gefährliches Pflaster Bukarest

Evenimentul Zilei (EVZ) berichtet, dass Bukarest in diesem Jahr bereits 1.000 Unfälle, an denen Fussgänger beteiligt waren, im Strassenverkehr zu verzeichnen hat. Davon sind 115 Personen beim Unfall zu Tode gekommen, 900 wurden verletzt. Die Hauptschuld wird den Fussgängern gegeben, die an nicht erlaubten Stellen die Strassen überquert haben sollen. Ein grosser Teil war zwischen 18 und 29 Jahren alt. Die meisten Unfälle sind am Freitag und Sonntag passiert.

Rumänien liegt in Europa an letzter Stelle, was die Strassenverkehrssicherheit (siguranţa rutieră) betrifft.

Für Leser "NRDobrogea" sind die Autofahrer die Schuldigen, denn was haben die auf dem Trottoir zu suchen, so dass keinerlei Platz mehr für Fussgänger bleibt?

Gefährlichster Bandit Rio de Janeiros gefasst

Jornal do Brasil berichtet heute über die Festnahme des gefährlichsten Banditen Rio de Janeiros.
Alexander de Jesus Carlos (auch "o Choque" genannt) wurde in João Pessoa, im Bundesstaat Paraiba gefasst. Ihm werden Entführungen und mehrere Morde zur Last gelegt. Festgenommen haben ihn Agenten der Drogenbekämpfungsbehörde DCOD (Delegacia de Combate às Drogas).

Man ist sich noch nicht einig, in welches Gefängnis (presídio) er letztendlich überführt werden soll. Die Polizei vertritt die Ansicht, dass er möglichst nicht in Rio interniert wird. Sie befürwortet seine Verwahrung im Gefängnis in Catanduvas (Bundesstaat Paraná, Südbrasilien), das auch mit Finanzmittel des Bundesstaates Rio gebaut wurde.

Für wie gefährlich man "o Choque" hielt, zeigt, dass er nach Überführung von Paraiba vom Flughafen Rio bis zum vorläufigen Haftort von 10 gepanzerten Polizei-Fahrzeugen begleitet wurde. Von dieser Festnahme erhofft man sich viel für die Sicherheit in Rio, denn "o Choque&quo…

Sevilla entehrt Franco und Queipo de Llano

Wie der Diario de Sevilla berichtet, wird die Provinzverwaltung von Sevilla (Diputación de Sevilla) morgen in einer Plenarversammlung der Provinzabgeordneten (diputados provinciales) die dem Diktator Francisco Franco und dem General Queipo de Llano verliehenen Ehrungen widerrufen. Man geht von einer grossen Mehrheit für den Widerruf aus.

Die Provinz Sevilla hat den Putschgeneral Queipo de Llano am 25. August 1936 zum Adoptivsohn (hijo adoptivo) der Provinz ernannt. Der Generalissimo, Francisco Franco - im Volksmund auch "el enano" (der Zwerg) genannt - wurde 1946 zum Ehrenpräsident aller Provinzverwaltungen ernannt. 1967 wollte sich die Provinz Sevilla beim Diktator nochmals beliebt machen und verlieh ihm die Goldmedaille (la medalla de oro).

Möglich macht diese Aktion das 2006 erlassene Gesetz der historischen Erinnerung (Ley de Memoria Histórica).

Bild: Franco; Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f7/Franco0001.PNG/225px-Franco0001.PNG

Winterreifen

In Europa drohen Wintereinbrüche, sogar Nordspanien meldet Schneegefahr, da wäre es doch mal interessant zu wissen, mit welchen Worten man in der Welt des "Angelesenen" nach Winterreifen sucht:

Für Rumänien habe ich die Bezeichnung "anvelope de iarna" gefunden. In Spanien bestellt man "neumáticos de invierno". Die Schotten werden schon längst ihre "winter tires" aufgezogen haben.

Auch im Portugiesischen existiert das Wort "pneus de inverno", obwohl natürlich die Nordostbrasilianer sich um Winterreifen keine Gedanken machen müssen. Eine ähnliche Formulierung benutzen die Franzosen mit "pneu hiver".

Kritische Umweltbilanz

Adevarul berichtet, dass der rumänische Staatspräsident, Traian Băsescu, in der Nähe von Suceava im Nordosten Rumäniens an einer Baumpflanzaktion von 4 Robinien (salcâm) teilgenommen hat. Damit sollte ein Zeichen gesetzt werden für die Wiederaufforstung der geschundenen Wälder Rumäniens.

Schlecht soll nur die Umweltbilanz für die Aktion des Staatspräsidenten sein. Adevarul rechnet ihm vor, dass für die Reise, die mit einem 30 Jahre alten Helikopter durchgeführt wurde, 1,6 Tonnen CO2 produziert wurden. Alin Păsărel, der Direktor des Waldgebietes von Haţeg, hat ausgeführt, dass ein Robinienwald von einem Hektar 3,7 Tonnen Kohlendioxid (dioxid de carbon) im Jahr absorbiert. Das bedeutet also, dass ein Hektar ausgewachsener Wald 6 Monate benötigt, um die Umweltaktion des Staatspräsidenten bezüglich der Kohlendioxidbilanz wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

An der Aktion haben ca. 1.000 freiwillig Helfer teilgenommen. Es bleibt zu hoffen, dass ihre Umweltbilanz wesentlich besser aussieht.

Graffiti-Albtraum in Málaga

"Sur.es " berichtet aus Málaga, dass die Altstadt zu einem beliebten Ziel der Graffiti-Sprayer (grafiteros) geworden ist. Die Bewohner (vecinos) und Händler (comerciantes) in der Altstadt sind verzweifelt über die überhandnehmenden Graffitis. Für sie sind es Akte des Vandalismus, die nachhaltig das Image der Stadt schädigen.

Die Täter sind Jungendliche die des Nachts mit einem Rucksack voll Spraydosen (una mochila cargada de botes de sprays) durch die Altstadt ziehen und wie sie selbst glauben, sich durch diese Aktionen in einer Geste des Rebellierens (una forma de expresión, un gesto de rebeldía) selbst verwirklichen. Alles wird zugesprüht, seien es nun Mauern, Sitzbänke, Jalousien oder die Strassenbeleuchtung.

Die Anwohner haben es inzwischen aufgegeben, die Graffiti's zu entfernen, da nach kurzer Zeit neue Graffiti's gesprüht waren. Die Ladeninhaberin María Bernarda Sánchez beklagt sich wie folgt: "Es ist eine Schande, was da passiert (es una vergüenza como est…

Internationales Wetter - Zeitumstellung nicht vergessen!

El Pais für Spanien:
Sol y fresquito para este fin de semana (Sonne und kühle Temperaturen) für dieses Wochenende)

The Herald (Glasgow) für Schottland:
More flood warnings as heavy rain and snow to fall in Scotland (Warnung vor Überschwemmungen wegen Regen und Schnee in Schottland)

Neue Zürcher Zeitung für Nordschweiz am Sonntag:
Nebel mit Obergrenze um 600 Meter, Auflösung um die Mittagszeit. Darüber vorwiegend sonnig

Vremea.ro für Bukarest:
Maine, Duminica (Morgen, Sonntag) 26 oct: Minim: 3°C Maxim: 12°C
Cer mai mult noros (Himmel meist bewölkt)

18 Monate Knast wegen Barça

Bereits im September ist in Marokko nach Bericht des "El Periódico" aus Bacelona, ein 18-jähriger Jugendlicher zu 18 Monaten Haft verurteilt worden, weil er an die Tafel seiner Schule die nationale Losung seines Landes "Gott, Vaterland und König" ("Dios, patria y rey") etwas abgewandelt in Form von "Gott, Vaterland und Barça" geschrieben hat. Für nicht Fussballfans: "Barça" ist der populäre Name des FC Barcelona.

Seit September sitzt er dafür im Gefängnis. Sein Vater hat jetzt in einem Brief an den marokkanischen König um Gnade für seinen Sohn gebeten. Sein Sohn sei ein feuriger Anhänger des FC Barcelona und habe keinerlei politische Absichten gehabt.

Bildquelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/de/Coat_of_arms_of_Morocco.png/200px-Coat_of_arms_of_Morocco.png

Bukarester Taxifahrer: Service wie bei Dracula

Die Bukarester Taxifahrer (taximetrist) gehören zu den zivilisatorischen "Leuchttürmen" des nachrevolutionären Bukarests. Leider nicht im Positiven. Es gibt kaum einen Berufsstand, der verhasster in Bukarest ist. Der Kunde ist für sie nur von Intersse, wenn man ihn richtig ausnehmen kann. Da die Taxometer in der Regel nicht funktionieren, kommt es oft beim Zahlen fast zu einer Schlägerei zwischen Kunde und Fahrer.

Evenimentul Zilei (EVZ) hat diesem Denkmal der Bukarester Stadtzivilisation heute einen Artikel gewidmet. Die Taxifahrer sind danach berühmt für ihre Gefühllosigkeit im Verkehr und ihre exotische Musik, die während der Fahrt die gelben Wagen (Farbe der Taxis) zum Wackeln bringt und die übertriebene "Höflichkeit" (hiper-civismul) mit der sie die täglich zu befördernden Subjekte (subiectele zilei) behandeln. Für viele sind die Taxifahrer Schufte, die es immer verstehen, den längsten Weg von A nach B herauszufinden. Horrorgeschichten ausländischer Besucher üb…

Trudi oder Barbie

Jean-François Mabut vom Blog "Vu du Salève" berichtet etwas ironisch Mitte Oktober über eine Aktion der Schweizer Bauern, mit der der Butter-Konsum der Schweizer etwas angekurbelt werden soll.

Das Elend der Schweizer Bauern ist laut Mabut, dass sie nicht mehr wie früher wie eine "grosse nationale Kolchose" (un gros kolkhoze nationale) funktionieren können. Die Schweizer Landwirtschaft wurde früher hoch subventioniert und gegen aussen abgeschottet. Jetzt ist sie zumindest teilweise dem Wettbewerb ausgesetzt. Die Landwirtschaftspolitik sei diffus. In einigen Jahren oder spätestens 2015 werde die Schweizer Landwirtschaft euro-kompatibel sein müssen, entweder aus freien Stücken oder gezwungen (de gré ou de force). Zur Zeit sitzt sie auf einem kleinen Butterberg, den sie gerne los werden möchte.

Deswegen zieren Plakate mit vergleichender Werbung die Schweizer Wände. Unter anderem steht eine gediegene Schweizer Frau - sie steht für Butter - oder eine von Schönheitsoperat…

Mostbröckli, Pantli und Siedwurst unter Artenschutz

Das Schweizer Fernsehen berichtet heute auf seiner Webseite, dass die Spezialitäten Appenzeller Mostbröckli, Pantli und Siedwurst ins Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen aufgenommen werden sollen. Damit dürfen nur noch Hersteller aus der Region die Produkte unter diesem Namen verkaufen.

Was ist das nun für eine besondere Spezialität?

Das Appenzeller Mostbröckli wird aus Rindfleisch hergestellt, zuerst geräuchert und dann getrocknet. Typisch für die Fleischspezialität sind ihre urchige, runde Form und die deutliche Gewürznote.

Der Name «Pantli» geht auf die Unförmigkeit dieser getrockneten Rohwurst zurück. Im Unterschied zu ähnlichen Produkten besticht der Appenzeller Pantli durch seine lange, kantige Form und schmeckt ausgeprägt nach Knoblauch.

Charakteristisch für die Appenzeller Siedwurst ist ihr Kümmel-, Pfeffer- und Knoblauchgeschmack. Die Brühwurst wird entweder roh, gekocht oder pasteurisiert angeboten.

Bildquelle: http://tagesschau.sf.tv

Wir sind keine Sklaven! - We're not slaves!

Für Jahrzehnte haben die Frauen des Broughty Castle Bowling Club (liegt in der Nähe von Dundee) jede Samstagnacht den männlichen Mitgliedern des Clubs ein Abendessen zubereitet, berichtet "The Scotsman". Den Männern wurden ihre schottischen Leibspeisen wie Hack und Kartoffel (mince and tatties), Steak-Kuchen (steak pies) und Rindfleisch mit Oliven (beef olives) in unbezahlter Liebesarbeit (unpaid labour of love) serviert.

Damit ist nun Schluss. Die weiblichen Mitglieder haben den Männern den Krieg in einer beispiellosen Schlacht der Geschlechter (unprecedented battle of the sexes) erkärt und haben ihren erstaunten Männer erzählt, dass sie die Schnauze voll hätten (that they are sick) und es müde seien weiterhin als "Küchen-Sklaven" ("kitchen slaves") behandelt zu werden.

Sie fordern eine Teilung der Aufgaben zwischen männlichen und weiblichen Clubmitgliedern oder die Übergabe der Arbeit an eine Firma.

Zur Vergeltung (in retaliation) schlagen die Männer zurü…

Favelas wachsen

Einer Meldung des Diario do Pará ist zu entnehmen, dass die Zahl der in Slums (Favelas) lebenden Brasilianer innerhalb der letzten 15 Jahre um 42% zugenommen hat. Während in 1992 ca. 5 Millionen Personen (3,2% der Bevölkerung) in Favelas lebten, sind es nach einer neuen Studie des Pnad (Pesquisa Nacional por Amostra de Domicílios, do IBGE) ca 8 Millionen (3,8% der Bevölkerung).

Ein grosser Teil dieser Personen konzentriert sich auf die städtischen Regionen (regiões metropolitanas) von São Paulo und Rio. In São Paulo soll es nach Angaben der Stadtverwaltung 1.565 favelas geben. Die Einstufung dieser defizitären Wohnbereiche erfolgte nach den Kriterien Abwasser- und Wasserversorgung, sanitäre Anlagen, Anzahl der Bewohner pro Zimmer, Art der Konstruktion (gebrauchte Baumaterialien). Die grössten Probleme sind die Abwasserversorgung und sanitären Anlagen.

Bildquelle: http://lh4.ggpht.com/_qAOE9DBy8fQ/R8BPukIRIwI/AAAAAAAAAOY/ggpt2uXwwXg/Jan+08+-+Brazil+CD+-+Dannys+DVD+111.jpg

Bukarest und der Tourismus

Adevarul titelt heute: Erste Touristenkarte der Hauptstadt, ein Labyrinth (Prima hartă turistică a Capitalei, un labirint). Die Karte soll auf der morgen beginnenden Messe ROMEXPO vorgestellt werden. Etwas süffisant wird bemerkt, dass der ausländische Tourist als Erstes an Hand der Karte feststellen wird, dass das einzige Tourismus-Büro Bukarests gar nicht existiert.

Die Karte soll technisch in Ordnung sein - sie wurde von einer österreichischen Firma hergestellt -, das Problem liegt in der fehlenden Abstimmung zwischen der Tourismus-Behörde und der Stadtverwaltung. So können viele der auf der Karte angeführten Sehenswürdigkeiten nur von aussen besichtigt werden. Die vorgeschlagene Stadttour (Tagestour) ist nicht zu realisieren, weil der total überlastete Strassenverkehr nicht in die Kalkulation einbezogen wurde.

Die Stadtverwaltung ist am Tourismus scheinbar nicht interessiert, bei privaten Verlagen stellt sie jede Information in Rechnung. Es bleibt hier nur die Hoffnung, dass ein Um…

"Globo" überall

In Brasilien gibt es einen übermächtigen Medienkonzern, der sich Organizações Globo nennt. Der Schwerpunkt der Organisation liegt beim Fernsehen, wo das Unternehmen mit TV Globo einer der grössten Fernsehsender Amerikas und angeblich den drittgrösste Sender der Welt besitzt. Die Programme des Senders werden von 80 Millionen Personen täglich gesehen. Schwerpunkt sind die Telenovelas.

Der Gründer, der Unternehmer Roberto Marinho, schloss 1967 einen Kooperationsvertrag mit der Time-Life-Gruppe. Bei der damaligen Militärregierung geriet er damit in den Ruch eines Vaterlandverräters. Unternehmerisch war diese Entscheidung ein Volltreffer, denn nun war der Aufstieg von TV Globo nicht mehr aufzuhalten. Der Sender hob sich schon früh durch bessere technische und auch inhaltliche Qualität gegenüber dem ohnehin äusserst niedrigen Niveau der privaten brasilianischen TV-Sender hervor.

Der Sitz der Unternehmensgruppe liegt in Rio de Janeiro. Neben dem Fernsehen gehören auch Radiostationen und viele …

Die Zeit der "bolets"

Die Katalanen sind grosse Pilzliebhaber. Auf Katalanisch werden Pilze "bolets" genannt, in der spanischen Sprache heissen sie "hongos" oder "setas". Die Wälder an den südlichen Abhängen der Pyrenäen sind beliebt bei den Pilzsammlern und in den Restaurants erhält man jetzt viele leckere Pilgerichte.

Trotzdem scheint bei vielen Sammlern das richtige Wissen über die Pilze zu fehlen. Die Generalitat de Catalunya (Landesregierung) warnt auf jeden Fall vor dem Verzehr von giftigen Pilzen und gibt Ratschläge wie man Vergiftungen (intoxicacions pel consum de bolets tòxics) vermeiden kann.

Besonders gewarnt wird vor den Pilzen der Sorte Tricholoma equestre, auch bekannt unter den katalanischen Namen verderol, groguet oder pixaconill. In spanisch (castellà) werden diese Pilze auch Reiterpilz (seta de los caballeros) genannt. Wikipedia klärt mich auf, dass dieser Pilz auf Deutsch Grünling heisst und zur Familie der Ritterpilze gehört und in der Tat sehr gefährliche Ei…

Snupfen im Elsass - grosse Reform und dicker Zorn

Ja, richtig gelesen, es heisst Snupfen und nicht Schnupfen! Snupfen ist die Abkürzung für "Syndicat national unifié des personnels des forêts et de l’espace naturel" (Nationale Einheitsgewerkschaft der Forst- und Naturparkarbeiter).

Die Zeitschrift L'Alsace berichtet heute über starke Unruhe (vive tension) und Protestdemonstrationen der Waldarbeiter in Oberhaslach. Oberhaslach ist ein kleines Vogesen-Dorf im nördlichen Elsass. Die Demo fand im Hof des Jagdhauses von Oberhaslach (la cour du chalet de chasse) statt. Grund für den Ärger ist eine beschlossene Reform des "Nationalen Büros für die Wälder" (l’Office national des forêts (ONF)) und und Schließung des Fortszentrums in Wissembourg. Das bedeutet Personalabbau und auf lange Sicht wird die Schließung der regionalen Forstämter befürchtet.

Zusammengefasst titelt L'Alsace: Elsässische Wälder: Grosse Reform und dicker Zorn (Alsace Forêts : grande réforme, grosse colère).

Bildquelle: http://www.snupfen.org/image…

Schizophrenie in El Prat - Barcelona

Unter dem Titel: "Die Sicherheitsbehörden des Flughafens von El Prat Barcelona behandeln die Reisenden härter wie die Flughafengeschäfte" (más dura con los viajeros que con las tiendas) macht El Periódico auf eine Sicherheitslücke auf dem Flughafen aufmerksam. Ein Video zeigt, dass Flughafenangestellte ohne Kontrolle einen Wagen voll Waren für die Geschäfte in die innere Zone des Flughafens bringen können.

Man stelle sich mal vor, man versucht das als Passagier! Ein gespaltenes Sicherheitbewusstsein mit den üblichen menschlichen Unzulänglichkeiten.

Bildquelle: http://noticias.vuelosbaratos.es/wp-content/uploads/2008/07/el-prat.jpg

El Botellón macht Guadalcacín zur Stadt ohne Gesetz

Alarmierende Mitteilung des Diario Bahía de Cádiz: "El botellón", das Trinken und Feiern auf öffentlichen Strassen kommt nach Guadalcacín, einem Vorort der Sherry-Stadt Jerez de la Frontera und macht diese zu einer Stadt ohne Gesetz (“ciudad sin ley”). Vor allem an den Wochenenden steigert sich der in Spanien immer mehr zu einem Volksärgernis gewordene "botellón" zu einer Belastung ganzer Stadtteile. Die offizielle Politik steht ratlos vor dieser Art von Jugend-Kultur, die Normalbürger reagieren immer gereizter.

Guadalcacín ist an den Wochenenden scheinbar nicht mehr kontrollierbar. In der Umgebung einer Diskothek versammeln sich an den Wochenenden Hunderte von Jugendlichen. "Die Anliegerstrassen sind dann völlig vermüllt, es stinkt nach Urin und Fäkalien und es liegen Flaschen und Präservative herum...." schildert der Diario Bahía de Cádiz.

Die Bewohner des Stadtteils finden keine Ruhe und fühlen sich bedroht. Die Störenfriede fühlen sich wohl, vor allem a…

Montag: Der Herzinfarkt freut sich

In einer Studie der Kliniken von Ribeirão Preto, São Paulo, wird festgestellt, dass am Montag (segunda-feira) in Brasilien ein um 20% höheres Herzinfarkt-Risiko besteht. Die Angst vor dem Start in den neuen Arbeitstag und die belastende Routine (a ansiedade pela volta ao trabalho e à rotina pesada) sollen laut Ansicht der Kardiologen auslösende Faktoren für den Infarkt sein.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das Wochenende mit zuviel cafezinhos, futebol und Cachaça (Zuckerrohrschnaps) gefeiert wurde?

Bildquelle: http://www.sf.tv/webtool/data/pics/sfwissendossier/herzinfarkt.jpg

Tod in den Minenfeldern Afghanistans

The Glasgow Herald schreibt heute über die Ergebnisse eines Gerichtsprozesses, der die näheren Umstände des Todes von Corporal Mark Wright, in Afghanistan klären soll. Mark Wright stammte aus Edinburgh und war 27 Jahre alt. Der Vorfall ereignete sich im September dieses Jahres.

Corporal Mark Wright hatte die Rettung eines Scharfschützen, der in eine unmarkierte Gefahrenzone in der Provinz Helmand geraten war, zu organisieren. Dabei geriet er selbst in ein Minenfeld. Laut den Aussagen vor Gericht lag er schwer verwundet im Minenfeld und trotzdem er wusste, dass Hilfe weit weg war, führte er seinen Auftrag weiter aus, indem er seine Mit-Soldaten mit Witzen und Erteilung von Befehlen (by cracking jokes and issuing orders) von der Lage ablenkte (to keep the spirits).

Die Rettungsaktion nahte in Form eines Hubschraubers. Dieser Hubschrauber vefügte leider nicht über eine Seilwinde, die normalerweise in Minenfelder benutzt wird. Beim Landen wurden durch den erzeugten Luftsog weitere Minen aus…

Schweizer Franken läutet das Totenglöcklein

in Rumänien! Wie die Zeitschrift Gândul berichtet werden die rumänischen Banken Kredite in Schweizer Franken in Kürze einstellen. Begründung: Die Analysten erwarten, dass diese Währung in Kürze komplett von der lokalen Banken-Landschaft (peisajul bancar local) verschwinden wird.

"Der Schweizer Franken als Kreditwährung bedeutetet ein zusätzliches Währungsrisiko (un risc valutar) für unsere Kunden, da der Franken-Kurs abhängig ist vom Kurs Leu (rumänische Währung) gegenüber dem Euro und gleichzeitig vom Kurs Franken gegenüber Euro" erklärte der leitende Wirtschaftsfachmann der Raiffeisen-Bank gegenüber dem Gândul.

Eigentlich wurde dem Schweizer Franken hier seine Stärke zum Verhängnis. Viele Rumänen hatten Hypotheken-Kredite in Schweizer Franken aufgenommen, weil die Zinsen (dobânda ) kleiner waren und man damit mehr Geld aufnehmen konnte. Die internationale Finanzkrise ist diesen Kreditnehmern zum Verhängnis geworden. Der Franken ist in den letzten Monaten viel stärker gegenü…

Keno Verseck - der deutsche Rumänienkenner

Neu aufgenommen in die "Nachrichtenquellen deutsch" habe ich die Homepage des Journalisten Keno Verseck. Keno Verseck ist mir durch sachkundige Rumänien-Reportagen in der Tageszeitung (TAZ) aufgefallen.

Die Siebenbürgische Zeitung (SbZ; Zeitung der Siebenbürger Sachsen in Deutschland) hat Keno Verseck zu seiner Person befragt. Das Interview gebe ich nachstehend teilweise wieder, das gesamte Interview kann in der SbZ nachgelesen werden.

"Ihrer Homepage www.keno-verseck.de haben wir entnommen, dass Sie 1967 in Rostock geboren und 1984 aus der ehemaligen DDR ausgereist sind. Sie sind als Journalist tätig. In ihren Reportagen und Artikel beschäftigen Sie sich hauptsächlich mit Osteuropa und vor allem mit Rumänien. Wie kommt es, dass Sie sich gerade auf das Karpatenland spezialisiert haben?

Ich war als Kind und Jugendlicher Anfang der achtziger Jahre mehrmals in Rumänien. Mich hat damals lange Zeit die Frage beschäftigt, warum dieses Land so extrem ist, warum Ceausescu dieses L…

Geschwindigkeitsbeschränkung halbiert Zahl der Todesfälle in Barcelona

Im Grossraum Barcelona gibt es seit 1. Januar für viele Strassen eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 km/h (limitación de la velocidad a 80 kilómetros por hora). Laut La Vanguardia hat der Katalanische Verkehrsdienst (Servicio Catalán del Tráfico (SCT)) eine Zwischenbilanz gezogen. Laut dem Director des SCT, Josep Pérez-Moya, waren die Geschwindigkeitsbeschränkungen ein voller Erfolg. Seit der Einführung der Geschwindigkeitsbeschränkungen gab es auf den betroffenen Strecken 325 Unfälle (accidentes) mit 5 Toten (muertos), 19 Schwerverletzte (heridos graves) und 389 Leichtverletzte (heridos leves).

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutete dies bei den Todesfällen ein Absinken um 50% (von 10 auf 5) und bei den Verletzten ebenfalls um eine Verminderung um 50%. Das SCT feiert dies als ein Erfolg der Geschwindigkeitbeschränkungen, die dazu geführt haben, dass es auch weniger Staus (retenciones) gab.

Man könnte meinen, dass die überwiegende Mehrheit der Verkehrsteilnehmer nun positiv v…

Meerenge von Gibraltar - die nächste Katastrophe wartet

"El Estrecho" (die Meerenge), wie die Spanier sie nennen, ist eine der meistbefahrenen Wasserstrassen der Welt. Über 100.000 Schiffe wechseln im Jahr vom Atlantik ins Mittelmeer und umgekehrt, ein grosser Teil davon sind riesige Öltanker. Gleichzeitig kreuzen eine Unmenge Fähren deren Route. Hinzu kommt, dass die meteorologischen Bedingungen durch stürmische Winde von Osten (Levante) und vom Westen (Poniente) gekennzeichnet sind.

Der Journalist (periodista) José Bejarano schildert in seinem Blog die derzeitige Situation. Seiner Ansicht nach ist unter den gegebenen Bedingungen die Meerenge ein geeigneter Ort für die Risiko-Seefahrt (navegación de riesgo). All dies habe bisher nicht dazu geführt, dass die Sicherheitsvorschriften verschärft wurden. Deshalb komme es auch dauernd zu mehr oder weniger schweren Unfällen, die eine Landschaft vergiftet, die ein Biosphären-Reservat ist und die grösste Walfisch-Population (la mayor población de cetáceos) des Mittelmeeres beherbergt.

Im v…

Paraiba - João Pessoa

Paraiba ist ein kleiner brasilianischer Bundesstaat nördlich von Pernambuco. Die Hauptstadt ist João Pessoa, eine Stadt am Atlantik mit ca. 600.000 Einwohnern. João Pessoa ist eine sehr grüne Stadt. Hinsichtlich der Grünanlagen soll die Stadt den zweiten Platz auf einer Weltrangliste der UNO (nach Paris) und den ersten Platz unter den Städten Brasiliens besetzen.

Für diesen Ruf sind die zwei grossen Reserven Atlantischen Regenwaldes inmitten der Stadt verantwortlich: der "Mata do Buraquinho" - mit mehr als 400 Hektar und der "Parque Arruda Câmara". Gerade letzterer, auch "Bica" genannt, ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische wie für Touristen.

"Während man in anderen Küstenstädten die Wohn- und Geschäftszentren vertikalisiert, gigantische Wolkenkratzer aus Stahlbeton und Glas auf die alte natürliche Landschaft setzt, versuchen die Stadtplaner von João Pessoa andere Massstäbe anzulegen: hier existiert ein Gesetz, welches die Konstruktion von Ge…

Dengue soll jetzt energisch bekämpft werden

Unter Bezug auf meine bisherigen Berichte zum Dengue-Fieber gibt es heute eine positive Nachricht aus Brasilien: Das Gesundheitsministerium in Brasilia hat jetzt 1 Milliarde R$ zum Start einer neuen Kampagne zur Bekämpfung des Dengue-Fieber freigegeben (Nova Campanha Nacional de Combate à Dengue). Die Summe entspricht etwa 350 Millionen Euro.

In diesem Jahr gab es in Brasilien bereits 700.000 Fälle von Dengue. Dengue ist eine fiebrige Erkrankung (uma doença febril), die vor allem in tropischen und subtropischen Ländern vorkommt und durch die Mücke Aedes Aegypti (mosquito Aedes Aegypti) übertragen wird.

Die vorhergehenden Berichte können durch Klick auf den Label "dengue" in der linken Spalte erreicht werden.

Bildquelle: http://www.observatoriodoalgarve.com/cna/Images%5Cmosquito-aedes-aegypti.jpg

Kafkaeske Erfahrungen mit Coliposte

Der Blogger Eric aus Frankreich berichtet in seinem Blog "PresseCitron", den ich heute neu in meine Blog-Liste aufgenommen habe, über eine deprimierende Erfahrung mit der französischen Gepäckpost. Unter dem Titel "Ne vous déplacez pas, de toute façon vous étiez absent" (gehen sie nicht weg, auf jeden Fall werden sie abwesend sein) berichtet er über eine nur auf dem Papier stehende Dienstleistung der Gepäckzusteller.

In der Episode 1 wird ihm in seiner Abwesenheit vom Postboten (facteur) ein Paket gebracht. Wie er nach Hause kommt findet er den Auslieferungszettel (le bordereau) in seinem Briefkasten, auf dem er in großen Buchstaben daraufhingewiesen wird: "Gehen sie nicht weg" (Ne vous déplacez pas). Er soll am andern Morgen zwischen 9 und 12 Uhr den Boten erwarten. Bittere Bemerkung von Eric dazu: Scheinbar haben die Postmenschen (les postiers) noch nicht begriffen, dass sie im Dienst des Kunden stehen und nicht umgekehrt.

Episode 2: Am nächsten Morgen st…

Fred the Shred - Versager in der Finanzkrise

Der Journalist Bill Jamieson schreibt heute in The Scotsman einen Artikel über Schottlands Bankenwesen, der sehr deprimierend beginnt: "Von stolzen Banken-Ikonen zu zwei erniedrigten (humiliated), nationalisierten Rumpfbanken: Schottlands zwei grösste Banken (Royal Bank of Scotland /RBS und Halifax Bank of Scotland / HBOS) werden vor dem Kollaps gerettet, aber zum Preis einer stolzen, jahrhundertealten Unabhängigkeit (at the price of a proud, centuries-old independence).

Keiner steht mehr für Aufstieg und Fall der RBS wie Sir Fred Goodwin, der den Übernamen (nickname) ‘Fred the Shred’ (Fred, der Schredder) bekam, nachdem er nach Übername der NatWest-Bank 18,000 Arbeitsplätze strich. Er machte die RBS von einer bescheidenen britischen Bank zu einer der 5 grössten Banken der Welt. Er wurde zu Schottlands bekanntesten und respektiertesten (best-known and respected business figure) Geschäftsmann. Gekauft hat er, was das Zeug herhält: NatWest, Coutts, Adam & Co, Direct Line, Ulster…

Umstrittener Nationalfeiertag - Dia de la Raza

Die Spanier feiern heute ihren Nationalfeiertag. Er trägt verschiedene Namen, ein ganz seltsamer ist der "Dia de la Raza" (Tag der Rasse), offizieller Weise heisst er jetzt "Dia de la Hispanidad" (Tag des Spanischtums). Der Tag soll an die Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus erinnern. Am 12. Oktober 1492 soll der Matrose Rodrigo de Triana erstmals Land gesehen haben. Der Tag wurde 1913 per Dekret durch die spanische Regierung zum Feiertag erklärt.

Der Tag soll aber auch die Verbundenheit Spaniens mit seinen ehemaligen Kolonien bezeugen. Deshalb wird der Tag auch gleichzeitig in mehreren südamerikanischen Kolonien gefeiert. Von 1918 bis 1958 lautete die offizielle Bezeichnung "Fiesta de la Raza". Danach wurde der Tag in den "Dia de la Hispanidad" umbenannt. Im Volksmund und auch in einigen südamerikanischen Ländern hält sich bis heute noch die ältere Bezeichnung.

Aus der alten Bezeichnung spricht der grobschlächtige Rassismus der Kolonialz…

Wahlkampf im rumänischen Hollywood

Der Ort Buftea, einige Kilometer nördlich von Bukarest, war zu Zeiten der sozialistischen Republik das rumänische Hollywood. Hier war die staatliche Filmproduktion angesiedelt. Auch heute liegen hier noch mehrere rumänische Filmstudios. Jetzt auch bekannt durch die Schweizer Wurst- und Fleischfabrik "Angst", die in Buftea ihre Zentrale hat.

In Rumänien ist zur Zeit Wahlkampf. Der Premierminister, Călin Popescu-Tăriceanu, hatte laut einem Bericht der Internet-Zeitschrift "Gândul" gestern einen Wahlkampfauftritt in Buftea. Călin Popescu-Tăriceanu lobte die rumänische Wirtschaftsentwicklung, für die Rumänien von andern Ländern beneidet würde (performanţă pentru care omologii mei din străinătate mă invidiază). Namentlich als Neidhammel wurde Berlusconi benannt, der dem rumänischen Premier schon gestanden hatte, dass er eine solche Entwicklung sich wünschen würde, wenn er nochmals von Null anfangen könnte.

Die Veranstaltung fand vor dem Bürgermeisteramt (Primăria) von Buf…

Itaituba gegen Wasserkraftwerk am Tapajos

Die brasilianische Regierung plant eine neues Wasserkraftwerk am Rio Tapajos (südlicher Nebenfluss des Amazonas). Die Bewohner der Gemeinde Itaituba wollen nach einem Bericht des Diário do Pará gegen diese Entscheidung klagen. Die Regierung räumt dem Tapajos grosse Priorität für die Elektrizitätsgewinnung und den Transport von Getreide nach Mato Grosso ein.Der Sprecher einer Gruppe von 16 Bewohner drückt seine Besorgnis über die Entscheidung aus. Der Fluss werde von den Betreibern mit Dynamit erweitert werden, um mehr Tiefe zu bekommen.Dadurch sind erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und das Leben der Anwohner zu erwarten. Eine der ersten Auswirkungen sei, dass durch den höheren Wasserstand viele Anlieger-Gemeinden überschwemmt würden.Die Regierung wiegelt ab. Selbstverständlich werde das Kraftwerk nur gebaut, wenn eine Studie bestätigt habe, dass keine schädlichen Auswirkung auf die Umwelt zu erwarten sind.Wirtschaftskreise weisen daraufhin, dass Brasilien einen jährlichen Energie…

Le Clézio - Nobelpreis für Literatur

Jean-Marie Gustave Le Clézio hat den diesjährigen Literatur-Nobelpreis bekommen. Weltweit wurde dies als eine grosse Überraschung angesehen. Wie waren die Schlagzeilen in der Welt des "Angelesenen":

"Dernièrs Nouvelles d'Alsace":
Le Clézio, der Erforscher der Menschlichkeit (explorateur d'humanité)

"Jornal do Brasil":
Ein Nobelpreis zugunsten des Bruchs (um prêmio em favor da ruptura).

"El Pais":
Le Clézio, der Nobelpreis der Entwurzelung (del desarraigo). Triumph der französischen Literatur. Ein Wechsel ohne Glanz (un aval sin resplandor).

"Adevarul":
Ein Nobelpreis für einen französischen Abenteurer (pentru un aventurier francez).

"The Guardian":
Nobelpreis stellt französischen Literatur-Stolz wieder her (restores French literary pride). Le Clézio gewann gestern den Nobelpreis für Literatur und rettete damit Paris aus seiner Depression (lifting Paris out of its depression) über den kulturellen Niedergang der Nation.

"Neue…

Wieviel verdienen denn die Rumänen durchschnittlich?

Die "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" (ADZ) berichtet heute unter dem Titel "Weniger netto, mehr brutto /Reallöhne sinken im August um 2,3 Prozent" über das Lohnniveau in Rumänien. Danach beträgt das durchschnittliche Monatsgehalt in Rumänien nach Feststellungen des statistischen Instituts 1.277 Lei. Dies entspricht 362 Euro.

Der Lohnrückgang wird auf auf niedrigere Prämien sowie auf saisonbedingte Produktionsrückgänge im August zurückgeführt. Seit der rumänischen Preisliberalisierung im Oktober 1990 sind Reallöhne um 22 Prozent gestiegen.

Bildquelle: http://www.moneypedia.de/images/thumb/1/14/100_Lei_05_Vs.jpg/230px-100_Lei_05_Vs.jpg

Pernambucanisches Mülltrennungserlebnis in Spanien

Julia Kacowicz lässt in ihrem "Blog do meio ambiente" ihre Freundin Juliana (siehe Bild) aus Europa berichten. Juliana reiste das erste Mal nach Europa, um ihren seit 6 Jahren in Salamanca / Spanien lebenden Bruder zu besuchen. Sie war sehr gespannt und ein bisschen aufgeregt, was sie da erwartete.

Es lief auch alles gut, nur eines hatte sie verwundert: Sie wollte ihm immer eine saubere Wohnung hinterlassen, deswegen warf sie alle Reste, sei es nun Packungen, Papier oder Essensreste in die gleiche Mülltonne (no lixo). Eines Tages sah das ihr Bruder und fragte sie: "Warum wirfst Du diese Plastikverpackung in den Mülleimer?" Sie anwortete: "Ich habe das weggeworfen, sollte das aufbewahrt werden?" Darauf er: "Nein, aber die Plastiverpackungen müssen in diesen andern Mülleimer geworfen werden. Du hast das zum Bio-Müll geworfen (junto do lixo orgânico)”.

Juliana war dann doch sehr verwundert, denn von früher her in Recife kannte sie ihren Bruder nicht als …

Schrecklicher Lapsus eines spanischen TV-Sprechers

Laut einer Mitteilung der Zeitung "ABC de Sevilla" hat sich der Nachrichtensprecher Jesús Álvarez für seinen Lapsus in der gestrigen Nachrichtensendung des spanischen Fernsehens, TVE, entschuldigt. Es ging um Fussball und zwar um das schlechte Abschneiden der Mannschaften von Madrid (Atletico und Real) gegenüber den katalanischen Mannschaften Barcelona und Español. Der Nachrichtensprecher sagte nun nicht, dass die Madrider Mannschaften schlecht abgeschnitten haben, sondern dass die spanischen Mannschaften (había sido una mala jornada para los equipos españoles) schlecht abgeschnitten haben.

Der Arme! Das war wieder einmal die Arroganz der Madrileños gegenüber dem Rest Spaniens! Sofort schwappte der Verdacht hoch, dass die Misserfolge Madrid's nationalisiert werden sollten. Dabei beteuerte Jesús, dass er sich nur versprochen hat, weil er improvisieren musste.

Sturm im Wasserglas? Nicht in Spanien, das zeigen die Kommentare der Leser. Stellvertretend dafür der Leser Morado: …

Überfall auf Bus: Passagier schießt zurück

Der Correio da Bahia berichtet, dass heute morgen im Stadtteil Águas Claras von Salvador Bahia ein Bus von 2 Angreifern überfallen wurde. Im Bus eröffnete daraufhin ein bewaffneter Passagier (passageiro armado) das Feuer auf die Angreifer. Es kam zu einer Schiesserei im Bus, unter den ungefähr 30 Passagieren brach eine Panik aus. Glücklicherweise wurden nur die Angreifer verletzt. Ein Notfallwagen des "Serviço de Atendimento Móvel de Urgência (Samu)" kümmerte sich um die ärztliche Versorgung der Angreifer, die zwischen 25 und 30 Jahren alt waren.

Durch den Vorfall kam der Morgenverkehr in Salvador zum Erliegen (o trânsito ficou congestionado).

Die Finanzkrise

Das zur Zeit beherrschende Thema in der Weltpolitik ist die Finanzkrise. Die selbstverschuldete Finanzkrise der Börsen- und Bankenwelt, die im Moment die Weltwirtschaft bedroht. Ich habe mich einmal in meinen Nachrichtenquellen umgesehen wie in andern Ländern die Schlagzeilen dazu lauten und wie sprachlich mit den Worten zur "Finanzkrise" umgegangen wird.

Der Correio da Bahia aus Salvador Bahia zitiert den Papst mit den folgenden Worten zur "crise financeira mundial": "Dinheiro não é nada" (Geld ist nicht alles). Damit haben wir den portugiesischen Begriff für die Krise: crise financeira mundial. Ein anderes Wort hat in den letzten Wochen in diesem Zusammenhang auch für viel Furore gesorgt, nämlich das "Hilfspaket" der Regierungen. Dieses Wort übersetzt der Correio mit "pacote de socorro".

Die spanische El Pais spricht von "Crisis financiera mundial". Hier gibt es also eine kleine sprachliche Abweichung von der portugiesischen…

Wer baut heute noch Kathedralen?

Die rumänisch orthodoxe Kirche (Biserica ortodoxa Română) plant das für Bukarest. Der Standort liegt neben dem Palast des Volkes (Palatul Poporului) - Ceausescu's megolomanischem Gebäude. Laut einer Mitteilung der Allgemeinen Zeitung für Rumänien (ADZ) soll jetzt mit dem Bau begonnen werden. In 7 Jahren soll die Kathedrale fertiggestellt sein.

Der überglückliche Patriarch (Preafericitul Părinte) Daniel hat aber jetzt darauf hingewiesen, dass die neue Kathedrale kein Palast, sondern eine Kirche werden solle. Es war auch einmal anders geplant! Überglücklich ist der Patriarch von Amts wegen, denn das Wort "preafericitul", das mit überglücklich übersetzt werden muss, ist seine offizielle Amtsbezeichnung. Die Kathedrale soll zwei Untergeschosse haben und eine Höhe von 100 m erreichen, soll sich aber durch ausgewogene, harmonische Proportionen auszeichnen. Ein Vergleich: Der kölner Dom erreicht 157 m.

Die orthodoxe rumänische Kirche hat nach dem Sturz Ceause…

Bretonen helfen Sorben

Einen interessanten Bericht veröffentlichen heute die "Dernières Nouvelles d'Alsace" (DNA) über die deutsche Minderheit der Sorben.

Die DNA berichtet, dass die Sorben eine slawische Minderheit im Osten Deutschlands sind, die von den Nazis unterdrückt (réprimée par les nazis) und von der DDR vernachlässigt (délaissée par la RDA) wurden. Es wird festgestellt, dass das Sorbische zwar noch nicht auf der Liste der gefährdeten Sprachen der UNESCO steht, aber immer weniger Sorben beherrschen ihre Sprache noch.

Und hier setzt eine freundschaftliche Hilfsaktion aus Frankreich ein: Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 setzte sich ein bretonischer Lehrer in seinen Lieferwagen und machte eine "Tour de l'Europe" auf der Suche nach einem Schüleraustausch mit Schülern, die eine Minoritäten-Sprache sprechen. Der Lehrer hiess Robert Pellen und er erläuterte seine Absicht folgendermaßen: "Im Gegensatz zu den Elsässern haben wir geographisch keine Grenze mit…

Katalanen türmen wieder

Castell, die katalanische Bezeichnung für Turm, wird in Katalonien erweitert zu "Els Castellers", den Türme-Erbauern. Ein katalanischer Landessport auf Volksfesten ist es, Menschentürme zu bauen. Bei der Konstruktion der Türme gibt es gewisse Regeln und jede Turmfigur hat seine Fachbezeichnung. Nach Möglichkeit sollte aber jeder Verein eine möglichst eigene Choreographie für seine Turm-Konstruktion haben.

Das Bild stammt aus dem "Avui" von heute, der damit die Castellers de Vilafranca vorstellt. In Tarragona laufen zur Zeit der XXII Concurs de Castells de Tarragona (12. Turm-Wettbewerb). Vilafranca hat eine Figur hingestellt, die sich "amb un 4 de 9 amb folre i agulla" nennt. Wie soll ich das übersetzen? Ein Versuch: "Mit einem 4 von 9 mit Stockwerk und Nadel". Die Übersetzung ist natürlich völlig daneben, weil zu wörtlich. Irgendwie lautet der Fachausdruck "Turm aus 4 Personen auf 9 Ebenen mit einer Zwischenplattform und einer Säule".

S…

Tapas in Pizarra

Die Kleinstadt Pizarra, 30 km nordwestlich von Málaga gelegen, feiert dieses Wochenende die II Ruta de la Tapa, brutal übersetzt mit der "2. Häppchen-Strasse". Nun ist es vermutlich eine Sünde "Tapas", die kleinen Spezialitäten der spanischen Küche, mit "Häppchen" zu übersetzen. Das Wort ist eigentlich nicht übersetzbar und setzt sich international inzwischen genauso durch wie es die italienische Pizza getan hat.

Die Organisatoren haben eine Karte herausgegeben mit den Restaurants, die die Tapas anbieten. Diese kann - oder soll - man ablaufen, bekommt einen Stempel und stimmt bei jedem Restaurant ab, welche Tapa am besten geschmeckt hat. Da bleibt zu hoffen, dass die Tapas wirklich klein sind, denn 35 Restaurants nehmen daran teil.

Der Präsident der Provinz Málaga (el presidente de la Diputación) erklärt den Sinn dieser Tapa-Akton wie folgt: " Das doppelte Ziel dieser Initiative ist die Förderung (el fomento) und Anstoß (el impulso) einer Kultur des Ta…

Rio Beberibe endlich sauber?

Der Rio Beberibe gehört wahrhaft nicht zu den grössten Flüssen dieser Erde. Er entspringt noch im Grossraum von Recife und ist nur 19 km lang. Er fliesst durch die Armenviertel Olinda's, der historischen Kleinstadt im Norden von Recife, und Recife's und sammelt auf seinem kurzen Lauf jede Art von Müll und verdrecktem Wasser. Zum Schluss ist er eine einzige Kloake, was aber die Jugendlichen der Armenviertel früher nicht davon abhielt, hier ihr Bad zu nehmen.

In drei Schritten soll der Fluss nun gereinigt werden. Damit verbunden sollen auch die Lebensbedingungen der anliegenden Bewohner verbessert werden. Endziel ist die komplette Reinigung auch der Zuflüsse des Beberibe.

Ohne Hilfe der Anwohner wird das nicht funktionieren, teilte der zuständige Sekretär in der Präfektur von Recife mit: "Wir werden die Leute bitten, keinen Müll mehr in die Abwasserkanäle und an deren Ufer zu werfen, denn alles, was da reingeworfen wird, landet schlussendlich im Fluss" (Pedimos que as pe…

Drittes rumänisches AKW soll nach Transsilvanien

Nach Mitteilung des rumänischen "Ziarul Financiar" (Finanz-Zeitung) von heute soll das 2. rumänische Atomkraftwerk (centrala nucleara) voraussichtlich in Transsilvanien errichtet werden.

Rumänien hat zur Zeit 2 AKW in Cernavoda an der Donau. Der Bau eines dritten Kraftwerks ist beschlossene Sache. Für den Standort hat nach Alexandru Sandulescu, Leiter der Energiepolitischen Abteilung im Wirtschafts- und Frinanzministerium (seful Directiei de politici energetice din cadrul Ministerului Economiei si Finantelor (MEF)) Transsilvanien das beste Potential. Die Suche nach einem Standort wird vermutlich auf diese Region konzentriert.

Gleichzeitig soll Cernavoda weiter ausgebaut werden. Entsprechende Verhandlungen mit den Firmen CEZ (Tschechei), Electrabel (Belgien), Enel (Italien), ArcelorMittal Romania, RWE (Deutschland) und Iberdrola (Spanien) sind aufgenommen worden.

Bildquelle: http://www.greenpeace.de/typo3temp/GB/bab3a9e9c4.jpg

Was beschäftigt die Welt des "Angelesenen"? (Fortsetzung)

Heute wieder einmal ein Rundblick in die Umfragen, die in den verschiedenen Medien der Welt des "Angelesenen" erschienen sind.

Die Kulturzeitschrift "Continente Cultural" aus Pernambuco beschäftigt sich mit folgenden Fragen: "Glauben Sie, dass die Kultur eines Volkes ein bestimmender Faktor für seine wirtschaftlich Prosperität ist?" (Você acredita que a cultura de um povo é um fator determinante para a sua prosperidade econômica?). Zur Auswahl gibt es "ja" (Sim), "nein" (Não) und "Vielleicht, aber es gibt schwerwiegendere Faktoren" (Talvez, mas existem fatores mais determinantes). Ich denke mir, dass Letzteres wohl der Fall sein wird und stimme entsprechend ab. Resultat: Mit mir sind nur 9% dieser Meinung, die Mehrheit (71,6 %) ist für das "Ja".

Die Zeitung "El Periódico" aus Barcelona beschäftigt die Frage "Haben Sie die politische Generaldebatte des katalanischen Parlaments verfolgt?" (¿Siguió el…